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Spielleitung


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BeitragThema: Zurück am Start   Fr 14 Okt 2011, 01:00



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WAS ALLES GESCHAH

Der Tod Seans hatte alle Betroffenen tief erschüttert und ihnen deutlich gemacht, wie gefährlich ihre Reise doch war. Mit größerer Vorsicht hatten sie ihren Abstieg dennoch fortgesetzt, denn sie hatten ein Ziel.
Dabei gelang es Noyn, zusammen mit Quinta, Firejay und Criado, einen direkten Weg nach Puerto de la Cruz ausfindig zu machen, so dass sie in der Stadt angelangten, noch ehe klar wurde, dass Quinta Junge bekommen würde. Die Hündin musste es gefühlt haben, doch erst nach dem strapaziösen Abstieg wurde auch den anderen klar, dass sie trächtig war. In Windeseile gelang es Noyn, die alte Höhle wiederzufinden, in der bereits Corazón, Cuco und Baja geboren waren. Doch Quinta war ausgezehrt und erschöpft, so dass am Ende nur ein einziger der Welpen die Geburt überlebte. Es grenzte an ein Wunder, dass die Hündin selbst am Leben blieb.
Quinn war den Hunden gern gefolgt, denn ihre Gesellschaft war durchaus nett gewesen. Doch in der Nähe der großen Stadt wurde es kritisch für sie. Letztlich war sie lieber nachts weitergewandert, hatte aber dennoch aus Neugier die Stadt betreten. Dabei war ihr die Spur "ihrer" Hunde abhanden gekommen, so dass sie sich vorerst allein auf den Weg gemacht hatte, die Welt dieser Südmenschen näher zu erkunden. Dabei hatte sie auch den Geruch eines männlichen Fuchses gewittert, der sie schon aus Neugier wie magisch angezogen hatte ...

Chakka, Filiash, Carmello, Cuco und Nando waren durch die Hilfe des ehemaligen Dorfhundes tatsächlich heil aus dem Schlamassel herausgekommen. Wie selbstverständlich hatte Filiash die Führung übernommen, was Chakka wohl am wenigsten behagte. Aber um der allgemeinen Sicherheit Willen hatte er nichts gesagt. Cuco war diesmal nicht der Grund, weshalb sie deutlich langsamer voran kamen, als die von ihnen getrennte Gruppe. Stattdessen benötigte Carmello die ganze Aufmerksamkeit der Hunde, da der Kater bei Futtermangel sofort schlappmachte. Chakka sprach sich wohl als einziger wirklich dafür aus, den Roten trotzdem mitzuschleppen. Doch alle Wege führen nach Rom, oder in dem Fall nach Puerto. Eben hat die kleine Gruppe den Strand zum ersten Mal (wieder) betreten.

Jeszyl, Sunset, Sparky, Fyfa und die kleine Corazón, die nun schon gar nicht mehr so klein war, hatten irgendwann die Spur von Noyns Gruppe wiedergefunden und waren ihr in entspannterem Tempo gefolgt. Auch so kam man ans Ziel, auch wenn die Hunde (!) im Abgasduft irgendwann auch die verblassende Spur ihrer Freunde verloren. Auch das kein Beinbruch. Jeszyl versorgte sie am Strand durch sein bloßes Auftreten mit einer Art kleinem Revier, gar nicht weit entfernt von der alten Höhle, in der nun Noyn und Co. verweilten. Sparky schlief einen unhündischen Schönheitsschlaf auf der Strandmauer, während sich Jeszyl Corazón zur Seite genommen hatte und so die beiden Damen einmal für sich ließ. Was genau er vorhatte, war noch unklar.


Namya, Blace und die neu hinzugestoßene Sahara hatten durch das Gewusel und die anschließende Flucht vom Fischmarkt den Rest der eigentümlichen Gruppe verloren und blieben vorerst als Dreiergespann. Das erwies sich als praktisch; Blace lernte schnell, wie das Leben auf der Straße funktionierte und auch Sahara stellte sich immer besser an. Am meisten Erfahrung hatte noch Namya, obwohl sie sich selbst nicht als Anführerin ihrer kleinen Gruppe fühlte. Gerade ist ihnen ein Beutezug über die Promenade geglückt, da einige Mülltonnen besonders gut gefüllt waren. Nun haben sie alles, was sie tragen konnten, an den Strand geschleppt um es möglichst schnell in den leeren Mägen verschwinden zu lassen. Erst jetzt hatte der alte Rüde Flake die Gruppe wiedergefunden.

Fox war es im Chaos gelungen, ein Auge auf Baja zu haben. Auch Ju und Loki waren trotz des Aufruhrs bei ihnen geblieben und hatten sich nur für die Kürze der Zeit zurückgezogen. Sie wussten, dass sich die Menschen schnell beruhigen würden. Anschließend hatten sie mit den Resten der Fische ihre hungrigen Mägen gefüllt und waren an dieser Stelle des Strandes geblieben. Eine Besonderheit stellten seit Kurzem die vielen Strandkörbe dar, die über Nacht wie Pilze aus dem Boden gewachsen zu sein schienen. Nun boten sie unerhofft ein gemütliches Plätzchen für die Nacht. Baja überragte ihren Ersatzvater inzwischen längst. Ob er den Geruch der fremden Füchsin in seiner Nähe wohl irgendwann bemerken würde, war unklar, denn noch blies der Wind kräftig vom Meer.


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ZEITSPRUNG: Der Zeitsprung beträgt für alle Gruppen fünf Monate seit dem letzten Plot.

ZEIT: Es ist früher Abend, die Sonne geht aufgrund der Jahreszeit allerdings bereits unter.

WETTER: Seit Tagen ist dies der erste Abend ohne Regen, doch die Temperaturen liegen noch recht niedrig bei gerade einmal 19°C.

EINSTIEGE: (Ceniar), Esperanza, Whisky, Barbie


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Noyn Cloud


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 14 Okt 2011, 14:45

REACH FOR THE SKY
I WOULD PICK YOU UP IF I COULD


So waren also weitere zwei Monate ins Land gezogen, in denen sich nicht groß etwas an der Situation verändert hatte. Noch immer war keiner der anderen aufgetaucht, doch allmählich vergaß der Bunte sogar, sich darüber Gedanken zu machen. Es ging darum, im Hier und Jetzt zu leben und jedes Mal, wenn ihm diese Tatsache irgendwie abhanden kam, war es Ceniar, der ihn daran erinnerte, was er hier hatte. Eine Familie, ein Rudel und ein zu Hause, gegen das er sich die letzten drei Jahre stätig gewehrt hatte. Doch nun war es für ihn schon zur Normalität geworden, einen Unterschlupf sein Eigen zu nennen und die Reviergrenzen hin und wieder abzulaufen, wie er es auch im Gebiet des Teide getan hatte. Aus dem Streuner, dem ruhelosen Rüden, der mal hier und mal dort war, war tatsächlich ein Rudelhund geworden, wobei das wohl auch ein Stück weit daran lag, dass er an dessen Spitze stand. Unterordnen kam für ihn irgendwie immer noch nicht in Frage. Er erinnerte sich zurück an den Abend, als er mit Fyfa zum Strand gekommen war, als er auf Chakka und die Meute getroffen war, allerdings nicht lange Zeit gehabt hatte, sich zu entscheiden, ob er nun bleiben wollte oder nicht. Und nun lag das auch schon wieder ein halbes Jahr zurück… Ein halbes Jahr, in dem er den kleinen Knirps, den er innerlich doch irgendwie ‚Freund‘ hatte nennen können, nicht mehr gesehen hatte. Ihm hätte er sich vielleicht untergeordnet, oder besser ‚gleichgeordnet‘, denn er hatte es für seine Größe ja doch faustdick hinter den Ohren. Doch nun lag das so meilenweit zurück, dass es für den Rüden nur noch wie ein Traum schien, eine ferne Erinnerung, verblasst und bedeutungslos, obwohl dieser Abend (oder besser der Morgen danach) doch so viel an seinem Streunerleben geändert hatte.

Noyn hatte die Dämmerung als die perfekte Gelegenheit gesehen, seinem Knirps das Leben als Streuner etwas näher zu bringen. Ceniar zählte inzwischen bereits 3 Monate und der Bunte musste gestehen – er gab sich gar nicht mal so schlecht. Er verstand schnell, was Gefahr bedeutete, was der Unterschied zwischen Mut, Feigheit und Intelligenz war und umso schneller beschloss der stolze Vater also auch, seinen Sohn auf etwas spannendere Streiftouren mitzunehmen, die in Quintas Augen wohl weniger für einen Welpen geeignet waren. Aber auch diese Hürde wurde stets dank perfektem Zusammenspiel zwischen Vater und Sohn gelöst, demnach sie meist ‚den Sonnenuntergang beobachtet‘ hatten, während sie eigentlich ganz andere Dinge unternahmen. Streifzüge und sowas. An diesem Abend stand ‚Futterbeschaffung‘ auf der Liste, was sich mit so einem Knilch an der Seite wesentlich leichter gestaltete als allein. Und dank der Dämmerung und der somit resultierenden geringen Zahlen an Besuchern, was auch ein bisschen am Wetter lag, gab es auch nur eine überschaubare Gefahr für den kleinen Ceniar. Und wenn ihm jemand zu nah kam, hatte er kurzerhand eben einfach mal einen großen Aussie am Arm hängen. So leicht gings.

„Hey, Kleiner. Siehst du dahinten die kleinen Zweibeiner? Von denen Essen zu stibitzen ist meist wesentlich leichter als von den Großen.“, flüsterte er dem kleinen Hund neben sich ins Ohr und deutete mit der Nase in die Richtung zweier Kinder, die in der Nähe ihrer Eltern am Stand spielten.

Seine Ohren zuckten, während er die Nase in den sachten Wind hob und die Salzluft einatmete, die das Meer ihnen entgegen trug. Dennoch schien da irgendetwas zu sein, etwas, was hier nicht hingehörte. Nicht direkt zumindest. Noyns Blick wanderte aufmerksam über den schwarzen Strand. Irgendetwas roch hier fremd, doch gleichzeitig nach einem Stückchen Heimat. Er hatte das Gefühl, dass dieser Abend noch etwas Unerwartetes bringen würde. Er hielt nach Quinta Ausschau, nach Firejay und Criado, doch keiner der anderen schien in direkter Nähe. Wahrscheinlich versuchten sie woanders ihr Glück bei der Futtersuche.



{ ceniar beim strand in der nähe einer familie }

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 14 Okt 2011, 15:40

Endlich waren seine ermüdeten Pfoten auf dem schwarzen, sandigen Untergrund zum Stehen gekommen. Auch, wenn er ein Hund der Menschen war und durch die ehemalige Arbeit gute Ausdauer besaß, so war dieser Marsch durch Puerto für den Neuling auf diesem Gebiet kein Zuckerschlecken gewesen. Mit dennoch zufriedenem Ausdruck in den eisblauen Seelentore ließ der Bunte seinen Blick über das sich regende Wasser, welches den Untergang der Sonne in den verschiedensten Farben widerspiegelte, wandern. Tief sog er die frische Meeresluft in seine pechschwarte Nase und blinzelte dann einige Male schnell hintereinander, als würde er sich erst wirklich bewusst werden müssen, dass es tatsächlich die Realität war in die er sich befand und kein eigentlich viel zu gut geratener Traum.

Noch immer konnte der bunte Mischlingsrüde es nicht so recht fassen; Er hatte es doch tatsächlich geschafft dem tristen Alltag eines Dorfhundes zu entfliehen und das nur, indem er die einmalige Chance genutzt hatte mit einen paar dahergelaufenen Straßenkötern die direkte Flucht nach vorne zu ergreifen. Der Lohn dafür war nun, dass er jetzt das Leben eines auf der Straße lebenden Hundes vollends beschnüffeln und auskosten, seine Messlatte erneut einen Deut höher legen und neue Grenzen kennen lernen durfte. Auch hatte Filiash die vergangene Zeit, in dem er die Gruppe durch das Tal zu leiten hatte, genossen. Er, als selbsternannter Anführer, hatte es geschafft die drei Hunde und den einzelnen Flohfänger erfolgreich an der Gefahr vorbei zu führen und das ohne, dass er einen von ihnen dafür opfern musste. Ja, selbst der fette, orange Kater hatte es am Ende doch noch irgendwie, mit Mühe und Not, geschafft zu überleben und nicht an Mangels von Fressalien elendig zu Grunde zu gehen. Und auch jetzt, nach dieser gefühlt unendlich langen Zeit, spürte der Rüde den Drang in sich, die Gruppe weiterhin zu leiten. Nun befand er sich zwar auf ihm unbekannten Areal und doch hatte sich Filiash fest vorgenommen seinen eingenommenen Platz nicht einfach kampflos abzutreten.

