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Quinta


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Beiträge : 168

BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 12 Jan 2012, 22:57

Allmählich drang Criados Stimme durch den Schleier der aufkeimenden Panik.

„Ja...“

Seine Worte brachten sie zum Nachdenken – so vieles hatte sich bereits verändert, man konnte wohl ungelogen behaupten, ihr ganzes Leben war auf den Kopf gestellt worden. Und er hatte recht, es war besser geworden! Früher hatte sie geglaubt, ohne ihren Señor nicht leben zu können, aber diese Hunde hatten ihr gezeigt, dass dem nicht so war. Freilich war das nächste Problem nun, dass sie nun eben ohne ihre Freunde nicht leben konnte, allerdings war das etwas, das sie gerne in Kauf nahm. Ja, sie wollte es gar nicht anders, würde wohl immer von jemandem abhängig bleiben. Aber hatte sie nicht das große Los gezogen und endlich Hunde gefunden, bei denen das überhaupt nicht schlimm war? Solange sie ihnen nicht zu sehr zur Last fiel, solange sie sie behalten würden, solange würde es ihr gut gehen. Mit Ceniar hatte sie etwas Wunderbares geschaffen und in diese Welt gebracht, auch wenn sie noch immer argwöhnte, dass das eher Noyns Verdienst war als ihrer. Viel von ihr hatte der Kleine zum Glück ja nicht, denn um ihn herum war es immer wärmer und besser als anderswo. Und mit Cuco... mit Cuco musste es noch viel besser sein, so schön, dass sie es sich überhaupt nicht vorstellen konnte.

Das Zittern verebbte allmählich und sie schenkte Criado ein dankbares und bewunderndes Lächeln, das von Herzen kam. Was würde sie nur tun, wenn er nicht da wäre, um ihr die Welt zu erklären und die Augen zu öffnen? Er wusste so viel, in allen Belangen. Von Menschen und Herren, von Hunden und dem Straßenleben und sogar von so komplizierten Dingen wie Gefühlen.
Jetzt musste sie seinen Rat nur noch befolgen und mutig den ersten Schritt machen. Eine Sache, die sie eigentlich überhaupt nicht leiden konnte, doch wenn es der Schritt war, der zu Cuco führte, nahm sie es gerne in Kauf. Trotzdem – auch wenn sie keine Angst mehr vor der Begegnung hatte, so war sie stattdessen von einer nervösen Unruhe ergriffen. Wie er wohl aussehen würde? Und wie groß er schon war? Ob er sie noch immer so mögen würde wie früher? Oder ob er enttäuscht war, wenn er erfuhr, dass sie nun einen Sohn hatte? Oder traurig, weil sie nur an ihn gedacht, ihn aber nicht gesucht hatte? Sie musste ihn fragen.
Ein wenig hilfesuchend blickte sie sich zu Criado um und vergewisserte sich, dass der Rote noch hinter ihr war. Und endlich sprach sie auch aus, was schon lange überfällig war.

“Danke, Criado.“

Vielleicht war ihr Criados Unterstützung schon längst zur Gewohnheit geworden und so nahm sie sie oftmals viel zu selbstverständlich hin. Aber er sollte wissen, das ihr klar war, wie viel er für sie getan hatte und gerade jetzt wieder tat. Denn mit Criado im Rücken fühlte sie sich gleich viel stärker und machte nun ein paar entschlossenere Schritte in die Richtung, aus der das Bellen gekommen war und aus der der verlockende Duft strömte. Und dann bewegten sich ihre Beine plötzlich wie von selbst, ihr Herz klopfte und pumpte Blut in ihre Lunge, und ehe sie sich versah, flog sie über den Strand, Cuco entgegen, in die Zukunft. Es war ein seltener und kostbarer Moment der Klarheit und für einen winzigen Augenblick fühlte sie sich stärker als die Quinta, die sie eigentlich war. Sie war eine Hündin, die vorwärts ging und nicht rückwärts, weil Criado recht hatte und man sich nicht vor der Zukunft verstecken durfte.

Sie stoppte abrupt, als die langersehnten Gestalten plötzlich vor ihr auftauchten. Noch immer konnte sie es kaum fassen – das Warten, das Bangen, das alles war jetzt vorbei. Noyn war bei ihnen, er musste Cuco zuerst gefunden haben. Hatte er ihn vielleicht sogar zu ihr führen wollen? Er wusste schließlich, wie sehr sie ihn vermisste. Oh, was für ein Glück sie doch hatte, er hatte ihr Cuco zurückgebracht!

"Noyn, du hast ihn gefunden!", jubelte sie, noch immer außer Atem.

Und da war auch Chakka – er sah noch ganz genau so aus wie früher und ihr wurde gleich warm ums Herz, als sie ihn sah, den Kleinsten in der Runde.
Ja, Cuco war mittlerweile größer als sein Vater, und die Erkenntnis, dass Cuco plötzlich ein junger, hübscher Rüde war, ließ ihr fast die Augen aus dem Kopf treten.

“Cuco!“, keuchte sie, glücklich und ängstlich zugleich.

Schon pendelte die dünne Rute wie wild und sie fiepte leise, wagte sich jedoch nicht ganz heran und trat stattdessen unruhig auf der Stelle. Der seltsame Mut verflog genau so schnell, wie er gekommen war. Sie konnte Cuco doch nicht einfach so überfallen, was, wenn er sich gar nicht mehr richtig an sie erinnerte? Wenn er sie nicht so nah haben wollte? Er war jetzt kein Baby mehr und brauchte sie wahrscheinlich lange nicht so sehr, wie sie ihn brauchte.


[Cuco, Chakka, Noyn | Criado in der Nähe | Ceniar in der Nähe]

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Ceniar


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 13 Jan 2012, 15:11

Neugierig und wahrscheinlich auch ein bisschen verstört blickte der kleine Schelm zwischen den drei Hunden hin und her. Papa schien sie zu kennen, denn so wie er mit dem einen sprach hatte das Ganze eine vollkommen andere Note, als sie zuvor den Anschein gemacht hatte. Ceniar war kein Feigling, war er niemals gewesen, doch in dieser Situation war er nicht dumm. So wartete der Bunte auf ein kleines Zeichen von seinem Vater, welches ihm Bedeuten würde, dass er näher kommen konnte. Natürlich enttäuschte Noyn ihn nicht, denn mit einem Nicken bedeutete sein Vater ihm, dass er – wahrscheinlich – ruhig näher kommen konnte. Hah, sein Papa hatte die Situation gerettet, er war eben wirklich der Beste.

Mit hoch gereckter Schnauze wollte er bereits los marschieren, merkte jedoch auf halben Weg, dass er ja seine Beute, also, sein Brötchen vergessen hatte. Wieselflink machte Ceniar somit noch einmal kehrt und schnappte sich das runde Ding mit der Schnauze, ehe er – natürlich immer noch mit hoch erhobenem Kopf – auf die kleine Gruppe zuschoss, die Papa ja so schön zurecht gewiesen hatte.
Doch plötzlich war alles ganz anders. Verwirrt wandte der Kleine den Kopf, als er plötzlich die Geräusche eines weiteren Hunden vernahm. Ruckartig blickte er sich um und erkannte seine Mutter, allerdings war es irgendwie schwer, weil sich ihr Pelz, eigentlich wie immer, kaum von dem trockenen Sand abhob, der hier überall so herum lag. “Mama“, stieß der Welpe enthusiastisch hervor, doch Quinta schien weder Ohren noch Augen für ihn zu haben. Stattdessen rief sie Windhündin einen ganz anderen Namen, Cuco. Verstört und beinahe etwas gekränkt lehnte Ceniar die Ohren zurück und trippelt nun, nicht mehr ganz so vergnügt und neugierig wie zuvor, zu der kleinen Gruppe herüber.
Plötzlich empfand er sich beinahe als Fehl am Platz und die Eifersucht, dass seine Mutter einen anderen Hund ihm vorzog, traf ihn wie ein Schlag. Er war noch niemals wirklich eifersüchtig gewesen, war er doch der einzige Sohn gewesen, doch jetzt war es eine vollkommen neue Erfahrung, die deutlich an dem Welpen zehrte. Es war doch seine Mama... wieso schien sie dann glücklicher einen fremden Hund zu sehen, anstatt ihn? Sichtlich geknickt huschte der Schelm nun unter den Rumpf seines Vaters und lehnte sich verstört an dessen Hinterlauf. Er hatte keine Lust mehr auf mutig sein und auch keine Lust mehr auf irgendwas sonst. Seine Welt schien wie aus den Fugen geraten, was ihn gerade zu noch mehr entsetzte.
Um sich abzulenken versuchte er sich auf die anderen, umstehenden Hunde zu konzentrieren, doch das seltsame Gefühl wollte nicht weichen, das Gefühl, welches ihn innerlich irgendwie aufzufressen begann. Murrend schüttelte er den Kopf. Was machte e nur hier? Wollte er wirklich seine Mama einem anderen Hund überlassen, den er gar nicht kannte?! Sekundenschnell veränderte sich der Ausdruck aus seinem Antlitz, wechselte von geknickt zu beleidigt. Flink zischte er zwischen den Läufen seines Vaters hindurch und im nächsten Moment drückte er sich bereits gegen seine Mutter, oder besser, gegen das was er von dieser bereits erreichte. “Mamaaa...“, jubelte er Aufmerksamkeit heischend und warf aus den Augenwinkeln einen Blick zu Cuco. Er sollte ruhig sehen, dass das hier seine Mama war, ganz genau!


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Jetzt und hier und überall
Wenn der Niederlagenfrust an dir knabbert und nagt, und sich Nimmersatt in dein Selbvertrauen frisst, dannhör mir zu, damit ich dir helfen kann, lass es zu, sei so frei, nimm es anIch bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
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Chakka


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 13 Jan 2012, 22:12

Irgendwie hatte Chakka mit einer gänzlich anderen Reaktion von Seiten Cucos gerechnet. Er wusste nicht, ob ihn sein scheinbares Desinteresse an der momentanen Situation stolz machen sollte, oder ein Grund zur Sorge war. Etwas skeptisch linste er zu seinem Sohn, der nun gerade IHN verwirrender Weise nach seinem Befinden fragte. Chakka zog die Nase leicht kraus, nickte aber. War ja nicht so, dass es ihm irgendwie schlecht ging, es war mehr die Überraschung, die ihn gerade sprachlos machte. Cuco war doch sonst nicht so, vor allem wenn es um Quinta ging. Und er hatte nun definitiv zumindest mit einer Nachfrage oder ein wenig Interesse, eher aber mit Wut oder Eifersucht von Seiten des jungen Hundes gerechnet. Aber nichts davon kam, zumindest augenscheinlich. Was Cuco dachte, konnte ihm niemand sagen, außer vielleicht er selbst.
Noyn schien seinen Sohn jedoch gerade für weniger wichtig zu halten. Störte den Mischling auch nicht, denn dann war Cuco außer Gefahr, aber was der Bunte da von sich gab, war weniger nach seinem Geschmack. Die erste, zugegeben ziemlich dämliche Bemerkung ignorierte er mit einem Schnippen der Ohren, bei der zweiten horchte er allerdings auf.

„Corazón ist bei dir?!“

Seine Miene hellte sich auf und ein ungläubiger Ausdruck huschte über sein Gesicht. Corazón, seine Tochter, die er seit Welpentagen nicht mehr gesehen hatte, ging es gut? Sie war bei Noyn und – wie er aus seinen Worten entnahm – auch bei Jeszyl. Gut, auf den hätte er auch verzichtet, aber man wollte mal nicht wählerisch sein. Immerhin hieß das, dass seine Tochter am Leben war! Die Belehrung von wegen Reviermarkierung und eventueller Läufigkeit der Schwarz-Weißen überhörte er glatt, wenn auch nicht absichtlich.

„Wo ist sie, ich möchte sie sehen! Sie war so klein, als wir getrennt wurden. Und Fyfa?“

Meine Güte, er hatte so viele Fragen! Auf einmal tat sich in Noyn ein hotelpoolartiger Sammeplatz für Antworten auf all seine Fragen auf, nach denen er so lange gesucht hatte. Am Ende lief die Suche zusammen und die Fäden in der Pfote hatte wie so oft der Aussie. Die Insel war halt doch ein kleines Dorf und Puerto eine stets offene Wohnung, hier fanden sie sich alle wieder. Fehlte nur noch Baja, eigentlich. Und ein großer, grauer Freund, der nie wieder eine Pfote auf den schwarzen Sand setzen würde. Kannte Noyn Sean? Er wusste es nicht mehr genau, doch er würde erklären müssen, dass auf dem Weg ins Tal einer ihrer Freunde ums Leben gekommen war. Dafür war nun wohl der richtige Zeitpunkt. Er sah kurz zu Cuco, als müsste er prüfen, ob er damit einverstanden war, wenn er von Seans Tod berichtete, dann wandte er sich wieder an Noyn.

„Wir haben in dem Dorf, vor dem wir uns von Quinta und Firejay getrennt haben, einen Freund verloren. Sean ist tot, ein Mensch hat ihn erschossen. Ich weiß nicht, ob du ihn kennengelernt hast, aber … das hat uns etwas aufgehalten, das stimmt.“

Seine letzten Worte hatten einen bitteren, fast schon vorwurfsvollen Unterton, obwohl Noyn nicht hatte wissen können, was geschehen war. So wie es aussah, hatte auch er es nicht ganz leicht gehabt. Wie er sah Chakka nochmal hinüber zu Ceniar, der nun langsam auf sie zukam. Er sah stark und kräftig aus, überhaupt nicht kränklich oder mager. Er hatte rein gar nichts von Quintas Äußerem. Vielleicht hatte deshalb nur er überlebt. Etwas traurig betrachtete er das kleine Wesen, dann wandte er sich erneut an Noyn und zeigte mit einem verständnisvollen Nicken seine Anteilnahme für den Tod der übrigen Jungen. Es war schrecklich, wenn Welpen starben, weil die Startbedingungen für sie zu ungünstig waren, weil ihre Eltern ihnen nicht genügend Schutz bieten konnten oder weil sie – wie Quinta wohl – zu schwach waren, um sie alle zu ernähren. Fyfa hatte während der Trächtigkeit in Ruhe in der Höhle leben können, während die ohnehin schon immer magere Windhündin mit Noyn, Criado und Firejay wohl vom Teide bis in die Stadt gelaufen war. Er fragte sich, ob der Welpe bereits auf der Reise auf die Welt gekommen war oder erst, als sie die Stadt schon erreicht hatten. Nachdenklich sah er wieder zu ihm, wurde dann jedoch von deiner Stimme abgelenkt.

