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 Harte Zeiten

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Spielleitung


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Beiträge : 147

BeitragThema: Harte Zeiten   Mo 21 März 2011, 14:37


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WAS ALLES GESCHAH

In den Bergen hatten sich die Hunde zu kleinen Gruppen zusammen gefunden und versuchten nun, gemeinsam zu bestehen. Kleine Höhlen wurden zum rettenden Unterschlupf, flinke Kaninchen zum Hundefutter. Noyn Cloud und Fyfa hatten einen Welpen zu versorgen, ebenso wie Chakka, Quinta und Criado. Mit Misstrauen war die Hündin den beiden Rüden gefolgt, auch weil Cuco von derem guten Willen überzeugt war. Innerhalb von zwei Wochen lernt man sich etwas näher kennen, doch Freundschaft und Vertrauen müssen erst noch wachsen. Nachdem die vier ebenfalls eine Höhle gefunden hatten, die genug Platz für sie alle bot, ließen sie sich dort nieder. Trotzdem verloren sie alle ihre ursprünglichen Ziele nicht aus den Augen. Chakka und Cuco wollten ihre Familie wiederfinden, während Criado auf seine Menschen hoffte. Und Quinta? Quinta hoffte auf Sicherheit.
Noyn, Fyfa und Corazón behielten ihren Unterschlupf ebenfalls bei. Die beiden erwachsenen Hunde mussten nun einen Welpen ernähren und gleichzeitig Ausschau nach Hilfe halten. Keine leichte Aufgabe.

Jeszyl und Sunset verloren die Podencohündin Benita aus den Augen und sahen sie nicht wieder. Wie es ihr nun geht, weiß keiner. Das ungleiche Paar hielt dennoch zusammen und trotze dem eisigen Wind auch ohne Höhle. Gelegentlich ruhten sie hinter Felsen, jagten mehr oder weniger erfolgreich und setzten es sich als Ziel, aus dieser Hölle wieder herauszufinden.
Zuerst aber begegneten sie einer etwas anderen Gemeinschaft. Sparky und die Zwillingsschwestern liefen ihnen durch Zufall in die Pfoten.

Nicht zu vergessen auch, zwei Goliaths und ein David. Nando, Sean Espirtu und Carmello, eine konfliktgeladene Dreiergruppe. Jeder für seinen Teil mürrisch und schlecht gelaunt passten sie doch irgendwie zusammen, und vielleicht waren es gerade die Wortgefechte, die die Gruppe aneinander banden. Immer in Straßennähe schaffte es die ulkige Truppe, auch mal den ein oder anderen Touristen anzubetteln, Carmellos Charme sei Dank. Allerdings wussten von diese Futterquelle auch besonders harte Kerle. So würden brenzlige Situationen nicht ausbleiben.


Doch auch in der Stadt war das Leben nicht unbedingt leichter. Baja nahm sich den Fuchs Ju als kompletten Familienersatz. Nachdem sie ihre Freundin Lila verloren hatte, klammerte sie sich an die ruppige Art des Rotpelz. Und auch Yoga fand da irgendwie ihren Platz, trotz Jus Unfreundlichkeiten am Anfang. Innerhalb von fünf Wochen raufte man sich irgendwie zusammen. Die drei kehrten zur alten Höhle am Strand zurück, in der Baja geboren wurde und bildeten eine seltsame neue Art der Familie für den Welpen, der in dieser Zeit nicht nur körperlich über sich hinauswuchs.

Für Loki, Kalle und Diega ging das Leben weiter wie bisher. (kein Zeitsprung)

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ZEITSPRUNG: Zwei Wochen für die Teidegruppen, fünf Wochen für die Stadtgruppen. Beide spielen nun wieder zur selben Zeit.

ZEIT: Es ist Abend, die Sonne versinkt langsam und taucht die Felsen in orange-rotes Licht.

WETTER: Soeben beginnt es aus dichter werdenden Wolken zu schneien. Es herrschen Minusgrade und eiskalter Wind.
In der Stadt ist davon nichts zu spüren, die Temperaturen liegen bei angenehmen 18°C.

EINSTIEGE: Leyenne, Easy

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Zuletzt von Spielleitung am Di 28 Jun 2011, 00:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Baja


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Beiträge : 3364

BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mo 21 März 2011, 19:43

Das ist der Beginn, einer Zukunft.
Das ist der Beginn, unserer Zukunft.
Das ist der Beginn, in unser gemeinsames Leben.
Das Leben, als Gemeinschaft.


Wie lange war es her, das Baja zum letzten Mal an Lila gedacht hatte ? Wie lange war es her, das sie mit Ju darüber gestritten hatte, wie es Lila nun ging ? Wie lange hatte es gebraucht um endlich von dem stechenden Schmerz befreit zu werden, der sie sogar Nachts hei suchte ? Es hatte lange gebraucht. Eine Zeit, die man bei den Menschen um die drei Wochen nannte, was der Welpe jedoch nicht wusste. Sie wusste nur, das es ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen war und das sie nun erst kurze Zeit mit Ju und der helle Hündin Yoga in der Höhe lebte. Ihre Geburtshöhle.
Der Geruch ihrer Mutter und ihren Geschwister war verblasst und durch die feine Nase kaum noch zu wittern. Der Geruch ihres Vaters - beider Väter - war auch nicht mehr zu wittern. Weder von Jes, dem Stinker oder Chakka, dem Strandläufer. Baja hatte es nach drei Sonnenläufen auf gegeben und versucht die kindlichen Erinnerungen an ihre Vergangenheit zu verdrängen, aber die Formation der Dünen und Wurzeln erinnerten sie aber zu sehr daran.

Ihr Blick fiel auf den Horizont. Ruhig zogen die Wellen sich an den Strand, kamen jedoch nicht bis zu ihren Pfoten. Das Wasser schien kilometer entfernt, so weit weg, wie ihre Familie, von der sie sich vor langer Zeit getrennt hatte. Wäre diese Höhle nicht da, hätte sich die Hündin vielleicht nicht einmal daran erinnert, ob es wirklich jemals Eltern gegeben hatte. Es waren nur noch verschwommene Erinnerungen. Verwischte Bilder im Kopf der kleinen Hundedame.
Die Erinnerungen an das, was sie, Ju und Yoga zusammen erlebt hatten waren dafür frisch und klar. Fast jeden Tag hatten beide die Welpin, welcher in der Zeit zu einer Junghündin heran gewachsen war suchen müssen. Oft genug hatten beide sich Sorgen gemacht, alleine weil Baja nach dem Verschwinden Lilas kaum mehr zu finden war. Sie hatte sich in einigen Höhlen versteckt und einmal im Gartenschuppen einer menschlichen Familie. Allein Jus Knurren und Yogas aufmunternden Art 'alles wird besser werden' kam sie heraus.
Sie hatte sich schwer getan einfach alles so hin zu nehmen, wie es war. Der Rotpelz hatte damit ja nie ein Problem gehabt. Er hatte einfach nichts getan, nie ein Wort der Trauer verloren. Baja fragte sich, ob sie ihm auch nur ein Klotz am Bein war oder nicht. Sie fragte sich, ob es ihn auch nicht stören würde, wenn sie einfach ging. Sie hatte sich das oft genug gefragt und jedes Mal fest gestellt, das sie Angst hatte vor der Antwort, die ihr der Rote liefern konnte. Vielleicht empfand er ja nicht dieses freundschaftliche Gefühl, welches Baja bei ihm spürte. Vielleicht spürte er ja nicht, dieses Kribbeln in den Pfoten, wenn er sie sah und vielleicht schlug sein Herz nicht einen Schlag schneller, wenn er sah, das es ihr gut ging. Sie freute sich, wenn es ihm gut ging, ihre Pfoten kribbelten wenn sie zur Jagt - eine Suche nach EIDECHSEN ... - los zogen. Aber dennoch sagte ihr Verstand ; dieses Wesen ist nicht ganz richtig im Kopf. Wer bitte frisst schon Eidechsen ?

Ab und zu hatte Yoga auch mit Baja gejagt. Einmal hatten sie einen Hasen - dämliches Vieh mit langen Ohren, aber verdammt flinken Pfoten - gefangen. Ju hatte gemeint, Eidechsen wären nahrhafter. Sie hatte ihm also widersprochen und durfte zwei Sonnenläufe nicht aus der Höhle gehen. Dumm nur, das einer sie bewachen musste und Yoga so etwas nicht tat. Somit musste Ju seinen Kopf hinhalten und der nervigen Stimme Bajas, die nur Fragen stellte zu hören. Nach einigen Augenblicken hatte er das Verbot aus zu gehen jedoch auf gehoben.
Das war nur eine der kleinen Konflikte zwischen Baja und Ju. Das größte Konfliktthema war immer noch ; Lila. Die braune Hündin wollte und wollte nicht aus Bajas Junghundekopf wandern, egal, wie sehr sie sich ansträngte. Die Boxerhündin blieb im Kopf. Punkt.

Baja schüttelte sich den Sand aus dem Fell und trottete in Richtung Wasser. Sie hatte nicht vor davon zu trinken, da Chakka ihr erklärt hatte, das dieses Wasser noch mehr Durst machte - warum auch immer. Die Weiß-Rote hatte nur noch das eine im Kopf 'die salzigen Kristalle ...' nach den drei Worten hatte sie nichts mehr verstanden. Was war salzig ? War das dieses ... was war das ? Und Kristalle ? Waren das Tiere ? Konnte man das Essen ?
Die Hündin war damit immer noch überfordert und gesellte sich zu Yoga, welche nahe der Höhle saß. Vielleicht konnte diese ihr erklären, was salzig war und was Kristalle.

"Du Yoga ?
Was ist salzig und was sind Kristalle ? Papi hat mal davon erzählt. Das das lange Wasser* voll davon ist.
Glaubst du es gibt viele salzige Kristalle da draußen ? Glaubst du wir lernen einen kennen ?
Ich habe noch nie mit einem Kristall geredet und du ? Kann man das essen ?
"

Ja, die Hündin hatte noch immer nicht damit aufgehört irgendwelche Fragen zu fragen und dazwischen auch nur einmal Luft zu holen. Sie hatte nur gelernt nicht immer gleich das Maul auf zu reißen. Teilweise, weil sie von Ju unterbrochen wurde oder Yoga irgendwas sagte und sie freundlicher Weise zuhörte. Ob sie Ju unterbrach oder nicht, was ihr ziemlich egal. Er war ... was war Ju nochmal ? Ein Collie ? Wie auch immer. Sie durfte ihn ärgern.
Aufmerksam sah sie zu der hellen Hündin und fragte sich, ob diese auch wusste, wie man so einen Kristall kennen lernen konnte. Baja wollte mit einem Reden. Vielleicht würde das ja ein neuer Freund werden und zu ihnen ziehen.



[ Denkt | fragte Yoga was | denkt ]

* langes Wasser = Meer

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wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Di 22 März 2011, 22:13

Knapp ein jahr lebte der Collierüde nun schon ohne Besitzer. Am Anfang war es schwer gewesen. Er war es gewöhnt gefüttert und geliebt zu werden. Plötzlich war das alles verschwunden. Als wäre er in eine neue Welt katapultiert worden. So hatte er sich zumindest anfangs gefühlt. Fremd und furchbar allein. Der Schwarze hatte lernen müssen wie man Futter bekommt, sich verteidigt und überlebt. Auch eine Kämpfe hatte er überstehen müssen. Größtenteils waren es Rüden gewesen die dachten sie wären der Chef. Soetwas mochte Easy gar nicht. Er war zwar nicht auf hohe Ränge aus, wieso auch er genos die Einsamkeit, aber er hatte doch eine bestimmte Dominanz. Es waren aber auf öfter Kämpfer bzw. Streiterein wegen Futter, einen Schlafplatz oder einer Hündin dabei gewesen. Eigentlich versuchte der Dreijährige Kämpfen aus dem Weg zu gehen.
Auf wie viele Hündinnen er in diesem jahr getroffen war wusste er nicht, er war vielen Hunden begegnet aber nie lange geblieben. Es waren einfach nicht die richtigen dabei, zumindest hatte es ihn immer wieder fortgezogen.

Anfangs war er auch zu jedem Zweibeiner gerannt, schnell musste er jedoch spüren das dies nicht immer von Vorteil war. Bis auf Kinder und einige Touristen mochten nur wneige Leute streunende Hunde. Wobei er da noch etwas Glück hatte wegen seiner Rasse und dem entsprechendem Aussehen. Recht fix hatte er mitbekommen das auszunutzen.
Auch wenn er nicht in den Gassen geboren war, so schien er doch recht erfahren zu sein. Er war einige Zeit durch die Stadt gestreunt, mal am Rand, mal in Richtung Zentrum. Doch eines Tages war alles anders.