Der Blick des Dreijährigen schweifte ab und nahm den Strand somit genauer in Augenschein. Menschen, viel mehr als auf dem Dorf und doch glaubte Filiash kaum, dass diese sich am Strand und in der Stadt tümmelnden Zweibeiner gefährlicher werden konnte als die Herren auf dem Dorf. Sie waren wohl lediglich genauso berechenbar wie die Menschen des Dorfes. Doch an die Familie und die Freunde, die er mit dem Verrat zurück gelassen hatte, verschwendete der Schauspieler keinen einzigen Gedanken.
Nach einer kurzen Pause des Luftholens hatte sich der Hüne umgewandt und betrachtete nun seine... Weggefährten, welche er auch jetzt noch viel lieber als kleines Anhängsel bezeichnete. Knapp musterte er Cuco, der in der Zeit einen beachtlichen Schuss in die Höhe hingelegt hatte. Auch der Wolfshund und der Kater bekamen einen nur sekündlichen Blick zugeworfen, ehe sich der bunte Mix an Chakka wandte:

„Tja, da wären wir also, was? Hätt' ich ja wirklich nicht gedacht, dass wir hier doch noch lebend ankommen...“, damit tat Filiash insgeheim kund, dass er auf dem ganzen Weg hierher keine Ahnung gehabt hatte, wo sie eigentlich entlang mussten. So gesehen war es doch pures Glück, welches sie (wieder) hier her zurück geführt hatte. Untermalt wurde das Ganze letztendlich von einem leichten Lefzen zucken in die Höhe und einem abwartenden Blick, wie der kleine Braune das Gegebene auffasste. Zudem fragte sich Filiash, trotz der Kostprobe der letzten Tage, was ihn ab heute wohl erwarten würde.


{ strand von puerto ;; chakka }
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 14 Okt 2011, 16:14

    Es war schon wieder eine lange Zeit vergangen. Fyfa kam es so vor als würde sie schlafen. Sie hatten Noyns Spur wieder aufgenommen, waren aber nicht zu ihm hingegangen. Jeszyl hatte ihnen eine Art Revier abgesteckt, direkt neben dem von Noyn und einer ihr unbekannten Hündin. Außerdem roch Fyfa von deren Seite einen Welpen. Jedes Mal stach ihr dieser Gedanke ins Herz. Es war zwar nur ein Welpe, aber dennoch erinnerte sie sich jedes Mal an Baja und Cuco, deren Seelen vermutlich schon im Himmel waren. Sie glaubte schon lange nicht mehr daran, dass beide überlebt hatten. Umso behüteter wuchs natürlich die kleine Cora auf. Fyfa wollte nicht auch noch ihre letzte Tochter verlieren. Immer, wenn die Kleine, die inzwischen schon ziemlich groß geworden war, alleine loszog hatte Fyfa Angst um sie. Aber die Colliehündin wusste, dass sie sie loslassen musste. Cora konnte nicht ewig bei ihr bleiben und würde vermutlich irgendwann ihren eigenen Weg gehen wollen. So wie heute. Heute war sie mit Jeszyl weggegangen. Was auch immer der Rüde vorhatte, Fyfa wusste es nicht. Aber sie wusste, dass sie im vertrauen konnte. Das hatte sie in der letzten Zeit gelernt. Genauso wie sie Sunset schätzen gelernt hatte. Aus den beiden würde wohl nie eine große Liebe werden, aber sie konnten immerhin miteinander umgehen. Und auch Sparky war gar nicht so schlecht, wenn man sich erstmal damit abgefunden hatte, dass er sich für einen Hund hielt.

    Jetzt war die Hündin also allein mit Sunset. Sie lag vor dem umgekippten kaputten Fischerboot, das sie gemeinsam als Unterschlupf nutzten. Seit Tagen schien endlich mal wieder die Sonne und Fyfa nutzte es um sich das Fell ordentlich wärmen zu lassen. Sie kannte den Regen aus ihrer alten Heimat, aus Schottland, doch daran hatte sie schon lange nicht mehr gedacht. Sie war jetzt mit Leib und Seele ein Straßenhund. Na gut, mehr mit der Seele, denn ihr Leib war zu reinrassig. Straßenhunde waren selten reinrassig, das wusste Fyfa wohl. Dennoch bezeichnete sie sich nicht gerne als Streuner. Streuner war ihrer Meinung nach etwas sehr negatives. Sie war ein Straßenhund und nichts anderes. Überlebenskünstler könnte man auch sagen, aber das war dann wohl doch ein wenig zu weit hergeholt.


[mit Sunset am Unterschlupf]
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Chakka


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 14 Okt 2011, 23:20

Es war für ihn wie ein Traum. Auch wenn sie schon seit längerer Zeit durch die Stadt gelaufen waren, hatte doch nichts so deutlich gezeigt, dass sie wieder zu Hause waren. Nichts, außer der Strand und das Meer. Eben versank die Sonne als glutroter Ball im Wasser und färbte es in eben diesen Tönen bunt. Der Sand war bereits abgekühlt, doch in der Luft lag der Duft nach Salz und Tang, nach gebratenem Fisch und dem Wind, der von Norden stetig über das Meer zog. Er war angekommen, zum zweiten Mal in seinem Leben. Sie hatten es geschafft.

Ein paar Schritte hatte Chakka im Sand noch getan, dann war er stehen geblieben, überwältigt von dem Gefühl einer glücklichen Heimkehr. Diese Odyssee schien nun endlich vorbei zu sein. Dass sie weitere fünf Monate brauchen würden, hätte er nie geahnt. Aber so war es nun einmal, die vergangene Zeit war hart gewesen aber sie schien überstanden zu sein. Man sah der Gruppe die Strapazen an. Chakkas Rippen waren deutlich unter dem Fell zu erkennen und sein Fell war struppig geworden. Doch seine Augen funkelten wie eh und je, als er nun voller Glück den Blick über das Wasser und den Strand schweifen ließ.
Cuco war gewachsen während dieser Reise. Es war seinem Vater kaum aufgefallen, erst als er ihn wirklich deutlich überragt hatte, hatte er die Veränderung registriert. Aus seinem Sohn war ein stattlicher junger Hund geworden, unabhängig, mutig und stark, deutlich größer als er selbst und farblich wie eine seltsame Mischung aus ihm selbst, Fyfa und Jeszyl. Cuco war nicht der Grund, weshalb die Reise bis nach Puerto fünf Monate dauern sollte.
Chakka sah den Kater aus dem Augenwinkel kurz an. Nein, auch Carmello trug nicht alleinige Schuld an der Länge der Reise. Sie hatten oft wegen ihm pausiert, ja, aber andererseits wäre nicht nur er verhungert. Der Weg war nicht so schwierig gewesen, wie der, den Noyn gegangen war (wovon Chakka natürlich nichts wusste), dafür umso länger. Der Einzige, den er dafür zu Rechenschaft ziehen konnte, war Filiash.

Der Mischling beobachtete den Bunten eine Weile. Er kannte das hier nicht, also wollte er ihm die ersten Eindrücke lassen. Dennoch trat er langsam näher an ihn heran. Er hatte sich in der langen Zeit nicht mit ihm anfreunden können, auch da er wie selbstverständlich die Rolle des Anführers übernommen hatte. Chakka beharrte nicht auf dieser, aber er hatte noch immer das Gefühl, dass Filiash als Anführer ihnen nicht gut tat. Nur wie ihm das beibringen oder ihn davon überzeugen, das Feld zu räumen? Vorerst wollte Chakka darauf setzen, dass der Bunte vielleicht zurückgehen würde. Sie waren keine Freunde geworden, wieso sollte er auch bei ihnen bleiben?

„Es ist schön hier, oder? Danke, dass du uns heil durch die Dörfer gebracht hast.“

Es hörte sich schon an wie ein abschließender Dank für eine getane Arbeit. Ging es nach Chakka, verband sie nichts mehr. Abwartend spitzte er die Ohren, konnte aber nur dem sanften Schlagen der Wellen lauschen. Dafür dass er das erleben konnte, war er Filiash tatsächlich dankbar.

„Gehst du in dein Dorf zurück oder ziehst du lieber hier in der Stadt deiner Wege?“, fragte er ihn mit einem Seitenblick.

Er war sich sicher, dass er die Anspielung verstehen würde, den Hinweis darauf, dass sich ihre Wege an dieser Stelle trennten.


{ Strand :: neben Filiash }

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Baja


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Beiträge : 3364

BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 15 Okt 2011, 23:50

irgendwann wird der tag kommen,
an dem wir uns wieder sehen
ich warte so darauf
ich zähle die tage, stunden und sekunden


Baja stand am Strand und lauschte dem Platschen der Wellen. Sie schäumten und das Wasser versuchte ihre Pfoten zu erreichen. Es streckte und dehnte sich, aber es errreichte die Pfoten der nicht mehr lange Welpin nicht mehr.
Es war fast wie bei ihren Eltern. Baja suchte sie, suchte so sehr wie sie konnte, aber fand nichts. Fast schon waren die Bilder in ihrer Erinnerung verblasst. Ihre Schwester war ihr vor wenigen Tagen aus dem Kopf gegangen. Die Rote war darüber entsetz gewesen. Das schöne, kleine Gesicht ihrer Schwester war ihr entfallen. Sie sah nur noch die Augen, ihrer Schwester in ihren Erinnerungen. Ihren Bruder sah sie noch vor sich, wie er vor ihr her sprang, damit sie mit ihm spielte. Ihre Mutter, die sich liebevoll zu ihr runter beugte und ihr über das ohr fuhr mit ihrer warmen Zunge und ihre beiden Väter, die besorgt zu ihr blickten.
Die Erinnerungen waren das Einzige, was Baja geblieben war und ihre Geburtshöhle. Sie war zu dieser zurück gekommen. Und jeden Tag hoffte sie mehr darauf ihre beiden Eltern und ihre Wurfgeschwister zurück kommen würden. Doch bis her war jeder Morgen ohne das ersehnte Erwachen. Ihre Eltern waren nicht da, genau so wenig wie ihre Geschwister.

sie wollen und wollen nicht vergehen
sie möchten nicht vergehen,
egal wie sehr ich kämpfe


Sie blickte zum Horizont und merkte, wie sie in den letzten Monaten gewachsen war. Ihre verspielte Art, war geblieben, ja, aber sie hatte angefangen zu denken. Sie dachte nach, bevor sie etwas tat. Sie dachte mehr nach, als zu vor. Sie tat Vieles nicht mehr einfach so, sondern mehr bedacht. Bevor sie etwas anfing, dachte sie über mögliche Konsequenzen nach und die Reaktion Jus. Er war ihr ein guter Vater gewesen. Er hatte ihr vieles erklärt und gelehrt. Sie hatte angefangen sich für andere Dinge zu interessieren. Sie jagte keine Grashüpfer mehr oder sprang auf, wenn Ju ihr eine Eidechsen vor die Pfoten legte. Mittler Weile schaffte sie es sogar sich nur davon zu ernähren. Ju hatte es ihr beigebracht und sie tat es, um ihn stolz zu machen. Oft fragte sie sich, wie ihr Leben ohne Ju, den Wichtigsten in ihrem Leben, gelaufen wäre. Wie wäre sie dann? Wie ihre Geschwister? Und was hätte Ju ohne sie gemacht? Ohne Ju würde sie jedenfalls nicht dieses rosane Halsband tragen, dass immer noch an ihrem Hals haftete. Sie wäre vielleicht nun ein verzogener Hund geworden, von Urlaubern in eine kleine Wohnung in einem fremden Land verfachtet. Ohne Ju wäre sie nicht das, was sie nun war.
Ihre bernsteinfarbenen Augen sahen weiter dem Spiel der Wellen zu, wie sie versuchten ihre Pfoten zu erreichen, aber nicht genug Kraft aufbringen konnten. Sie fragte sich, was passieren würde, wenn ihre Eltern auf einmal auftauchen würde. Würden sie Baja von Ju trennen? Durften sie das eigentlich? Die Rote war ja nun zu einer starken und großen Hundedame heran gewachsen. Sie war eine wunderschöne Hundedame geworden, die nun auf Ju hinabblicken konnte. Sie war ein großes Mädchen geworden.
Aus dem vierhundergramm Winzling hatte sich etwas entwickelt. Vielleicht waren ihre Eltern ja stolz auf die Hündin.

ich will schon aufgeben,
aber ich kann nicht
irgendetwas in mir sagt mir,
ich soll weiter kämpfem und alles geben


Baja spürte den kornigen schwarzen Sand unter ihren mit Hornhaut bezogenen Ballen. Sie spürte jedes Korn, wenn sie sich genau konzentrierte. Es tat weh über das alles nach zu denken. Es schmerzte irgendwie. Zu allem Überfluss hatte sie noch ein seltsames Gefühl in der Magengend. Irgendwas hatte sich verändert. Sie war nicht nur größer geworden, dachte mehr, wählte ihre Worte geschickter und bedachter aus. Irgendwas hatte sich noch verändert. Die Gräser auf deinen Dünen, schienen nicht mehr die selben zu sein. Sie bogen sich anders im aufkommenden Wind. Irgendetwas veränderte sich, aber die Rote war noch nicht auf den Grund des Ganzen gekommen. Sie wollte nicht wissen, was passieren würde. Es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass etwas passieren würde.
Baja schloss ihre Augen und saß einfach nur still am Wasser. Sie hörte die Wellen rauschen und wie die Dühnengräser sich berührten im Wind. Sie blieb einfach regungslos dort sitzen. In den letzten Tagen war sie oft her gekommen und saß einfach nur da, wartete auf das, was sie spürte. Es war eine Angewohnheit geworden her zu kommen. Es gab ihr Kraft, warum auch immer. Wenn sie hier saß, konnte sie ihren Eltern näher sein, auch wenn diese weit weg waren.