Sicher empfand er nun nicht das Gleiche, was Cuco fühlen musste. Seine Beziehung zu Quinta war von Beginn an etwas ganz Besonderes gewesen und so zeigte Chakka seine Freude nur verhalten. Für seinen Sohn musste das Wiedersehen sehr viel wichtiger sein. Doch auch Chakka trat rutewedelnd auf die Hündin zu und reckte sich, um ihre Lefzen anzustupsen. Sie sah so viel besser aus als in seiner Erinnerung, was ihn unsagbar glücklich machte. Trotz der Strapazen schien sie sich erholt und an Gewicht zugelegt zu haben, was bei ihrer noch immer ziemlich knochigen Statur nur gut sein konnte.

„Oh Quinta, ich freue mich, dich zu sehen.“, begrüßte er sie glücklich und trat dann wieder etwas zurück.

Das war auch ziemlich nötig, da mit einem Mal ein regelrechtes Gedränge um ihre Gruppe entstand. Überrascht stellte Chakka fest, dass nun auch der Sohnemann der beiden Strandhunde zu ihnen getreten war und energisch um die Aufmerksamkeit seiner Mutter kämpfte. Ein amüsiertes Lächeln schlich sich auf seine Lefzen und er senkte den Kopf etwas, um mit ihm auf einer Augenhöhe zu sein, auch wenn er sich gerade nicht um ihn kümmerte.

„Da hat aber jemand seinem Sohn nicht beigebracht, wie man sich gegenüber Freunden seiner Eltern verhält. Hallo Ceniar.“


{ Strand :: Cuco, Noyn, Quinta, Ceniar :: Cria, Nando, Carmi entfernt }

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Baja


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Beiträge : 3364

BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 14 Jan 2012, 01:37

Ihr Blick war auf das Meer gerichtet. Auf den Horizont, um genau zu sein. Sie beobachtete den Horizont genau. Die Sonne würde dort wieder sinken und sich aufheben. Sie würde weg gehen, aber sie würde wieder kommen, am nächsten Morgen. Morgen würde Baja wieder hier sitzen und denken und vielleicht wieder mit Fox reden.
Die Hündin war ziemlich tiefgründig. Sie schien sich über Bajas Fragen wirklich Gedanken zu machen. Irgendwie freute das Baja aber gleichzeitig verwunderte es die Junghündin. Sie war immer so nervig und Fox dachte nun wirklich über ihre nicht gerade schlau geformten Fragen nach.

Baja nickte immer wieder, als Fox antwortete. So wollte die weiß-orange zeigen, dass sie wirklich zuhörte und die Antworten von Fox ganz sicher wahr nahm. Sie merkte, dass sie Fox gerne zuhörte. Es bereitete ihr Freude, irgendwie.

"Ja, die Menschen sind wirklich etwas komisches, du hast schon Recht.
Aber ich mag sie, irgendwie. Auch wenn sie mir dieses Ding verpasst haben. Halsband nennt man es, glaube ich. Ich glaube sie können echt nett sein, sonst bleiben Hunde doch nicht freiwillig bei ihnen oder? Ich sehe oft Hunde, die weg rennen und wieder kommen. Sie holen Äste und Kugeln und kommen immer zu ihrem Menschen zurück. Vielleicht ist es die Lebensaufgabe von jedem Hund seinen Menschen zu finden. Vielleicht ist das wirklich so!
"

Baja glaubte daran, was sie eben gesagt hatte. Vielleicht war es wirklich so. Vielleicht würde Baja auch irgendwann ihren Menschen finden. Einen Menschen, der sie verstand und der sie von diesem Halsband befreite und sie frei ließ. Ein Mensch, der direkt am Meer lebte und oft mit ihr Fangen spielte. Ein Mensch, den sie lieben durfte und den alle anderen Hunde einfach so akzeptierten. Ihr Mensch war bestimmt cool.
Und vielleicht würde irgendwann Papa Chakka sie bei ihrem Menschen sehen und sich denken, dass aus Baja etwas geworden war. Jemand, der etwas erreicht hatte. Jemand, der das Ziel des Lebens erreicht hatte.

"Ich weiß es nicht. Ich glaube man muss viel machen, als Rudelchef. Aber mein Papa konnte das auch. Ich glaube dann kann ich das auch! Er hilft mir bestimmt. Glaubst du er kommt zurück um mir zu helfen?"

, fragte sie nach einer Weile des Schweigens. Sie hatte lange nachgedacht. Lange genug. Sie hatte überlegt ob sie so viel Verantwortung auf ihren Schultern tragen konnte, aber ihr Vater hatte es schon geschafft, also musste sie es doch auch können oder? Vermutlich. Es war bestimmt vererbbar. Also würde sie es können, aber sie würde Hilfe brauchen, ganz sicher.



{bei Fox}

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wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 14 Jan 2012, 13:11

Mit einer seiner Pfoten, schob Cuco ungeduldig ein wenig Sand zur Seite. Nein, er hatte wirklich keine Lust mehr, nur in der Gegend herum zu stehen, und schlichtweg nichts zu tun. Und dieser Noyn schien sowieso etwas gegen ihn zu haben. Na gut, dann hatte der kleine bunte eben auch etwas gegen den großen bunten. Abfällig schnaubte Cuco, zog allerdings die Lefzen etwas zu einem Lächeln, als Chakka mit einem Kopfnicken auf seine zuvor gestellte Frage antwortete, auch wenn er ihm nicht zu einhundert prozent glauben wollte. Doch immerhin schien etwas in Ordnung, wenn es auch nicht er selber, oder diese Situation war. Und noch etwas schien in Ordnung, gerettet zu sein, Corazón, seine geliebte Schwester. Bei Baja wusste er nicht, was er denken sollte, aber Cora lebte. Ja sie lebte! Neugierig stellte Cuco seine Lauscher auf, auch wenn er nicht zu Noyn blickte.

"Wenn der Cora irgendetwas getan hat ..."

wandte sich der kleine Sohnemann flüsternd an seinen Papa, und blickte etwas grimmig doch schließlich zu dem großen. Was bildete der sich eigentlich ein? Cucos Stimmung war nun also ganz unten, und tiefer konnte sie kaum noch sinken. So war es auch kaum verwunderlich, dass er den weiteren Wortes dieses ... ja dieses Angebers keine Beachtung schenkte. Zugehört hatte er schon, doch es lies ihn kalt. Ja eiskalt, wenn man es so nennen wollte. Am liebsten hätte er diesen Hund 'fertiggemacht', doch war Cuco klar, dass er keine Chance gegen ihn gehabt hätte. Wut, wie selten zuvor hatte sich in dem kleinen Rüden angestaut, und diese Seite kannte er gar nicht von sich. So lag auch ein wenig Überraschung darin.
Noch mehr überrascht schien Cuco allerdings, als Quinta auf die kleine Gruppe zukam. Und dieses kleine Fellknäul auch. War das ... war das also wirklich Quintas Sohn? Ein leises fiepen drang aus Cucos Kehle, und Unsicherheit durchströmte seinen Körper, als die Hündin auch noch seinen Namen rief.

"Nein."

Sichtlich enttäuscht schüttelte Cuco seinen Kopf, und warf dem kleinen Welpen einen bösen Blick zu. Natürlich war das falsch, und Chakka würde es ihm bestimmt nicht verübeln, im Gegensatz zu dem Rest. Als dieser 'Ceniar' dann auch noch zu Quinta lief, und laut Mama rief ... da war es aus. Zumindest für Cuco. Wenige Schritte hüpfte Cuco über den schwarzen Sand der Insel, und kehrte der Gruppe den Rücken zu. Das war alles zu viel für den kleinen, sonst so gut gelaunten Rüden. Die Hündin schien ihn nicht mehr zu brauchen, egal wie schmerzvoll es klang, als sie seinen Namen rief. Anderen etwas vorspielen konnte selbst der kleine bunte, und es hatte ihm nicht erst einmal geholfen.
Kurz drehte er sich noch einmal zu der Gruppe um. Was die anderen wohl jetzt von ihm hielten? Vermutlich würde Noyn, ebenso wie Ceniar, ihn auslachen ... doch es war Cuco ernst. Er wollte nichts kaputt machen, dachte er doch zunächst nur an das Glück Quintas. Also lief er weiter, nachdem er sich wieder umgedreht hatte, und lies sich auf dem schwarzen Sand in der nähe des Wassers nieder.


{ erst Strand :: Chakka, Noyn, Ceniar & Quinta - Rest abseits /// dann abseits der anderen}
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 14 Jan 2012, 19:26


Das war ja wieder super gelaufen. Warum gab er sich eigentlich noch Mühe, wenn es sowieso nie klappte wie er das wollte. Schön, seine Hilfsaktion war etwas…verunglückt, das sah er auch ein, aber eine andere Sache störte ihn genau so.
Sie hatten ihn einfach ignoriert!
Das war alles andere als höflich. Hatte denn niemand seine gute Absicht erkannt?
Von Filiash hatte er ja nichts Anderes erwartet (und erhofft). Seine fiese Bemerkung überhörte der Kater einfach. Doch die anderen, also Chakka, Nando und eventuell sogar Cuco, hätten ja wenigstens so tun können, als ob sie auf ihn eingehen würden.
Empört legte er seine Schnurrhaare an, doch niemand beachtete ihn. Filiash war zum Glück davon gestiefelt und der Rest der Truppe richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf irgendwelche anderen Köter. Zwar rempelte Chakke ihn noch einmal an, doch dann waren sie auch schon weg. Sogar Nando schenkte dem abgemagerten Kater keine richtige Beachtung.

„Na, schön“, dachte sich der Rote ironisch, „sieht so aus als würden sich irgendwelche verlorene Gruppenmitglieder wieder finden. Da hat sich einer meiner ignorierten Gedanken schon selbst erfüllt. Fantastisch.“

Carmello war ein wenig beleidigt. Ihm gefiel es ganz und gar nicht so einfach stehen gelassen zu werden. Was war denn das für ein tolles Ziel? Alleine an einem fremden Strand. War das schon alles, nachdem man sich Monate lang durch die gefährliche Wildnis gekämpft, Rudelmitglieder verloren hatte, abgemagert und fast gestorben war? Dabei dachte Carmello bis vor zwei Minuten noch echte Freunde gewonnen zu haben und nun ein neues (besseres) Leben beginnen zu können. Sein Blick verfolgte die hundischen Gestalten in der Entfernung.

Plötzlich fühlten sich seine Gedanken unfair an. Natürlich waren sie Freunde. Er war schließlich nicht der Mittelpunkt dieser Welt. Chakka, Nando und der Welpe kannten doch noch so viele andere Hunde, hatten bestimmt langjährige Freundschaften und…

Er wandte sich ab. Es war doch untypisch für Katzen mit Hunden umherzustreifen. Er konnte doch nicht erwarten, als Teil eines Rudels gesehen zu werden. Chakka würde es nicht stören, wenn Carmello ginge. Vielleicht wollte der kleine Rüde dies sogar. Schließlich hatten die Hunde einige Schwierigkeiten wegen ihm gehabt und es würde sicherlich einfacher in einem größeren Rudel sein, wenn man nur eine Art zufrieden stellen müsste. Carmello konnte nicht voraussetzen, dass alle Hunde mit ihm einverstanden wären.

Es war schwer für den Kater, den Strand in entgegen gesetzte Richtung zu seinen Freunden und den “Neuankömmlingen“ entlang zu gehen. Umso schlimmer war, dass er wusste, dass keiner ihn bemerken oder aufhalten würde. Sie waren jetzt einfach mit wichtigeren Dingen beschäftigt.

Carmello schrak zusammen, als eine winzige Krabbe an seinen Pfoten vorbei huschte. Seine Augen suchten die Stelle unter sich ab, doch das flinke Tier war verschwunden. Die Aufmerksamkeit des Katers war geweckt. Mit scharfen Augen pirschte er sich am Strand entlang -immer darauf achtend, nicht zu nah an das ständig den Strand hinauf leckende Meer zu geraten- und empfand eine grimmige Genugtuung, als er eine andere Winzkrabbe mit einem gekonnten Hieb seiner Pfote ins salzige Wasser katapultierte. Dann überkam ihn ein gewaltiger Drang nach Bewegung. Mit einer Geschwindigkeit, die er sich nie zugetraut hätte, raste er quer über den Strand, weg vom Meer in Richtung Hotelanlage der Menschen (worauf er aber nicht achtete). Carmello genoss es, den Wind in seinem Fell zu spüren und vor allen Gedanken davon zu laufen. Diese ausgelassene Bewegung tat ihm gut, auch wenn er fast einem Auto zum Opfer gefallen wäre, als er über die Fahrbahn preschte. Irgendwann war seine Energie erschöpft, doch irgendwie fühlte er sich jetzt …frei. In langsamerem Tempo wanderte er weiter…ohne Ziel.

[Chakka, Nando, Cuco…in Entfernung, dann allein/ am Strand, auf Weg in die Stadt…oder? ]
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Noyn Cloud


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 14 Jan 2012, 19:39

WENN SICH DIE MÖGLICHKEIT ERGIBT DASS ICH DICH WIEDERSEH
LASS SIE MICH BITTE NICHT VERSÄUMEN


Ganz, wie er erwartet hatte, lauschte der Mischling im nächsten Augenblick hellhörig hoch, als er auf den anderen Sprössling zu sprechen kam, mit dem er bereits Bekanntschaft hatte machen dürfen. Er erinnerte sich nur zu gut an die damalige Situation, die Überraschung, die Freude, die Colliehündin dort in der Höhle zu finden, nachdem er geglaubt hatte, alles falsch gemacht zu haben. Er hatte Firejay verloren, hatte sie für tot gehalten, was sich erst später als Irrtum herausgestellt hatte; er hatte Sanirya verloren, die allerdings nach all der Zeit noch immer unauffindbar blieb. Zwar hatte die Existenz von Corazón ihn sichtlich verwirrt gehabt, doch andererseits war sie es gewesen, die ihm irgendwie wieder das Gefühl gegeben hatte, für etwas wichtig zu sein; etwas zu schaffen. Fyfa und sie hatten die letzte Chance dargestellt, die sich Noyn hatte geben wollen, die letzte Chance, um zu beweisen, dass er nicht für all das verantwortlich gewesen war. Zwar plagten ihn deshalb noch immer Zweifel, Schuld, doch er hatte gelernt, damit umzugehen. Die Situation war vergangen, zig Tage ins Land gezogen und er hatte nichts mehr daran ändern können. Er hatte versucht, das Beste aus der Situation zu machen und das hatte er geschafft. Und noch immer glaubte er daran, dass Sanirya es irgendwie geschafft hatte; dass es ihr gut ging und sie die Freiheit zu schätzen gelernt hatte. Sie war noch irgendwo dort draußen, irgendwo und hatte gelernt, was leben hieß. Lediglich ein unscheinbares Verhärten seiner Züge deutete darauf hin, dass er mit etwas beschäftigt zu sein schien. Doch schnell lichtete sich auch dieser dunkle Nebel, der in seine Seelenspiegel getreten war und er schenkte seinem alten Freund erneut ein – wenn auch matteres – Lächeln.