Irgendetwas stimmte nicht. Die Menschen schien plötzlich so interssiert an den Hunden. Das spürte er natürlich auch. Auch bekam er mit wie immer mehr Hunde flohen. Die Menschen begannen die Streuner einzufangen. Wofür auch immer. Es verhieß nichts gutes. Easy hatte Menschen immer gemocht, aber nach diesem Jahr hatte sich seine Sicht geändert. Man konnte Zweibeinern nicht vetrauen und erst recht nicht wenn sie mit Fangnetzen auf einen zu kamen.
Zum Glück hatte er fliehen können. Einige Zeit hatte er sich in Nähe der Stadt aufgehalten, musste dann jedoch weiterziehen weil die Menschen ihren Radius erweitert hatten.

Nun war er schon ca. eine Woche in diesem kahlen, trockenem Gebiet. Es war schwer hier Futter zu finden. Nur einige Kaninchen liefer herum. Allerdings hatte der Collie keinerlei Jagderfahrung, dementsprechend mager fiel die Beute aus.
Sein Fell war staubig und so schüttelte er sich. Ein Luftzug fuhr durch den Pelz des Langhaarhundes. Er hob den Blick und sah sich um. Nichts. Nun senkte sich seine Nase zum Boden und er schnüffelte herum. Er hob das Bein, sah auf und trabte weiter. Wohin wusste er nicht. Er war nicht einmal freiwilig hier. Diese Menschen waren echt nicht normal. Mürrisch schnaubte er.

Er war seit vielen Stunden unterwegs und brauchte langsam eine Pause. Aber wo? Der Collie hatte nicht vor sich hier ohne Deckung niederzulassen. Also blieb ihm nichts anderes übrig als weiterzu gehen.
Das Glück war ihm hold. Denn er fand eine Höhle, vielleicht war diese für ein Nickerchen geeignet. Doch was war das? Seine Nase kräuselte sich als er einen fremden geruch war nahm. Hunde. Diese Höhle schien bewohnt, doch ob der Besitzer anwesend war das konnte er nicht genau sagen. Er sschnüffelte am Eingang herum, dann ging er einige Schritte weiter und hob, penetrant wie er nunmal war, sein Bein. Sein Blick glitt durch die Gegend, alles schien ruhig. Aufrecht, mit erhobener Rute stand er da und sah sich um.


[läuft durch Teide / bei Höhle von Fyfa und Co.]
[ich hoffe der Einstiegspost passt so. Die Höhlenbewohner können sich gerne aussuchen ob sie drin sind oder gerade kommen]
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Quinta


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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mi 23 März 2011, 03:13

Diese Hunde waren das Beste, das ihr passieren konnte. Sie ließen es zu, dass sie ihnen folgte, und erwarteten im Gegenzug nicht viel von ihr. Sie revanchierte sich, indem sie anstandslos und beinahe hingebungsvoll alles tat, was man ihr auftrug. Manchmal wünschte sie sich gar, dass die beiden Rüden strenger zu ihr wären, damit sie ihre Gehorsamkeit voll ausspielen konnte. Beide waren aber sehr geduldig und alles andere als streng. Sie gaben ihr keine Befehle, sondern formulierten fast alles als Bitte oder Vorschlag. Das war eigenartig, daran musste sie sich erst einmal gewöhnen, doch egal ob Befehl oder nicht, sie war die Letzte, die jemals Einwände geltend gemacht hätte. Diese Hunde wussten so viel mehr als sie, es war zu ihrem eigenen Besten, wenn sie immer genau das tat, was man von ihr erwartete.
Warum man ihr mit so viel Güte begegnete, war ihr sein Rätsel, schließlich war sie im Grunde nutzlos und musste eine Last für die anderen sein. Dennoch hatte sie mittlerweile akzeptiert, dass ihr niemand hier etwas Böses wollte, im Gegenteil, diese Hunde passten auf sie auf. Sie waren gut, waren trotz aller Widrigkeiten nicht schwächer geworden wie sie selbst, sondern stärker. Man musste sie einfach bewundern.
Und Cuco? Cuco war ein Lichtblick in der tristen Einöde, ein kleiner, wenn auch sehr frecher und vorlauter Sonnenschein. Wäre er nur bereits erwachsen, sie hätte sich ihm ganz und gar untergeordnet und alles für ihn getan. Doch Cuco war noch ein Welpe, wenn er auch langsam heranwuchs und eines Tages sicher ein äußerst stattlicher Hund sein würde. So blieb ihr nicht viel zu tun, als einfach bei ihm zu bleiben und zu warten. Ihre Rollen waren seltsam verkehrt und mehr als ein Mal hatte sie das Gefühl, dass das Welpentier eher auf sie aufpasste als umgekehrt. Aber auch das war gut, wenn auch sehr eigenartig...

Längst hatten sie Unterschlupf in einer Höhle gefunden, in die sie sich nun zurückgezogen hatten, um sich vor der schlechten Witterung zu schützen. Und dort träumte Quinta. Sie lag eingerollt auf dem kalten Boden der Höhle und ihre Knochen schmerzten, denn der dürre Körper verfügte über keinerlei Polsterung. Dann und wann zuckten im Schlaf die Läufe oder die Ohren, bisweilen wurde auch ein unterdrücktes Winseln laut oder ein nervöses Schnaufen. Ihre Träume waren selten angenehm, aber in letzter Zeit war es besser geworden. Ob das mit ihren veränderten Lebensumständen zusammenhing? Sie wusste es nicht.
Doch auch wenn man ihre Schwäche hier zu akzeptieren schien und man ihr mit bemerkenswertem Großmut begegnete, so musste sie jederzeit bereit sein, den anderen Hunden zu Willen zu sein. Es gab nämlich einen entscheidenden Nachteil, wenn man plötzlich etwas gewonnen hatte, wo man vorher nichts hatte – man konnte es wieder verlieren. Damit das nicht passierte, war sie allzeit bereit. Ein Wort genügte, um sie aufspringen zu lassen, doch bis dahin schlummerte sie.


[Chakka, Cuco und Criado | Höhle in der Teide]

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Noyn Cloud


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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mi 23 März 2011, 16:42

whenever the rain comes down
the sun turns gray


Es war nicht der beste Ort für ein Versteck gewesen, das hatten sie wohl bereits am Anfang gekannt. Doch alles, was zählte, war, dass sie zusammen waren. Zusammen wäre es schaffbar. Solange man sich auf die verlassen konnte, die mit einem den Schlafplatz und die Beute teilten. Solange man eine Familie war, solange konnte ihnen nichts passieren. Und das waren sie wahrlich, die drei Hunde, die sich nun bereits zwei Wochen in diesem kargen, windigen Gebiet aufhielten und allmählich sogar den Dreh raushatten, wie eine Kaninchenjagd weitestgehend erfolgreich endete. Das war auch wichtig gewesen, denn wichtiger als das Leben des bunten Rüden und der Colliehündin war momentan das, der jungen Corazón. Noyn gab mit Freude noch einen Teil seiner raren Beute an die Hündin ab, damit diese ihren Welpen versorgen konnte. Und doch wusste er, dass es nicht mehr lange so weiter gehen konnte. Nicht nur Noyn, nein, alle drei waren nicht gerade wohlernährt, doch was erwartete man hier? Ein ständiges Magenknurren war er bereits gewohnt. Manchmal vergas er es sogar, bis sein Magen sich dann plötzlich laut rumorend zurückmeldete und den Rüden an das erinnerte, was er zu tun hatte: Fressen. Doch damit kam er klar. Er fraß das, was übrig blieb, damit sowohl Fyfa als auch Corazón genug zum Überleben hatten. Denn dass der Hündin etwas geschah, das würde er nicht zulassen.

Der Bunte hatte die letzten zwei Wochen genutzt und rund um die Höhle, die sie bezogen hatten und in der sie windgeschützt die meiste Zeit verbrachten, ein kleines Revier markiert, um potentielle Feinde abzuhalten oder zumindest zu warnen. Wer (oder besser was) auch immer hier draußen genau lebte, Noyn war nicht sonderlich erpicht darauf, herauszufinden, welche Räuber sich hier aufhielten. Und doch diente diese Grenze auch noch dazu, die anderen – falls sie denn hier irgendwo in der Nähe waren – auf sie aufmerksam zu machen. In einer größeren Gruppe hätte man auch mehr Überlebenschancen und außerdem wäre es ihm nur allzu lieb, die anderen wiederzusehen, zu wissen, dass es ihnen gut ging, auch, wenn er nicht verstand, wieso ihm dies plötzlich so wichtig war. Zuvor, als er seine Zeit noch in den Gassen und Straßen der Stadt verbracht hatte – er hatte die Streuner gekannt, die sich das Revier mit ihm teilten, doch ihr Verbleib hatte ihn nie groß interessiert. Weniger Hunde waren zugleich bessere Chancen auf Futter – doch so hatte er nie gedacht. Da war es eher die Gleichgültigkeit gewesen, die von ihm Besitz ergriffen hatte. Und doch hatte man die einen, mit denen man sich gerne mal traf und unterhielt und die, die einem gestohlen bleiben konnten. Da Chakka und die, die an dem Abend am Strand gewesen waren, als er Fyfa kennen gelernt hatte, zu der besseren ersten Gruppe gehörten – vielleicht konnte man seine Sorge so erklären. Doch losziehen und sie suchen war mit dem Welpen im Schlepptau mehr als hirnrissig. Da blieb nur noch zu hoffen, dass sie von ihnen gefunden wurden.

„Ich lauf‘ nochmal die Grenze ab. Wer weiß, vielleicht finde ich ja auch ein paar Opfer dieser Kälte…“, sagte er nicht gerade hoffnungsvoll und erhob sich.

Er leckte Fyfa zum Abschied kurz über die Lefzen und auch Corazón leckte er einmal über den Kopf, ehe er sich umkehrte und die Höhle verließ. Der eisige Wind erfasste ihn und versuchte, durch sein Fell zu kommen. Der Rüde schüttelte sich kurz bei diesem unangenehmen Gefühl und lief dann zügig los Richtung Grenzen, die ja nicht weit von der Höhle entfernt waren. Die Nase war gehoben und – auch wenn es nicht gerade angenehm war – er versuchte, ein geschwächtes oder auch totes Kaninchen auszumachen, welches diese Kälte nicht überlebt hatte. Die Idee war gar nicht so dumm gewesen, und doch schien das Glück nicht auf ihrer Seite zu sein. Relativ schnell war er wieder zurück, doch was er erspähte, gefiel ihm gar nicht. Da war doch glatt ein fremder Rüde auf dem Weg in ihre Höhle. Blitzartig hatte Noyn die Rute steil nach oben gehoben und beschleunigte seinen Schritt. Noch vor der Nase des anderen hatte er den Höhleneingang erreicht und blockierte ihn mit seinem Körper. Dass der Fremde sich noch dazu erdreistete, sein Bein zu heben, überging er mal gekonnt.

„Dein Riecher scheint nicht der beste zu sein, mh?“, fragte er knapp und doch ohne jegliche Wertung in der Stimme. Man musste dem Gegenüber ja nicht direkt entgegen schleudern, was man von ihm hielt. Noyn ließ ihm die Möglichkeit, sich zu erklären, wobei er nicht wusste, was er zu erwarten hatte. Doch so wie sonst würde Noyn nicht reagieren. Die Situation war anders, ernster und Noyn war nicht der, der er noch vor einigen Monaten gewesen war, als die Straßen sein gewesen waren.



[mit easy vor der höhle mit fyfa und corazón]

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Criado


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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mi 23 März 2011, 17:14

Licht kam, Licht ging. So war es immer schon gewesen, jedenfalls seit Criado auf dieser Insel wandelte. Er hatte schon vergessen wieviele Male er die Sonne, diese lichtspendende Himmelsscheibe untergehen gesehen hatte, seitdem er hier in dieser trostlosen Landschaft ausgesetzt wurde. Doch sollte nun wohl ein weiterer Abend zu seiner nicht vorhandenen Liste dazukommen. Er mochte Sonnenuntergänge. Zwar konnte der rötliche Rüde die untergehende Sonne selber - diese glimmende, lichtspendende Himmelsscheibe - aus der Höhle heraus nicht sehen, doch sah er wohl die orange-rote Farbe der Felsen, die ihm dies verriet. Oh ja, er lag in der Höhle, die seine Gefärten und er schon vor vielen Sonnenumläufen entdekt hatten und die sozusagen ihr Hauptquartier war. Ohne diese Zuflucht wären sie auch schlimm dran gewesen - nun gut, eher seine drei Kameraden wenn man ehrlich war. Criado schützte sein wuscheliges, dichtes Fell größenteils gegen Kälte und Wind. Und von diesen gab es mehr als genug in dieser Zeit.