[Alleine am Strand ; östliche Bucht ; nahe von Ju, Fox & Loki]

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wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
1 of 3
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 16 Okt 2011, 13:27


Viel Zeit war vergangen. Wie oft hatte Cuco die Sonne auf, - und dann wieder untergehen sehen? Am Anfang hatte er noch mitgezählt, in der Hoffnung, so würden die Tage schneller vergehen. Doch stellte sich dann heraus, dass dem nicht so war. Schon lange war Cuco sich nicht mehr sicher, ob Filiash überhaupt in der Lage dazu war, die kleine Gruppe in das Dorf zu führen. Dennoch, schließlich hatte es geklappt, und nun standen sie da.
Kurz blickte Cuco hinunter zu seinem Vater, und stupste ihn vorsichtig an. Nicht nur über Chakka war er hinaus gewachsen, sondern auch über sich selber. So vieles hatte der nicht mehr kleine Rüde in dieser Zeit gelernt, aber auch einiges hinter sich gelassen. Beispielsweise die Hoffnung die er zuvor noch hegte, irgendwann den Rest seiner Familie wieder zu sehen. Und der Gedanke daran schmerzte so fürchterlich, dass er eigentlich nicht wieder zurück wollte. Wer wusste denn, ob Fyfa mit seinen Schwestern am Strand waren und dort ihr leben lebten? Wer sagte überhaupt, dass Baja noch am leben war? Immerhin war sie die erste derer, die verloren gegangen war. Es kam Cuco vor wie eine Ewigkeit, dass er sich geborgen gefühlt hatte. Trotzdem war er der Gruppe gefolgt mit dem tiefen Wunsch, irgendwen wieder zu sehen, den er bereits kannte. Versprechen konnte ihm das keiner, nicht einmal 'Papa Chakka', der doch eigentlich so viel wusste, aber anscheinend auch nicht allwissend war. Denn das hatte er früher immer von ihm gedacht. Doch nun, wo so viel Zeit vergangen war, wusste Cuco es besser. Innerlich hatte er sich von jenen die er liebte verabschiedet, wie auch von Abenteuern, denen er 'früher' immer 'hinterher' gerannt war. Das Leben musste weiter gehen, und das tat es ja schließlich auch.
Kurz lies der Rüde seinen Blick über die kleine Gruppe gleiten, die in den letzten Wochen zu zusammen geschweißt worden war, ehe sein Blick auf das weite, weite Meer fiel. Es war einer der ersten Abende ohne Regen, dafür ging die Sonne schon unter. Dennoch gefiel Cuco das, was er da sah, während er Filiash ignorierte. Wirklich freundlich war dieser noch immer nicht, weshalb Cuco sich nicht wirklich um seine Worte kümmerte. Es war zwar schön und freundlich das der Rüde sie zurück nach Puerto begleitet (!) hatte, aber mehr auch nicht. Ein Funke der Symphatie würde nicht überspringen, bestimmt nicht in nächster Zeit.
Der sand unter den pfoten fühlte sich gut an, und das Gefühl wieder Zuhause zu sein überkam ihn. Auf irgendeine Weise erinnerte es den Rüden an den Tag, an dem das ganze Chaos begonnen hatte – mit Baja angefangen. Wie Cora – oder war es doch Baja? - ihn geweckt hatte, obwohl er noch viel zu müde gewesen war, und Chakka schließlich Baja gefolgt war. Noch immer grenzte es für Cuco an ein Wunder seinen Vater wieder gefunden zu haben, auch wenn er dadurch hatte Quinta aufgeben müssen auf eine Weise. Die Hündin hatte er ebenso lange nichtmehr gesehen wie Fyfa auch. Doch ihr würde es gut gehen wo sie war, bestimmt.

Langsam drehte er sich wieder zu Chakka um, als er dessen Stimme hörte. Doch sogleich drehte er sich wieder weg, als Cuco merkte, dass er 'bloß' mit Filiash sprach, und nicht zu ihm. Cuco war das recht, wollte er doch zunächst die Schönheit des Augenblicks genießen.
Den Kopf hatte der Rüde gehoben, ebenso die Rute, während er ein paar Schritte weiter nach vorne ging. Das Wasser an seinen pfoten war kalt und irgendwie ungewohnt, doch gefiel es ihm. Also schloss er seine Augen. Bilder, Momente voller Glück und Leid tanzten vor seinen Augen, und die Sehnsucht nach dem Gefühl von Geborgenheit überkam ihn. Kurz blickte er zurück zu Chakka.

Mach dir keine Sorgen, ich laufe dir nicht weg.

Langsam bewegte sich Cuco also am Strand entlang, wollte sich aber auch nicht all zu weit von Chakka entfernen. Dennoch, der Rüde war sich sicher, dass er im Notfall zurück finden würde.

{ Strand :: etwas abseits, läuft am Strand entlang }

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Criado


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 16 Okt 2011, 18:35

Der Rote saß auf seinen Hinterläufen und ließ seinen braunen Blick auf dem Sonnenuntergang ruhen. Seitdem sie in der Stadt angekommen waren, war der Mond schon einige Male gewachsen und dann wieder kleiner geworden, bis er ganz verschwunden war. So viel Zeit und immernoch kein leisestes Zeichen von seinen Herren. Natürlich, warum sollten sie sich auch in Puerto aufhalten? Ihre Heimat war das kleine Dorf, jenes Longueras in den Bergen. Und es war auch seine, so sehr er diesen Ort hier lieben gelernt hatte. Nachdenklich folgte er den rötlichen Reflektionen der Sonne auf dem Meer und folgte den Bewegungen der Wellen. Er hatte sich immernoch nicht richtig an das Rauschen des Wassers gewöhnen können und war dankbar dafür wenn lärmernde Zweibeiner jenes Geräusch durchbrachen.
Seine Gedanken wanderten weiter, bis sie anfingen ihn zu langweilen. So schön auch so ein Sonnenuntergang war, es war nicht das allerschönste. Der Rüde rappelte sich auf seine vier Pfoten und wandte mit einer raschen Bewegung seinen Kopf von links nach Rechts. Firejay konnte er zwar nicht erblicken, ebenso nicht Noyn und den kleinen Ceniar. Mit einem kleinem Lächeln dachte er an den Welpen, der seinem Vater aufs Aussehen fast genau glich. Wenn man ihn so sah, hätte man nicht sagen können, dass Quinta seine Mutter war. Criado hatte es ja sowieso nicht so sehr mit Welpen, obwohl sie eine angenehme und fröhliche Gesellschaft waren, die die Stimmung immer aufheiterten. Er fand einfach nie den richtigen Draht zu ihnen, was man am Beispiel Cucos sehen konnte. Vor sich hin lächelnd erinnerte er sich an Chakkas Sohn, und den Vater selbst der dem Harzer Fuchs ein guter Freund war. Bestimmt hatten sie es auch schon längst geschafft, Puerto zu erreichen. Fünf Monate waren eine lange Zeit, aber Criado war sich sicher das der Tag an dem sie sich alle wiedertreffen würden immer näher kam.
Sein Blick blieb an Quinta hängen die unweit von ihm entfernt in der Nähe der Höhle stand, die soetwas wie ihr Hauptquartier war. Mit wedelnder Rute trottete er mit leicht hüpfenden Schritten zu ihr herüber und lächelte ihr zu.

"Na, Quinta? Da der Senior und der Junior uns grausamst allein gelassen haben, wie wärs wenn wir einen kleinen Spaziergang machen? Von mir aus am Strand entlang oder auch in die Stadt... Vielleicht fällt ja irgendwo noch etwas zu knabbern für uns ab."

Er lächelte der immernoch sehr ausgemergelten Fähe sanft zu und machte eine auffordernde Kopfbewegung.
Er war in bester Laune und Quinta war sowieso immer eine angenehme Gesellschaft. Aus ihrer kleinen Gruppe kannte er sie schon die längste Zeit, Chakka und er hatten sie ja damals mit Cuco zusammen aufgegabelt.
Er mochte die Fähe wirklich, nicht zuletzt weil sie seine Ansicht über die Menschen teilte. Doch etwas zu Fressen wäre für die knochendürre Fähe wirklich von Nutzen. Es war nur normal das der lange Weg und die Schwangerschaft ihren Körper erschöpft hatten, auch wenn dies nun einige Zeit her war.

"Na, worauf hat die Señorita Lust?"Er stubste sie leicht mit seiner dunklen Schnauze an und grinste freundlich.


{ bei Quinta | Höhle in der Nähe des Strandes }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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Ceniar


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Beiträge : 621

BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 16 Okt 2011, 19:19

Schritt für Schritt, Pfote für Pfote setzte der kleine Schelm vorwärts, in beharrlichen Sprüngen oder auch mal ganz brav im gemächlichen Gang, aber immer neben seinem Vater her. Ceniar war neugierig, so unglaublich neugierig auf die Welt und all ihre Wunder, das er dennoch ab und an stehen blieb, die Schnauze nach etwas im Sand ausstreckte oder aber gar einem kleinen zuckenden Krebs nacheiferte, der schnell wieder im Wasser verschwand. Er hatte keine Probleme sich die Pfoten nass zu machen. Im Gegenteil. In dem Bunten schien sich die ideale Wasserratte gefunden zu haben. Er liebte es in dem seichten Nass in das seine Eltern ihn inzwischen ließen, zu toben und zu spielen. Er mochte es, wenn es an seinen Läufen leckte und er die Nässe noch auf der Zunge spüren konnte, wenn er sich danach putzte – Mama konnte das natürlich besser – aber er übte ganz eifrig daran, auch wenn er an die meisten Stellen einfach noch nicht kam, er sich aber ganz ehrlich fragte, wie Mama und Papa das mit ihren viel größeren Leibern, eigentlich schafften.

Insgesamt war er sowieso glücklich darüber, dass sein Vater ihm soviel Vertrauen schenkte, ihn um diese Tageszeit auf seine Streiftouren mitzunehmen. So langsam gewöhnte er sich an sein Leben und das es nicht alles immer einfach war – für ihn natürlich schon, er war ja immerhin ein Welpe – aber er tat bereits jetzt sein Bestes um seine Familie stolz zu machen. Ein guter Streuner wollte er werden, dass hatte sich Ceniar bereits jetzt geschworen. Er hatte die anderen lieb gewonnen, die mit Mama und Papa unterwegs waren. Criado war hübsch und plüschig und immer gut gelaunt und Firejay war so etwas wie eine liebe, große Schwester mit der man ganz viel Spaß haben konnte. Er mochte sie beide sehr. Nun jedoch schien er mit Papa allein zu sein, denn er hatte ja vor gehabt, etwas zu Essen zu finden, mit ihm! Ruckartig fing die kleine Rute wieder an zu wippen, während die Sprünge um seinen Vater herum immer schneller wurden, ehe er stehen blieb, als auch Noyn stehen blieb. Aufmerksam reckte er die Ohren als der große Hund zu erklären begann.

“Wir nehmen das Futter also von den Melschenwelpen?“ Fragte er neugierig.

Für ihn waren die laufenden Steine – die sich inzwischen als Menschen entpuppt hatten – eigentlich genauso wie Hunde. Außer das sie auf zwei Beinen gingen und ganz komische Sachen mit ihren Vorderpfoten machen konnten, um die sie der kleine Schelm bereits manches Mal beneidet hatte. Aber die Tatsache einen anderen Welpen zu bestehlen, erschien ihm irgendwie gemein. Aber, in seinem Alter besaß der kleine Hund noch kein wirkliches gewissen, was ihn also auch nicht daran hinderte, weiterhin gespannt mit der Rute zu wippen und darauf zu warten, dass sein Vater ihm weitere Zeichen gab.
Wäre da nicht etwas Anderes gewesen, was die Aufmerksamkeit des kleinen Mischlings auf sich zog. Schnell wandte er den Kopf herum, als er hinter sich ein Geräusch hörte – Papa hatte es sicherlich schon lange gehört – und ein freudiges Jaulen seine Kehle verließ. Mit schnellen Bewegungen war er zu der Hündin gelaufen, die dort zu ihnen aufgeschlossen hatte.