„Sie war.“, korrigierte er seine Worte fröhlich und konnte sich vorstellen, wie sehr es den Mischling freuen musste, zu erfahren, dass sie noch lebte. In diesem Augenblick verkniff er sich mal ein Kommentar á la ‚Weltbester Vater, der seine Brut aus den Augen verlor‘. Seine Mimik wurde erneut sanfter, weicher und die Erinnerungen rückten zurück in die Ferne, aus der sie gekrochen waren. „Ich hatte sie oben im Gebiet des Teides getroffen. Wir blieben dort, gemeinsam, und entschlossen schließlich, zurück nach Puerto zu gehen. An diesem Punkt habe ich sie den Pfoten Jeszyls überlassen, weil ich…“

Er machte eine kurze Pause, spielte unbehaglich mit den Lauschern und überlegte, wie Chakka überhaupt auf Firejay getroffen war. Er hatte ihre Spur verloren, hatte ihre Fährte an einer Straße verloren und die Hoffnung aufgegeben gehabt, sie jemals wiederzusehen. Wie war sie hinauf ins Teidegebiet gelangt? Jetzt erst fiel ihm auf, dass er sie nie danach gefragt hatte; zu sehr beschäftigt mit der Aufgabe, die anderen heil nach Hause zu bringen; mit der Aufgabe, die ihm die Tatsache, dass Quinta läufig gewesen war, zusätzlich entgegen gekommen war. Noyn schüttelte kurz den Pelz, ehe erneut ein Lächeln auf seine nachdenkliche Miene schlich.

„Du erinnerst dich an den Tag, an dem Firejay und ich von den Menschen gefangen wurden? Ich fand ihre Spur einige Monate später, fand sie verletzt und wir schlugen uns zusammen durch. Irgendwann allerdings war sie nicht mehr dort, an dem ich sie verlassen hatte. Ich folgte ihrer Fährte bis zu einer Straße, wo sie sich verlor. Ich hätte niemals gedacht, sie jemals wiederzusehen.“

Nana, da war ja jemand richtig in Redelaune? Der Bunte atmete tief durch, wandte den Blick von der kleinen Familie vor ihm ab und hielt selbst einen kurzen Augenblick Ausschau nach seinem Anhang, der sich nun allmählich näher herantraute. Er schenkte Ceniar ein ermutigendes Lächeln, wuffte erneut leise, ehe sich seine moccafarbenen Seelenspiegel einen ruhigen Herzschlag lang auf das in Rot getauchte Meer richteten. Ein kurzes Schweigen trat ein, ehe er sich erneut mit einem Lächeln an Chakka richtete.

„Corazón und Fyfa sind ein Stück weiter hinten. Ich hab‘ sie seit wie hier sind auch nicht mehr gesehen. Ich wollte Ceniar ein Treffen mit Jeszyl bislang ersparen.“

Seine Lefzen verzogen sich zu einem vielsagenden Grinsen, welches allerdings im nächsten Augenblick auch schon wieder verblasste. Die Geräusche, der Lärm, den sie gehören hatten, als sie sich durch das erste Dorf gestohlen hatten – er erinnerte sich nur zu gut daran. Er erinnerte sich, wie schwer es gewesen war, Firejay daran vorbeizudrängen, um sie außer Gefahr zu halten und er erinnerte sich an ihre Worte, erinnerte sich an ihre Befürchtung. Die Ohren des Rüden legten sich betroffen nach hinten, während er den Blick erneut in die Ferne richtete und in Schweigen verfiel. Nicht, dass er viel mit Sean zu tun gehabt hätte, allerdings war er einer von ihnen gewesen; ein Held, wenn man es so wollte, denn im Grunde hatten sie alle es nur ihm zu verdanken, heil zu Hause angekommen zu sein. Noyn empfand tatsächlich Bewunderung für den grauen Riesen, den er zuvor nicht hatte einordnen können und auch für die anderen, die bei der Rangelei dabei gewesen waren. Zeitgleich jedoch begann er erneut an seiner Handlung zu zweifeln; daran, dass er nicht zur Hilfe geeilt war, obgleich es keinerlei Unterschied gemacht hätte. Dennoch war es nun, wo er nichts mehr daran ändern konnte, eine ungeheure Belastung – was, wenn es damals doch etwas geändert hätte? Wenn Sean dann noch leben würde? Vor seinem inneren Auge zeichnete sich bereits das Bild Firejays ab, wenn sie diese Neuigkeit zu hören bekommen würde. Noyn hatte Unrecht gehabt mit all den Worten, die ihr hatten die Hoffnung zurückgeben sollten. Und das würde er auch zu hören bekommen. Betroffen zuckte er mit den Ohren, ehe er nun leiser als zuvor erneut an Chakka wendete.

„Das tut mir Leid. Wir haben ihm vieles zu verdanken.“

Wir, denn all das hatte es auch seiner kleinen Gruppe ermöglicht, heil an den Dorfhunden vorbeizukommen. Noyn schluckte, ehe er hinter sich das Geräusch der kleinen Pfoten seines Sohnes vernahm. Ihm galt ein Lächeln, welches noch immer von der Betroffenheit des Aussies zeugte, doch gleichzeitig auch von der Freude, die ihn erneut durchstörmte. Das Leben auf der Straße war ein schmaler Gerad zwischen Leben und Tod und so, wie sie auf der einen Seite von Verlusten zu berichten hatten, gab es auch immer wieder neues Leben, welches die Straßenhunde mit neuer Hoffnung erfüllte. Noyn tat den Blick Chakkas mit einem Nicken ab, der ihm bedeuten sollte, dass jedes Leben, welches erhalten blieb, ein Grund zur Freude war; genug Freude, um den Tod derer, die dieses schwierige Leben niemals hatten kennenlernen dürfen, auszugleichen. Ceniar war ein Wunder, genau wie das Überleben seiner Mutter, die sich nun ebenfalls von hinten her ankündigte. Das leise Rufen Ceniars ließen den Bunten herumwirbeln und ein sanftes Lächeln galt der Windhündin, die nun auf sie zukam. Doch er erwiderte nichts auf ihren Dank, warf dem Gefleckten lediglich einen weiteren, nichtssagenden Blick zu, ehe er ein paar Schritte zurückwich. Sie wurde von Chakka begrüßt, während sich Ceniar unter ihn begab und der Bunte ihm über den Kopf leckte, aufmunternd, denn die Verwirrung, die den kleinen Hund zu erfüllen schien, entging ihm keineswegs. Es versetzte dem neuerwachten Vaterherz einen kleinen Stich, als er bemerkte, wie empört er darüber war, dass Quinta ihn nicht beachtete. Doch dieser Moment war wichtig für sie, das wusste Noyn, weshalb er dies einfach zu ignorieren versuchte. Er hoffte, dass sie einfach bemerken würde, dass Ceniar sie nun mehr brauchte als dieser Rüde. Wie sehr der junge Bunte die Windhündin nämlich brauchte, wurde deutlich, wenn man ihn dabei beobachtete, wie er die Gunst seiner Mutter erneut zurückgewinnen wollte. Die Rute des Bunten pendelte verhalten, denn irgendetwas schien an dieser Situation verkehrt. Es war keine Freude, die in der Luft lag; es war mehr so, als wäre die Luft bis zum Zerreißen gespannt. Noch bevor Noyn irgendetwas sagen konnte, um dem Bunten diese verwirrende Situation zu erklären, war er weitergehuscht, um nun auch körperlich zu versuchen, die Aufmerksamkeit seiner Mutter zu bekommen. Die Ohren des Aussies neigten sich nach hinten, während Mitleid in seinen Seelenspiegeln zu erkennen war. Erneut versuchte er, seinen Sohn mit einem leisen Wuffen zu sich zu rufen, doch er zweifelte am Erfolg dieses Versuchs. Er bedachte Chakka lediglich mit einem Seitenblick, während seine Seelenspiegel die Gestalt des Jüngsten der Runde fixiert hatte.

„Er kennt nur das Rudel. Die andere Option wäre Jeszyl gewesen.“, entgegnete er beiläufig, während seine Rute allmählich aufhörte, zu pendeln.

Die Ohren des Bunten drehten sich verwirrt, als Cuco sich ohne weiteres von der Gruppe entfernte. In diesem Augenblick ging es dem neuen Rudelführer allerdings nicht um den jungen Hund, den irgendetwas zu stören schien, sondern mehr um Quinta, denn Noyn konnte sich vorstellen, dass sie genauso wenig mit dieser Reaktion gerechnet hatte, wie Noyn es nun verstehen konnte. Ein bisschen fürchtete er sich sogar davor, das enttäuschte, verwirrte, traurige Gesicht der Windhündin zu sehen, doch er unterließ es, zu ihr zu treten. So schwer es ihm auch fiel; es war ihre Angelegenheit und er würde ihr zur Seite stehen, wann immer sie ihn brauchte. Allerdings musste diese Entscheidung von ihr kommen. Ganz allein von ihr. So schwer es dem Vater auch missfiel, seinen Sohn und die Mutter dessen so niedergeschlagen und unsicher zu sehen.



{ chakka, ceniar, quinta | cuco in der nähe }

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 14 Jan 2012, 20:28

Foster wachte etwas benommen in einer kleinen Nebengasse auf. Er wusste weder was passiert war, noch wo er war. Vorsichzig setzte er sich erst auf und stellte sich nach wenigen Minuten dass endgültig auf seine Beine. Vorsichtig schnüffelte er an seiner linken Vorderpfote, die gestern, oder besser gesagt dem letzten tag den er in Erinnerung hatte, noch geblutet hatte und ihm Schmerzen bereitet hatte.

"Hmm... Ich war wohl bei einem dieser komischen Menschen die heilen können..."

Ein lautes geräusch ließ Foster aufschrecken, verwirrt sah er sich um und erblickte an der Stelle, an der die Gasse in die große Straße mündet, mehrere Menschen. Sie alle waren noch halbstarke und manche von ihnen hatten etwas in ihren Pfoten was aussah wie ein Stock, nur das diese Dinger in der Sonne glänzten. Sie machten einen schrecklichen Lärm indem sie die Stöcke gegen Mülltonnen schlugen, während sie weiter auf Foster zukamen. Knurrend stellte er sich mitten in die Gasse, da sie offensichtlich zu ihm wollten. Als sie dann aber immer näher kamen und sich nicht von ihm abschrecken ließen, machte Foster kehrt und rannte weiter in die Gasse hinein. Panik ergriff ihn, als einer der Stöcke neben ihm in eine Mülltonne einschlug. Als er plötzlich im grellen Sonnenlicht stand, blieb er torkelnt stehen und blinzelte. Noch bevor seine Augen sich an das Licht gewöhnt hatte traf ihn eine der Stangen am Hinterbein, woraufhin dieses kurz einknickte. Foster versuchte den Schmerz zu ignorieren und folgte dem Geruch des salzigen Meers in der Hoffnung wieder zu dem Strand zu kommen, an dem er sich zuletzt aufgehalten hatte.

Welch eine Ironie, die einen heilen mich und andere fügen mir dann wieder neue Schmerzen zu."

Er merkte wie die Straßen voller wurden, wodurch seine Angreifer seiene Verfolgung aufgaben. Sichtlich erschöpft konnte er sich nun endlich richtig umschauen und versuchen den Strand zu finden. Er setzte sich hin und blickte durch die Straße. Sie war überfüllt und es schien als würden sie alle in die gleiche Richtung gehen. Es war ihm unangenehm hier auf dieser Straße zu sitzen, denn der Geruch der vielen Menschen, des Essens und der seines eigenen Blutes überforderten schon nach wenigen Sekunden seine Nase. Mit großer Anstrengung schaffte er es sich wieder hinzustellen und folgte den Menschen, da er sich dachte, dass diese ihn zum Strand führen würden. Nach einiger Zeit stellte er erschrocken fest, das er jetzt zwar am Strand war, aber nicht an dem wo er gestern noch war. Dieser hier war nicht voll von weißem Sand, sondern der Sand hier war schwarz.
Vorsichtig setzte er eine Pfote auf den Sand und dann noch eine. Als er sich vergewissert hatte, dass der Sand ungefährlich war ging er etwas sichwerere und erblickte in einiger Entfernung etwas rotes. Wie als Stichwort knurrte sein Magen und in der Hoffnung, dass Rote sein was zu essen, ging er weiter darauf zu.
Erschrocken knurrte er, als er erkannte, dass das, was er für Essen gehalten hatte, ein Fuchs war.


"Wer bist du?"

Foster hatte schon lange keinen Fuchs mehr gesehen, der letzte war einer in einem Wald in seiner Heimat.


{Wacht auf | Flieht vor einer Gruppe Jugendlicher | Trifft auf Ju}
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Whisky


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 15 Jan 2012, 19:12

Ich mag keine Heulsusen, also heul nicht rum Barbie!


Püh. Da hinten lief der Flohpelz doch, schlacksig wie sie war, trottete Barbie weiter vorne durch die Straßen, als würde sie ihn vollkommen ignorieren. Whisky verzog nur die Miene, als er den schwarzen Umriss so gedankenverloren herum tapsen sah. Wie sollte er dieses merkwürdige Verhalten denn bitte einordnen? Alltägliches Rumblödeln oder die Pubertät? Beides schmeckte dem Bulligen nicht, denn vor allem in Situationen, in denen ihnen zum Beispiel so ein ockerfarbener Riese gefährlich werden könnte, musste die Dogge ohne wenn und aber auf ihn hören. Aber 'müssen' war für Barbie anscheinend ein Fremdwort, sie tat das, was sie wollte und der Weiße fühlte sich leicht hintergangen. Doch er würde der schwarzen den gefallen nicht tun, völlig aufgelöst hinter ihr herzurennen und sie zu tadeln. Beinahe trotzig wandte der Eierkopf den Blick ab und sah wieder zu dem Kangal auf.