Criado lag Nahe des Höhleneingangs, zusammen mit Cuco, Quinta und Chakka. Sie hatten es gut geschafft, wenn man es bedachte. Das Leben hier oben war gewöhnungsbedürftig und dies - sich gewöhnen - hatten sie wohl geschafft. Der Harzer Fuchs hob seinen Kopf. Quinta, die einzige Fähe ihres Grüppchens schlief offensichtlich. Oder sie hatte nur ihre Augen geschlossen. Über Chakka hinweg glitten seine braunen Hundeaugen erstmal zu dem kleinen frechen Welpen Cuco, und dann wieder hinaus aus der Höhle. Verwundert riss er die Augen auf. Kleine weiße Punkte tanzten vom bedeckten Himmel herab hinunter auf ihre karge Heimat. Unten angekommen verschwanden erstmal die meisten, doch immer wieder blieben ein zwei liegen. Würden noch mehr der ihm recht rätselhaften Flocken fallen, würde eine weiße, nasskalte Schicht den Teideboden bedecken. Und dagegen half kein bestes Fell der Welt.

Schau mal draussen, Cuco. Aus dem Himmel kommen sie.

Meinte er ein wenig leiser zu dem braunweissen Welpen, damit Quinta nicht aufwachte - falls sie tatsächlich schlief. Er wusste nicht wie er es formulieren sollte. Klar kannte er den Ausdruck "Schnee", aber was würde ein Welpe darunter verstehen können? Nichts, er wüsste nichtmal was er anschauen sollte. Und von Cucos Größe her konnte der Rote schon fast ganz sicher sagen, dass dies wohl sein erster Winter sein müsste - wenn er sich nicht irrte. Er selber hatte erstmal keinen Namen für das weisse segelnde Zeug gehabt, als er ein Jungspund gewesen war. Erst von anderen Hunden hatte er das Wort gehört - welches seiner Überzeugung nach ganz sicher von dem Wort 'schön' abgeleitet war- und selbst jetzt konnte er sich keinen richtigen Reim darauf machen was sie eigentlich waren. Noch ein Rätsel das womöglich nur höhere Wesen verstehen konnten. Dabei dachte Criado natürlich an die Menschen, seine angebeteten 'Götter'. Es war recht lange her, das er einen gesehen hatte, aber das überraschte ihn nicht. Sie waren wohl eher weiter unten, sahen wohl keinen Sinn darin hier in der Nähe des Großen Berges zu bleiben. Wenn er ehrlich war, sah Criado auch keinen Grund. Aber er blieb, weil er nichts anderes zu tun wusste, und weil er sich geschworen hatte seinen Begleitern beizustehen. An eben diese erinnert blickte er gleich zurück zu dem Welpen der fast neben ihm lag und warteten geduldig darauf eine Antwort zu bekommen - oder womöglich nicht?

{ Chakka, Quinta, Cuco | Höhle }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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Chakka


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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mi 23 März 2011, 20:57

Wie Quinta es tat, schlummerte auch Chakka eben noch. Leider ließ ihm sein leerer Magen keine Ruhe und auch der Durst plagte ihn ganz schön. Es war mehr als gewöhnungsbedürftig, wenn man nur morgens ein wenig trinken konnte. Nämlich dann, wenn sich der Tau auf den spärlichen Nadelbäumen sammelte und danach langsam hinuntertropfte. Genau aus diesem Grund hatte Chakka mit den anderen die Höhle ausgewählt, vor der drei knorrige Kiefern verwurzelt waren.

Als der Rüde nun die Augen aufschlug, knurrte sein Magen im Gleichklang mit seiner Stimmung. Er hatte nur den Nachmittag verschlafen, in der Höhle war es bereits duster geworden. Deshalb hatte der kleine Rüde keine Schwierigkeiten, seine beschauliche Umgebung zu sondieren. Da lag Quinta, nicht weit von ihm entfernt. Criado sah er nicht, der musste entweder draußen oder hinter ihm sein und Cuco war ebenfalls zu sehen. Da der rote Rüde nun seine Stimme erhob – er sprach allerdings nicht Chakka an – registrierte er zufrieden, dass sie alle beisammen waren. Immerhin etwas, in dieser armseligen Gegend wurde man schnell anspruchslos. Erst einige Augenblicke später gelangte der Inhalt von Criados seltsamem Satz zu Chakkas Gehirn. Aus dem Himmel? Wie? Was? Wer? Fix drehte sich der Braune um und starrte Criado fragend an.

„Wer … ooooooh!“

Da hatte er schon das kleine Wunder vor dem Höhleneingang entdeckt. Die braune Landschaft war weiß; da wo die untergehende Sonne noch hinschien sogar rosa. Und aus dem Himmel kam – wie Criado gesagt hatte – noch mehr Weiß. Chakkas Augen wurden riesengroß. Ohne Rücksicht auf Verluste stolperte er über die vor ihm liegende Quinta, den Blick immer gen Ausgang. Der Ausschnitt, den er da von der Welt sah war schließlich viel zu klein. Genauso gut konnte da jemand weiße Krümel über der Höhle ausstreuseln, während sie sich hier drinnen närrisch freuten.
Weil die sandfarbene Hündin zu lang war, um einfach über sie zu fallen, musste Chakka sie mit einem kleinen Hüpfer überwinden, seine ganze Aufmerksamkeit galt jetzt dem Krümelzeug. Da konnte er auf die schüchterne Hündin leider keine Rücksicht nehmen. Vor Aufregung entwich ihm ein Fiepen und seine Rute schien ihn in die Luft wedeln zu wollen. Fast wie auf der Jagd hetzte er aus der Höhle, hinein in das kalte Weiß. Und tatsächlich – es kam aus dem Himmel. Da konnte der Rüde ein verwirrtes Kläffen nicht verhindern; dabei hatte er geglaubt, ihn könne nichts mehr überraschen. Aber was zum Teufel war das?
Da landete eine der Flocken direkt auf seiner Nase. Schielend versuchte er sie abzulecken, um ihren Geschmack zu testen. Kalt und nass, das musste er leicht enttäuscht feststellen. Aber … nass?! Flux steckte er seine Schnauze in die dünne Schneeschicht auf dem Boden und ließ die Zunge darüber gleiten. Ja, eindeutig nass. Schnell war der Durst verschwunden, nur den Hunger stillte es leider nicht.

„Cuco! Die Wolken kommen vom Himmel!“, rief er kläffend in die Höhle.

Chakka war ohne Angst, doch so dunkel wie der Himmel ohne Sonne bereits war …. gewiss waren an diesen dunklen Stellen die Wolken schon heruntergekrümelt gekommen. Dann konnten die Wolkenkrümel ja nicht mehr lange zu ihnen runter rieseln, denn da waren ja kaum noch Wolken übrig geblieben.


{ Criado, Cuco, Quinta :: vor der Höhle }




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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mi 23 März 2011, 22:41

In den vergangenen zwei Wochen hatte Fyfa sich mit ihrem 'neuen Leben' so zu sagen abgefunden. Sie waren meist in ihrer Höhle geblieben, um die herum Noyn sich ein kleines Revier makiert hatte. Von ihrem Unterschlupf hatten sie sich selten weit entfernt, wenn sie nicht gerade wieder etwas zu futtern besorgen mussten. Inzwischen hatte Fyfa das Prinzip der Jagd einigermaßen verstanden, aber es war immer noch jedes Mal tierisch aufregend für sie. Vor allem, da sie sich selten sehr weit von Cora entfernen wollte, um diese nicht auch noch zu verlieren. Im Moment boten ihr ja nur Noyn und der Welpe halt.

Fyfas Gedanken waren abgedriftet, drehten sie um die Zeit am Strand, gemeinsam mit Chakka, Jeszyl, allen ihren Welpen - von denen vermeintlich nur einer überlebt hatte - und den anderen. Auch versuchte sie alles zu verarbeiten, was bislang hier passiert war, was sie von Noyn gehört hatte. Daher zuckte sie zusammen, als Noyn ihr auf einmal über die Lefzen leckte und sich verabschiedete, um seine Grenzen abzulaufen. Das tat er öfter, was wohl auch gut so war, wenn man nicht irgendwelche plötzlichen Überraschungen erleben wollte. Die Mutter kuschelte sich an ihren Welpen, wobei sie leise brummelte, in der Hoffnung die Kleine so wärmen zu können. Es war doch recht frisch, was unten am Strand nie so gewesen war. Außerdem fing es jetzt an zu 'schneien' wie die Menschen es nannten. Für Fyfa waren es kalte, weiße Dinge die vielen vom Himmel und aussahen wie Wolken.

Während Fyfa so den Höhleneingang und die weißen Dinger beobachtete, dachte sie wieder über die vergangene Zeit nach. So vieles war passiert, seit sie nichtmehr bei ihrer Familie in Schottland lebte. Aber wie sie auch schon zu Noyn gesagt hatte: Das hier war ihre neue Familie. Die Hunde, die sie hier auf Teneriffa kennen gelernt hatte, das alles war ihre neue Heimat. Diese Einöde, die Teide genannt wurde, mit einbezogen. Es gehörte einfach dazu, auch wenn es Fyfa hier nicht gefiel.

Auf einmal hörte die Hündin Pfotenschritte die aber bestimmt nicht von Noyn kamen. Dessen Schritte kamen erst später dazu und dann versperrte der Körper des Rüden auch schon den Eingang und fragt: „Dein Riecher scheint nicht der beste zu sein, mh?“ Da war also wirklich ein fremder Hund, Fyfa hatte sich nicht verhört.

Jetzt stand sie auf und stupste Cora nochmal an, ehe sie zu Noyn ging und den Fremden betrachtete. Er sah aus wie sie, gehörte wohl auch zu einer 'Zuchtlinie' wie ihre Menschen das immer genannt hatten. Fyfa hatte wohl eine sehr reine 'Zuchtlinie'. Was auch immer das genau war. Noyn schien auf jeden Fall nicht glücklich mit der Anwesenheit des Anderen zu sein, zumal Fyfa roch, dass dieser eben eine Markierung hinterlassen hatte. Das war ja auch eine Frechheit, so etwas im Revier eines anderen zu tun! Beide Rüden hatten eine sehr angestpannt Haltung, die Ruten hocherhoben und den Blick sehr aufmerksam. Auch Fyfa spannte sich an. Wenn der Fremde ihnen böses wollte, wäre sie die jenige die so schnell es ging zurück zu Cora musste, um diese zu beschützen. Aber erstmal blieb die Hündin einfach nur stehen und beobachtete, was als nächstes passieren würde, wobei sie ein Ohr nach hinten zu Cora drehte um zu hören, was diese in der Höhle tat. So wie sie die Kleine kannte, würde sie wahrscheinlich gucken kommen was hier draußen denn so aufregen war.


[bei Noyn, Cora und Easy vor der Höhle]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Do 24 März 2011, 22:51

Sie waren nun schon sehr lang in dieser Höhle. Mehrere Sonnenumläufe hatte Corazón gezählt.. zumindest soweit sie zählen konnte, letztendlich war ihr die Dauer auch egal, solange sie bei ihrer Mama Fyfa war und bei "Onkel Neun". Es war in der Höhle nie besonders geräumig gewesen, doch das störte die kleine Hündin wenig. Denn wenn sie nah zusammenlagen bedeutete dies Wärme. Sie schlugen sich jeden Tag aufs neue recht gut und sogar die kleine Welpin hatte mittlerweile den einen oder anderen kleinen Hoppler erlegen können. Das hatte Noyn ihr beigebracht. Man hätte ihr stolzes Strahlen sehen müssen, als das erste Kaninchen tot vor ihr lag. Die beiden erwachsenen hatten sie sehr gelobt. Doch immer wollte die Jagd nicht klappen, dann gab Noyn ihrer Mama und ihr gerne etwas von seiner Beute ab. Es reichte immer knapp für alle. Zum Glück war Corazóns Hunger immer recht schnell gestillt, doch dass Noyns Magen öfter knurrte blieb auch von der kleinen Hündin nicht unbeachtet.

Die letzten Sonnenumläufe hatte der "Onkel" genutzt um eine kleine Reviergrenze zu markieren. Ihre Mama hatte ihr erklärt, dass das die Rüden machten um das eigene kleine Revier vor Fremden zu schützen. Cora fand den Geruch anfangs zwar etwas merkwürdig, doch mit dieser Begründung fand sie sich damit ab und gewöhnte sich daran.

Corazón hatte sich schön in das dichte Fell ihrer Mutter gekuschelt und döste vor sich hin, als sie auf einmal etwas feuchtes auf ihrem Kopf fühlte. Onkel Noyn war mit seiner Zunge über ihren Kopf gefahren und verabschiedete sich, um einen Rundgang zu machen. Als sie die Augen öffnete um ihm hinterherzusehen war sie etwas verwirrt. Da waren so komische weiße.. Dinger, die auf den Boden fielen und langsam einen weißen Teppich bildeten. Die Luft war schneidend kalt. Sowas kannte sie noch gar nicht. Sie rümpfte die Nase, als sie bewusst die eiskalte Luft einsog.