“Fire!“, jubelte er freudig und streunerte wie von Sinnen durch die Läufe der Hellen. Fire würde ihnen bestimmt helfen und dann würden sie alle heute Abend ganz viel zu Fressen haben. Au ja!


Strand | Noyn & Firejay



................

Jetzt und hier und überall
Wenn der Niederlagenfrust an dir knabbert und nagt, und sich Nimmersatt in dein Selbvertrauen frisst, dannhör mir zu, damit ich dir helfen kann, lass es zu, sei so frei, nimm es anIch bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 16 Okt 2011, 22:13

Die letzten Monate waren einigermaßen friedlich gewesen, soweit man auf der Straße friedlich leben konnte. Namya war mit Blace und Sahara umhergezogen, sie waren gut gewesen. Blace hatte gelernt, auf der Straße zu Recht zu kommen, er lernte recht schnell und auch Sahara lernte einige Tricks und kam besser klar, als zuvor. Irgendwie schien es für jeden aus der kleinen Gruppe vorteilhaft zu sein, dazu bleiben, dieses Team nicht aufzugeben. Beinahe schien es, als wüsste sie am meisten über das Leben auf der Straße, doch das sah sie selbst nicht ein. Die junge Hündin war froh Sahara und Blace zu haben, sie war nicht allein, hatte jemanden der auf sie aufpasste. Viel zu schnell hatte sie mal wieder vertraut, und ihr Vertrauen in die Beiden war nicht enttäuscht worden. Naivität, sagte ihre Mama immer, aber das war egal. Die beiden Hunde waren nett und hilfsbereit, sie lernten schnell und waren bereit auch etwas anstrengendere Tage ohne viel Gemecker zu meistern.

Die Sonne ging unter, obwohl es noch früh am Abend war. Es war nicht kalt, aber auch nicht mehr so angenehm warm, wie vor einiger Zeit. Namya hatte einige Essensreste im Maul, lief nicht mehr so schnell, wie vor einigen Sekunden noch.
Vor ihr lag das Meer, der Strand, die untergehende Sonne. Sie lächelte sachte, sah sich kurz nach Blace und Sahara um. Mit den beiden hatte sie soeben einige der Mülleimer ausgeraubt, es waren ein paar wirklich vorzügliche Reste darin zu finden gewesen. Ein paar davon trug sie nun im Maul über den Sand, um eine geeignete Stelle zum fressen zu finden. Der Sand unter ihren Pfoten leuchtete ein wenig, wo die Sonne ihn beschien, und er knirschte ganz leise und angenehm unter ihren Ballen.
An einer ruhigen Stelle blieb die junge Hündin stehen, wartete auf Sahara und Blace, als sie plötzlich Flake entdeckte. Der alte Rüde kam auf sie zu, allerdings aus der entgegengesetzten Richtung, aus der Blace und Sahara kamen. Namya lächelte ihm unsicher zu, ehe sie sich zu ihren Begleitern umdrehte um auf diese zu warten. Der Ort den sie ausgewählt hatte war ruhig, zwar direkt am Strand, aber dennoch verlassen. Es liefen nicht mehr viele Menschen umher, und schon gar keine von den ganz großen, die so viel Lärm veranstalteten. Die Ohren der Hellen taten jetzt noch weh, wenn sie daran dachte wie laut die großen Menschen waren.
Vorsichtig legte sie die Essensreste auf dem Boden ab und sah zum Meer, sah die Sonne an. Es war ein faszinierender, beinahe magischer Augenblick, wie die junge Hündin fand. Das leise Knirschen des Sandes verriet ihr, dass ihre Freunde kamen, doch sie wand den Kopf nicht, dafür war die Sonne viel zu schön!

bei Blace, Sahara und Flake am Strand ; ich hoffe es geht so
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 16 Okt 2011, 23:24

    Der dunkle Sand unter seinen Pfoten knirschte leicht, als sie in Puerto ankamen. Glücklich atmete er die salzige Luft des Meeres ein, sah sich dann neugierig um. Sie waren tatsächlich wieder da! Diese Tatsach erst kurze Zeit später erkennend, starte er ohne ein weiteres Wort an die anderen los, sauste wie ein Welpe über den schwarzen Sand und schmiss sich dann rücklings auf den Boden. Glücklich wälzte er sich und zog die Lefzen kraus. Die Rute drehte sich wie ein Propeller und kurz darauf sprang er wieder auf, sah Cuco. Ohne weiter darüber nachzudenken senkte er seinen Brustkorb zu boden und kläffte den Jüngeren zum toben auffordernd an

    "He, Cuco!"

    die Rute schlug wild hin und her und der Wolfhund hechelte Aufgeregt. Chakka und Filiash ignorierte er derzeit. Ohne Cucos Reaktion wirklich abwartend blickte er sich nach Carmello um und sauste auf diesen zu, bremste kurz vor ihm und legte sich dann auf den Bauch vor den Kater. Auch der Orangefarbige wurde freudig angekläfft und er vergrub kurz seine Nase im weichen Pelz des Katers.
    Mit der selben Euphorie startete er nun wieder auf Cuco zu und kläffte diesen erneut an, bevor er sich erneut in den Sand warf.

    Das Gefühl des Sandes in einem Pelz, das rauschen des Meeres, die salzige Luft und auch die Stimmen der vielen Menschen auf den Straßen hatten ihm so sehr gefehlt. Und ja, obwohl er die Mensche nicht sonderlich mochte, war er gerade so vollgepumpt mit Glückshormonen, das er am liebstn jeden Passanten anspringen und freudig begrüßen wollte, einfach nur, weil sie wieder in Puerto waren.


[Bei Cuco, dann kurz Carmello und dann wieder bei Cuco]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 17 Okt 2011, 18:04

So schnell konnten sich die Dinge ändern. Ausgestreckt in einem der Körbe hatte Fox einen Ort zum Dösen gefunden. Irgendwo weiter weg riefen Möwen und stritten sich vermutlich um Fischreste. Beruhigend und gleichmßig war das Raudchen des Wassers, so natürlich und gewohnt wie der Wind der vom Meer her wehte.

Alle Viere hingen aus dem Korbstuhl raus und hingen dementsprechend in der Luft, die Augen waren entspannt geschlossen. Es reichte, dass sie sich auf ihre Nase verlassen konnte, sie brauchte nicht sehen, dass die in der Nähe waren die zählten. Der Kater, der Fuchs und der junge Hund. Eigentlich kaum noch ein Welpe.
Seit dem Vorfall am Hafen hatte sie sich dann und wann wieder von dem kleinen Trio abgeseilt und war ihrer Wege gegangen, befand sich aber immer wieder wie ein Schatten bei den anderen.

Sie hatte das Gefühl etwas gut machen zu müssen. Sie hatte Namya alleine gelassen, alleine mit Fremden. Egal wie, wenn sie ehrlich zu sich war dann tat es ihr Leid, dass die junge Hündin von ihr getrennt worden war. Ob ihr das auch so ging? Naja, das war eine völlig andere Sache.
Aber so wie die Dinge jetzt standen waren sie in Ordnung, zumindest für sie. Sie streifte nicht völlig alleine durch die Gassen, war aber auch ungebunden genug einfach mal für wenige Tage zu verschwunden. Ein guter Deal.

Die kleine Baja hatte sie gelernt zu mögen. Zu sehen wie sie mehr und mehr lernte, vorallem in den letzten Monaten, war gut mitanzusehen gewesen. Der alte Fuchs hatte es faustdick hinter den roten Lauschern. Sie hatte nie allzu viel von den kurzbeinigen Gesellen gehalten, musste aber zugeben, dass sie ihre Meinung hatte überdenken müssen. Dementsprechend verließ sie sich gerne auf die Ratschläge und Worte Jus.

Ihre Sinne verrieten ihr, dass sie nicht die einzigen Besucher am Strand waren. Aber wenn wunderte es? Träge öffnete sie die Augen und brauchte ein paar Sekunde um sich an das Licht zu gewöhnen. Kaum, dass vor ihrem Sichtfeld das gewöhnte grau-blau des Maares und der dunkel Sand erschien streckte sie gähnend die langen Läufe von sich und drückte die Ohren an den Kopf.
Alles schien friedlich. Umso besser. Nun wo die Muskeln gelockert waren rappelte sie sich in dem Strandkorb in eine sitzende Position auf und kratzte sich hinter dem Ohr.

Sie brauchte nicht allzu lange um Baja zu erspähen, wie sie Gedanken versunken am Meer stand. In einer geschmeiden Bewegung verließ sie den Strandkorb und trabte in die Richtung der jüngeren Hündin.
Um sich anzukündigen galt ihr ein knappes Wuffen.

"Was ist da draußen so interessant?" Fragte sie mit einem Grinsen auf den Leftzen und gesellte sich zu der hellroten Hündin, während Fox' Blick Bajas folgte.



[Am Strand | liegt erst im Strandkorb und döst, geht dann zu Baja]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 17 Okt 2011, 18:35

die welt dreht sich so schnell
manchmal will ich mit ihr rennen
sie dreht sich unaufhörlich
ich werde nie so eine kraft aufbringen können


Die junge Hündin sah weiter zum Horizont und konzentrierte sich auf ihre ruhigen Gedanken. Wie würde ihre Welt nur ohne Ju oder diese Menschen aussehen? Hätten diese sie nicht gefangen, wäre sie dann vielleicht ohne dieses rosane Band an ihrem Hals aufgewachsen? Eine Antwort würde sie wohl nie erlangen dürfen. Baja störte dies ein wenig und sie zuckte beunruhigt mit dem Ohr. Sie mochte diese Fragen nicht, aber sie überkamen die Rote, wenn sie einfach nur da saß und dem Spiel der Wellen zusah und manchmal nebenher noch die Sonne beobachtete, die sich langsam am Himmel aufbaute und die Dunkelheit durch Tageslicht eintauschte. Die Sonne war gewaltig und vielleicht wusste sie ja eine Antwort auf die Fragen, die in Bajas Kopf herum irrten.
Aber wie sollte sie, eine kleine Junghündin es schaffen die Sonne zu fragen, wie ihr Leben ohne den wohlmöglichst wichtigensten und zugleich einzigsten Fuchs in ihrem Leben aussehen würde? Baja wusste es nicht. Doch heute stieg die Sonne nicht auf. Sie sank wieder. Langsam. Es war Abend. Baja ließ ihren Blick am Horizont und versank weiter in ihren Gedanken.

und selbst wenn ich es jemals schaffen kann
was soll ich dann tun
voller kraft und energie
dem horizont entgegen und noch viel weiter


Ein leises Kläffen riss die Junghündin aus ihren ruhigen Gedanken und ließ sie wieder in die Wirklichkeit gleiten. Etwas unsanft, aber noch lange nicht so brutal, wie in einigen Momenten ihres Lebens. Sie musste nicht den Kopf drehen um zu erfahren, wer sich neben sie nieder ließ. In ihrem 'Rudel' gab es nur eine weitere Hündin. Den Rest bildete ihr Ju und ihre Beute, auf die die Junghündin stehts aufpasste Loki. Der graue Kater, den die Hündin vor einigen Monden aufgespürt hatte in der Nähe der Fischerboote.
Die Rote neigte freundlich den Kopf, als sie Fox für einen Moment musterte. Daraufhin ließ sie ihren Blick wieder zum Horizont gleiten und suchte in der Ferne nach Antworten. Die Hündin fing nach wenigen Atemzügen an zu sprechen. Ihre Stimme war freundlich, warm und drückte innere Ruhe und Überlegenheit aus. In den letzten Monaten hatte die Junghündin von Fox gelernt. Die Hündin hatte immer gute Ratschläge per Rat und wirkte sehr aufgeweckt. Ihre Überlegungen waren kühn und scharfsinnig. Sie könnte ein ganzes Rudel Wölfe leiten, wenn sie es nur wirklich wollte. Sie war durchsetzungsstark und mit der Zeit eine Vertraute der Roten geworden.

vielleicht bleibe ich auch einfach hier
ganz alleine
vielleicht suche ich mir einen ort
wo ich alleine sein kann
wo ich platz habe für mein heer aus gedanken
vielleicht bleibe ich auch einfach hier


Die Frage von Fox schien etwas überflüssig. Die Wolfsähnliche wusste eigentlich, dass Baja jeden Morgen damit verbrachte zum Horizont zu schauen und ihren Gedanken vollkommen freien Lauf zu lassen. Eigentlich wusste Fox davon, aber vielleicht wusste sie auch einfach nicht, dass Baja jeden Tag auf ihre Familie wartete. Die Hoffnung, diese wieder zu finden war gering, aber sie bestand.
Ehe sie sich der Grauen witmete, zog sie noch einmal die Luft ein und gab sie im Anschluss durch ihren Fang wieder frei. "Da ist nichts und doch alles. Hattest du schon mal das Gefühl, dass du etwas falsch gemacht hast, es aber trotzdem nicht bereust? Bist du schon mal ein Risko eingegangen, hast alles verloren und doch so viel gewonnen, dass es unbezahlbar ist?", fragte die ruhige Stimme der sonst so wilden und verspielten Hündin. Sie selber merkte es, dass diese Frage in keinen Teilen zu ihr passte, aber das war im Endeffekt unbedeutend. In der letzten Zeit hatte sie so vieles getan, was in keinstem Falle ihren Charakter wiederspiegelte. Sie wurde erwachsen, ganz langsam wurde sie erwachsen...