Eigentlich hätte das Gedanke noch ein wenig weitergehen können, denn jetzt, da die Sorge um Barbie sich in Luft aufgelöst hatte, hatte er mehr zeit, sich schlagfertige Antworten auszudenken, doch irgendein Hund, der irgendwie den Weg zu der kleinen Gruppe fand, musste ja dazwischen platzen. Selbstbewusst, als würde ihm die Welt gehören, stellte er sich zunächst neben das Duftbäumchen, dann neben den Riesen und schließlich neben ihn. Demonstrativ wandte der Weiße sich ab und entfernte sich einige Schritte von dem Neuen, allerdings nicht von der Gruppe. Leicht verärgert über das Auftauchen des Rüden meinte Whisky:

“ Ja, eine Versammlung, bei der DU ganz sicher nicht eingeladen bist.“

Da der Bullterrier nicht vorhatte, sich lange mit dem Neuen zu beschäftigen und sich weiter hochintelligente verbale Gefechte mit dem Riesen zu liefern, sah er es nicht für nötig an, Filiash auch nur genauer zu betrachten, doch aus dem Augenwinkel erkannte er eine hochgewachsene, in verschiedenen Brauntönen gemusterte, hochgewachsene Statur.

“ Schlammgesicht.“

fügte er noch als besonders geistreiche und passende Beleidigung hinzu. Immer diese Kerle, die glaubten sich mit einem hohen Stockmaß alles erlauben zu können, pah. Schließlich war er selbst gerade mal halb so klein wie die beiden Riesen und glaubte das auch. Aber bei ihm war das ja auch was anderes. Er durfte es einfach. Vielleicht, weil er kein Schlammgesicht hatte. Aber genug von Schlammgesicht, der Riese redete ja wieder mit ihm! Auch wenn dieser Schlagabtausch nicht wirklich unter Freunden abgehalten wurde, so hatte Whisky nicht mehr den Eindruck, dass der Ockerfarbene ihm bei einer falschen Bewegung direkt an die Gurgel springen würde. Wenn er Glück hatte, hielt der Kangal ihn sogar für dumm. Beinahe schon amüsiert konterte der Weiße:

„ Warum sollte ich den normalen Weg nehmen, wenn dieser hier viel kürzer ist? Wie ich ja mittlerweile weiß, ist das dein Revier. Aber ich hatte weder vor, mich hier einzunisten, noch irgendwas mit … deinem Liebchen. Schade, dass du meine und Barbies Begleitung ausschlägst, ich glaube nicht, dass ein dicker, angefilzter Stinkmorchel und ein penetrant riechendes Duftbäumchen im Loro mehr abbekommen, als ein gutaussehender Gentleman und eine welpenhafte Junghündin.“

Er befand sich auf einem extrem schmalen Grat und er wusste, dass er mit seinen Bemerkungen bedrohlich kurz vor dem Abgrund stand, doch er dachte nicht einmal daran, sich zurückzuhalten oder gar dem Riesen Recht zu geben. Sein innerer Schweinehund war wieder mal mit ihm durchgegangen, er hatte sich vorgenommen, stur weiter zu pöbeln, bis der Kangal endlich einsah, dass Whisky – natürlich! - nichts verbrochen hatte. Aber es sah nicht gut aus, das Nackenfell des Kangals glich einer Klobürste, da der andere Rüde ihn so verärgert hatte. Missmutig zog Whisky eine Schnute und lehnte sich leicht beleidigt an das Geländer der Fußgängerzone. Sein vernichtender Blick galt Filiash und schon wieder schien er eine Gemeinsamkeit mit dem Cremeriesen gefunden zu haben. Sie beide hatten nichts übrig für den Neuankömmling. Nun wäre der Zeitpunkt gewesen, zu gehen. Es gab hier nichts mehr zu holen, der Kangal schien langsam warm zu werden und dort höre auch für den Bullterrier der Spaß auf. Doch Whisky wollte noch bleiben, nur noch ein paar Minuten, nur noch um zu sehen, was das Schlammgesicht tun würde.



[ bei Jeszyl, Filiash & Corazon, nahe Barbie ]

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Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich:
 

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Criado


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 15 Jan 2012, 19:19

Die untergehende Sonne verstärkte das Rot seines Fells nur noch, sodass der Rüde aussah, als würde er in Flammen stehen. Dabei war er nicht wütend, weder gefährlich. Er war ein einfacher Straßenhund, mit außergewöhnlichem Fell. Mehr hatte er nie sein wollen. Es hatte gut getan zu reden. Und bei seinen Herren, er hatte viel gesprochen! So vieles war ihm an diesem Abend durch die Fänge geflossen, dass ihm die arme Quinta langsam leid tat. Wie konnte man sich das alles nur merken? Doch wahrscheinlich nahm sie es ihm nicht übel, nein, sie sah eher dankbar aus. Dies gab Criado ein warmes, angenehmes Gefühl ums Herz un dzauberte ein entspanntes Lächeln auf seine Züge. Es war nötig gewesen, zu erzählen. In Quinta hatte er eine herzhafte Zuhörerin gefunden und nun, da alles gesagt war, fühlte er sich so viel leichter als zuvor. Seine Augen von der Farbe von Haselnüssen betrachteten sie glücklich und zufrieden. Er konnte nur hoffen, dass er ihr auch in irgendeiner Weise geholfen hatte. Doch wastat er eigentlich anderes, als zu hoffen? Hoffnung, dass war das Stichwort, wenn es ihn betraf. Sein Leben hatte einen riskanten Schlenker gemacht, der von seinen geliebten Herren wegführte. Trotzdem hatte er nie die Hoffnung verloren, sie eines Tages wieder zu finden. Seine Freunde hier hatten nur neue Ketten geschaffen, die er mit sich schleppte. Ja, diese Ketten erfüllten ihn jedoch mit Glück. Er war an sie gebunden, die Geschöpfe die er liebte und er war glücklich darüber.
Quintas Lächeln, dass nun ohne jegliche Anzeichen von Panik war, bestärkte ihn nur weiter in seiner Überzeugung. Hier zu sein war richtig. Doch auch anderswo konnte es richtig sein. Am Ende zählte es nur, wie man in Wahrheit fühlte. Wo man hingehörte, da musste man sein. Ihr Dank verwandelten sein nachdenkliches Lächeln in ein regelrechtes Strahlen und ein erfreutes Lachen klang aus seinem Maul. Sorglos, wie es sein sollte.
Criado half gern, auch wenn er nicht wusste wieso. Vielleicht konnte er es einfach nicht mit ansehen, wenn andere Hunde drohten, einen falschen Weg einzuschlagen. Vielleicht wollte er ihnen nur ziegen, wie schön das Leben sein konnte. Farbenfroh und strahlend. Denn so sah er sie, die Welt, die für ihn aus nur einer einzigen Insel inmitten des unendlichen Ozeans bestand. Vielleicht war er auch nur ein Optimist über alle Maßen, dass konnte ihm auch Recht sein. Er liebte das Leben eben und wollte es sich nicht verderben. Dazu war es zu schade. Dazu hatten sie viel zu wenig Zeit.

Criado gab der Galgo Espanol noch einen letzten Stupser, als Zeichen das er ihren Dank zu schätzen wusste, bevor er stumm stehen blieb, wo er war und ihr nachblickte, wie sie erst zögerlich, dann umso schneller und entschlossener in die Richtung abrauschte, wo sich die Gruppe befand. Der schwarze Sand wehte wie eine Fahne hinter ihr her und der Wind schnappte das eine oder andere Sandkorn auf und trieb es davon. Als sie dann außer Sichtweite war, wandte der Harzer Fuchs sich schließlich mit einem langsam verblassenden Lächeln ab und betrachtete für einige Momente das Glitzerspiel der untergehenden Sonne auf dem Meer. Er wusste nicht, wie es weitergehen würde, aber er brauchte es auch nicht zu wissen. Mit einem übermütigen Kläffen sprang er schließlich in die Luft und dann hinein in das kühle Wasser, bis es ihm die Läufe bis zur Hälfte umspülte. Mit einigen kräftigen Stößen seiner Hinterbeine beschleunigte er, bis er schließlich spritzend durch das Wasser hechtete, welches neben ihm in einem frohen Tropfenspiel tanzte.
Freiheit. Ausgelassenheit. Bewegung.
Er liebte es, wenn seine Muskeln arbeiteten, er liebte das Wasser um seine Pfoten und den Fahrtwind der an seinem Fell riss. Der dunkle, nasse Sand klebte an seinen Pfoten fest, als er nach dem spontanen Sprint durchs Wasser aus den Wellen trat. Er tänzelte ein wenig am Platz, schüttelte sich, obwohl er nicht so nass geworden war wie sonst eigentlich immer. Dabei hinterließen seine Tatzen breite Spuren im Boden und die Sandkörner blieben daran kleben. Der Rote prüfte die Luft. So weit war er auch nicht gelaufen, nur war er jetzt näher zu Nando, der wahrscheinlich sowieso irgendwo in der Nähe von Cucos und Chakkas Gruppe war. Kurz ließ er den Fokus seiner Augen über die Dünen gleiten und entdeckte die Gestalt des Wolfshundes in der Nähe einer Palme. Er mochte den Grauen zwar nicht sonderlich, es gab einige Differenzen zwischen ihnen, jedoch hatte er ihn trotzdem für Mondumläufe nicht mehr gesehen. Er kläffte laut und ging in einen schnellen Trab hinüber, bis die Gestalt des Rüden näher war.

"Eine Weile her, hm?", bellte er belustigt, als er nur noch die länge von zwei Autos von ihm entfernt war, seine Rute schwenkte locker hin und her, trotzdem eher erhoben. Eine leichte Spannung sponn sich in die eigentliche Lockerheit des Roten ein, auch wenn er nicht vorurteilend wirken wollte. Schließlich war es ja nicht so als wären er und Nando Todfeinde.


{ bei Nando }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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Quinta


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 15 Jan 2012, 22:01

Begeistert strahlte sie auf Chakka hinunter, als er sie begrüßte. Er war noch immer genau wie früher und hatte sich kein Stück verändert. Trotz seiner eher geringen Körpergröße wirkte er auf sie noch immer riesengroß. Er hatte schon immer irgendetwas an sich gehabt, eine Art Entschlossenheit und Willensstärke, so dass man ihm einfach vertrauen wollte. Zweifellos war er es, der die Gruppe endlich heil an den Heimatstrand zurückgebracht hatte.

“Ich bin so froh, dass es euch gut geht, Chakka!“, stieß sie glücklich hervor.

Die vielen fremden und aufregenden Gerüche, die in seinem Pelz hingen, kündeten von zahlreichen Abenteuern, die sie erfolgreich gemeistert hatten. Oh, was für aufregende Geschichten sie wohl zu erzählen hatten! Dass die kleine Gruppe noch längst nicht vollständig war und sowohl Carmello als auch Nando und Sean noch fehlten, fiel ihr in diesem Moment nicht einmal auf. Zu aufgeregt und überwältigt war sie bereits durch Chakkas und Cucos Anwesenheit. Criados Fernbleiben fiel ihr dann allerdings doch auf und so wandte sie kurz den Kopf, in der Erwartung, ihn heranstürmen zu sehen. Als er nicht kam, machte sie sich jedoch noch keine übermäßigen Sorgen. Vielleicht folgte er ihr in einem gemütlicheren Tempo und kam später dazu. Ja, es würde dem Roten sogar ähnlich sehen, wenn er ihr absichtlich einen Moment allein mit Cuco gönnen wollte. Der Gedanke erfüllte sie mit Dankbarkeit. Criado würde Augen machen, wenn er später erfuhr, dass auch Chakka bei ihnen war und Noyn die zwei verloren geglaubten Freunde schon längst gefunden hatte!

Als Ceniar plötzlich bei ihr war und ein wenig quengelte, tat das ihrer Hochstimmung zunächst noch keinen Abbruch. Geistesabwesend senkte sie den Kopf und schleckte ihm einmal sanft über das Köpfchen. Sie wusste, dass er bei Noyn in den besten Pfoten war, sein entrüstetes Verhalten führte sie daher eher auf die Anwesenheit der für ihn noch fremden Hunde zurück. Beim Gedanken, dass Chakka und Cuco ihm wahrscheinlich ein wenig unheimlich waren, musste sie ein Lächeln unterdrücken. Er war eben doch noch ein Welpe, so stark und mutig er sich auch gab. Erst, als sie Noyns missbilligenden Blick auffing, kam sie ins Grübeln. Ob er wohl wollte, dass sie mit Ceniar zur Höhle zurückging? Unsicher legte sie die Ohren zurück und blickte ihn fragend an, verharrte jedoch an Ort und Stelle.
Cuco war schließlich hier und er hatte noch gar nichts gesagt. Erwartungsvoll richtete sie den Blick auf ihn und ihre Rute begann sich wieder zu verselbstständigen. Oh, sie musste ihn so vieles fragen! Wie es ihnen ergangen war, was sie alles erlebt hatten, ob er sich allein gefühlt hatte... Überfallen wollte sie ihn damit allerdings auch nicht, schließlich hatten sie nun alle Zeit der Welt. Dass Chakka und Cuco für immer bei ihnen bleiben würden, war für sie nämlich glasklar. Wohin sollten sie auch sonst gehen? Hier waren sie genau richtig, bei ihren Freunden und ihrer Familie. So beschränkte sie sich zunächst darauf, den jungen Rüden anzuhimmeln und ihn treuherzig anzustarren, bevor sie dann schließlich doch einen verlangenden Schritt auf ihn zu machte.