Sie hörten Schritte, doch diese schienen nicht von Noyn zu sein. Dann wurde Cora auch von Fyfa angestupst. Neugierig sah die kleine auf und der Mutter hinterher, wie sie sich erhob und nach draußen ging. Die junge Hündin schauderte, als die kühle Luft sie umschlang. Das Fell ihrer Mutter war so schön warm gewesen. Dann hörte sie Stimmen.

Jetzt wurde die kleine Hündin auch neugierig. Prompt sprang sie also auf und tapste ihrer Mutter hinterher nach draußen. Dort wurde sie erstmal von den Schneeflocken überrascht, die sie von drinnen aus schon gesehen hatte. Verwirrt blickte sie nach oben und versuchte den weißen Flocken auszuweichen - sie waren irgendwie so.. kalt! Aber so sehr sie es auch versuchte, sprang sie zur einen Seite um einer Flocke auszuweichen, erreichte sie eine andere. Echt unfair! Grimmig guckte sie den weißen Flocken hinterher wie sie auf den Boden fielen.. dabei schienen sie beinahe zu schweben.. so leicht...

So schnell wie sie von den Schneeflocken abgelenkt wurde, fiel ihr wieder ein, wieso sie rausgelaufen war. Sie hatte Stimmen gehört und ihre Mama war rausgegangen. Neugierig arbeitete sie sich unter dem Körper der Hündin durch und blieb zwischen ihren Vorderbeinen stehen. Eigentlich wollte sie gerne mit der Rute wedeln, immerhin lernte man nicht oft Fremde kennen, aber Noyn sah irgendwie so.. gereizt aus. Auch ihre Mama war angespannt. Verwirrt blickte Corazón zu ihr hoch um ihren Gesichtsausdruck zu erkennen. Dann sah sie wieder zu dem anderen. Er sah aus wie ihre Mama, hatte nur eine andere Farbe. Sie war gespannt, was jetzt noch passierte. Etwas zu sagen traute sie sich jetzt gerade nicht, beobachtete nur das Geschehen.


[bei Fyfa, Noyn und Easy vor der Höhle]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Fr 25 März 2011, 22:22

Hell.Dunkel.Hell.Dunkel.Hell.Dunkel. So in etwa waren die letzten Tage und Wochen für den kleinen Knirps gewesen, war doch das Abenteuer mit Quinta für ihn eines der schönsten Erlebnisse in seinem noch jungen Leben. Eine Höhle hatten sie gefunden, doch nur, weil der Wind ihnen geholfen hatte. Er trieb die beiden Hunde in deren Richtung. Auch wenn das nicht ganz so stimmte, hielt Cuco daran fest. Sollte man ihm nicht seine Vorstellungen rauben.
Mit geschlossenen Augen lag Cuco da, den großen Kopf auf die kleinen Pfoten gelegt und sich leicht zusammengerollt. Es war kalt, viel kälter als in den Tagen zuvor. Doch lag der kleine zu weit weg von den anderen, als das sie ihn hätten wärmen können. Irgendwie war das ungewöhnlich, es war anders - und wirklich wohl fühlte Cuco sich in dieser Kälte auch nicht. Wie lange war es schon her, dass er Baja und Corazón gesehen hatte ... und Fyfa natürlich auch. Gewiss, er wusste es nicht - doch so weit Cuco denken konnte wollte er es auch nicht wissen. Es war egal, so wie alles andere 'eigentlich' auch.

Also öffnete der kleine seine Augen und blinzelte kurz, ehe er sich umsehen konnte. Sie waren da, sie alle waren noch da. Wenn nicht, wäre wohl nicht abzusehen gewesen was geschehen wäre, hätte man doch zuerst einen ziemlich verzweifelten Welpen in einer Höhle gesehen der sich traurig gestimmt zusammen gerollt hätte. Doch dem war nicht so. Sogar Criado war noch da, der mit Chakka gekommen war. Die Absichten des Rüden hatte der Welpe zwar noch immer nicht völlig verstanden, doch war er auf der Suche nach etwas. Anscheinend aber nicht nach anderen Hunden, sondern Zweibeinern. Unverständlich für den kleinen, wie man zu solch' Wesen zurück kehren wollte, doch war es seine eigene Entscheidung. Damit musste man klarkommen, konnte sie nicht ändern. Das hatte Cuco gelernt.
Der Mini Rüde beobachtete die ganze Zeit über Criado, und auch jetzt noch hatte er seinen Blick von diesem nicht abgewwandt. Als dieser Sprach, drehte Cuco verschlafen seinen Kopf in die Höhe und streckte seine Pfoten. Zunächst registrierte Cuco nur das Wort Himmel und blickte sich um, konnte er innerhalb der Höhle keinen Himmel erkennen. Wenn der Himmel doch das war, wofür der kleine ihn hielt. Undzwar dieses großes blaues Ding, über das immer weiße Wolken tanzten welchen den Wind mit brachten.
Mit der akrobatischen Einlage seines Vaters, und den Worten die er sprach, wurde dann auch seine Neugierde geweckt und er stupste erst Quinta an, damit sie auch die Wolken betrachten konnte.

Papa Chakka sagt, die Wolken kommen vom Himmel. Los Quinta, der Wind ist nicht weit!

rief er begeistert, wusste er doch das sie halb am schlafen war. Doch zählte das in diesem Augenblick nicht, weshalb er an ihrem Ohr in Richtung Höhlenausgang zog. Spätestens jetzt musste sie gemerkt haben, dass sie aufstehen sollte, weshalb Cuco sich zu Chakka bewegte.

Mit großen Augen starrte er die Wolkenteilchen an, die wohl aus dem Himmel kommen musste. Jetzt war Cuco sich sicher das die große blaue Matte der Himmel sein musste, und was Criado ihm eigentlich sagen wollte. So schüttelte er sein kurzes Fell und öffnete leicht sein Maul. Die Wolkenstücke die vom Himmel kommen mussten, waren kalt und nass. Trotzdem war es spaßig diese mit der Nase 'aufzufangen'.



{ bei Quinta, Criado und Chakka }
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Sa 26 März 2011, 22:03

Es war herrlich. Yoga fand es herrlich. Der Strand, das Meer. Sie war noch nie an einem solchen Ort gewesen und nun schien ihr Herz immer doller zu schlagen. Dieser Anblick - wunderschön. Man konnte es kaum beschreiben, so wundervoll war der Moment für die junge Hündin. Der sachte Wind zerzauste ihr längeres Fell, welches einige Sandkörner auffing und dadurch nur noch üppiger wirkte.
Seelenruhig hatte sie vor der Höhle gesessen und einfach darauf gewartet, dass etwas geschah. Bei dem Genuss den Wellen und dem Wind zu lauschen konnte sie sich richtig entspannen, so wie sie es schon die ganze Zeit vorgehabt hatte.
Hätte man ihr vor ein paar Tagen davon erzählt, dass es einen solch schönen Ort gäbe, hätte sie der Person gewiss nicht geglaubt. Umso wohler fühlte sie sich, als die Sonne langsam am Horizont im Meer verschwand. Das Meer rauschte in voller Kraft und doch war alles irgendwie so still. Angenehm still.
Nach ruhigen Atemzügen war das leise Blinzeln in die Sonne das Einzige, was Yoga noch tat. Fast wäre sie eingenickt und am liebsten einfach so umgeplumpst, um sich in den Sand zu rollen und zu schlaffen. Aber im nächsten Augenblick kam Baja an ihr vorbeigelaufen und riss sie aus ihrem verträumten Taumeln. Als sie dann auch noch anfing, von Kristallen und Salzen und anderen Dingen für die man einen gewissen Grad an Konzentration brauchte, zu reden, war Yoga wieder völlig bei der Sache. Unwillig riss sie den Blick von dem sich immer bewegenden Meer los und schaute den kleinen Welpen an, der nun etwas näher an sie herangekommen war.

»Kristalle... Tja, das sind ganz viele kleine Körner. Fast so wie der Sand, nur weiß. Doch im Wasser sieht man sie nicht. Durchaus kann man Salzkristalle essen, aber sie machen einen schrecklich durstig. Es sieht so aus, als können nur die Menschen viel davon zu sich nehmen, denn ich habe es einmal probiert und glaube mir, ich werde es nie wieder tun.«

Ein vorsichtiges Grinsen zog sich über Yogas Lefzen, dann musste sie lachen. Darüber lachen, wie dumm sie damals war, Salz zu essen. Sie schüttelte sich die Sandkörner aus dem Fell um sich dann zu setzen und weiterhin auf das Meer zu starren. Und sie hätte es noch stundenlang tun können.

[Starrt aufs Meer, Erklärt Baja, was Salz ist]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   So 27 März 2011, 16:11


Es war schwer für Ju. Schwer mit der kleinen Baja, die sich auf der Straße nicht auskannte. Aber genauso auch schwer mit Yoga, die sich ebenfalls nicht auskannte, doch im Gegensatz zu Baja auch schwer damit tat zu lernen. Zu lernen dass nicht alle Menschen nur gutes den Hunden wollten. Das die meisten Menschen die Hunde gar nicht leiden konnten, außer den Touristen.
Anstrengend war es auch, dass Ju selbst zwar durchaus Müll frass, aber sich vor allem von den Insekten und ganz besonders von den zahlreichen Eidechsen der Insel ernährte.
Auch er klaute oft genug den Menschen etwas, doch etwas was der Rotpelz niemals, niemals tat war betteln. Wie würde das auch aussehen, wenn er auf einen Menschen zugehen würde und dann noch einen treuherzigen Blick aufsetzten. Nein, das war völlig ausgeschlossen dass sowas jemals passieren würde.
Er konnte es allerdings auch nicht leiden, wenn Baja und Yoga betteln waren. Bei Yoga war es ihm mehr oder minder egal. Sie war erwachsen genug um auf sich selbst aufzupassen, doch Baja... ja, was Baja anging so war es nicht so einfach drüber hin weg zu sehen. Viel mehr stritten sie sich oft genug darüber, da Ju strikt dagegen war, dass sie sich so nah an die Menschen heran wagte.

Doch um eines war er froh. Dass Baja scheinbar endlich über Lila hinweg gekommen war. Es hatte dem Fuchs beinahe das Herz gebrochen die junge Hündin so zu sehen. Vor allem, da er keine Ahnung hatte, wie er sie hätte trösten sollen. So blieb nichts anderes übrig als Streit, denn über Gefühle zu reden gehörte nicht gerade zu seinen Stärken.
Doch nun schien Baja wieder aufgetaucht zu sein und sie waren zu so etwas wie einer Familie geworden. Baja, er und auch diese tollpatschige und verträumte Haushündin.

Sie lebten nun in der Höhle, in der nur mehr schwach bis gar nicht der Geruch von den Hunden hing, die nun verloren gegangen waren. Ju wusste nicht, was mit ihnen geschehen war. Er dachte sich zwar, dass sie weiter in die Berge gezogen waren, doch er wollte diese Reise nicht riskieren. Immerhin wussten sie nicht, was genau passiert war, oder ob sie noch lebten oder die Reise nicht überstanden hatten. Es war besser das ganze einfach zu vergessen, weshalb Ju die Sache mit Bajas Meute niemals ansprach.

Auch wenn Ju eher ruppig mit Yoga umging, war er doch froh dass sie da war. Er wusste nicht, wie er es sonst aushalten sollte mit Baja. So gern er die kleine Welpin auch hatte, er konnte es nicht leiden sie die ganze Zeit in seiner Nähe zu haben. Er brauchte auch mal seine Ruhe.
Und noch etwas … es war gut, dass er sie nicht ständig alleine suchen musste. Wie oft hatte er Baja dafür eine Standpauke gehalten, doch sie schien sich darüber gar nichts zu machen.
Er hatte sich doch nur furchtbare Sorgen gemacht, aber er glaubte kaum dass ein Welpe das wirklich verstehen konnte.
Um so glücklicher war er darüber, dass diese Phase anscheinend vorbei war.
Nur selten kam es noch vor, dass sie die Welpin suchen mussten. Vor allem auch, weil sie erwachsener geworden war und wohl auch ihre Trauer überwunden hatte.

Ju versuchte so gut es ging der Welpin die Jagd näher zu bringen. Denn wie erwähnt, konnte er es nicht leiden, dass sie bei den Menschen bettelte oder aus Mülltonen fraß. Zu groß war die Angst dass sie sich vergiften könnte oder die Menschen sie einfach wieder mitnehmen würden.
Seine kleine Schülerin war auch sehr begabt im Jagen. Nicht nur Eidechsen erwischte sie, mit denen sie mehr spielte als sie fraß, sondern auch einmal einen Hasen.
Das hatte ihn etwas in seinem Stolz verletzt, den dummen Fuchs. Doch er war auch beeindruckt und auf Baja ein klein wenig stolz... und eifersüchtig.
Doch das legte sich schnell wieder. Er konnte ihr eigentlich nie lange böse sein, vor allem weil sie ihn auch nervte.
So sehr nervte, dass er oft das Heil in der Flucht suchte und sie schlussendlich wieder vermisste. Seinen nervigen kleinen Welpen.