{ BAJA && Fox ;; nahe Ju && Loki }

................

wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Di 18 Okt 2011, 16:41

Blace schnappte sich eine halbe Pizza, die er in der Mülltonne ergattern konnte. Unglaublich, was die Zweibeiner heutzutage alles wegschmeißen. Er sah Namya auf dem Sand liegen, auf ihrem Futterrest herumkauend. Blace erinnerte sich daran, als er vor ein paar Monaten und ungeschicktes Ablenkungsmanöver vollbracht hat. Fast hatte er Namya nicht mehr finden können, doch obwohl er sie nicht sehen konnte, wusste er ganz genau wo sie war. Merkwürdig.
Als sich Blace an diesen Moment erinnerte, zog sich ein Lächeln auf seine Lippen. Er mochte Namya sehr, sie war nett, hübsch, hatte einen tollen Charakter.
Nach einiger Zeit entdeckte er nun auch Flake, der Namya wohl Gesellschaft leisten wollte, und Sahara. Sofort rannte er zu Namya, nahm neben ihr den Platz ein, den Flake eingeschlagen hatte und kaute demonstrativ auf seiner Pizza herum. Sie schmeckte gut und lag noch nicht sehr lang im Müll. Er blickte Namya tief in die Augen, wollte ihr sagen, dass er sie liebte, doch Flake funkte dazwischen. Der alte Rüde kam immer näher und zog die Aufmerksamkeit Namya's auf sich.
"Na? Schmeckt dein... Futter?" fragte er Namya, um sie von der Sonne ein wenig abzulenken. Ihrem Blick nach zuurteilen, genoss sie es hier am Strand zu entspannen, sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Blace schloss die Augen, hechelte leicht, wollte schlafen, doch da stieg ihm der Geruch der Pizza in die Nase, welche er noch nicht ganz aufgegessen hatte. Also öffnete er die Augen, sah seine Pizza an und biss hinein. So war die Welt in Ordnung. Die Zeit verflog, er genoss es, in dem weichen Sand liegen zu können, neben Namya. Mit ihr war die Welt in Ordnung.

[Bei Namya]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 19 Okt 2011, 02:45

    Sahara schritt schnell am Strand entlang. Die weißen Zähne der Windhündin waren in das Stückchen Fleisch gegraben welches sie soeben erfolgreich aus einer Mülltonne gefischt hatte. Ja, Fleisch! Sie konnte ihr Glück gar nicht fasse und ohne es zu merken trug sie ihren Kopf ein bisschen höher als normal. Ihre Rute mal nicht eingeklemmt schwang leicht hin und her. Auch wenn sie im Moment mit ihren Hochgefühlen kämpfte wanderten ihre braunen aufmerksam ueber den Strand, über die Straßen und an den großen Menschen Massen vorbei. Klar, die meisten Menschen fingen sich nun an zurück zu ziehen, aber wenig konnte man die Anzahl jetzt nicht nennen. So empfand das zumindest Sahara.

    Die Sonne begann nun langsam im Meer zu versinken und Sahara wusste, dass es bald Nacht wurde. Langsam begann die Kälte auch unter ihrem Fell unangenehm zu prickeln. Aber das war im Moment noch auf längere Episoden von „durch den Schatten laufen“ beschränkt. Denn die untergehende Sonne spendete noch genug wärme um der Windhündin ein wohliges Gefühl zu vermitteln. Sie liebte Sonnenuntergänge, die warmen Farben der Sonne, wenn jene sich am Meer brach und die Welt in ein neues Licht tauchte. Da auch die Menschen sich anfingen zurückzuziehen bekam ihre Lieblings Zeit noch einen Pluspunkt. Denn desto weniger Menschen, desto leiser wurde ihre Umgebung.

    Sie beobachtete Namya, welche nicht allzu weit vor ihr der Sonne entgegen trabte, genauso wie sie selbst und Blace, dem einzigen Rüden in ihrer kleinen dreier Gruppe, er hatte auch erfolgreich am Mülltonnen überfall geholfen und nun folgten sie alle beide der Einjährigen. Im Großen und Ganzen hatte die Windhündin keine Probleme damit Namya zu folgen, sie war halt eine gute Führerin auch wenn sie selbst schon etwas mehr Erfahrung im Leben hatte. Sie erinnerte sich noch gut als sie das erste Mal auf die kleine, damals noch zweier, Gruppe getroffen war. Wie durch ein Wunder hatten sie sich zusammen getan. Erst nur als kleine Zweckgemeinschaft und jetzt auch als richtiges kleines Rudel, wo alle irgendetwas beizusteuern hatten.

    Ihre Augen waren immer noch auf den, in einen warmen orange, leuchtenden Sand gerichtet, denn die Sonne war ihr doch noch ein bisschen zu grell. Außerdem musste man ja nicht immer in die Sonne schauen um ihre Schönheit genießen zu können. Von den zwei anderen Hunden konnte sie nur wenig erkennen, da sie der Sonne entgegen liefen und Sahara so nur ihre Schattenseite sehen konnte. Doch sie wusste schon die beiden zu unterscheiden.

    Die Windhündin stutze als sie einen weiteren Schatten kommen sah, jener kam ihrem kleinen Rudel entgegen. Unsicher blieb Sahara stehen. „Kenne ich ihn nicht irgendwo her..?“ Sie kniff ihre Augen zusammen um den Rüden besser erkennen zu können. Langsam trat sie wieder ein paar Schritte vorwärts um zu der Stelle zu gelangen, welche Namya anscheinend als ihren Rastplatz erwählt hatte.
    Natürlich kannte sie den alten Hund! Ihr kam die Scene vor wie ein Déjà-vu. Schon mal gesehen. Ja, sie war dem Mischling doch schon mal an einem Tag begegnet, am Abend, als die Sonne zwar schon weiter ueber den Himmel geschritten war, aber Sonnenuntergang war Sonnenuntergang! Nervös begann die Hündin auf der Stelle umher zu tippeln. Zwang sich jedoch zwischen drin auch mal einen Schritt vorwärts zu tun, so hatte sie auch bald den Rastplatz erreicht.


    Dort angekommen legte sie als erste ihr ergattertes Fleisch zu Boden, bereit es gegen Futterneidische zu verteidigen streckte sich ihre Rute noch etwas weiter empor. Das war ihr Fleisch und niemand würde es ihr weg nehmen, sie hatte genug von Fisch! Ihre Augen versuchten alles was um sie herum geschah zu beobachten, als sich die schlanke Hündin nieder beugte um ein bisschen von ihrem kostbaren Gut zu probieren. Hach! Schmeckte das gut! Mit ihrer Zunge fuhr sie sich ueber ihre Lefzen damit sie auch ja kein bisschen Geschmack versäumte. Klar, ein bisschen fad schmeckte es ja, aber nach all dem Fisch hatte sogar dieses Stückchen Müll Geschmacklich eindeutig die Oberhand. Sie genoss das Stückchen regelrecht. Doch als der Geschmack langsam verflog beugte sie sich nicht erneut zu dem Rest hinunter, sondern begutachtete den alten Mischlings Rüden noch einmal genau.

    „Wie hieß er noch mal..“ Sie kniff ihre braunen Seelenspiegel zusammen und versuchte die vergangenen Erinnerungen wieder hervor zu rufen. Fehlschlag. Ihr war der Name wohl einfach entfallen. Dennoch erhob sie ihre Stimme. Es wäre doch unfreundlich jemanden dem man schon mal begegnet ist nicht zu begrüßen! „Hallo“

    Sie musterte den Rüden immer noch. Ihre „Anführerin“ schien ihn irgendwo her zu kennen, aber woher denn nur? Blace reagierte natürlich total einnehmend, näherte sich gleich Namya um dem Alten wahrscheinlich zu zeigen, dass sie schon vergeben war. Innerlich schnaubend verdrehte Sahara die Augen und trat einen Schritt vorwärts. Ihre Vorderpfoten hoben und senkten sich. Ach, warum musste sie jedes Mal immer so nervös sein! Bei der kleinsten Aufregung schon. Sie hasste das! Und schon wieder musste sich eine ihrer schlechten Eigenschaften zeigen, denn sie öffnete ihr Maul erneut und ihre Lefzen verzogen sich zu einem Grinsen „Bist nicht mehr der Jüngste, oder?“ Ob sie ihn nun kannte hin oder her. Tatsache war Tatsache!


{bei Blace & Namya – sieht & begrüßt Flake}

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 19 Okt 2011, 18:11

Can’t you hear me scream? – Can’t you see my fear growing in my eyes?

Schon seit einigen Tagen trieb sich die schöne Saluki Hündin am Strand herum, den das Meer schien sie magisch anzuziehen. Am liebsten würde sie einfach Hals über Kopf in die weißen, schäumenden Wellen springen, doch jedes mal erfand sie ihrgend einen Einwand der sie davon abhielt. Esperanza wusste das sie feige war, wusste, das sie verlernt hatte was spaß bedeutete, ja, sie wusste das Alles und konnte doch nichts daran ändern. Einer ihrer besten Argumente war, das sie nun endlich wieder sauber durch den Regen geworden war und dieses Glück nicht einfach aufgeben wollte, ein anderer Punkt war, das nun da die Sonne unterging und es kühler wurde, für die zarte Hündin die Gefahr bestand sich zu erkälten. Esperanza war für die Hitze gemacht, nicht für die Kälte und obwohl der Regen den Schmutz von ihrem Körper und von ihrer Seele gewaschen hatte, machte das kalte und nasse Zeug sie jedes mal von neuem depressiev und somit manchmal sogar auch ziemlich bissig. Ein kleiner Junge mit blonden Haaren und blauen Augen, der am Vortag am Strand herumlief musste dis zu spüren bekommen. Wahrscheinlich nur freundlich gemeint wollte er die ausgemergelte Hündin streichen, trat jedoch auf einen ihrer Pfoten, natürlich aus versehen, aber Esperanza hatte sich trozdem umgedreht und nach dem Kleinen geschnappt. Nachdem der Junge davongerannt war, fühlte sich Esperanza jedoch noch schlechter und zog sich zum Stadtrand zurück, wo sie sich unter einer Bank zusammengerollt hatte und betrübt hinaus in den Regen gestarrt hatte. Doch nun trottete sie ganz gemässlich am Strand entlang und genoss den Umstand, as es nicht regnete.
Plötzlich kam ein altes Ruderboot, oder ihretwegen auch Fischerboot in Sicht und darunter lagen zwei Hunde. Sofort drehte sich Esperanza herum und wollte schon das Weite suchen, doch dann überlegte sie es sich doch anders, drehte sich wieder um und versuchte die beiden Hunde, so gut es eben ging, auszumachen. Gott sei dank, es waren zwei Hündinen und sahen, ehrlichgesagt, überhauptnicht wie Streuner aus, eher wie manche dieser hoch gezüchteten Hunde, wenngleich auch nicht ganz so glamorös. Esperanza konnte sich nicht entscheiden. Sollte sie zu den Beiden hinüber gehen oder nicht?

»Sei gefälligst kein solcher Feigling Espe! Es ist ja schon lächerlich wie du dich aufführst! Bist du eine erwachsene Hündin oder ein neugeborener Welpe ohne Verstand? Was ist blos los mit dir Mädchen? Kein wunder das alle denken du hättest nichtmehr alle Tassen im Schrank! Fürchtest dich davor zu zwei nett ausehenden Hündinen hinüber zu gehen um mit ihnen zu reden. Das ist traurig. Nein, du bist traurig Esperanza. Wirklich traurig!«

Die Hündin führte mal wieder eins ihrer Selbsgespräche. Dies war ein weiterer Grund, wieso viele dachten sie wäre verrückt! Doch nun hatte sie sich selber überzeugen können, doch zu den beiden Hunden zu gehen. Es würde schon nicht gefährlich werden und wenn doch, Esperanza war eine verdammt schnelle Läuferin, auf wenn man es ihrem gebrächlichem und zartem Körper wirklich nicht zutrauen würde.
Zögerlich wagte sie sich immer weiter und weiter vor, bis sie schließlich nurmehr einen bis zwei meter von dem kleinem Boot entfernt war, unter dem die beiden Hündinen lagen. Verlegen lies Esperanza den Kopf senken und sah aus ziemlich verängstigten, aber immernoch wunderschönen, braunen Augen zu der einen Hündin mit dem vielem Fell, doch aus Angst das ihre Stimme zittern könnte, blieb Esperanza still und spannte ihren Körper an, um jeden Moment blitzartig verschwinden zu können.