Nein? Was meinte er denn? Noch immer lächelnd legte sie den Kopf schief und wartete, dass er seinen Ausspruch näher ausführen würde, doch da kam nichts. Dann erkannte sie die Enttäuschung und die Wut in seinem Blick, als er auf Ceniar starrte, und die Erkenntnis, dass es nie wieder so sein würde wie früher, manifestierte sich schmerzhaft klar in ihrem Hirn. So konnte, nein, so durfte es nicht enden! Es war alles falsch!
Entsetzt blickte sie Cuco hinterher, als er ohne ein Wort zu sagen kehrt machte und davonging. Criado hatte sich geirrt – die Dinge hatten sich geändert, ja, aber anstatt besser zu werden, war alles schrecklich geworden! Sie konnte nur vermuten, was in diesem Moment in Cuco wohl vorgehen mochte, denn so kannte sie ihn nicht. Er war nicht mehr das fröhliche und zuversichtliche kleine Wesen, das sie so liebgewonnen hatte, er war anders. Aber er war immer noch Cuco und daher musste es einen Grund für sein Verhalten geben.
Die Antwort lag auf der Hand – er hatte sie in all der Zeit nie aufgegeben, hatte nach ihr gesucht, und jetzt musste er feststellen, was für ein feiger Hund sie war. Sie war hier geblieben, wohl behütet von Noyn, bei ihren Freunden und ihrer Familie, während er leiden musste. Natürlich war er enttäuscht von ihr, aber vielleicht, wenn sie ihm erklärte, warum sie sich nicht getraut hatte, vielleicht bestand dann noch eine Chance...? Die andere Möglichkeit, die ihr durch den Kopf schoss, war noch schlimmer – Cuco war erwachsen und er brauchte sie nicht mehr. Er war stark, mutig und selbstbewusst geworden, wie musste da ein armseliges Tier, wie sie es war, auf ihn wirken? Sie war niemand, auf den man stolz sein konnte, nur jemand für den man sich schämen musste.
Sie sollte ihn ziehen lassen, ihm nicht noch weiter zur Last fallen. Sollte sich stattdessen um Ceniar kümmern, der sie im Gegensatz dazu noch brauchte. Sie hatte bereits Cuco maßlos enttäuscht, konnte sie es nun wirklich ertragen, wenn sie auch noch Ceniar oder Noyn verlieren würde? Und trotzdem, obwohl sie wusste, was ihre Pflicht war und wie eine Mutter eigentlich handeln sollte, würde sie sich anders entscheiden. Weil sie Cuco nicht so einfach aufgeben konnte, auch wenn das bedeutete, ihre Liebsten vor den Kopf zu stoßen. Aber Cuco war nicht irgendein Hund – er war derjenige, der sie gefunden und ihr die Hoffnung zurückgegeben hatte.

“Bleib einen Moment bei Papa und Chakka, ja?“, flüsterte sie und berührte Ceniar sanft mit der Nase am Kopf. “Ich... ich komme gleich wieder.“

Ein schuldbewusster Blick galt Chakka und vor allem Noyn, der angesichts ihrer Entscheidung wahrscheinlich nur den Kopf schütteln konnte, ehe sie sich mit eingezogener Rute und angelegten Ohren davonstahl. Ceniar würde es nicht verstehen, würde vielleicht sogar glauben, dass sie ihn verlassen wollte. Aber so war es nicht. Sie musste zu Cuco, sie hatte keine Wahl.

Stumm schlich sie dem jungen Rüden hinterher, bis sie ihn schließlich allein am Strand sitzend vorfand. Und was nun? Sie zögerte und ließ sich in respektvollem Abstand auf den Bauch sinken, ehe sie sich in demütiger Haltung ein wenig voranschob.

“Cuco?“

Noch ein paar Millimeter weiter, das Schuldbewusstsein sprach aus jeder Faser ihres Körpers. So ähnlich hatte sie sich auch ihrem Señor genähert, wenn sie wusste, dass er wütend auf sie war. Meistens hatte es nicht geholfen.

“Gehst du wieder fort? Wegen Ceniar?“

Wichtig war zunächst einmal, dass er blieb. Er durfte nicht fortgehen, nachdem sie sich gerade erst wiedergefunden hatten, das wäre nicht fair! Wenn er wütend auf sie war, enttäuscht, dann würde sie all seinen Frust bereitwillig ertragen, sich geduldig anhören, was er zu sagen hatte, auch wenn es wehtat. Und dann würde sie sich entschuldigen und schwören, dass sie sich bessern würde, und wenn das auch nicht half, dann würde sie sich aufs Betteln verlegen. Sie winselte.



[Am Strand | bei Cuco | in der Nähe von Chakka, Noyn & Ceniar]

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 16 Jan 2012, 13:53

    Chakka und Cuco liefen voran, zu einem anderen Hund den Nando nicht näher kannte und er konnte beobachten, wie sich auch Quinta dazu gesellte und ein weiterer Welpe erschien. Was seine Artgenossen dahinten sprachen, konnte er aus der Entfernung nicht hören, aber irgendwie wirkte alles ein bisschen angespannt. Kurz blickte er sich um und sah, wie Carmello davon trottete. Im ersten Impuls wollte er dem Kater folgen, doch dann kam ihm in den Sinn, das Carmello vielleicht auch gar nicht so sehr die Gesellschaft von den Hunden wollte und lieber wieder eigene Wege ging. Etwas betrübt blickte er dem roten Kater nach und ließ sich dann auf seinen Hinterläufen nieder. Die Sonne war nicht so heiss wie sonst und doch war es leicht unangenehm für den Wolfhund am Strand zu sein, durch seinen dicken Pelz, der jetzt vor allem Winterpelz war, war alles in Puerto deutlich wärmer für ihn, als für die anderen, kurzhaarigen Hunde.
    Bevor er sich weiter Gedanken über das Wetter machen konnte, hörte er ein vertrautes Bellen hinter sich und wand sich herum, wo er den Menschenfreund Criado erblickte. Der Rüde machte keine Anstalten wie bei ihrer ersten Begegnung zu streiten und Nando beließ es auch erst mal dabei. Auch die Rute des Wolfhundes pendelte leicht hin und her, allerdings zeigte er sich auch dominant indem er die Rute gekringelt über dem Rücken trug. Seine Ohren waren nach vorne gerichtet und seine braunen Augen musterten kurz den Roten, der aussah als wäre er gerade im Wasser gewesen.

    "Ja... scheint so..."

    Wie sollte man mit jemandem ein Gespräch führen, mit dem man zuvor beinahe eine Rauferei begonnen hatte, weil sie verschiedener Meinung waren? Irgendwie war es ja auch lächerlich. Nando war bewusst das er die Menschen nicht mochte, weil er schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht hatte, Criado allerdings schien gute Erfahrungen mit ihnen zu haben und sie daher auch zu mögen... vielleicht, aber nur vielleicht, waren ja nicht alle Menschen schlecht? Vielleicht gab es ja auch gute Menschen? Wie dem auch sei, er würde es nicht herausfinden, denn er mochte die Menschen schlichtweg nicht und er wollte auch bei keinem leben.

    "Was hast Du nun vor, willst Du zurück zu deinen Menschen finden?"


    Die Frage war ehrlich gemeint und es schwang nichts böses oder negatives in Nandos Stimme mit. Es interessierte ihn schlichtweg, irgendwie gehörte der Rote ja auch zu ihrem seltsamen Rudel und irgendwie interessierte es Nando, ob Criado das Rudel für die Menschen verlassen würde.
    Er blickte hinter sich als er ein kleines Kind kreischen hörte, vergnügt kreischen und wie es auf Criado und ihn zurannte, dann aber von der Menschenmutter festgehalten und schnell aus Sichtweite Nandos gebracht wurde. Als der Menschenwelpe verschwunden war, wand er sich wieder Criado zu und blickte diesen Fragend an, senkte zuletzt sogar seine Rute ein Stück weit.


[Criado | Strand]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 18 Jan 2012, 16:30

Mit einem Hauch von Genugtuung bemekerte der kleine Bunte, dass er quasi gewonnen hatte. Zumindest so halbwegs gewonnen, denn der Gefleckte schien zumindest von seiner Mutter abzulassen und einzusehen, dass es eben seine Mama war. Einfach mal ganz egoistisch gesehen.
als der fremde, recht kleine Hund sich an ihn wandte, drehte sich der Kopf des Jünglings für einen kurzen Moment aus dem Konzept gebracht herum. Mit einem leichten Aufprall ließ sich der Welpe wieder auf alle Viere nieder und lehnte den Kopf schief. Was hatte dieser Braune noch mal gesagt? Er musste jetzt mal schnell überlegen, um Mama und Papa auch stolz zu machen.

“Ähm, Hallo! Du bist ein Freund von Mama und Papa?“ Bei diesem Gedanken wedelte die kleine Rute bereits schon wieder wesentlich stärker. “Dann bist du also lieb? Dann bist du auch mein Freund!“

So war es quasi schon beschlossene Sache, dass dieser Hund ein Freund und somit lieb war und das er hier blieb und vielleicht würden sie ja alle Mal zusammen auf einen Beutezug gehen. Der Freund sah ja dafür eigentlich ganz gut geeignet aus. Auch wenn in der Hinsicht irgendwie niemand seinen Papa schlagen konnte.
Munter lehnte sich der Welpe an den Vorderlauf seiner Widergewonnenen Mutter – denn für ihn war das bereits ein kleiner Kampf um ihre Gunst gewesen – und blickte neugierig von seinem Vater zu dem kleinen Hund und Freund. Er verstand nicht wirklich von dem, was gesprochen wurde und auch nur halbwegs bekam er mit, dass es einige Male um ihn ging, schlussendlich schnappte er sogar ein seltsam klingendes Wort auf, welches ihm di Neugier in die Pfoten trieb. Jeszyl. Damit konnte er nichts anfangen, war das etwas zu essen? Bevor er sich versah, war er bereits zu seinem Vater gehuscht und hatte die kleinen Vorderpfoten gegen diese Läufe gestemmt um mit der Schnauze das Gesicht des Größeren zu erreichen und ganz kurz nur in die warme Mulde unter dessen Kinn zu kuscheln.

“Papa, Papa, was ist ein Jeszyl?“

Die Frage kam schnell und völlig unbekümmert aus dem bunten Mundwerk und wieder ließ er sich mit einem Ruck auf alle Viere zurück fallen und blickte Erwartungsvoll zu Noyn hinauf. Natürlich würde dieser ihm sicherlich gleich erklären, was dies denn für ein ominöses Futter war über das sie da sprachen.
Doch erneut riss ihn etwas aus der – neu gewonnen – Bahn. Die Berührung seiner Mutter war wie immer wunderschön warm und tröstlich. Er hatte sie unglaublich lieb, allerdings rissen ihn ihre erneuten Worte erneut in eine andere Sphäre. Sie wollte diesem Gefleckten folgen? Nicht ihm? Hätte er nicht eh schon Hängeohren gehabt, so hätte er sie vermutlich spätestens jetzt hängen lassen. Die eben noch muntere Rute hörte ebenfalls auf zu pendeln und geknickt verzog der Welpe die Schnauze. Das hatte er nun nicht erwartet, er war doch ganz klar der Sieger gewesen. Es war doch seine Mama... oder? Oder? Verwirrt blickte er dem sich entfernenden Körper der Windhündin nach, ehe er sich auf die Hinterläufe nieder ließ und den Blick zu Boden senkte.

“Hat Mama den anderen Hund mehr lieb als mich?“

Fragt er leise an seinen Vater genannt und blickte vorsichtig von diesem zu Chakka. Plötzlich war er sich gar nicht mehr so sicher, ob dieser Hund wirklich so ein Freund war. Er hatte den Gefleckten hierher gebracht, jenen Hund, der ihm nun scheinbar seine Mama wegzunehmen schien. Dennoch wollte er den Braunen nicht gleich verurteilen. Vielleicht konnte er ja gar nichts dafür, auch wenn es schwer fiel.


_ Strand | Noyn ; Chakka _


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Jetzt und hier und überall
Wenn der Niederlagenfrust an dir knabbert und nagt, und sich Nimmersatt in dein Selbvertrauen frisst, dannhör mir zu, damit ich dir helfen kann, lass es zu, sei so frei, nimm es anIch bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
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Chakka


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 19 Jan 2012, 00:06

Dass Cuco sich noch an seine Schwester erinnerte, ließ Chakka seine Lefzen zu einem Lächeln verziehen. So lange wie sich die beiden nicht mehr gesehen hatten, hätte er es Cuco nicht übel genommen, wenn er keinen Bezug mehr zu seiner leiblichen Familie gehabt hätte. Zumal ihm nun erstaunlicherweise Corazón mehr zu bedeuten schien als die Auskunft, dass auch Fyfa nicht weit war. Seit vielen Monaten hatte die Hündin ihren Sohn nicht mehr gesehen. Vielleicht wusste sie nicht einmal, dass er noch am Leben war. Chakka nahm sie vor, so schnell wie möglich nach ihr zu suchen, denn auch er wollte sie gern wiedersehen. Sicherlich wäre sie überglücklich, auch ihren Sohn wohlbehalten hier zu wissen. Jedoch wurde Cucos Freude durch das Auftauchen seiner besten Freundin nicht gerade beflügelt. Besorgt warf der Mischling seinem Sohn einen kurzen Blick zu, seine Ohren zuckten. Cuco hatte sich zu einem Hund der wenigen Worte entwickelt, doch sein einfaches „Nein“ - nicht adressiert und keine konkrete Antwort auf eine Frage - drückte all die Enttäuschung aus, die er wohl verspürte, als Ceniar Quinta in Beschlag nahm. Und sein Vater konnte ihn verstehen, obwohl er auch die Überzeugung des Welpens ernst nahm. Da hatten sie das Schlamassel.

Nichtsdestotrotz freute er sich, dass Quinta glücklich war und sich glücklich über ihr Erscheinen zeigte. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass sie nun – an Noyns Seite, mit der Verantwortung für einen Welpen – eine Bedrohung in ihnen sah. Doch so schien es nicht zu sein, ganz im Gegenteil. Sein Lächeln verging nicht, auch als Noyn ihn darüber informierte, dass Corazón nicht mehr bei ihm war. Seine einzige Reaktion blieb ein Wenden des Kopfes zu ihm und ein fragender Blick, doch die Erklärung folgte bereits. Dann jedoch verdüsterte sich seine Miene – vielleicht hatte Cuco doch nicht ganz falsch gedacht.

„Oh, so kennt man dich ja gar nicht. Du hättest deine neue Partnerin großziehen können. Das hat dann wohl jemand anders für dich getan.“, erwiderte er bissig.

Dann jedoch erinnerte sich, dass nun die Windhündin als Gefährtin des Bunten galt und warf ihr einen entschuldigenden Blick zu. Doch sie schien mit sich und Cucos Reaktion beschäftigt, plus ihr Welpe, der ebenso um Aufmerksamkeit heischte. Doch das Wissen, dass Cora ausgerechnet bei Jeszyl geblieben war, beruhigte den Mischling nicht gerade. Der Kangal war ein Rüde durch und durch, auf Stunk und andere besser riechende Dinge fixiert und ziemlich eigen. Grundsätzlich hatte Chakka nichts gegen ihn, er akzeptierte seine Anwesenheit, wenn er da war. Aber es war etwas Anderes, eine junge Hündin, zu der er trotz der Länge der Zeit eine enge Beziehung hatte, in seiner Obhut zu wissen. Vielleicht hatte sie inzwischen selbst schon Welpen, dann wäre er jetzt Opa. Irgendwie gruselte ihn der Gedanke und er schob ihn beiseite. Der Wechsel zu Firejay kam ihm dabei gelegen. Dass sie durch seine Anweisung zurück zu Noyn gefunden hatte, sah der Rüde offenbar ziemlich positiv. Die Beziehung derzwei hatte Chakka nie überblicken können, weil er ihre gemeinsame Vorgeschichte nicht kannte. Firejay schien Noyn zu hassen und dennoch zu lieben. Wie der Australian Shepherd zu ihr stand, war ihm ein Rätsel. Aber offensichtlich hatte ihre zeitweise Abwesenheit ihm nicht gefallen.