Ju überblickte den Strand, nachdem er auf eine Jagd sich satt gefressen hatte und entdeckte nach kurzer Zeit auch Yoga und Baja vor der kleinen Höhle. Doch er blieb nur in Sichtweite und konnte nicht hören, was die beiden da besprachen. Es interessierte ihn auch nicht sonderlich, weshalb er in einiger Entfernung blieb.




[Am Strand – nicht ganz bei Baja und Yoga]

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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   So 27 März 2011, 18:57

Irgendwie hatte man sie tatsächlich zuende gebracht, die Jagd. Und auch die folgenden Jagden. Nur von Benita war nichts mehr zu sehen gewesen und so blieb offen ob die Podenca sich verlaufen hatte, oder aber vor dem Rudelleben ausgebüchst war. Für Jeszyl machte das ganze nicht wirklich einen Unterschied. Er hatte den roten Fellhaufen in der Nähe, das reichte erst einmal. Doch mit der Zeit wurde auch diese Gesellschaft so ein wenig unleidlich: Es wurde nämlich offensichtlich, dass Sunset den Löwenanteil bei der Zweierjagd trug – und dementsprechend lag Zwist nahe. Während Jeszyl sich meist in der Beobachterrolle gab – und erstaunlicherweise trotz vermeintlich wenig Nahrung eher zunahm – hatte Sunset sich erstaunlich integriert...und engagiert. Aber irgendwann war das Maß voll und die Rote hatte den Rüden erst einmal stehenlassen und jenem untersagt, sich an diesem Tag noch mit ihr zu befassen, ganz gleich ob er das nun für richtig halten würde oder aber auch nicht. Das hatte gesessen.

Da mittlerweile auch die andere Gruppe des Kangals zwar nicht überdrüssig schien, der sich jedoch mit Markierwahn und Imponiergehabe alles andere als Freunde gemacht hatte, beschloss er, sich ein wenig in Bewegung zu setzen. Das Teideland durchstreifen war etwas, das er sich in den Tagen immer mal wieder vorgenommen, es aber nie so richtig durchgezogen hatte. Immer war etwas dazwischen gekommen: Entweder eine spontane Jagd (bei der er wie erwähnt eher Zuschauer und stiller Bewunderer gewesen war) oder aber kleinere Müdigkeiten, die sich in den voluminösen Kangalleib geschlichen hatten. Und diese kleineren und größeren Streifzüge wurden immer ausgedehnter, also die Kleinen wurden Groß, sozusagen. Und heute stand ein ganz großer solcher an, auch ganz ohne Meldung an den Rest der Truppe, wo er denn hin ginge. Wie immer war der Informationsgehalt seiner Aussage „Erkunden.“ nicht sonderlich groß. Stören tat sich daran mutmaßlich schon keiner mehr, dachte er sich zumindest mal so im stillen Kämmerlein.

So hatte er sich also auf den Weg gemacht, ohne die Himmelsrichtung zu kennen, ja...gar ohne auch nur den Hauch eines Zieles zu haben. Ab und an wurden nicht vorhandene Grashalme flüssiggedüngt, um wenigstens hier den Anspruch zu untermauern – aber es war ja eh niemand da, der ihm „seins“ wegjagte. Die Nase meist am Boden, die Lauscher natürlich locker getragen wie eh und je – nie hatte er der Roten ihre Stehlauscher geneidet. Irgendwann schließlich nahm die Nase auch die Gerüche anderer Vierbeiner auf, erst einer Katze – uninteressant – und schließlich eines Hundes. Männlich wie die Rüdennase verifizierte und damit ein potentieller Raufkandidat. Daraufhin wurde er glatt ein wenig schneller – und musste realisieren, dass sich nach und nach weitere Gerüche unter den vorhandenen mischten. Nicht genau definierbar der eine, wiederum männlich der andere. Das kleine, große Herz schlug ein wenig höher bei dem Gedanken an eine gepflegte Rauferei.

Wenig später kam der kleine Vorsprung und etwas in Sicht, das ziemlich nach Höhle aussah. Und dort schienen sich Witterungen zu vereinen – und auch Fell. Vor besagtem Minibau standen nämlich zwei Fellhaufen, die die geübte Nase sogleich als Rüden einstufte – und damit vermutlich gar nicht einmal falsch lag. Was die allerdings da wollten, wo sich ein dritter Geruch – Hündin – und ein vierter – Welpe – darunter mischten, war dem Rüden erst klar, als er nach und nach den Geruch zu analysieren begann. Die Rute gockelig wie eh und je tragend, der Gang staksend, als wolle er einer Modenschau für Übergewichtige beiwohnen, schob er sich dreist näher.

„Na sieh mal einer an!“

Das klang zwar sanfter als erwartet, war aber im Vergleich zum eher femininen aussprechen der übrigen unglaublich präsent, beinahe dröhnend. Und er war sich nicht zu fein, dreist genug den Kopf in die sogenannte Höhle zu stecken, nur um den gleich wieder herauszuziehen und gen der beiden rüdigen Fellhaufen zu richten. Ohne Worte würde er einfach erwarten, dass man ihn gefälligst aufklärte oder etwas in der Art. Allerdings hatte sich schon während des Reinstopfens jemand anders in Bewegung gesetzt und so wanderte der Blick von Fyfa über die Kleine hin zum Aussie und zum...Fellhaufen den er nicht kannte. Was auch immer das hier werden sollte, er wollte es wissen. Sofort, nicht Stunden später.


[nach Teidewanderung bei Noyn, Fyfa, Cora und Easy, gockelt wie gehabt]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Di 29 März 2011, 12:31

Warum genau war ihm zwar unklar gewesen, allerdings hatte er sich tatsächlich dazu aufrappeln können nun mit dem fetten, orangen Kater Carmello und dem fast gleich großen Wolfshund Nando durch diese merkwürdige Landschaft zu streifen. Mehr oder weniger gemeinsam hatten sie es gar geschafft den ein oder anderen Zweibeiner anzubetteln und etwas fressbares zu bekommen. Wobei das wohl eher Carmellos verdienst gewesen war. Die beiden Riesen von Rüden hätten alleine wohl eher weniger Chancen gehabt, da die Menschen vor ihnen wohl eher reisaus genommen hätten. Eingestehen wollte sich das der große Graue aber natürlich nicht. Klar, die Anderen durften für ihn arbeiten, wenn sie denn unbedingt wollten. Aber den ganzen Lob für sich alleine einheimsen? Na, soweit kams ja noch. Jedenfalls hatte sich Sean für seinen Teil soweit damit abgefunden, alleine mit diesen zwei .. Naja, was auch immer herumwandern zu müssen. Zumindest so weit wie es ihm möglich war. Verständlich, dass er sie jetzt nicht gleich als Freunde oder sowas wie Bekannte ansah. Eher irgendwie soetwas wie zwei verirrte Seelen, die einen starken Führer - in diesem Fallen natürlich Sean - auserkohren hatten. Die Dogge schmunzelte. Ja, dieser Gedanke würde ihm eigentlich gefallen.

Erst als ein eiskalter Wind über seinen Körper, der ja nicht mit sonderlich wärmespendendem, langem Fell geschmückt war, striff, blieb der Rüde stehen und blickte für einen Augenblick schweigend zu Nando und Carmello. Dabei musste er seinen Kopf nach hinten drehen, da Sean es sich als Aufgabe gemacht hatte dieses dreie-grüppchen zu frührer. Vielleicht würde das den Beiden nicht gefallen aber wie man es sich ja denken konnte war das dem Riesen ziemlich gleichgültig. Als er seinen Kopf nach hinten gedreht hatte, konnte er einen Blick auf ein heranrasendes Gefährt der Menschen erhaschen. Sie liefen ziemlich nache an der Straße und hatten schon so einige dieser Dinger auf den vier oder manchmal auch zwei schwarzen Rollen vorbei laufen gesehen. Er achtete dabei stets drauf, dass er den Übergang vom braunen Erdboden und den Untergrund des schwarzen Straße nicht übetrat. Er wusste, dass diese rasenden Teile keine Freunde waren. Viele seiner damaligen 'Freunde' waren Opfer dieser Teile geworden. Darauf hatte der Graue nicht sonderlich Lust gehabt.

Als das Auto an den Drein vorbei rauschte, ging Seans Blick mit und richtete sich wieder nach vorne. Da sah er, wie aus dem Fenster der hinteren Wagentür eine Hand eines Zweibeiners gestreckt wurde und kurz darauf etwas zu Boden fiel. „War das eine Einbildung, oder habt ihr das auch gesehen?“, fragte er. Man konnte zwar nicht deuten ob die Frage nun an die hinteren Zwei gerichtet war, oder ob mit sich oder gar den Stimmen in seinem Kopf redete. Schlagartig beschleunigte Sean sein Schrittempo, um möglichst als erstes von ihnen bei dem mistiösem Unbekannten zu sein. Er glaubte zwar, dass es einfach nur Müll sei, da die Menschen mit dem ja nur so um sich schmissen, aber genau wissen konnte man soetwas ja nie. Erst als er angekommen war, und dazu musste er die Grenzen zwischen den beiden Untergründen übeschreiten, kam der Riese wieder zum Stehen. Sah aber anstatt auf den Boden erst gen Himmel. Dieser wurde von dichten, grauen Wolken bedeckt. War das gerade wieder nur eine Einbildung gewesen? Gerade .. vor seiner Nase war doch irgendetwas weißes nach unten gefallen, oder nicht? Wieder. Sean fixierte den Blick seiner hellen Seelenspiegel auf eines der unbekannten weißen Schwebedinger, bis es sich schließlich auf seiner pechschwarzen Nase niederlies. Schielend starrte er auf seine Nase. Da war aber nichts mehr. Kurzerhand schüttelte er sich und drehte seinen Kopf erneut zu Nando und Carmello um. Ob die das auch sahen? Kein Streich seines Gehirns? Was war das? Egal, damit konnte man sich gleich noch beschäftigen.
Mit einem „Hmpf“ drehte er den Kopf wieder und senkte ihn zum Boden, wo irgendetwas fein säuberlich in einem hellbraunen Papier gewickelt war. Sean schnupperte ein paar Mal, worauf sein Magen begann zu knurren. Es roch gut. Irgendwie nach etwas zum Fressen. Eindeutig: das konnte nur Müll sein.

{ bei Carmello und Nando }
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Di 29 März 2011, 17:52

Lange blieb der schwarze Rüde nicht allein. Plötzlich stampfte ein fremder Rüde durch den Schnee. Dieser kam direkt auf ihn zu und baute sich vor dem Eingang auf.
Easy hob den Blick und die Ohren an. Er schnüffelte kurz in der Luft und stellte sich starr hin. Seine Haltung war aufrecht, nicht aggressiv aber präsent. Seine Rute war erhoben und das lange Fell fiel hinab.

Kurz kräuselte er die Schnauze, als er sah wie sich etwas am Eingang tat. Eine Hündin trat heraus. Etwas überrascht sah er sie an, denn sie war von der selben Rasse wie er. Das einzigste was sie unterschied war die Farbe, denn die Fremde war eine Sable-Hündin, also bräunlich. Er dagegen war ein Tricolor. Das spielte aber im allgemeinen nun keine wichtige Rolle. Das Aussehen konnte täuschen, das wusste er. Und letzeten Endes war es dem Straßengesetz egal ob man groß oder klein, oder weiß bzw bunt war. Er hatte nur noch nie einen heimatlosen Collie gesehen, außer sich selbst natürlich. Das kam ihm gerade sehr seltsam vor.
Kurz schnaufte er und sah dann wie das Fell der braunen Hündin beiseite geschoben wurde. Ein keiner Kopf kam zum vorschein, ein Welpe. Die Kleine sah weder der Hündin noch dem rüden wirklich ähnlich. Naya, ein Mischling wie er häufig zu finden war. Man konnte nie wirklich sagen was drin steckte.

Super Easy. Diese Gegend ist so gut wie tot und dann triffst du ausgerechnet auf eine `Familie´. Das kann auch nur dir passieren.

Der kalte Wind bließ durch sein Fell und eine Schneeflocken waren deutlich auf dem schwarzen Pelz zu erkennen. Einige Augenblicke herrschte Stille. Weiterhin rührte der junge Rüde sich nicht, zeigte kaum eine Regung. Dann senkte er kurz den Blick um dann sein Gegenüber zu mustern. Der Rüde schien etwas auf sich zu halten, aber wer tat das nicht?

"Denkst du wirklich in dieser Einöde achte ich auf irgendwelche Reviermarkierungen?"

Das klang vielleicht etwas spöttisch, doch er zeigte Fremden immer recht schnell wie er trauf war. Warum erst verstellen? Sollte man ihn doch gleich so kennen lernen wie er war. Er sah kurz zu dem Welpen und dann wieder den Rüden an.