(läuft am Strand entlang || in Gedanken versunken || sieht Fyfa und Sunset || geht zu ihnen hinüber)
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 19 Okt 2011, 19:26


Der erste Schritt. Die Farbe des Sandes irritierte den Roten doch unter seiner Pfote fühlte es sich sehr- gut an.
Carmello folgte den anderen.

Die letzen fünf Monate hatten den Kater ausgezehrt. Ja, Carmello hatte sehr viel Masse verloren. Er war jetzt tatsächlich…dünn. Seinem Aussehen kam das jedoch nicht zugute. Das Fell war stumpf und wirkte an seiner schlaffen Haut eher wie ein Mantel. Der Rote war erschöpft und nicht mehr ganz der Alte. Er hatte einige seiner Prinzipien aufgeben müssen… Für ihn war es ein Wunder, dass er überhaupt noch am Leben war. Nach seinem Zusammenbruch, als er schon fast verhungert war, hatte er mit seinem Dasein so gut wie abgeschlossen. Doch seine Gefährten hatten ihn gerettet. Irgendwie mussten sie Futter aufgetrieben und ihn damit wieder aufgepäppelt haben. Er konnte sich nicht genau daran erinnern. Zu der Zeit war ihm Alles irgendwie fern und unrealistisch erschienen. Wabernde Erinnerungsfetzen hatten sich mit der Wirklichkeit vermischt.

Irgendwann war er jedoch wieder so weit bei Verstand und „Kräften“, dass sie ihre Reise fortsetzen konnten. Der Kater fühlte sich schuldig. Wegen ihm hatten sie sehr viel Zeit eingebüßt. Nicht bloß am Anfang, nein, auch später rasteten sie ausgiebig und suchten Futter… Und damit kommen wir zu Carmellos Prinzipien. Sein Entschluss weiterhin nur „menschlich“ geprüfte/empfohlene/ansprechende Nahrung zu sich zu nehmen- war gebrochen. Zwar wusste er nicht mit was ihn die Hunde gefüttert hatten (ehrlich gesagt wollte er das auch gar nicht wissen), doch auch danach hatte er nicht besonders viele Wahlmöglichkeiten. Der verwöhnte Kater musste nun nehmen was es gab. Der Wunsch zu überleben war zu stark! Es war jedoch jedes Mal eine Überwindung, von den gerade getöteten, blutenden Tieren/Tierstücken zu fressen, welche Chakka oder die anderen Hunde ihm großzügiger Weise überließen.

Durch seinen peinlichen Zusammenbruch, die nette Hilfe (die er im Grunde genommen überhaupt nicht verdiente) und die herablassenden Blicke des selbsternannten Anführers Filiash, aufs tiefste gedemütigt, beschloss Carmello wenigstens seine gestorbenen Jagdkünste wieder neu aufleben zu lassen. Er wollte nicht weiterhin so nutzlos sein! Die Ausführung dieses Plans war allerdings alles andere als einfach. Es sollte unter keinen Umständen jemand anderem auffallen. Diese zusätzlich Peinlichkeit hätte der Kater wahrscheinlich nicht überstanden: "Eine Katze, die nicht jagen kann? Wo gibt es denn so was?! Hahaha…"
Nein! Das wollte sich der Rote nicht antun.
Sich heimlich von der Gruppe wegzustehlen, um zu trainieren, gestaltete sich leider als fast unmöglich. Carmello kam es jedenfalls so vor, als ob er ständig von den anderen beobachtet wurde. Schön und gut, dass sie ein Auge auf ihn haben wollten, falls er wieder schlapp machte, aber der Kater empfand es eindeutig als zu viel. „Sie machen sich nur Sorgen um dich“, redete er sich selbst immer ein, wenn ein heimlicher Fluchtversuch, durch die wachsamen Augen einer seiner Gefährten vereitelt wurde. Es gelang ihm meist nur zu entkommen, wenn sie in der Nacht halt machten und die Hunde todmüde ins Reich der Träume versanken. Und dann fing auch schon die zweite Schwierigkeit an… Wie sollte man eine Maus oder besser ein größeres Tier dazu bringen sich zu verraten und am besten noch von Carmello fangen zu lassen? Angestrengt versuchte er sich daran zu erinnern wie er als sehr junger Knabe gejagt hatte. Das war lange her und die Jahre der Faulheit hatten ihn ungeschickt und ungeduldig gemacht. Das hatte zur Folge, dass die ersten Versuche kläglich scheiterten. Sobald er ein Geräusch gehört hatte, war er losgesprungen und hatte natürlich- nichts erwischt. Im Laufe der Zeit hatte er sich allerdings entwickelt. Carmello konnte sich nun besser in Geduld üben, lauern und seine Sprünge wurden immer sicherer. Anpirschen gelang ihm jedoch immer noch schlecht. Auch das Töten bereitete ihm Schwierigkeiten. In Erinnerung an seine alte massige Pracht hatte er sich einfach auf die kleinen Kreaturen fallen lassen um sie zu erquetschen. Nun musste er aber feststellen, dass die Winzlinge ihn ziemlich oft überlebten. „Diese zähen, kleinen Biester!“ Der Einsatz von Krallen und Zähnen kostete ihn einiges an Überwindung. Blut war bis dahin noch immer nicht sehr beliebt bei ihm.
Aber das Leben auf der Straße verändert eben. (Ob Carmello allerdings je die Leidenschaft erfährt die andere Raubtiere bei der Jagd verspüren, bleibt abzuwarten.) Er fügt sich in sein Schicksal, isst blutige/eklige/haarige/tote/unzubereitete Tiere (jedoch nie mehr als nötig) und jagt sogar selbst (immer noch nicht ganz perfekt aber immerhin).
Ja, Carmello war nun ein Kind der Straße, Tiger der Freiheit und nicht mehr der Selbe.


Mit großen Augen bewunderte er den Sonnenuntergang. Die Sonne bildete einen starken Kontrast zu dem ungewöhnlichen Sand. Jeder schien in seinen eigenen Gedanken zu verweilen. Was bedeutete diese Ankunft für sie? Es war ein merkwürdiges Gefühl. Die Stimmungen der Hunde schienen sich in der Luft zu vermischen. Was war das nur? Der Kater versuchte seine eigenen Empfindungen zu benennen. War er…erleichtert? Froh? …Wehmütig? Carmello hatte keine Ahnung was es für ihn bedeutete hier zu sein. War es nicht irgendwie ein Abschied. Das Ende eines riesigen Abenteuers. Eines Abenteuers, was sein Leben komplett auf den Kopf gestellt hatte. Oder war es erst der Anfang?

Der Sand kitzelte beim Laufen. Das Meer rauschte angenehm und die salzige Luft kribbelte in der Nase. Er war noch nie an einem Strand gewesen. Er ließ sich auf die Hinterpfoten nieder und genoss den Moment. In sicherem Abstand vom Wasser beobachte er seine Umgebung. An den Seiten lagen große Steine. Alle waren dunkel. Chakka sprach mit Filiash...
Eigentlich sollte er nicht so denken, denn Filiash hatte sie hier her gebracht, aber der Kater wünschte sich trotzdem, dass dieser Hund die Gruppe verließ. Mit einem Mal fragte sich Carmello ernsthaft, ob nicht eher er die Gruppe verlassen musste. Schließlich war er kein Hund; er hatte den anderen viele Schwierigkeiten bereitet und außerdem waren sie wieder bei den Menschen, die ihn aufnehmen könnten. Schwermütig schloss er die Augen. Er versuchte die Fröhlichkeit von Nando in sich aufzusaugen der Cuco gerade zum spielen aufforderte. Dann hörte er den Wolfshund in seine Richtung stürmen und wandte sich zu ihm. Sand schleuderte auf, als Nando vor ihm abbremste. Als die große Nase in seinem Fell versank fiel ein gewaltiger Teil seiner Sorge von ihm ab. Nando tauchte immer zum richtigen Zeitpunkt auf. Nun wusste der Kater, dass er wundervolle Freunde gefunden hatte. Sie würden ihn nicht verstoßen. Wie konnte er das nur denken? Mit glänzenden Augen sah er Nando nach, der nun auf Cuco losrannte. Der Rote legte sich langsam in den Sand. Es würde lange dauern die winzigen Steinchen wieder aus dem Fell zu bürsten, doch das war ihm egal. Die Menschen kümmerten ihn nicht. Bis auf Futter, hatten sie nicht viel zu bieten. Doch Carmello verspürte keinen Hunger mehr.
Er hatte Freunde. Er fühlte sich sicher. Er war zufrieden.

[bei Chakka; Fili, Nando, Cuco/ am Strand]

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 19 Okt 2011, 21:59

Das Wetter war wunderbar, die Umgebung ruhig und zur Abwechslung mal welpenfrei – obwohl Corazon ja schon nicht mehr wirklich als Welpe durchging, war sie doch weitestgehend ausgewachsen – und eigentlich hätte Sunset vollauf zufrieden sein können, wie sie so im Schatten der Abendsonne lag. Die letzten Monate hatten ihr ein wenig Erholung gebracht, sie hatte Fyfa und ihre Tochter kennengelernt und ihre ursprüngliche Abneigung gegen die Fähen gänzlich ablegen können. Die Colliehündin war eine gute Mutter und die Kleine hatte inzwischen eine Größe erreicht, mit der die Rote umzugehen wusste. Zu Jeszyl hätte ihr Verhältnis ohnehin kaum noch besser werden können, und letztendlich hatte sie sogar in dem Hundekater Sparky einen Freund gefunden. Und dennoch, in den letzten Tagen war sie unruhig geworden, hatte vor Allem um den Kangal einen Bogen gemacht, denn sie spürte eine Zeit anbrechen, in der sie eigentlich keinen Rüdenkontakt wollte. Denn ganz anders als die meisten Hündinnen hatte Sunset kein Interesse an eigenen Welpen.
Doch im Moment war sie mit Fyfa allein und erwachte gerade aus einem Halbschlaf, vielleicht vom Kreischen einer Möwe geweckt oder einer brandenden Welle. Verschlafen blinzelte sie in die Abendsonne, hob den Kopf ein Stück und gähnt ausgiebig. Ein kurzer Blick zu Fyfa und ein müdes Lächeln, ehe sich die Rote aufraffte, sich ein, zwei Meter vom Boot entfernte und erstmal ihre vier Läufe ausstreckte. Nach einem kräftigen Schütteln des Pelzes suchte sie mit den Augen den Strand zu beiden Richtungen ab und sah schließlich wieder zu der anderen Hündin.

“Es wird bald dunkel.. Wo die Anderen wohl stecken?“

Besorgt? Nicht ernsthaft. Es war nicht ungewöhnlich, dass Jeszyl und Cora auf Erkundungstour gingen und im Augenblick war es Sunset auch ganz recht, dass weder der eine noch die andere hier herumsprangen. Sich den Kangal vom Leib zu halten würde in den nächsten Tagen noch schwierig genug werden. Dennoch ließ sie als Zeichen der Zufriedenheit ihre gekringelte Rute hin- und herschwingen, während sie den Blick nun wieder Richtung Horizont wandte und ihren Gedanken nachhing.

[Am Strand mit Fyfa]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 20 Okt 2011, 14:34

Der ewige Trott durch den schwarzen Sand scheuerte ihm die Ballen wund aber wenn er den Strand für eine Futtersuche verließ, musste er immer acht geben, nicht von den Menschen erwischt zu werden. Jetzt allerdings konnte er sich nicht beklagen. er hatte einen Knochen mit Fleisch dran gefunden. Es roch ein wenig ranzig, wahrscheinlich hatte man es deswegen weggeworfen aber für einen Hund war dies ein unwiderstehlicher Leckerbissen. Er hatte auch endlich Namya und Blace wiedergefunden und mit ihnen auch eine neue-alte Bekanntschaft; Sahara. Flake legte den Knochen kurz ab und packte ihn erneut, diesmal kräftiger. Blace hetzte neben Namya. Der alte Weiße konnte nur den Kopf schütteln. Dieser unsinnige Egoismus... Er konnte doch eh keiner Hündin mehr körperliche Liebe schenken, desweiteren war Namya sowieso zu jung. Flake hielt bei den Jüngeren Hunden an, legte den Knochen vor Sahara ab "Nein, die jungen Jahre sind vorbei" er gab ihr den Knochen zum Geschenk, ausnahmslos denn sie schien es mehr zu brauchen als er.