„Gern geschehen.“, war seine knappe Erwiderung darauf.

Er wollte ihn ja nicht vor den Kopf stoßen, aber wirklich interessieren tat ihn die Story um ihn und Firejay nicht. Da er die Hündin aufgelesen und mit bis zum Dorf genommen hatte, trug er wohl einen kleinen Anteil daran, dass sie den Rüden wiedergefunden hatte. Und das hatte Chakka tatsächlich ganz gern getan. Auch wenn er sich nun davor fürchtete, ihr von Seans Tod zu erzählen, wo er sie doch weggeschickt hatte mit dem Versprechen, dass keinem etwas zustoßen würde. Er bezweifelte, dass sie auch nur annähernd so gefasst reagieren würde wie Noyn. Zustimmend nickte er ihm zu und senkte den Blick zu Boden, betrachtete nachdenklich die Spuren im Sand. Sean fehlte ihm nicht, doch trotzdem spürte er den Verlust deutlich, durch die Schuld, die er an seinem Tod trug. Ein mattes Seufzen ließ seinen Brustkorb beben, dann hatte er sich wieder gefasst und erwiderte den Blick des Aussies fest.

„Das haben wir. Ohne ihn wären Nando, Cuco und ich nicht hier.“

Er ließ Carmello absichtlich aus, weil Noyn den Kater wohl noch nie gesehen hatte und der Mischling es nicht für nötig hielt, die beiden miteinander bekannt zu machen. Wenn der Rote sich dazu entschloss, bei ihnen zu bleiben, würde sich diese Gelegenheit schon noch ergeben. Wie ein welkes Pflänzchen, dass eine Ladung voll Wasser bekommen hatte, wuchs in ihm die Hoffnung, dass Noyn sie in seine kleine Gruppe aufnahm. Ihn, Cuco, Nando, Carmello wenn er wollte. Dann würde er Fyfa und Cora suchen und sie zurückbringen. Und endlich wären sie wieder eine Familie, eine riesige Familie, so wie er es sich immer gewünscht hatte. Nur seine zweite Tochter fehlte.
Mit einer geheimnisvollen Miene wandte er sich nun wieder Ceniar zu und nickte übertrieben, als er ihn schon mal provisorisch als Freund kategorisierte.

„Ich bin ganz lieb und dein Papa mag mich. Wenn ich dein Freund sein dürfte, würde ich mich wirklich freuen.“, erklärte er mit wichtiger Miene und linste kurz zu Noyn.

Er hatte nicht vergessen, wie Welpen tickten. Cuco erschien ihm diesem Alter gerade erst entwachsen, fast so als wäre er gestern noch so groß wie Ceniar gewesen. Natürlich war es länger her, doch zu Beginn war sein Sohn ganz genauso wie Noyns Spross gewesen. Neugierig, naiv, liebenswürdig. Und genauso eifersüchtig. Das war es, was nun zu Problemen führte. Etwas traurig hob Chakka den Kopf und folgte Quinta mit seinem Blick, beobachtete ihren unterwürfigen Annäherungsversuch an Cuco. Sie tat ihm leid, ebenso wie Cuco ihm Leid tat, doch er konnte keinem von beiden helfen. Das war eine Sache zwischen dem Welpen, der keiner mehr war und seiner Freundin, die sich ganz ähnlich wie er verändert hatte. Deshalb wandte der Rüde den Blick bewusst ab und sah wieder auf Ceniar hinab.

„Ein Jeszyl ist ein böses Monster mit gelbem Fell und spitzen Zähnen. Es wohnt drüben in der Nachbarbucht und niemand weiß genau, was es da so treibt.“

Vielleicht war der Versuch, ihn von Quinta und Cuco abzulenken, ja erfolgreich. Es tat ihm Leid, dass der Welpe nun in diesen Konflikt hineingeriet, denn natürlich konnte er nicht verstehen, weshalb seine Mutter dem dahergelaufenen Hund da folgte und ihn um Vergebung bettelte. Doch wie sollte er ihm ihr Verhalten erklären? Wenn schon, würde er das dem Vater überlassen, er war dann doch lieber für die amüsanteren Dinge zuständig.


{ Strand :: Noyn, Ceniar :: Quinta & Cuco und Cria & Nando entfernt }

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Criado


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 19 Jan 2012, 18:02

Der Wolfshund sah immer noch so aus, wie als Criado ihn das letzte Mal gesehen hatte und dies war freilich lange her! Der Mond war schon einige Male gewachsen und war von dem Himmelshund auch genauso oft aufgefressen worden. Als letztes hatte der Rote ihn vor jenem Bergdrof gesehen, bei dem sich die Wege der Gruppe gespalten hatten und Chakka ihn Quinta und Firejay nachgeschickt hatte. Es war nicht umbedingt so, dass Criado ihn vermisst hätte. Ehrlich gesagt, war es ihm ziemlich egal, ob Nando wieder aufgekreuzt wäre oder nicht. Dennoch, er wünschte sich auch nicht, dass er jetzt nicht hier wäre. Vielleicht war es ja eine gute Gelegenheit um ihr Verhältnis ein wenig zu verbessern. Oder wer weiß, sogar zu verschlechtern? Jedenfalls war er sich sicher, dass es mal zur Abwechslung gut war, mal mit jemand anderem zu reden als immer nur mit Noyn, Firejay und Quinta. Auch wenn es immer wieder erfrischend war sich mit dem kleinen Ceniar zu beschäftigen. Als auch die letzten Meter überwunden waren blieb der Harzer Fuchs die lange rote Rute wie eine Fahne in der Höhe schwenkend einige Fuchslängen von dem Graubraunen stehen.

Es überraschte ihn nicht, die passive Antwort des Menschenfeindes zu hören, nein, es war ihm eher willkommen. Das Wolfsblut war immernoch der von früher, auch wenn sich Criado fragte, ob er selbst auch noch der war, der sich damals von Chakka, Cuco und dem Rest getrennt hatte. Er hatte das leise Gefühl, dass dem nicht so war. Ein Gedanke, der ihn ein wenig nachdenklich werden lassen könnte, wenn er sich weiter mit ihm beschäftigte. Also verwarf der Hütehund ihn einfach und nickte stattdessen bestätigend aber nurt kurz dem Grauen zu. Es überraschte ihn jedoch, als Nando anders als erwartet gleich das Thema ansprach, bei dem sie doch so verschiedener Meinung waren, auch wenn eher indirekt. Oder sollte der Fuchs nicht überrascht sein? Er kannte den Rüden doch kaum und konnte sich deswegen kein klares Bild erschaffen. Vielleicht musste er einfach aufhören so voreilig Schlüsse zu ziehen und zu urteilen. Zum Glück durchfuhrt nun kein Stich sein Herz, als das Thema angesprochen wurde. Klar machte es ihn traurig daran zu denken, jedoch hatte er dieses Thema mit Quinta vor kurzem nur zu Genüge besprochen. Gerade wollte der flauschige Rote mit dem vom Meerwasser ein wenig angefeuchtetem Fell dazu anheben dem Wolfspelz zu antworten, als vergnügtes Gekereiche ihn ablenkte. Der Geruch von jungen Menschenwelpen stieg ihm in die Nase und seine haselnussfarbenen Augen fassten einen kleinen Jungen ins Auge, der auf sie zuhielt. Seine lange Rute fing an heftig zu wedeln und ein glückliches hecheln wollte sich auf seine Züge legen, verblasste aber schnell, als der Menschenwelpe von seiner Mutter weggezogen wurde. Ein wenig Enttäuschung spiegelte sich auf seinen Zügen, doch seine Rute wanderte wieder nach oben und er wandte sich zu Nando zurück. Gefasst und begleitet von einem leichten Nicken begann er seine kurze Erklärung.

"Ich werde mich in Kürze auf die Suche machen, ja. Es ist nicht leicht Quinta, Firejay, Noyn und das Küken hier zu lassen - die letzten Beiden kennst du wohl noch nicht - aber ich muss es wohl."

Hatte er zu viel gesagt? Im Grunde war es ja auch egal. Die braunen Augen erwiederten den gleichfarbenen Blick des Wolfshundes ohne zu Blinzeln.

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 19 Jan 2012, 18:32

I WISH THAT I WAS STRONGER
SO THAT I HAD MORE TO GIVE
I'LL SHARE EVERYTHING I HAVE
AND WE'LL FIND A WAY TO LIVE


Er hätte gelogen, wenn er jemals behauptet hätte, mit diesem Moment zu rechnen. Anfangs hatte er – Firejay sei Dank – tagtäglich auf die Rückkehr der anderen Gruppe gewartet, doch mit der Zeit, mit Ceniar hatte er aufgehört, sich groß Gedanken darum zu machen. Es hatte etwas gefehlt, ohne Frage, immerhin hatte er den Strand nur so in Erinnerung gehabt, dass dort auch der kleine Winzling herumstromerte. Nun plötzlich selbst dieses Areal für sich zu beanspruchen, hatte sich im ersten Moment fremd, fast schon falsch angefühlt, doch die Geburt seines Sohnes hatte es verlangt und so war mit der Zeit etwas ganz Normales daraus geworden. Über die Lücke, den Platz, den Chakka normaler Weise eingenommen hätte, war Efeu gewachsen und die ursprüngliche Situation nach und nach in Vergessenheit geraten. Nun erst, jetzt nach all der Zeit, schien sich das Gewächs erneut zu lichten, schien zu blühen und die Hunde zu ihrem eigentlichen Leben zurückzuführen. Alles schien wieder auf seinem alten Platz, schien richtig und die, die fehlten, beanspruchten einen großen Platz in ihren dankbaren Herzen für sich allein. Doch so schön diese Situation auch hätte sein können, hätte sein sollen; nun, wo Quinta dem Hund gegenüber stand, den sie all die Zeit erwartet hatte, schien das Ganze noch mehr zu kippen. Noyn hatte sich geweigert, den jungen Hund ohne eine kleine Lektion voranschreiten zu lassen, allerdings mit gutem Gewissen, obgleich er den Gefleckten so einschätzte, dass er es ihm ewig übel nehmen würde. Der Bunte hatte kein Problem damit – hatte er noch nie gehabt und das einzige, was ihm wichtig war, war sich selbst treu zu bleiben. Sich selbst, und der Familie, die nun fest zu ihm gehörte. So lockte die Begrüßung der Windhündin an Chakka erneut ein Lächeln auf seine Lefzen, welches allerdings von der Anspannung, die in der Luft lag, deutlich getrübt wurde. Besorgnis lag in seinen moccafarbenen Seelenspiegeln, während er die Hündin von der Seite her betrachtete, die Ohren nach hinten abgewinkelt. Ein kurzer Augenblick verging, in der sich die Luft fast zum Zerreißen spannte, wie Noyn empfand, und sich die Windhündin schließlich an ihren Sohn wandte. Ohne, dass er gemeint war, schenkte er Quinta ein sachtes, bestätigendes Nicken, obgleich er ihre Handlung nicht wirklich gutheißen konnte. Dennoch wusste er, wie schwer sie es in diesem Augenblick hatte und ließ somit seine eigenen Eindrücke vorerst beiseite. Das Nicken sollte ihr bedeuten, dass sie gehen sollte, wenn sie glaubte, es tun zu müssen; dass er hier war, was auch immer geschehen würde. Quinta verharrte an Ort und Stelle, sah ihm nach und Noyn schwieg einen Moment, ehe er sich wieder an Ceniar und Chakka wandte. Ein kurzer Blick galt dem Gleichaltrigen, ehe er sich erneut um eine unbekümmerte Miene bemühte, um Ceniar jegliche Angst zu nehmen.

Und Angst vor den Neuankömmlingen schien schon mal keine zu bestehen. Die Rute des Großen fuhr erneut ein paar Mal über den dunklen Sand, während er dem kurze Gespräch zwischen Ceniar und Chakka lauschte und seinen Sohn schließlich fröhlich mit der Nase berührte. Schließlich hob er den Kopf allerdings erneut, immerhin waren die letzten Worte des Braunen vor ihnen in der Verwirrung um Cuco und Quinta etwas untergegangen und der Nasenrücken des Aussies kräuselte sich einen kurzen Augenblick.

„Ich wüsste nicht, wo sie es besser haben sollte als bei ihren Eltern. Zwar war sie auch für mich wie eine Tochter, aber Jeszyl kann ihr wohl niemand ersetzten. So grausig das auch klingt.“

Noyn schüttelte kurz den Pelz, so gut es im Sitzen eben ging, ehe das Gespräch zwischen ihm und Ceniar weiterging. Auf die Worte Chakkas hob er nur vielsagend die Augenbrauen, doch aus dem Lächeln zu schließen, was sich schließlich auf seinen Lefzen abzeichnete, hatte Chakka nicht wirklich etwas gesagt, den Noyn nun vehement widersprechen wollte. Auf die Frage des Bunten Thronfolgers hin, wollte Noyn gerade zu einer Antwort ansetzen, als Chakka diese Aufgabe bereits übernahm. Das Lächeln des Bunten wurde noch etwas breiter, ehe er ein zustimmendes Schnauben verlauten ließ.

„Gelbem Fell und gelben Zähnen.“, ergänzte er und spähte zu Ceniar hinunter. „Aber im Gegensatz zu den Menschen suchst du bei ihm besser nicht nach Futter. Allerdings ist ein Jeszyl wesentlich leichter auszutricksen als ein Mensch. Wenn du willst, können wir ihm bald mal einen Besuch abstatten, dann kannst du Onkel Chakka zeigen, was du schon alles kannst.“

Der Rüde erhob sich, streckte sich und warf Chakka erneut einen Blick zu. Er befürchtete, dass dieser sich bald auf die Suche nach Corazón und Fyfa machen würde und hoffte, dass der braune Knips verstand, dass Noyn ihn begleiten würde. Schließlich verschwand Quinta doch, folgte dem jungen Hund und Noyn blickte ihr einen kurzen Augenblick nach, ehe sich sein Sohn protestierend und traurig zugleich an ihn wandte. Die Ohren des Großen legten sich etwas zurück, ehe er dem Prinzen aufmunternd mit der Zunge über den Kopf fuhr.