"Entschuldige. Ich wollte dich in deinem Familienglück bestrimmt nicht stören."

Tja, der Unterton war deutlich zu hören und ein leichtes Grinsen spielte sich in seinem Gesicht wieder. Nicht das er etwas dagegen hatte wenn andere glücklich waren, aber er redete sich nunmal ständig um Kopf und Kragen. Das war das gute an der Einsamkeit, man hatte siene Ruhe und solche Gespräche waren nicht zu führen.
Easy kannte sie zur genüge. Als nächtstes würde man ihn fragen was er hier wollte, daraufhin würde er antworten. Wenn dem Gegenüber die Antwort nicht gefiel hätte er bald wiedermal eine Haare weniger. Immer das selbe. Er mochte solche Situationen überhaupt nicht, nicht zuletzt weil er sowieso keine Antworten wusse. Was wollte er hier? Mein Gott, er ist eben da lang gelaufen. Muss denn immer alles einen Grund haben?

Plötzlich drehte sich sein Kopf und er knurrte leicht. Ein weiterer Rüde kam dazu. Er war groß und schien auch relativ dominant zu sein. Sowas konnt der Collie nun gar nicht gebrauchen. Gleich zwei solche `Möchtegernrüden` schrecklich. Er fixierte den Fremden und musterte ihn. Angeber. Das war sein erster Gedanke. Das waren diejenigen die dachte sie wären etwas Besonderes. Schon oft war er auf solche Hunde getroffen.

Easy blieb starr stehen. Seine Haltung war aufrecht und keineswegs unterwürfig. Der Blick war weiterhin aufmerksam und der Schwanz erhoben. Er wollte in keinsterweise schwach oder ängstlich wirken. Wieso auch? Das war er nicht und erst recht nicht bei Fremden. Eigentlich war er wie jeder Collie freundlich, aufgeschlossen und nett, doch er hatte nunmal schon einige Erfahrungen mit Straßenhunden inbesondere mit Rüden gemacht. Er war auch nicht arrogant, eher vorsichtig. Einige Hunde ließen sich dadurch abhalten.
Der Wind zog ihn über den Rücken. Das schien, bis auf die Hunde, das einzigste `lebendige` hier zu sein. Am liebstenn wäre er nun in der Stadt, aber da war es einfach zu gefährlich geworden. Wo diese Hunde wohl herkamen? Er konnte sich nicht vorstellen das hier jemand freiwillig lebte.


[in Teide / bei Noyn, Fyfa, Corazón und Jeszyl]


Zuletzt von Easy am So 03 Apr 2011, 14:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mi 30 März 2011, 00:39

Der Señor war außer sich. Der Hase war trotz äußerster Bemühungen entkommen, was nicht allein ihre Schuld war, schließlich jagten sie traditionell im Zweiergespann. Doch ihr Jagdgefährte war vielleicht schlauer als sie, denn als er den zielstrebig auf sie zu eilenden Señor toben sah, schlug er sich eilig ins Gestrüpp. Erst später, wenn die Wogen sich geglättet hatten, würde er sich vom Señor aufsammeln lassen. Sie dagegen war pflichtschuldigst stehen geblieben und winselte ihm nun in demütiger Pose entgegen, um ihn ein wenig zu besänftigen. Es funktionierte nicht und er trat ihr unbarmherzig in die Seite, dass der Stoß ihr beinahe die Luft nahm.
Sie quiekte erschrocken und riss die Augen auf. Es war nur ein Traum, alles war gut. Doch den Stoß hatte sie sich dennoch nicht eingebildet, er war echt. Was zum Teufel war passiert? Erst als Chakka über sie hinwegsetzte und aufgeregt irgendetwas über die Wolken kläffte, erinnerte sie sich daran, wo sie war. Es gab keinen Señor mehr, vielmehr begleitete sie diese Hunde nun schon seit einiger Zeit. Doch was hatte die Hunde so erregt? Sie wollte gerade aufspringen, um sich bei Chakka dafür zu entschuldigen, dass sie ihm offenbar im Weg gelegen hatte (so etwas war grundsätzlich ihre Schuld und nicht die der anderen), als Cuco sie auch schon am Ohr packte.
Was war heute nur los? Freundlicherweise beförderte Cuco sie sogleich am Ohr zum Höhleneingang. Natürlich war sie ungleich größer als der Welpe und er hätte sie wohl kaum mitschleifen können, hätte sie sich ernstlich dagegen gestemmt, doch nichts lag ihr ferner. Gehorsam ließ sie sich mitziehen, um einen Blick auf das Ding zu werfen, das Cuco so begeisterte. Das Licht, das von draußen in die Höhle kam, war dabei irgendwie anders als sonst, doch noch ehe sie sich Gedanken darüber machen konnte, breitete die Szene sich auch schon vor ihren verblüfften Augen aus. Draußen war es weiß und eisig kalt. Eine seltsame, dünne Schicht bedeckte den Boden und biss und zwickte in die empfindliche Haut zwischen den Pfotenballen. Was auch immer das Zeug war, es rieselte langsam vom Himmel und war ihnen offensichtlich feindlich gesonnen.

“Oh, nein“, entfuhr es ihr leise, während sie sich rückwärts langsam wieder in die Höhle zurückzog.

Die Freude der anderen Hunde konnte sie kaum nachvollziehen, die begeistert in der Kälte herumtobten, während sie wie ein begossener Pudel dastand und am ganzen Körper zitterte, denn sie verfügte über keinerlei wärmenden Pelz. Das dünne Fell überspannte den klapprigen Körper wie ein eng anliegender Handschuh und war keinesfalls dazu geeignet, seinen Besitzer warm zu halten. Sie hatte meist bei großer Hitze jagen oder im stickigen Verschlag ausharren müssen, und weder in der Jagdsaison noch in der Stadt war es jemals so kalt geworden. Mit einem Anflug von Neid blickte sie zu Criado, der mit seinem dicken Pelz wohl wenig Probleme hatte.


[Chakka, Cuco und Criado | Höhle]

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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Fr 01 Apr 2011, 18:02

Irgendwann bin ich groß.
Irgendwann bin ich stark.
Irgendwann werde ich dich finden,
Papi.


Die kleine Hündin warf ihren Blick aufs Meer und sah zu, wie die Wellen auf den Strand zugerollt kamen, sie sah zu, wie einige Möwen über das Meer kreisten und sich nach und nach in einen Sturzflug begaben. Vielleicht fraßen sie so Fische. Fische. Das waren felllose, zappelnde und glipschige Dinger. Baja hatte das Recht Fische als Dinger zu bezeichnen. Immerhin hatten diese .... Dinger keine Pfoten und Beine. Sie hatte ein komisches Maul ohne Zähne, welches sich immer öffnete und schloss und öffnete und schloss und öffnete und schloss und öffnete und schloss und wieder öffnete um sich erneut zu schließen. Fische waren dumm !
Baja war schlauer - viel schlauer. Sie wusste sogar jetzt was Kristalle waren. Das waren kleine Körner, wie Yoga gesagt hatte. Körner, die kaum zu sehen waren im Wasser. Vielleicht konnte man diesen weißen Sand ja aus dem Wasser raus holen. Vielleicht konnte die Welpin sie dann sehen und sich besser vorstellen, was genau denn jetzt Kristalle waren. Vielleicht waren diese ja nett und spielten mit ihr. Anderes als Ju.

Der Miesepeter saß genau in ihrem Blickfeld. Er saß da und machte .. nichts. Er war eben nicht so ein Multitaskingtalentteil wie Baja. Die Hündin konnte viele Dinge zugleich. Sie konnte rennen, dabei reden und nach ihrer Rute jagen, dabei zu hören, mehr oder weniger und in Gedanken auf ihren eigenen Planeten sein. Irgendwo im Himmel. Da musste es eine zweite Erde geben, auf der noch andere Hunde lebten. Einer von ihnen war grün und Baja hatte ihn schon oft in ihren Träumen gesehen, wenn sie zusammen mit Ju durch die Wildnis streifte. In den Träumen hatte er schon Pferde und Kühe erlegt, die es hier selten gab. Sie hatten zusammen fangen gespielt und ihren Vater getroffen. Sie vermisste ihn.
Er war so schlau und so freundlich gewesen, aber sie vermisste auch ihre Mami und ihren Bruder sowie ihre Schwester. Alle, die der Familie nahe standen. Sogar Jes vermisste sie, irgendwie auf eine seltsame Art und Weise. Ihre Augen suchten die von Yoga und sie nickte. Aber die Kristalle ...

"Aber die Kristalle sind doch lieb oder ?
Warum waren sie denn so unlecker ? Hast du sie verärgert ?
Also ich finde das echt gemein, wenn sie so was machen.
Los Yoga, wir gehen zum Meer und reden mit ihnen.
Sie sollen sich entschuldigen und wir nehmen Ju mit er kann gut schimpfen.
Komm Yoga. Die Sonne schaut uns zu !
"

Sie ließ Yoga nicht mal einen Moment um zur Rede zu kommen, sondern sprang einfach die Dünen hinunter auf Ju zu. Mit einem letzten Sprung, prallte sie - mit voller Absicht - gegen den Rotschopf und kullerte mit ihm zusammen durch den Sand. Ohne irgendwie einen Moment liegen zu bleiben, sprang sie gleich wieder auf und hüpfte um den Fuchs herum. Ihre Rute pendelte, weil sie einfach gute Laune hatte, auch wenn die Mission - woha tolles Wort für den Welpi - doch sehr ernst zu nehmen war.

"Ju. Ju. Ju. Ju. JU !
Wir .. also Yoga und ich. Ich und Yoga wir gehen jetzt zum Meer.
Da sind so komische Kristalle und - kommst du mit ? BITTE !
Also die Kristalle die sind böse, sie schmecken nicht.
Wir müssen die Mission ausführen und und und und glaubst du ich kann irgendwann mal fliegen ?
Ich will dann die Wolken berühren.
Kann man die essen ? Wolken sehen lecker aus. So wie der Hase.
Wann können Yoga und ich nochmal einen fangen ?
Also kommst du mit ? KRISTALLE !
"

Baja kläffte wild, sprang umher und hörte gar nicht mehr zu. Mit einem Mal sprang sie los und flitzte zum Strand. Immer schneller bewegten sich ihre kleinen Beinchen. Ja, das sah gut aus, noch wenige Meter und STOPP !
Die Welpin hielt kurz vor dem rauschenden Wasser an und berührte es fast mit den Pfoten, sprang zurück und kläffte. Und so stand das Bild vor Jus und Yogas Augen. Ein kleiner Welpe mit Namen Baja, der das Wasser anbellte, in dem sich die vermeintlich bösen Kristalle befanden.



[bei Ju und Yoga | am Meer ]

................

wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Fr 01 Apr 2011, 21:23

In der kurzen Zeit, in der Yoga die beiden kennengelernt hatte, hatte sie Baja richtig lieb gewonnen. Sie lebte einfach so unbeschwert, in ihrer eigenen, kleinen Welt. Und auf Ju konnte sie auch nicht wirklich verzichten, er brachte ihr schließlich mehr oder weniger das Leben in der Wildnis bei. Und auf irgend eine Weise - auch wenn Ju nicht immer freundlich gewesen war - dankte sie ihm dafür. Wären er und Baja nicht, wäre Yoga ganz sicher verzweifelt. Und verhungert.
Kaum hatte Yoga der Kleinen erzählt, was Kristalle waren, sammelten sich die nächsten Fragen zu einem übergroßen Damm. Baja fing an zu zappeln, wurde ungeduldig und sprang schließlich auf, was Yoga jedoch kein bisschen aus der Ruhe brachte. Sie blieb sitzen, während Baja zu Ju tollte und auch ihn mit einem Haufen Fragen überrumpelte. Und dann sprang sie zum Meer und kläffte die Wellen an. Yoga fand es süß, wie viele Fragen sich Baja stellte. Was ging bloß in ihrem Kopf vor? Ans still sein wollte die kleine Welpin in diesem Moment wohl nicht denken.

Und so gab sich Yoga einfach dem hin, was geschah, stand ebenfalls auf und schüttelte sich noch einmal den angewehten Sand aus dem üppigen Fell. Während ihre Pfoten in dem lockeren weißen Sand verschwanden, näherte sie sich langsam den Wellen und setzte sich auf eine wasserüberzogene Fläche, neben Baja. Der Anblick war traumhaft. Wunderschön. Doch das laute Kläffen konnte einen natürlich nur davon ablenken.