Er ließ sich ächzend in den warmen Sand sinken und bettete den Kopf auf die Pfoten "Ich werd eindeutig zu alt für Raubzüge wie diesen" brummte er leise, schmunzelnd. Immerhin hatte das Finden des Knochens auch eine kleine Verfolgungsjagd beeinhaltet die er nur knapp gewonnen hatte. Er schaute von Sahara zu Namya, würdigte Blace keines Blickes sondern wandte seinen Kopf direkt zum Meer hin "Was für ein Tag....was für ein wunderbar perfekter Abend...."
Ob es in diesen Breitengraden abends auch Strandfeuer gab, wo die Menschen Musik laufen ließen und tanzten? Falls ja, wollte er noch einmal ein solches Fest miterleben, denn es waren immer kleine Höhepunkte gewesen, sich zur Musik zu wiegen und zu träumen. Sein Herz träumte schon jetzt von Vergangenen Vergnügungen.

"war jemals jemand von euch in einem Regenwald?" seine Stimme verlor sich in der aufkommenden und näherkommenden Nacht.



[bei Sahara, Namya & Blace am Strand]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 22 Okt 2011, 09:05

So war sie also ins Land gegangen, die Zeit die einem später fehlen würde, wenn es darum ging, auf das bisherige Leben zurückzuschauen. Jeszyl konnte nicht sagen, dass er sonderlich viel bereut hätte, aber sich ließe sich da die eine oder andere Sache finden. Felicitas nicht gefolgt zu sein, um nur ein Beispiel zu nennen – immernoch hatte er das Bildnis der bildhübschen Hündin vor Augen. Aber in der Zwischenzeit waren da tatsächlich neue Gefühle entstanden, die bis dato alles andere als vorhanden gewesen waren, obgleich es eigentlich immer öfter einen Anlass gegeben hatte: Vatergefühle und Vaterstolz. Jaja, ausgerechnet der große Brocken musste sich mit so etwas „herumplagen“, aber Jeszyl tat dies nicht ohne eine gewisse Portion Stolz aber auch Genugtuung. Denn Corazon hatte sich wirklich in die richtige Richtung entwickelt und sollten Cuco wie auch Baja noch leben – das wusste der Große ja nicht – wären sie sicher ebenso prächtig gediehen, auch wenn sie nicht den Hauch einer Ähnlichkeit mit ihrem Erzeuger bewiesen. Wenn man vom Äusseren ausging zumindest. Bockig wie er konnte Cora zum Beispiel ganz gut sein – vielleicht hatte ihn die Kleine deshalb ein Loch in den Bauch gefragt, als er offenbart hatte, einen Moment für sich haben zu wollen – und daraus einen Cora-Jesel-Moment zu machen. Denn wann hatte man schon einmal die Gelegenheit, aufeinanderzuhocken ohne dass Mama und der rote Fellball dabei waren? Richtig, so gut wie nie. So hatte er besagte Hündinnen ihrer eigenen Unterhaltung überlassen – und wich damit so nebenbei möglicherweise aufkommenden Gerüchen aus, denn wer richtig rechnete, wähnte Fyfa nahe ihrem Zyklus.

Also war die Gelegenheit doch ganz gut, einfach mal auszubüchsen. Und genau das hatte der Rüde getan, wenngleich er sich anfangs noch ziemlich darüber ausgeschwiegen hatte, wo es hingehen sollte. Dass es allerdings sehr stark in Richtung Loro Parque gehen würde, konnte Cora sicher schon an der Geräuschkulisse ausmachen, die selbst auf viele Meter Entfernung einzigartig erschien. Es war die rechte Querstraße unweit des großen Areals die man gerade beschritt – und man wurde mehr oder minder zu einer Pause genötigt, denn des Rüden Nase wurde gekitzelt. Auch wenn er sich zwischenzeitlich kaum mit Markieren hier, prollen da und allgemein Rüdentum und ohnehin wenig zurückgehalten hatte. Der Blick fuhr zu Cora und schweren Herzens hielt der Rüde inne, in der stummen Hoffnung der Geruch zöge weiter. Oder die junge Hündin neben ihm beschlösse, die Gegend alleine zu erkunden. Aber da Möglichkeit eins leider die realistischere war, blieb er stehen und senkte den Kopf etwas, um größentechnisch zumindest halbwegs dem Niveau der Halbstarken näher zu kommen.

„Halt mal an, Riesenzwerg.“

Riesenzwerg. Irgendwann würde ihn Cora dafür steinigen, aber den Begriff verwendete er schon so lange, dass er sich eingebürgert hatte – ohne dabei gleich despektierlich zu wirken, zumindest sah der Rüde das so. Aber der hatte ja oftmals einen ziemlich exklusiven Blickwinkel auf die alltäglichen Dinge des Lebens – und die anderen auch. Ohne aber zu warten ob der Riesenzwerg auch wirklich stehenblieb, hielt er selbst inne und würde ihr notfalls, kraft seiner Masse, den Weg versperren, aber so neugierig hatte Cora bisher eigentlich nicht gewirkt.

„Ab hier bestimmst Du die Richtung. Wir gehen überall hin, ausser rechts herum, geradeaus und zurück.“

offenbarte er der jungen Hündin so manche Möglichkeit – und nahm ihr, wahrscheinlich ohne es zu wissen, gleich einige wieder. Der Ausdruck in der Rüdenmimik aber ließ sich nicht anders als mit Erwartungsvoll beschreiben, denn ein wenig Selbstständigkeit würde der jungen Hündin ganz sicher nicht schaden. So galt Corazon ein neckender Fanglecker, ehe der Kraftbrocken eine Runde um die jüngere, Leichtere und kleinere, nicht aber unintelligentere Hündin herumwatschelte.

[nahe des Loro Parque – Cora vor sich]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 23 Okt 2011, 17:35

Quinta gähnte, streckte sich und verließ die Höhle. Sie wusste nicht, wie viel Zeit inzwischen vergangen war. Schon lange lebten sie gemeinsam am Strand und ihre Freunde hatten nicht zu viel versprochen – das Meer war gewaltig, großartig und unendlich. Sie wurde es nie müde, einfach nur dazusitzen und zu beobachten, wie die Wellen am Strand leckten. In jenen Momenten war ihr noch mehr als sonst bewusst, wie klein und unbedeutend sie eigentlich war. Auch jetzt, da sie vor der Höhle stand, wanderte ihr Blick wie von selbst auf den Horizont. Wahrscheinlich waren sie alle nur winzige Punkte, die in der Welt verstreut waren und die vielleicht nie wieder zueinander finden würden.
Noch immer dachte sie oft an Chakka und die anderen Hunde, die sie verloren hatte, vor allem jedoch an Cuco. Ob er mittlerweile schon gewachsen war? Bestimmt. Sie vermisste ihn noch immer und würde alles dafür geben, ihn wieder zu sehen. Wahrscheinlich hatte er sie längst vergessen und konnte sich gar nicht mehr an die unscheinbare Hündin erinnern. Das wäre gut, denn dann war er wahrscheinlich irgendwo bei anderen, besseren Hunden und war glücklich. Aber warum machte sie die Vorstellung, dass Cuco sie vergessen hatte, dann so traurig?
Die Antwort war schnell gefunden: weil sie egoistisch und schlecht war. Sie hatte nun ein Rudel, das zusammenhielt, hatte einen wunderbaren Sohn, dessen Vater sich zuverlässig um sie beide kümmerte. Und trotzdem war es ihr nicht genug, trotzdem wollte sie noch Cuco. Sie seufzte.
Criado kam gerade zum rechten Zeitpunkt. Sie wandte ihm den Kopf zu und zwang sich zu einem Lächeln, als er sie anstupste. Er wirkte so fröhlich wie immer – ob er sich nie Sorgen machte? Sie bewunderte das.

“Ich würde gerne am Strand entlang gehen“, meinte sie zaghaft.

Um Ceniar machte sie sich eigentlich weniger Sorgen – sicher, er war noch klein und sie hatte ihn gerne so oft wie möglich bei sich, doch er war bei Noyn. Sie wusste oder glaubte zumindest, dass er dort wesentlich sicherer war als bei ihr. Immerhin kannte Noyn sich viel besser mit dieser Welt und den Zweibeiner aus, außerdem war er mutiger und stärker. Was auch immer er in letzter Zeit ständig mit Ceniar unternahm – es machte sie beide glücklich und sie kamen mit glänzenden Augen zurück. Vermutlich würde es auch noch eine ganze Weile dauern, bis die beiden zurückkehrten – sie konnte also mit Criado tun, was immer sie wollte.

Ein wenig schüchtern beäugte sie ihn von der Seite, während sie sich in Bewegung setzte. Criado tat ihr gut, wie er wahrscheinlich allen gut tat. Er war stets gut gelaunt, freundlich und zuversichtlich, und das, obwohl er selbst so seine Sorgen hatte. Sie erinnerte sich noch gut daran, dass er eigentlich seinen Herrn hatte suchen wollen – etwas, das sie damals gut hatte verstehen können. Nun war er immer noch hier. Ob er hier glücklich war und bleiben wollte? Hatte er in der Zwischenzeit seinen Herrn vergessen? Das glaubte sie nicht. So leicht konnte man nicht vergessen, das wusste sie aus leidlicher Erfahrung. Vielleicht hatte er seinen Plan noch nicht aufgegeben, nur verschoben, doch die Vorstellung, dass Criado einfach so verschwinden könnte, erschreckte sie mittlerweile. Aber konnte sie ihn einfach darum bitten, zu bleiben? Das wäre egoistisch.

“Criado“, begann sie vorsichtig und schleckte sich ein wenig nervös über die Nase, während sie ihn anblickte. “Willst du immer noch gehen? Hier ist es doch schön...“

Selbst in ihren eigenen Ohren klang ihre Stimme ein wenig ängstlich. War das wirklich noch normal, wie sehr sie sich an die Hunde klammerte, die ihr etwas bedeuteten? Vielleicht wäre das anders, wenn sie Cuco nicht verloren hätte.


[ Criado | am Strand]

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 23 Okt 2011, 21:00

Auch wenn Filiash den Rest der kleinen Gruppe ignorierte, blieb ihm nicht verborgen, dass sich Nando, Cuco und Carmello über die Ankunft sichtlich freuten. Dennoch konzentrierte sich der Huskymix einzig und allein auf die Worte Chakkas. Doch was ihm da zu Ohren kam, wollte dem Bunten nicht so recht gefallen. Etwas zweifelnd verzog er seine Miene. Ob er sich auch nicht verhört hatte? Nun begann er gar seine Stirn kraus zu ziehen und eine Braue zu heben, um den kleinen Mischlingsrüden mit einem in Skepsis getränkten Blick zu mustern. Der Ältere schien seine Frage verwunderlicher Weise durchaus ernst zu meinen. Beinahe hatte er schmunzeln müssen, da in seinen Augen die Antwort mehr als klar zu sein schien. Nein, wie kam Chakka bloß auf die Idee, das der Hühne nun wieder kehrt machen würde? Oder das gar die neu gewonnene Rolle als Anführer einfach so abtreten und sich allein auf der Straße durchkämpfen würde? Lächerlich! Fein säuberlich begannen sich die Lefzen des Rüdens nach oben zu bewegen, als er seine Antwort auf direktem Wege preis gab:

„So leid es mir ja tut, dir das sagen zu müssen, Chakka, aber ich bevorzuge eher keinen von deinen... für mich vorgesehen Wegen“

Beinahe stichelnd wirkten die Worte Filiash'. Ja, er musste sich wirklich das Lachen verkneifen. Aber wie hieß es doch so schön; Auf blöde Fragen gibt es eben nur blöde Antworten. Für einen Augenblick überlegte der farbenfrohe Rüde, ob er denn noch etwas hinzuzufügen hatte. Natürlich gab es da noch so einiges, was ihm von der Zunge hätte gleiten können. Doch erst einmal ließ er wohliges Schweigen über die beiden Artgenossen kommen. In der kurzen Pause schwenkte Filiash den Kopf auch wieder gen Wasser. Wie die Anderen es fanden, dass er nicht vorhatte zu gehen, war ihm herzlich egal. Er fand es gut, also musste es auch so.

„Keine Ahnung, was ihr dachtet aber ich werde weder umkehren und zu dem Dorf zurück kehren, noch werde ich einfach so abdanken. Wenn ich euch schon bis hier her geführt habe, kann ich es auch weiterhin tun. Ich hab' das doch immerhin ganz prächtig gemacht, oder nicht? Also, dafür, dass ich noch nie hier war. Ja, doch, ich finde schon. Daraus zieht jeder für sich ein Gewinn.“, auch wenn er selbst noch nicht so genau wusste, welchen Gewinn er da meinte allerdings klang das so doch ganz plausibel. Für ihn, verständlich.

Ein letzten, bestimmten und hochfreundlichen Blick bekam der kleine Braune zugeworfen, ehe Filiash flüchtig zu Nando und Anhang umwandte. Somit bot er einem Widerspruch nicht einmal den Hauch einer Chance. Zumindest rechnete der Mischlingsrüde nicht mit Gegenweh. Was sollte Chakka auch schon groß gegen ihn vorzubringen haben? Damit hakte er seinen zuvor ausgeheckten Plan als erfolgreich abgeschlossen ab. Und da soll einer mal sagen, das ganze wäre nicht gut durchdacht gewesen.