„Wie könnte sie, Ceniar? Sie hat ihn nur länger nicht gesehen und freut sich, ihn wiederzutreffen. Das heißt nicht, dass sie ihn lieber hat als dich. Du bist doch ihr Ein und Alles. Sie lässt dich ja auch nur ungerne mit mir ziehen, oder?“

Noyn hob vielsagend die Augenbrauen und schenkte seinem Sohn einen verschwörerischen Blick. Nein, es gab keinen Hund, den Quinta lieber hatte als ihren Sohn. Zumindest hoffte Noyn das in diesem Augenblick inständig für den jungen Hund. Er brauchte sie und würde sie auf ewig brauchen.



{ chakka, ceniar | cuco, quinta in der nähe }

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Zuletzt von Noyn Cloud am Do 19 Jan 2012, 18:46 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 19 Jan 2012, 18:39

Und innerlich war er eben doch der kleine Welpe geblieben. Vorsichtig grub er seine Schnauze in den schwarzen sand, und blickte sehnsüchtig zu der kleinen Gruppe um Papa Chakka herum. Was hielt ihn, Chakka, noch da? Wollte er nicht nach seinem Sohn blicken, und nachfragen, was ihn beschäftigte, was los war? Ja, diese Reaktion wäre ängebrachter gewesend, fand zumindest Cuco, und richtete seinen Blick gen Himmel. Es war bald so, als würden die wenigen Wolken am Himmel des bunten Gedanken mitfort tragen.
Die erste Begegnung zwischen Quinta und ihm war wesentlich anders, ja besser gewesen, obwohl sie sich nicht gekannt hatten. Dabei hatte Cuco sich aleine auf seinen "Sinn für Abenteuer" verlassen, der vor einem halben jahr wesentlich später ausgeprägt war als zu diesem Zeitpunkt. Wie oft war Cuco dieses Szenario schon in seinem Kopf durchgegangen, und wie oft hatte es gut geendet? Immer. Die Antwort darauf war einfach, vielleicht zu einfach, hatte Cuco doch nicht damit gerechnet, dass Quinta nun eine Familie hatte. Wieso überhaupt? Für Cuco schien es so, als wäre dieser Ceniar eine Art "Cuco-Ersatz", weshalb sie ihn nicht mehr brauchte. Dabei hatte der bunte die Galgo-Hündin doch so vermisst...

Langsam fiel sein Blick wieder auf den schwarzen Sand vor seinen Pfoten, und er hob die Schnauze, bevor eine Art Schnauben seiner Kehle zu entnehmen war. Die Sonne ging immer weiter unter und bald würde es wieder dunkel sein. Und dann? Wo wollte Chakka dann hin? Er wollte doch nicht etwa bei Noyn bleiben?
Eigentlich wäre Cuco nun zurückgelaufen, um seinen Papa von dort wegzuholen, doch irgendetwas sagte dem jungen Rüden, dass es falsch gewesen wäre. Vermutlich hielten die anderen – in der Hoffnung das Chakka es anders sah – ihn sowiesofür einen versager, einen Feigling, einen Nichtsnutz. Ob Quinta das gleiche tat? Natürlich hatte der bunten seinen Namen aus ihrer Richtung gehört, und auch hatte er bemerkt, mit welcher Freude er verbunden gewesen war. Innerlich teilte er diese Freude, gewiss, doch äußerlich gab es nichts, das darauf hinwies. Nur die Rute pendelte leicht, als Quinta sich schließlich näherte. Unterwürfig, wie auch bei ihrem ersten Treffen, und wieder hielt Cuco ihr Verhalten für falsch. Für sie war es das wahrscheinlich nicht, hatte die Galgo-Hündin anscheinend schon immer so gehandelt, sich – für Cuco – komisch benommen.
Doch irgendwie tat sie ihm auch leid. Ja, vielleicht war da etwas "falsch gelaufen" ...
Vorsichtig nickte der bunte in die Richtung der Hündin, und kurz zogen seine Lefzen sich zu einem schmalen Lächeln zusammen. Doch es hielt nicht lange, fühlte Cuco sich doch irgendwie unwohl. Quinta hatte Ceniar bei Noyn gelassen, für ihn?!

"Quinta."

Ein Wort. Es war alles, was Cuco hatte erwidern können. Zumindest in diesem Augenblick. Alles andere wäre irgendwie nicht angebracht gewesen in den Augen des kleinen. Doch des Hündins nächste Worte verlangten wesentlich mehr Wörter zur Antwort.

"Wenn ... wenn ich könnte, dann vielleicht ...", Cuco stoppte, hielt kurz den Atem an, und fuhr schließlich fort, "aber ich kann papa Chakka nicht alleine lassen. Das hat er nicht verdient. Und dich möchte ich ebenfalls nicht noch einmal verlieren, weißt du? Aber jetzt ist da Noyn, und Ceniar auch. Du hast doch deine Familie. Vielleicht sollte ich einfach zu meiner zurückgehen."

Ein lautes seufzen entfuhr dem Fang Cucos, und er blickte Quinta nachdenklich an.

"Nein ... das wird schwieriger sein als gesagt. Noyn sagte doch, Cora und Fyfa seien hier? Oder nur Cora?"

Verwirrt blickte der kleine sich um, ja fast hilfesuchend glitt sein Blick von dem Meer über Quinta zu der kleinen Gruppe.

"Ich will nicht gehen, aber wenn es sein muss ..."

{bei Quinta :: Chakka, Noyn, Ceniar in der Nähe}
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 21 Jan 2012, 19:29


Der Fuchs döste fast schon ein unter dem Strandkorb, als die Stimmen von Fox und Baja leiser wurden. Sie hatten sich wohl bewegt oder aufgehört zu sprechen.
Verschlafen blickte er auf, konnte die zwei zwar noch entdecken, doch fand, dass er jetzt trotzdem nicht zu ihnen gehen würde.
Stattdessen streckte er sich erstmal, gähnte ausgiebig und setzte dann eine Spur in den schwarzen Sand um nach was zu Futtern zu suchen.
Somit lief er los. Noch ohne Idee ob er im Müll oder in der Jagd sein Glück versuchen würde.
Doch sonderlich weit kam der Rotgefellte nicht, schon entdeckte er einen unbekannten Hund der direkt auf ihn zusteuerte.

Verwundert blieb der Fuchs stehen. Der Fremde steuerte ihn wirklich direkt an und knurrte dann auch noch. Und das höchste war ja die Frage.
"Bleib gefälligst höflich und knurr mich nicht in meinem eigenem Revier an.", blaffte er den Hund empört an.
Was bildete er sich eigentlich ein? Gut, es war nicht unbedingt ein Revier, aber hier hielt sich seine Gruppe oft auf. Und jetzt?
"Was willst du überhaupt hier? Zum Fressen findest du um diese Tageszeit nichts am Strand."
Da bitte, der Fuchs war sogar so höflich und informierte den unfreundlichen Fremden.




[östlicher Strand - bei Foster]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 23 Jan 2012, 16:27

Sichtlich erfreut hatte er die Worte des braunen Hundes aufgenommen, der Chakka hieß. Er war also Papas Freund, nun Papas Freunde waren irgendwie im Grunde ja auch seine Freunde, oder? oder? Hm, ja, doch, konnte man so sehen. Hätten nicht so unglaublich viele Gedanken in seinem kleinen Köpfchen herum gespukt, so hätte wahrscheinlich bereits die Tatsache einen neuen Freund gefunden zu haben, den Tag für den Welpen gerettet. So jedoch zauberte es lediglich ein kurzes, schwaches Lächeln auf die helle Schnauze, bevor sich der junge Hund wieder, beinah Hilfe suchend, seinem Vater zuwandte. Nur kurz jedoch, denn dann wurde das Thema aufgegriffen, welches er zuvor angesprochen hatte und Ceniar richtete wie von selbst die Ohren wieder ein wenig auf und lauschte interessiert den Erzählungungen über das seltsame Essen nahmens Jeszyl, was anscheinend gar nichts zu essen war sondern ein... Ding, ja, ein Ding. So erschien es zumindest dem Prinzen.

“Gelbes Fell und gelbe Zähne? Papa, können wir hingehen? Bitte, bitte! Ich hab keine Angst!“

Für den Moment waren sogar seine Trauer bezüglich Quinta wie aus der Fell gewischt. Der kleine Bunte war einfach nicht dafür gemacht traurig zu sein. Seine impulsive, neugierige und frohe Art machte es beinah unmöglich, in eine andere Richtung als gerade aus zu schauen. Dennoch waren die folgenden Worte wichtig für den kleinen Strolch, denn wann immer er den Blick aus den blauen Augen in Richtung der Windhündin schweifen ließ, fuhr ihm ein kleiner Stich ins Herz. Es war immerhin seine Mutter und er hatte furchtbare Angst sie zu verlieren. Es war ein instinktives Verlangen, eine vermutlich nichtige Sache, aber dennoch hatte es den jungen Hund ungemein verletzt, dass sich Quinta so plötzlich von ihm abwandte. Er konnte nicht verstehen, dass dieser Hund soviel wichtiger sein konnte, als er. Selbst, wenn seine Mutter diesen viellicht lange nicht gesehen hatte, diese Regung konnte der Welpe einfach noch nicht begreifen. Zu sehr mangelte es ihm dort an Erfahrung.
So nahm er einfach den seichten Trost der ihm blieb und kuschelte sich an den warmes Pelz seines Vaters, als dieser den Kopf senkte um ihm über den Schädel zu schlecken. Es war tröstlich, wärmend und gewissermaßen auch genau das, was er eigentlich brauchte.

“Dann kommt sie also bald wieder?“

Nuschelte der Mischling schließlich kleinlaut und die blauen Augen verharrten wie von selbst auf Chakka.

“Kommt sie dann mit uns zu dem Jeszyl mit gelbem Fell und gelben Zähnen?“

Die Gelegenheit seiner Mama und allen anderen zu zeigen, wie mutig, schlau und stark er doch war, wollte er sich um keinen Preis entgehen lassen. Und er hatte ja wirklich keine Angst vor diesem Monster mit gelben Zähnen. Führ ihn erschien es viel eher für eine gelungene Ablenkung und einem großen Abenteuer.
Mit einem kleinen Hüpfer war er vor den kleineren Braunen gesprungen – der natürlich immer noch ein Stückchen größer war als er, jedoch um einiges kleiner als Papa – und hatte stolz den Kopf gereckt.

“Ich bin nämlich der mutigste Hund den es hier gibt, gleich nach Papa!“

Verkündete er diesem sogleich stolz und warf dann doch wieder einen Blick zurück zu seiner Mutter. Wann kam sie denn nur endlich wieder? geduld hatte er definitiv keine.


[ Chakka & Noyn – unweit Quinta & Cuco ]

................

Jetzt und hier und überall
Wenn der Niederlagenfrust an dir knabbert und nagt, und sich Nimmersatt in dein Selbvertrauen frisst, dannhör mir zu, damit ich dir helfen kann, lass es zu, sei so frei, nimm es anIch bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 25 Jan 2012, 19:40

Scheinbar wollte er sie nicht vertreiben, was schon einmal gut war, aber trotzdem machte sie sich nichts vor – er freute sich nicht, sie zu sehen. Zwar duldete er sie in seiner Nähe, aber die Distanz in seinen Augen war nicht zu übersehen, die Resignation in seiner Stimme nicht zu überhören. Enttäuscht ließ sie die Ohren hängen. Es war die letzte, furchtbare Bestätigung ihrer größten Angst. Es würde nie wieder so wie früher werden, nie wieder würden sie sich so nahe sein. Es war schrecklich und sie verstand es nicht, verstand nicht, was Cuco überhaupt meinte. Warum glaubt er, dass er gehen musste, nach all der Zeit? In ihren Augen gab es schlichtweg keinen Grund dazu. Die Auseinandersetzung zwischen Cuco und Noyn hatte sie nicht einmal mitbekommen, lediglich Ceniar hatte sich ein wenig unhöflich benommen, aber er war doch noch ein Welpe und meinte es nicht böse. Der Cuco, den sie kannte, würde das verstehen.
Cora und Fyfa... sie hielt inne und grübelte einen Moment.

“Ich weiß nicht“, entgegnete sie unsicher. “Ich kenne sie nicht...“

Es tat ihr leid, Cuco schon wieder enttäuschen zu müssen, aber das musste vor ihrer Zeit gewesen sein. Wahrscheinlich war Noyn ihnen begegnet, noch ehe sie gemeinsam aus dem Teidegebiet geflohen waren. Sie hatte keine Ahnung, aber Cuco wirkte auf einmal so einsam und verletzlich, dass er ihr leid tat. Natürlich, er hatte seine Mutter verloren und seine Geschwister und sie bis heute nicht wiedergefunden. Er musste sich so allein fühlen und so schrecklich enttäuscht von ihr sein... vorsichtig kroch sie noch ein wenig näher zu ihm, bis sie schließlich mit der Nase sacht gegen seine Flanke prallte. Er roch immer noch wie Cuco, wenn auch ein wenig anders. Mehr nach Abenteuer und mehr wie ein Rüde, nicht mehr wie ein Welpe, aber es war nach wie vor ein angenehmer und vertrauter Duft. Es war zu viel. Auch wenn sie sich vorgenommen hatte, ihn nicht zu bedrängen und seine Wünsche zu respektieren, es ging nicht.

“Warum könnt ihr nicht hier bleiben?“, jammerte sie. “Wir können Cora suchen und Fyfa, Noyn wird uns bestimmt dabei helfen, und dann bleiben wir alle zusammen, für immer.“

Immer weiter formte sich der Gedanke in ihrem Kopf aus. Ja, wenn Cuco seine Mutter und seine Schwestern vermisste, dann mussten sie sie eben hierher holen! Und dann... dann würde vielleicht alles wieder gut werden. Wenn Cuco sah, dass sie sich wirklich bemühte, ihn glücklich zu machen, dann würde er vielleicht verstehen, dass sie ihn nie vergessen hatte und ihn immer noch brauchte. Sie holte tief Luft und fuhr fort.

“Weißt du noch, wie es in der Höhle am Teide war? Du und Criado und Chakka und ich, wir haben zusammen dort gewohnt, und ihr habt gesagt, wir wären eine Familie. Warum können wir nicht wieder eine Familie sein, nur eben eine größere?“

Selbst in ihren eigenen Ohren klang dieses aufgeregte Gestammel erbärmlich, aber wenn sie nun aufgab, dann würde sie Cuco vielleicht noch einmal verlieren, und dieses Mal für immer.