»Baja, beruhige dich. Kristalle sind nicht böse. Das können sie doch auch gar nicht sein. Sie leben doch au...«

Weiter sprach Yoga nicht. Baja hatte Spaß an der Sache und sie hatte von einer Mission gesprochen. Und Yoga wollte sie davon nicht abhalten. Wenn sie Spaß hatte, sollte dieser erst Enden, wenn Baja es selbst wollte. Yoga wusste zwar, dass das unendlich lang dauernd würde, aber sie gönnte es der kleinen Hundedame. Und sie ließ Baja weiter die Wellen anbellen. Es war ein so schöner Moment, dass Yoga fast vergessen hätte, dass... Ja, was hätte sie vergessen? Auch ihr viel ein, dass sie nun unbeschwert leben konnte. Sie hatte neue Sorgen. Sorgen, wie sie überleben würde, was sie fressen und trinken sollte und wie ihr zukünftiges Leben ablief. Aber diese neuen Sorgen waren zu einer Aufgabe geworden. Und das Ziel war ein neues Leben. Ganz ohne die Vergangenheit. Ohne alles, was die Vergangenheit ihr genommen hatte.

»Psscht. Vielleicht kommen die Kristalle nur, wenn du leise bist. Vielleicht haben sie Angst, da du doch viel größer als sie bist.«

Wenn Ju ihr jetzt keinen Strich durch die Rechnung machte und Baja eine Auflösung vorwarf, konnte das alles zu einer kleinen Herausforderung werden. Baja würde es natürlich als ein Spiel ansehen. Aber das wichtigste war, dass sie glücklich war. Und das Baja sich gut fühlen konnte, wie jetzt.


[Läuft Baja zu den Wellen hinterher - Salzkristalle]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Sa 02 Apr 2011, 00:58

Gelangweilt und ziemlich geschafft schlenderte Nando neben der Katze und hinter der Dogge her.
Hmm... eigentlich war das ja nicht sein Plan gewesen, hier an der Straße, gemeinsam mit zwei ihm eigentlich völlig Fremden, und sein Kaninchen hatte er auch teilen müssen...
Aber egal, das war Vergangenheit. Aber wer hatte Sean eigentlich den Führerposten überlassen? Er aufjedenfall war damit nicht einverstanden gewesen, gut, gefragt worden war er auch nicht, ja Sean war vielleicht älter und erfahrener als er, dafür war er dieser Gegend aber um einiges besser angepasst. Die Kälte hatte ihm nichts an, immerhin war sein Fell lang und dick genug um ihn zu schützen. Der Kater schien auch nicht weiter Probleme mit dem Wetter zu haben, aber er konnte sich gut vorstellen, das der andere Rüde da vorne, ziemlich unter der Kälte litt.

Auch Nando entging nicht, das die Menschen mal wieder irgendwas aus ihrem seltsamen Teil rauswarfen. Das hatten seine Früheren - und ersten so wie einzigen - Besitzer auch gerne und oft getan. Tja, er hätte nie gedacht, das gerade dieses seltsame Verhalten der Zweibeiner ihnen irgendwann mal das Leben retten und den Hunger nehmen würde.
Seans Frage vernahm der Wolfhund, lies sie aber unbeantwortet, als der Graue sein Tempo beschleunigte, passte Nando sich automatisch an, immerhin hatte er keine Lust, das Sean alles und er gar nichts bekommen würde.
Die Katze war erstmal vergessen, die konnte auch später ne Ratte fangen oder so ähnlich.
Bei Sean angekommen schnupperte auch Nando an dem seltsamen Bündel ehe er ohne weiter darüber nachzudenken hinein biss und damit etwas von der Straße weglief.
Natürlich war das Verhalten egoistisch. Aber erstens, hatte er keine lust bekanntschaft mit einem dieser knurrenden Dinger zu machen und zweitens, wollte er als erster wissen, was das genau war.
So stand er nun also etwas abseits der Straße und war dabei den Inhalt aus dem Papier raus zu fummeln, fein säuberlich wurde das Papier Stück für Stück abzupft und wieder ausgespuckt.


[Bei Carmello und Sean]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Sa 02 Apr 2011, 19:27

Der Anblick der Schneedecke ausserhalb der Höhle erinnerte Criado daran das er durstig war. Er hatte sich daran gewöhnt, es machte ihm nicht sonderlich viel aus Hunger und Durst auszuhalten. Schon als Welpe hatte er meist zu wenig Nahrung bekommen und Wasser musste er sich sowieso immer schon selber suchen. Daran hatten seine Menschen damals nie gedacht - kein Wunder, der Harzer Fuchs-Mix hatte sie eben kein Bisschen interessiert. Er war einfach da, arbeitete für sie, sonst war er einfach nur lästig. Und doch liebte Criado sie immernoch.
Der Schnee stillte den Durst wenn man ihn fraß. Das hatte Criado irgendwann im Laufe seines Lebens gelernt. So kam es eigentlich ganz gelegen das es schneite. Außerdem machte es Spaß durch dieses weisse Pulverzeug zu toben und sich darin zu wälzen. Vorfreude und Aufregung flammte in den Augen des Roten auf, seine Ohren stellten sich leicht auf und seine Rute bewegte sich leicht über den Höhlen boden. Wischwasch, als würde gefegt werden. Ein wenig Staub flog in die Luft und verteilte sich in der Höhle. Es kitzelte unangenehm in der Nase des Rüden, doch konnte er gerade noch ein Niesen unterdrücken.

Dann ertönte Chakkas erstaunte Stimme. Neugierig wand Criado den Kopf zu ihm hinüber. Der kleine Rüde starrte mit großen Augen auf die schneebedeckte Landschaft. Dann segelte er auch schon über Quinta hinweg hinaus in die Schneelandschaft. Auch Criado rappelte sich auf und streckte sich. Er hatte genug hier rumgelegen. So wie er eben war, nämlich unter ständigem Bewegungsdrang hielt er es nicht lange an einer Stelle aus. Während Cuco Quinta weckte und zum Höhleneingang schleppte - was diese nicht sonderlich zu faszinieren schien- machte sich der Rotbraune auf einen Spurt durch das weisse Element fertig. Mit einem leichtem Grinsen begleitet von einem Zwinkern in Richtung Quinta sprang er los, hinaus aus der Höhle hinein ins Weiß.

Der Schnee fühlte sich an wie immer - weich, kalt und nass. Auch wenn er sich in seine Pfotenballen hineinbrannte störte es den Rüden nicht. Abgehärtet wie er ja teilweise von Natur aus schon war, nahm er es eher als eine weitere Herausforderung. Ein roter Fleck inmitten eines großen weissen Tuches - sahen die Vögel dort oben am Himmel ihn jetzt genauso? Ein kurzes, herausforderndes Kläffen galt den weissen Punkten am rötlichen Himmel, das zweite war an einen irdnen Gefäten gerichtet, Chakka.

Das Zeug hier ist richtig toll nichtwahr?

Die Läufe des Rüden bewegten sich schneller, er pflügte einem roten Fellmoster gleich ein paar Runden um Chakka die immer enger wurden. Dann kam er zum stehen und warf sich in die Schicht Schnee. Genüsslich wälzte er sich einige Male, ruderte ein wenig mit den Läufen in der Luft und rappelte sich dann doch noch hoch. Kurz tauchte er seine Schnauze in den Schnee und nahm einige Happen davon. Mit dem Durst würde es erstmal keine Probleme geben. Mit einem breiten Hundegrinsen auf dem Gesicht schüttelte der Rüde sich und schielte Richtung Höhleneingang.

Kommt ihr jetzt oder kommt ihr nicht?

Bellte er laut in die Richtugn der Höhle in der ja noch Cuco und Quinta waren. Mit heftig wedelnder Rute zuckte er kurz zu Chakka hinüber, hechelte und stampfte mit seinen großen Pfoten im kalten Weiß herum. Das Leben war schon immer so für ihn gewesen : Schön.


{ Chakka , Quinta & Cuco | vor der Höhle }

................

D E S A S T E R


the sky was blue after all
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Sa 02 Apr 2011, 21:32


Wie war es nur so weit gekommen.
Hatte er sich nicht vorgenommen einfach auf dem elenden Boden liegen zu bleiben und auf sein Ende zu warten? Carmello erinnerte sich jedoch noch ganz genau an diesen Moment, als er beschloss es nicht zu tun. Er hatte sich dazu herabgelassen ein Auge zu öffnen, während er so zerschlagen und in Selbstmitleid versinkend im Dreck lag. Und dann hatte er ihn gesehen. Seinen alten Freund! Doch bei näherer Betrachtung, er hatte nun auch das zweite Auge geöffnet, stellte sich heraus, dass der Neuankömmling überhaupt kein Schäferhund war. Doch diese kurzzeitige Sinnestäuschung kam ihm vor wie ein Zeichen. Ein Zeichen, das ihm sagen sollte: „Gib nicht auf!“ .
Ermutigt hatte er seine schmerzenden Knochen erhoben und war zu den beiden Rüden getreten…und war jetzt halt immer noch bei ihnen.

Im Nachhinein hasste sich der rote Kater für seine „Zeichen-Gedanken“. Es kam ihm erbärmlich vor an so etwas zu denken. Außerdem hatte er im Moment schlechte Laune. Etwa zwei Wochen waren seitdem vergangen und es war ziemlich kalt geworden. Sein dichtes Fell und die „leichten“ Fettreserven, welche die meisten Kater ja hatten, schützen ihn zwar etwas, doch natürlich sehnte er sich nach einem weichen Sofa in einer warmen Stube. Sein größtes Problem blieb allerdings die Nahrung.

Ihm war es zwar zu verdanken, dass einige Touristen ihnen etwas (auch für ihn) Fressbares abgaben, doch das war äußerst knapp bemessen. Grimmig dachte er an die geizige Lebenseinstellung der Menschen. Manche dachten sogar er würde Abfall essen!!!! Das war echt die Höhe. Er war keine dahergelaufene Straßenkatze die sich mit allem zufrieden gab was annähernd etwas mit Nahrung zu tun hatte!! Nein, er würde keinen Müll fressen und auch keine Ratten oder sonstiges Ungeziefer! Er wollte richtiges Essen wie Steak oder Auflauf und gegen ein wenig Katzenmilch oder Sahne hätte er auch nichts gehabt. Außerdem ärgerte ihn die Tatsache, dass er noch keine geeignete Mitfahrgelegenheit gefunden hatte, geschweige denn Menschen die gut genug wären sich mit ihnen einzulassen. Nach der letzten Aktion dieser Verräter war er misstrauisch geworden.

Zunächst würde Carmello also bei den beiden Hunden bleiben. Wie sich herausstellte war das auch ziemlich unkompliziert. Wahrscheinlich nur, weil der große Graue von seiner Sprintaktion ziemlich überrumpelt war und nicht mehr so recht wusste, was er von dem Kater mit dem orange-roten Fell halten sollte. Oder es lag einfach an der Tatsache, das Carmello nicht mehr viel Sprach. Er war den beiden recht wortlos hinterher getrottet und hatte auf unvermeidliche Fragen sowie Antworten recht einsilbig reagiert.

Und so lief er auch jetzt noch schweigsam hinter den beiden her. Als wieder mal ein Touri etwas aus seiner Karre warf, rannten die Rüden sogleich zu diesem Etwas. Der Hund, welcher Nando hieß, hatte es sich nun geschnappt und zupfte es auseinander. Carmello kümmerte es nicht weiter, dass er es sich stibitzt hatte und vermutlich auch alleine verspeisen wollte. Es war wahrscheinlich eh nur Müll. Gute Nahrung rückten die Menschen meistens nur heraus, wenn man ihnen etwas schmeichelte. So setzte er sich auf seine Hinterpfoten und beobachtete die Hunde. Eine kurze Pause würde ihm gut tun, obwohl er feststellte, dass seine Ausdauer in letzter Zeit deutlich zugenommen hatte.
Sein Magen grummelte, doch der Kater ignorierte es. Nein, Abfall kam nicht über seine Zunge. Definitiv nicht!


[Sean und Nando]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   So 03 Apr 2011, 14:01


Ju lag da, auf dem noch viel zu warmen schwarzen Sand und hatte die Augen halb geschlossen. Nicht weit von sich hörte er Bajas nervige Stimme, die irgendwas von Kristallen plapperte, aber er konnte es mittlerweile recht gut ignorierend und sich somit trotz der Lautstärke entspannen.
Würde das Geräusch von ihrem Plappermaul fehlen, so müsste der Fuchs sich Sorgen machen. Gut, müssen nicht, aber er würde durchdrehen, weil dann mit der Welpin eindeutig etwas nicht stimmen würde.

Doch plötzlich hörte er wie sie näher kam und noch bevor der Fuchs die Augen wieder richtig aufgemacht hatte, spürte er schon Bajas weichen Pelz und kurz darauf lagen sie beide im Sand.
Sie hatte ihn umgeworfen und hart getroffen. Ja, sie hatte einiges an Gewicht zugelegt in den letzten Wochen.
Doch kaum hatte sie ihn überrumpelt und er sie mit einem keckerndes Geräusch mit den Pfoten von sich gestoßen, lief sie auch schon weiter und bellte die Wellen an.