{ strand von puerto ;; chakka }
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 23 Okt 2011, 22:25

    Die Rote hatte geschlafen und Fyfa hatte ihr die Ruhe gegönnt. Sie wusste ja, wie sehr sie in der nächsten Zeit gestresst sein würde. Natürlich waren es nicht nur Rüden, die die Veränderungen von Sunset rochen. Auch Fyfa war das nur allzu vertraut. Ihr selbst würde es noch einige Zeit erspart bleiben, aber der Welpenschutz ihrer letzten Läufigkeit galt jetzt auch nicht mehr. Zumal sie ja auch nicht mehr in irgendwelchen Bergen umherirrte. Die Colliehündin fühlte mir Sunset also voll und ganz mit und würde vermutlich sogar versuchen ihr zu helfen sich vor den Rüden zu verstecken, wenn ihr das möglich war. Sie würde nie wieder so eine Tortur durchmachen wollen. Eigentlich war es ja sogar unfair, dass die Rüden die Hündinnen nicht selbst entscheiden ließen von wem sie Welpen haben wollte. Aber das war wohl nur eine verwöhnte Denkweise, die sich noch von ihrer Mutter eingeprägt hatte. Hatte diese einen Rüden nicht gemocht, musste sie das nur ihrem Herrchen zeigen und der hatte den nächsten Rüden geholt. Das war ein einfaches, langweiliges, aber entspanntes Leben, wie es Fyfa wohl auch geblüht hätte, hätten ihre Besitzer sie nicht vergessen. Und jetzt war nichtmal ein Sean da, an den sie sich halten konnte. Die anderen Hunde hatten Respekt vor dem großen Rüden gehabt und sie deswegen kaum angerührt. Was wohl aus ihm geworden war? Er war Fyfa wirklich sympathisch gewesen. Und was war wohl mit Chakka? Dass Noyn hier in der Nähe war wusste die Hündin ja und in dieser Nähe würde sie ihn auch lassen. Er hatte einen Welpen, das sagte ihr der Geruch, der von der Geburtshöhle Coras ausging.

    Plötzlich wachte Sunset neben Fyfa auf. Sie erhob sich, entfernte sich einige Schritte, streckte und schüttelte sich. Dann erhob sie das Wort. Fyfa konnte sich schon denken, dass sie nicht ernsthaft besorgt war. Im Gegensatz zu ihr selbst. Aber von der Unruhe merkte man kaum etwas. Dafür war es einfach viel zu entspannt im Moment.

    "Ich weiß es nicht. Vielleicht zeigt Jeszyl Cora irgendwas oder er besorgt Futter und sie läuft irgendwo rum."

    Gerade als Fyfa fertig geredet hatte bemerkte sie einen Gestalt, die kaum zwei Meter von ihr entfernt stand. Sofort sprang sie auf und stellte die Rute leicht auf. Ihre Ohren waren noch vorne und die Nase auch nicht krausgezogen, aber ihr Körper stand unter Spannung. Sie wusste ja nicht, wer da vor ihr stand. Dieser eine Collierüde vor nicht allzu langer Zeit hatte ihr gereicht. Seitdem war sie bei Fremden immer etwas vorsichtiger. Aber diese Hündin, am Geruch erkennbar, sah nicht sonderlich gefährlich aus. Viel mehr strahlte sie eine ordentliche Portion Angst aus, woraufhin Fyfa sich wieder etwas entspannte. Außerdem sah die Hündin so aus als würde sie schon beim kleinsten Biss zerbrechen und das wollte Fyfa ihr nun wirklich nicht antun.

    "Hallo. Wer bist du denn?"

    Irgendwie weckte dieses Häufchen Elend, wie es Fyfa vorkam, die Muttergefühle in ihr und so klang ihre Stimme auch nicht knurrig, sondern eher freundlich, beinahe schon zärtlich. Sie mochte es nicht, wenn andere Hunde Angst vor ihr hatten. Genauso wenig wie sie es mochte, wenn andere Hunde keinen Respekt vor ihr hatten. Die gesunde Mischung, ein auf höflichem Respekt basierender Umgang. Das war es, was die Colliedame wollte.


[mit Sunset und Esperanza am umgekippten Fischerboot]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 24 Okt 2011, 00:11

Es war schon wieder viel Zeit vergangen, seit dem die kleine Gruppe, Corazón inklusive, den Wald verlassen, die Stadt durchquert und zum Strand gelaufen waren. Wenn man es genau sehen wollte, ganze fünf Monate. Die kleine Welpin von damals war jetzt überhaupt nicht mehr klein - nein, sie war zu einer stattlichen Teenagerin herangewachsen, von stolzen 9 Monaten! Ihre Beine waren nicht mehr so stummelig und überhaupt, sie sah schon viel weniger Knubbelig aus .. das sah sie zumindest so, wenn sie ihr Ebenbild auf der Meeresoberfläche erblickte.

Sie hatten sich nun also am Strand niedergelassen, unter einem alten Fischerboot. Dort waren sie relativ sicher, zumindest vor Regen und solchen Dingen.
Die Gerüche in der Gegend erinnern sie an etwas. Irgendwie hatte sie das Gefühl, hier schonmal gewesen zu sein. Dass quasi direkt nebenan ihre Geburtshöhle war, daran erinnerte sie sich nicht mehr. Sie wusste, das Noyn dort sein musste, denn seinen Geruch kannte sie noch.. warum sie allerdings nicht bei ihm waren, das wusste sie auch nicht.. irgendeinen Grund hatten sie aber bestimmt, denn der Geruch war ihrer Mama und ihrem Papa bestimmt auch nicht entgangen. Aber sie redeten nicht darüber, also fragte Corazón auch nicht nach - ein wenig hatte ihre Neugierde nun wohl auch nachgelassen. Sie fragte lieber nicht mehr so viel und fand Dinge lieber selbst heraus - vielleicht würde sie in einem unbeobachteten Moment einfach mal zum anderen Teil des Strandes laufen um ihren Onkel Noyn zu besuchen. Der würde sich bestimm freuen, sie zu sehen.

Heute aber war irgendwas anders. Irgendwie sah sie die Welt mit anderen Augen.. nein, nicht direkt die Welt. Die .. männliche Welt! Sie schienen auf einmal irgendetwas interessantes zu haben, woran auch immer das liegen konnte. Vielleicht, weil sich die Rüden ihr gegenüber auch anders verhielten. So viel interessierter an ihr! Was fanden sie nur alle? Dass sie das erste mal läufig war, verstand sie nicht. Sie hatte über soetwas noch gar nicht mit ihrer Mama geredet, war sie sich doch sicher gewesen, sie wurde vom Storch gebracht worden - oder so ähnlich!
Und heute hatte ihr Papa Jeszyl sie mitgenommen, wohin wollte er ihr aber nicht verraten. Das hatte ihre Neugierde natürlich wieder geweckt und von dem anderen abgelenkt, aber so sehr sie ihn mit ihren Fragen auch löcherte, er hatte bis jetzt noch nicht nachgegeben. Das musste wohl etwas ganz spannendes sein! Sie mochte diese Vater-Tochter-Ausflüge! Immer passierte irgendetwas besonderes! Sie waren eine Weile still gewesen. In der Zeit hatte sie ein wenig auf ihre Umgebung beachtet und den vielen Geräuschen nach zu urteilen mussten sie in der Nähe des großen Parks sein, der hier war. Sie war schon oft daran vorbeigelaufen und auch schonmal ein Stück hinein, doch wirklich weit waren sie nicht gekommen, da waren sie auch schon wieder zurückgegangen.

"Halt mal an, Riesenzwerg." Rief er ihr zu und riss sie somit aus ihren Gedanken. Den Geruch, den Jeszyl vernommen zu haben schien, hatte sie gar nicht bemerkt. Etwas verwundert hörte sie, und blieb stehen. Sie drehte ihren Kopf zu ihm um.. Riesenzwerg.. paaah! Aber naja, mittlerweile hatte sie sich ja fast dran gewöhnt - so ganz würde sie sich das aber wahrscheinlich nie!

"Was denn?"

Sie legte ihren Kopf leicht schief und musterte den Kangalrüden, der auch zum Teil in ihr steckte .. .. jetzt nicht unbedingt wörtlich genommen! Einen Moment lang war es wieder still. Dann meinte Jeszyl, ab hier sollte sie die Richtung bestimmen. "Wir gehen überall hin, ausser rechts herum, geradeaus und zurück."
Sie dachte einen Moment lang über seine Worte nach.. dann blieb ihr ja nur nach links! Sie lachte auf.

"Du bist ja ein Spaßvogel!"

meinte sie, aber gehorchte und bog nach links ein. Ihr Verdacht verstärkte sich zunehmend, als sie bemerkte, dass sie sich dem Loro Parque näherten.. sie mochte den Park. Es war alles so schön grün und es gab so vieles verschiedenes zu sehen - Tiere, die sie in freier Wildbahn noch nie gesehen hatte. Komische große Katzen, bunte Vögel, und Fische in allen Farben, Formen und Größen! Und viele Menschen, die eigentlich den ganzen Tag lang am Essen waren. Die Welpen von ihnen waren meistens lieb und naiv und gaben einem bettelnden Welpen etwas von deren Essen ab - ein reines Schlaraffenland, was Corazón bisher dort erleben konnte.


[Mit Papa Jeszyl in der Nähe des Loro Parks]


Zuletzt von Corazón am Mo 24 Okt 2011, 23:05 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 24 Okt 2011, 01:16

Seitdem die Hunde den Strand von Puerto de la Cruz wieder erreicht hatten, hatte Firejay keinen ihrer Freunde wieder gesehen - abgesehen von denen, die mit ihr gekommen waren und einem kleinen Fellknäuel, was zu Noyn fröhlich Papa sagte, was sie ganz besonders nervte. Noch immer fragte sie sich, ob sie Chakka und die anderen jemals wieder sehen würde, oder ob die sie die einzigen waren, die überlebt hatten. Sie selbst hatte ihre Sache gut gemacht, hatte sowohl Quinn, als auch Criado würdevoll geführt und war mit ihnen wie mit Noyn geregelt Richtung Tal gelaufen. Jeden Abend hatten sie sich an der verabredeten Stelle wieder getroffen und als sie endlich wieder den Strand und die überfüllte Stadt erreicht hatten, war die Hündin hungriger und müder denn je. Sie hatte nie richtig schlafen können, etwas richtiges zu essen hatten sie selten gefunden und die Sorge um ihre Freunde hatte sie (und machte sie noch immer) wahnsinnig gemacht.

Mittlerweile hatte sich die goldbraune Hündin von der Reise erholt und war wieder voller Kraft und Mut das Leben zu bewältigen. Noyn hatte ihr immer und immer wieder regelrecht versprochen, dass Chakka, Sean, Cuco und Carmello nichts passiert war und auch von den anderen Welpen, sowie Fyfa und Co hatten sie nicht zu hören und nicht zu sehen bekommen. Ja, es war fast so, als wären sie die einzigen Hunde hier, die sich wenigstens einigermaßen gesittet verhielten, denn von diesen Straßenkötern, die ihn der Gosse lebten konnte man ja keine Manieren erwarten. Heute war ein kühler Tag gewesen und auch der Februar Abend war recht kühl, allerdings schützte das warme Fell der Golden Retriever Hündin sie vor der kalten Abendbrise, die am Strand wehte. Sie hatte sich aufgemacht, um Noyn zu berichten, dass ganz in der Nähe ein fröhliches Grillfest stattfand, mit netten Menschen. Schon von weitem sah sie Ceniar, natürlich – wie konnte es anders sein. Als das kleine Nervenbündel ihr zwischen die Füße lief, schaute sie Noyn äußerst kritisch an. Mit einem angewiderten Blick schubste die den Welpen mit ihrer Pfote von sich.

“Mein Name ist Firejay.“, sprach die Hündin genervt aus, denn nur ihre Freunde durften sie so nennen, das war schon immer so und Quintas Sohn gehörte da nun wirklich nicht zu.

Ceniar konnte nur froh sein, dass Fire sowohl seine Mutter, als auch seinen Vater mochte, denn ansonsten hätte sie der Welpenschutz herzlich wenig interessiert.

“Na, Daddy?“ - sie ließ natürlich keine Gelegenheit aus um Noyn klar zu machen, was sie von seinem Nachkommen hielt - ... „Dort hinten feiern äußerst nette Menschen eine Grillparty. Ich dachte, wir holen uns vielleicht etwas zu essen? Natürlich nur, wenn Ceniar den weiten Weg schon schafft. Du kannst ihn natürlich auch dorthin tragen..“

{ Noyn und Ceniar }
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