„Was zum...?“

Was machte Baja da nur? Sie rief ihren Namen und plapperte dann von diesen Kristallen. Was hatte der Welpe nur mit den Kristallen?
Doch es dauerte nicht lang und schon sprach sie von etwas anderem, so dass Ju nur genervt den Kopf schüttelte.

„Dieser Welpe treibt mich noch in den Wahnsinn...“, murmelte er zu sich selbst, doch stand auf und schüttelte sich den Sand aus dem Fell.

Er sah wie auch Yoga nun endlich aufstand und sich zu Baja bewegte.
Doch schien der Fuchs furchtbar unterinteressiert, streckte er sich doch erst einmal um dann laut zu gähnen.

„Hör auf das Haushündchen.“, fügte er lauter hinzu, blieb jedoch auf Abstand. Er hatte jetzt keine Lust nass zu werden, also trotte er zur Höhle zu dem Punkt wo noch vor wenigen Augenblicken Yoga und Baja gelegen hatten, nur um sich selbst dort auf die Seite fallen zu lassen um die beiden Hunde zu beobachten.



[Am Strand – nicht ganz bei Baja und Yoga]

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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   So 03 Apr 2011, 18:51

Mein Leben allein
Mein Leben ohne Familie
Mein Leben mit der Suche
Die Suche nach meinem Papa


Blinzelnd öffnete Namya die Augen, sah in die Sonne. Ihre dichten Wimpern filterten das Licht, ließen es erträglich wirken. Der warme Sand auf dem sie lag war angenehm, beruhigte ihre Nerven, ließen sie schläfrig gähnen. Es war so schön hier zu liegen, nichts zu tun und die sanfte Sonne auf dem Pelz zu spüren. Sie lag hier jetzt schon etwas länger, wusste nicht wie lang genau. Wollte sie nicht weitergehen? Wollte sie nicht ihren Papa finden?
Entschlossen stand Namya auf, schüttelte sich. Einige Sandkörner flogen aus ihrem Pelz, fielen wieder auf den Boden, zurück zu all dem anderen Sand. Die junge Hündin streckte sich ausgiebig, gähnte mit weit offenem Maul, wobei man ihre spitzen Zähnchen sah. Sie richtete sich auf, fuhr sich mit der Zunge über die Lefzen und blickte sich um. Wohin nun? Mehr in die Stadt? Einige Augenblicke stand die Hündin noch am Strand, schaute auf das Meer, den Sand, schaute in den Himmel.
Ja, die Stadt war sicher ein guter Anfang um weiter zu suchen, dort konnte sie etwas fressen, falls sie etwas fand. Langsam ging sie über den Sand, bis sie zu den Wegen kam, die erhitzen Steine unter ihren Pfoten fühlte. Der Sand war angenehmer, erträglicher als das harte Pflaster, daher lief sie etwas schneller, war innerhalb von einigen Sekunden in den kühlen Schatten der Häuser angelangt. Es tat gut im Schatten zu sein nachdem sie sonne den Pelz gewärmt hatte, allerdings vermisste Namya den warmen Sand und die hellen Strahlen jetzt schon.
Nachdem sie einigen Minuten langsam gegangen war, die vielen Eindrücke in sich aufgenommen hatte, lief sie schneller, dehnte ihre Muskeln.

Linkes Vorderbein, linkes Hinterbein, rechtes Vorderbein, rechtes Hinterbein und immer so weiter. Sie fand schnell einen gleichmäßigen Takt, einen Laufschritt den sie lange aufrecht halten konnte. Es war gut wieder zu laufen, es war gut die Muskeln zu strecken und zu dehnen. In einiger Entfernung hörte sie ein Geräusch, es klang als würde jemand in eine Mülltonne springen. Sie lachte leise. Wie oft kam es vor dass jemand in eine Mülltonne sprang? Wohl nicht all zu selten. Sie lief auf das Geräusch zu, wurde erst langsamer als sie denjenigen sah der in dem Müllbehälter saß, ebenso wie diejenigen die dabei saßen.
Ein Fuchs in der Mülltonne, eine Katze daneben und ein mickriger Hund ebenfalls irgendwo daneben. Namya lachte, sah den Hund an, der sich vorsichtig dem Fuchs näherte. Ein Blick zu der Katze, die ihren Schwanz locker um den Köper gelegt hatte zeigte ihr, dass der Fuchs vermutlich nicht gefährlich war, trotzdem ging sie nicht näher hin. Was genau sie hier wollte wusste die Hündin nicht, allerdings hatte sie auch wenig Lust zu gehen.
Ein wenig unsicher näherte sie sich der Katze, oder dem Kater, sie wusste es nicht genau, setzte sich mit wenig Abstand neben sie und blickte von dem Fuchs zu dem Hund und wieder zurück, dann schaute sie zu der Katze.

„Hallo..“

Sagte sie, lächelte unsicher. Was sollte sie sagen? Wohl besser nichts, daher blickte sie weg, lächelte aber während sie dem winzigen Hundchen und dem Fuchs in der Mülltonne zusah.



[erst allein, dann direkt bei Loki , beobachtet Diega und Kalle ]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Mo 04 Apr 2011, 11:56

So langsam wurde es spannend und dabei saß der Kater doch nur auf einem Absatz über zwei Mülltonnen. Der Fuchs hatte immer noch nicht reagiert und schien das auch nicht vorzuhaben. Ein ziemlich ruhiger Zeitgenosse. Nicht aus der Rühe zu bringen. Denn es kam schon bald ein kleiner, ziemlich zauseliger Hund vorbei. Er sah sichtlich erschöpft aus, und dabei auch ziemlich hungrig. Der Arme. Richtigen Hunger kannte der Kater nicht, dafür war er in Menschen-Augen viel zu niedlich.
Apropos niedlich. Plötzlich änderte sich wieder die Besetzung der Kulisse. Eine junge Hündin betrat eben diese und näherte sich ziemlich freundlich. Sie setzte sich, zwar nicht auf die Mauer, aber trotzdem fast neben ihn. Ein leises “Hallo” kam aus ihrer Richtung und dann schaute sie weg. Blieb aber sitzen und beobachtete die zwei anderen Gestalten.

”Lustige Runde. Aber in diesen Tonnen finden wir nicht genug essen für uns alle. Folgt mir, ich besorge uns was.”

Kurze Pause und dann wandte er sich in die Richtung des Fuchses.

”Rotpelz, du kannst auch mitkommen, wenn du willst. Du wirst uns schon finden.”

Somit sprang er ganz elegant von der Mauer, streckte sich und tapste los, langsam, mit dem Blick nach hinten, ob sie ihm folgen würden.
Ja, Loki hatte einen Plan. Hier in der Nähe lebte eine Familie mit einer Frau, die ihn unglaublich niedlich findet. Da blieb immer eine Wurst übrig. Oder sogar mehr.
An einer Ecke, nur wenige Minuten nachdem er losgelaufen war, hielt er an. Von hier aus sah er das Haus, und, wie passend, sie machten essen auf einem heißen Ding und die Frau lief draußen herum. Der Duft war himmlisch.

”Wartet hier.”

Sagte er ganz leise und lief dann los. Kurz vor der Hecke hob er ganz elegant den Schwanz und scharwenzelte durch den grünen Busch und maunzte ganz laut.
Wie er es erwartet hatte kaum die Frau gleich an und kraulte ihn - ein unangenehmer Nebeneffekt. Warum dachten die Menschen immer, dass Katzen das mochten?
Nach ein paar Minuten, in denen er das durchhalten musste, maunzte er noch mal und machte damit klar, was er wollte.
Die Frau lief von dannen und holte anscheinend essen. Und ja, es war etwas, aber es reichte ganz gewiss nicht für 2 Hunde und einen Kater. Obwohl, Loki konnte erstmal verzichten. Er hatte es ja, wie man auch gerade sah, ziemlich leicht.
Er bekam eine kleine Wurst, die er auch sofort wegschleppte. Er legte es in die Hecke, sodass man es von keiner Seite sah und schaute noch mal zurück. Perfekt! Gerade sah er, wie beide Menschen rein liefen um etwas zu holen. Die Teller waren unbeobachtet.
Schnell lief er los, sprang auf den Tisch und schnappte nach der größten Bratwurst die er fand.
Sie rollte vom Tisch und so schnell er konnte schleppte er sie auch in die Hecke.
Dort musste er erstmal durchatmen und dann trat er wieder zur Straßenseite. Sie Ecke, wo die anderen hoffentlich warteten, war von hier aus super zu sehen. Trotzdem wollte er keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen und lief schnell über die Straße.

”So. Es wäre angerichtet. “

Sagte er nur grinsend und nickte in Richtung der Hecke. Wieder tapste er vor, nun in der Hoffnung, dass sie ihm folgten.
Immer mit einem komischen Gedanken im Hinterkopf: Warum kam ihm die Hündin so bekannt vor?



[in der Nähe vom Strand, erst bei den Mülltonnen, dann besorgt Loki Futter bei einer Hecke an einem Haus.]
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BeitragThema: Re: Harte Zeiten   Di 05 Apr 2011, 17:10

Seit gut und gerne 3 Wochen war die Hündin nun alleine unterwegs, aber man zählte ja nicht, wollte der alten knurrigen Mutter nicht die Genugtuung gönnen, sie wäre auf sie angewiesen. Sie brauchte niemanden zum Überleben ... wenn gleich ihr die Gesellschaft doch fehlte. Sie hatte versucht sich so weit wie möglich vom Revier ihrer Mutter zu entfernen, nicht dass irgendwer auf die Idee käme ihr zu unterstellen, sie würde immer noch in der Gegend herum schlawenzeln. Aber die Stadt hatte sie dann doch nicht hinter sich lassen wollen.
So ungerne sie es auch zugab, sie war kein Ass wenn es darum ging sich lebende Beute zu erjagen. Eine Maus, Ratte oder auch mal eine Möwe mochte ihr tatsächlich mal zum Opfer fallen. Aber Madame war in dieser Hinsicht bequem und verwöhnt von den Abfällen der Menschen. Warum sich also die Pfotenballen abwetzen?

Nun hatte sich die hochbeinige Hündin eine Gasse gesucht, inklusive eines zur Seite gekippten Kartons, der genug Platz bot, damit sie sich für die Nacht darin hatte einwickeln können. Nun, wo sie augenscheinlich auch den halben Tag verschlafen hatte, wurde sie zunächst von dem stetigen tropfen des Regenwassers geweckt, das sich seinen Weg in Richtung ihrer Nase, über eine Regenrinne bahnte.
Mürrisch entfuhr ihr ein Knurren, bevor die Ohren zuckten und sie die Läufe, widerwillig, von sich streckte, so dass diese aus dem Karton herausschauten. Vorsichtig lugte als nächstes der Kopf heraus. Kein Regen? Ein Blick nach oben verriet allerdings die Regenrinne.
Nächte konnten angenehmer enden. Gähnend ließ sie sich zurückfallen und verharrte so mit halb geschlossenen Augen, bis sie die Geräuschkulisse am anderen Ende der Straße wahrnahm. Neugierig erhob sie sich in eine sitzende Position und blickte in die Richtung aus das Geklapper kam.

Was war das denn für eine amüsante Ansammlung? Eine Katze, ein Fuchs, ein feines Hundchen und ein weiterer struppiger Zeitgenosse? Erstere entlockten ihr ein kehliges Knurren. Rotschwänzige Aasfresser und Mäusefänger mochte sie noch viel weniger, als Flohbefall. Aber lauschen konnte sie ja mal. Neugierig drehte sie die großen Ohren nach vorne und hörte eigentlich nur das feine Stimmchen des Katers. Futter? Na das würden sie hier kaum finden, nachdem sie letzte Nacht schon ihre Nase illegalererweise in die Tonnen gesteckt hatte.
Wäre da doch nicht diese unbeschreibliche Neugierde. Ein linkisches Grinsen stahl sich auf ihre Züge ... fressen oder gefressen werden, so sagte man doch so schön oder? Kaum hatte der Flohzirkus die Straße verlassen, erhob sich Fox zu voller Größe und streckte die Läufe gähnend von sich, bevor sie locker der Spur der Quartetts folgte.

So so, der Mäusefänger schmarotzte und teilte auch noch? Welch noble Geste von einer Kreatur, die doch sonst eher verschlagen und auf den eigenen Vorteil aus war. Wenn sie sich geschickt anstellte dann ... mit raumgreifenden Schritten trabte die Hünin nun auf die Runde zu und versuchte einen Blick wie 14-Tage-Regenwetter aufzusetzen.

"So Freunde der feinen Kost, ich rate euch ganz schnell das Weite zu suchen, denn das hier ist mein Revier und da dulde ich keine Konkurrenz, verstanden?!"

Natürlich war dieses kleine Viertel nicht ihr Revier ... aber das wusste der Flohzirkus ja nicht. Aber sie hatten Futter und sie einen Magen der gefüllt werden wollte.


(Erst alleine, dann bei Loki, Diega, Kalle und Namya)
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