[am Strand | bei Cuco | Chakka, Noyn & Ceniar in der Nähe]

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 26 Jan 2012, 16:57

Sie hatte einfach schon zu viel gesehen um den Optimismus der jungen Hündin teilen zu können. So gerne sie Baja auch auf den Boden der Tatsachen geholt hätte, so wehrte sich ein großer Teil von ihr dagegen und zwang sie zum schweigen. Auch sie war einmal jung gewesen.
„Vielleicht hast du recht“, sagte sie stattdessen und verzog den Fang wiederholt zu einem Lächeln.
Baja war noch jung und würde, wenn sie sich clever anstellte, noch viele, viele Jahre vor sich haben. Jahre in denen sie ihre eigenen Erfahrungen machen würde.
„Dein Vater ist Anführer eines Rudels?“
Fragte die Hochgewachsene überrascht und schnippte mit den Ohren. „Vielleicht steckt in dir dann doch ein Leithund, der nur noch etwas wachsen muss.“
Als wolle sie die kleine Hündin herausfordern sah sie bewusst von oben auf Baja herab und schien den Schalk sprichwörtlich im Nacken zu haben.

So schwer konnte es doch nicht sein ihren Vater ausfindig zu machen. Diese Insel war nicht riesig. Es war das einzige zu Hause was Fox je kennen gelernt hatte, dafür kannte sie es aber verdammt gut. Außerdem waren sie ja nicht alleine. Es gab immerhin noch das Rotfell das Baja nicht von der Seite wich.
Bei dem Gedanken drehte sie den Kopf herum und sah, dass der Strandkorb, in dem Ju bis eben noch geschlafen hatte, leer war.
„Dein kleiner Fuchsfreund scheint genug geschlafen zu haben ...“ stellte sie trocken fest und schnaufte. Sein verschwinden hatte sie gar nicht realisiert. Wie unaufmerksam sie gewesen sein musste. Sowas sollte nicht wieder vorkommen.

„Wie wär’s wenn wir erstmal nach ihm suchen?“ Sie selber hatte keine Sorge bezüglich der Sicherheit des Fuchses. Der alte Knabe war wachsam und hatte bis jetzt überlebt. Was durchaus etwas zu bedeuten hatte. Schwungvoll erhob sie sich auf die langen Läufe und streckte kurz die Vorderpfoten von sich um den Rücken lang zu machen.
„Die Wellen sind auch morgen noch da“, sie zwinkerte Baja zu und wartete bis sich die rote Hündin in Bewegung setzen würde.


[Bei Baja || will Ju suchen]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 26 Jan 2012, 18:33

    Criado mochte Menschen eindeutig sehr gerne. Nando kam nicht drum rum, dieses Verhalten als dumm zu bezeichnen, er sagte aber nichts und lauschte dafür den Worten des Rüdens vor ihm.
    Er würde sie wirklich alle für die Menschen verlassen... eigentlich war es nicht anders zu erwarten gewesen.
    Der Wolfhund liess sich auf seinen Hinterpfoten nieder und schnaubte leise

    "Nein, kenne ich nicht..."

    Noyn? Küken? Wer sollte denn das sein? Seltsame Namen wie Nando fand.
    Und wo man schon bei Küken war, wo war eigentlich Cuco? Kurz blickte er sich suchend um, dann wand er sich wieder Criado zu. Chakka würde sicherlich ein Auge auf seinen Sohn haben, da war er sich sicher und wenn nicht, dann hätter der kleine Rüde bestimmt schon Alarm geschlagen.

    "Criado... wir sind uns sicherlich in vielen Punkten uneinig was die Menschen anbelangt... aber erklär mir doch bitte, warum Du so sehr an ihnen hängst? Ich verstehe es einfach nicht, weisst Du..."


    Irgendwie hatte der Rote Nandos Neugier geweckt und eigentlich war es auch mal ganz interessant zu erfahren, was der Harzerfuchs so sehr an den Menschen mochte. Für Nando etwas unverständliches, denn zu mehr, als mal etwas Futter fallen zu lassen, waren sie sowieso nicht zu gebrauchen. Sie schlossen Hunde ein, schlugen sie oder misshandelten sie auf sonst irgendeine Art und Weise, dabei kam ihm zufällig wieder seine Entmannung in den Sinn, die schon einiges Zurücklag.


[Bei Criado]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 27 Jan 2012, 23:31

So war das also, da hatte jemand Noyn nicht aufgeklärt. Jeszyl hielt sich nun für den Vater seiner Tochter, seiner Cora und führte ein gemütliches Familienleben mit Fyfa und ihr? Es fehlte nicht mehr viel und Chakka hätte brüskiert gelacht. Wo war der Kangal denn gewesen, als die Welpen geboren wurden? Cuco kannte ihn nicht einmal richtig, wie es mit Baja stand, wusste er nicht. Aber sofern sie nicht ebenfalls bei ihm war – und das zweifelte er stark an – würde sie auch nichts mehr von dem Hund wissen, der sich Jeszyl nannte und nach belieben den Vater spielte. Er konnte nicht ändern, dass er Noyn die Aussage übel nahm, denn sie vermittelte ihm den Eindruck, dass der Aussie mehr von Jeszyl hielt als von ihm. Und DAS war ja wohl hart an der Grenze zur Beleidigung. Aber er sah davon ab, etwas zu erwidern und dachte sich seinen Teil, schließlich mussten sie vor dem Welpen nicht streiten wie zwei junge Hündinnen. Wenigstens in die Geschichte um den Grusel-Jeszyl stieg Noyn ein, was der Braune mit einem Grinsen anerkannte.

„Wir sollten das nicht überstürzen, so ein Überraschungsbesuch muss gut geplant sein. Ich glaube dir sofort, dass du keine Angst hast, aber ich...“

Sehr überzeugend legte er die Ohren an und zog den kurzen Schwanz ein, rückte etwas näher zu Noyn und wandte den Blick besorgt nach hinten, so als könnte die gelbe Bestie ihn aus dem Hinterhalt angreifen.

„Du musst wissen, Ceniar, dass er meine Tochter gefangen hält. Meine kleine Corazón. Aber er ist sehr groß, ziemlich dick und deshalb auch ganz schön stark und von allein herausrücken will er sie nicht. Wenn du so groß bist, dass du deinem Papa auf den Kopf gucken kannst, können wir vielleicht versuchen, sie zu befreien.“, schlug er vor.

Bis dahin würde der Welpe das Spielchen vermutlich längst vergessen haben und der Kontakt zu Jeszyl wäre dann wohl auch unvermeidlich gewesen. Der Platzhirsch des Strandes war nun einmal ziemlich präsent. Ceniars Wunsch, dass Quinta sie mit zu ihm begleitete, ließ ihn noch immer etwas gespielt erschrocken die Luft ausstoßen und abwehrend den Kopf schütteln.

„Besser nicht. Sonst schnappt er sie sich noch, so wie meine Corazón. Und das willst du doch nicht, oder?“

Er warf Noyn einen kurzen Blick zu und fragte sich, wie weit der Bunte das abenteuerliche Geschichtlein wachsen lassen würde, ohne ihn zu bremsen. Doch noch hatte Chakka das Gefühl, dass Ceniar ein wenig Ablenkung brauchte, damit er nicht traurig und enttäuscht dabei zusah, wie Cuco mit seiner Mutter sprach. Es war doch das Beste, wenn der Kleine währenddessen eine andere Beschäftigung hatte. Mit einem leisen Schnaufen ließ sich der Braune auf sein Hinterteil fallen und war so beinahe auf Ceniars Augenhöhe. Weiter hinten konnte er Nando und Criado sehen und musste ein wenig lächeln. Gerade die beiden kamen wieder zusammen, um sich zu unterhalten.

„Was meinst du Noyn, ob dein Sohn es schafft, ungesehen bis zu Criado zu schleichen?“

Aus dem Augenwinkel schaute er zu besagtem Sohn, um seine Reaktion nicht zu verpassen. Musste doch möglich sein, den Zwerg auf andere Gedanken zu bringen, aber irgendwann reichten Geschichten dafür nicht mehr.


{ Strand :: Noyn, Ceniar :: Quinta & Cuco und Cria & Nando entfernt }

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Criado


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 28 Jan 2012, 17:01

Die Nacht kroch immer näher, Schritt um Schritt, doch noch herrschte das Rot des Abends. Das ferne Rauschen der Wellen war Criado mittlerweile familiär geworden, ebenso wie das Kreischen der Seevögel und der dunkle Sand. Es war wirklich schön hier und er wollte nicht weg. Doch dieses Problem hatte er bereits tausendmal durchgekaut, zuletzt eben mit Quinta und jetzt war kaum mehr etwas von jener schwerwiegenden Trauer übrig, die ihn sonst bei diesem Gedanken überfiel. Ja, der Harzer Fuchs gehörte hier hin, doch er gehörte gleichzeitig auch zu seinen Herren. Die haselnussfarbenen Augen blieben regungslos auf Nando liegen, während er sich leicht räusperte.

"Ein Bekannter Chakkas und sein Welpe Ceniar."

Erklärte der Rote kurz angebunden und nickte dazu leicht. Mit Noyn kam er gut zurecht, auch wenn er nicht umbedingt derjenige war, der Criado am Gehen hinderte. Und der kleine Ceniar? Er war wirklich ein Goldstück und Quinta konnte nur froh sein, solch einen prächtigen Sohn wie ihn haben zu können. Wirklich.
Schon wieder ging Nando genau auf das Thema ein, in welchen die Beiden so verschiedener Meinung waren. Was wollte er damit erreichen? Versuchte er vielleicht seine Einstellung gegenüber den Menschen zu verstehen? Das würde schwierig werden, denn Criado zählte Nando insgeheim zu den verblendeten Hunden mit ihrem Übermaß an Vorurteilen. Aber sei es drum, wenn er es so wollte, dann würde er es dem Wolfshund erklären.
Schließlich sollte man ihn, Criado nicht unfreundlich nennen. Also nickte er und grübelte eine kurze Zeit lang nach, bevor er seinen Fang öffnete und zum Reden ansetzte.

"Nun gut. Menschen haben so vieles auf dieser Insel unweigerlich im Griff. Sie vollbringen Dinge, von denen wir Hunde nicht einmal träumen können und am wenigsten begreifen. Menschen sind gütig zu uns Hunden, auch wenn wir es nicht verdienen. Wir urteilen jedoch ohne wirklich nachzudenken. Die Menschen handeln aus Gründen die uns so weit entfernt sind wie der Mond. Und wenn man so nachdenkt, kann man doch eine oder andere gute Absicht in einer Tat entdecken, in der man keinen Funken davon vermutet hatte."

Er beendete seine Erklärung, schleckte sich mit seiner rosanen Zunge über die Leftzen. Ja, Menschen waren wundervolle Wesen. So voller Intelligenz und Kraft. In Criados Augen wahrlich die Götter dieser Welt. Er dagegen wollte zu seinen eigenen, ganz persönlichen Göttern zurück.


{ Nando | abseits Chakka & Noyn & Ceniar }

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D E S A S T E R


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 29 Jan 2012, 17:07

„Schwingst du immer so große Reden, Dickerchen?“,

wollte Filiash wissen, nachdem der Kangalrüde eine Art der Drohung ausgesprochen hatte. Sein darauffolgendes, verächtlich klingendes Schnaufen zeigte jedoch, dass der Dorfhund nicht ernsthaft eine Antwort auf seine Frage wollte. Für den Bunten waren die Worte des Großen ohnehin nichts mehr als leere Versprechungen. Das kannte er nämlich zu genüge; Große Töne spucken und nicht viel bis gar überhaupt nichts dahinter. Bei ihm gab es so etwas gewiss nicht. Hauchdünn begann sich ein Lächeln, welches auf keinster Weise freundlich zu deuten war aber doch in gewisser Weise belustigt wirkte, auf den Lefzen des ehemaligen Dorfhundes auszubreiten. Unbeeindruckt wandte Filiash den Kopf von dem deutlich größeren und älteren Hund ab, ließ den Blick hinüber zu dem missgestaltetem Hausschwein zu seiner Linken wandern. Dieses... Vieh hatte sich direkt Mal einige Schritte von Filiash entfernt und das konnte dem Schauspieler nur recht sein.

„Und wer hat eigentlich dich nach deiner Meinung gefragt, Schweinefresse?“

Flüchtig nur wanderten die eisblauen Augen Filiashs über den weißlichen Fleischklops. Diesem Hund konnte man ja regelrecht ansehen, dass er kaum Grips im Hirn zu haben schien. Ein Grund mehr, weswegen er die äußerst geistreiche Bemerkung dessen ignorierte. Obwohl... manchmal, da konnte die Dummheit eines anderen auch sehr amüsant sein. Wäre der beste Freund des frischgebackenen Straßenhundes nun anwesend hätte er diesen Gedankenzug an einem perfekten Beispiel belegen können. Doch Stiffler war nicht hier, deswegen musste sich Filiash ja auch alleine mit diesen Typen hier herumschlagen. Wenn der Rüde ehrlich war, dann hatte er ein wenig deutlich mehr Intelligenz von den Hunden auf der Straße erwartet, doch vor allem in dieser kleinen Gruppe schien es an eben genau dieses zu mangeln.

„Ich seh' schon, ich bin wieder an die Richtigen geraten. Nur Intelligenzbolzen hier.“

Filiash seufzte laut hörbar und rollte mit dem geistigen Auge. Er spürte deutlich, dass er nicht willkommen war und auch an der Körperhaltung des Kangals war es nur schwer zu übersehen aber darum scherte sich der gelassene Großkotz einen Dreck. Wieso sollte er gleich in die Offensive gehen, wenn er noch keinen direkten Grund dafür sah? Aus den Augenwinkeln heraus betrachtete er den Cremefarbenden, richtete seine Aufmerksamkeit dann auf die läufige Hündin an dessen Seite. Soso... Das kleine Ding schien also ganz und gar zu ihm zugehören. Zumindest hatte er sie sein Herzchen genant. Familie? Der aufopferungsvolle Vater, der sein Töchterchen um jeden Preis beschützen würde? Wie furchtbar niedlich! Wirklich ähnlich sah sie ihm ja aber nun nicht. Mit Sicherheit einer von vielen Vätern. Im nächsten Augenblick richtete Filiash sein Augenmerk auf die schwarze, deutlich jüngere Hündin, die dennoch bereits eine beachtliche Größe besaß. Barbie hieß sie wohl, zumindest nach den Worten des Rüdens mit der verkrüppelten Schnauze nach. Welpenschutz, nannte man das wohl, weswegen sie sich nicht in das Gespräch der 'Erwachsenen' einmischte. Sich nun ebenfalls ein wenig zurück nehmend beobachtete er die kurzweilige Situation zwischen dem Fleischklops und dem Riesen. Vielleicht ließ sich aus der Antwort des Kangals ja ein paar Informationen herausfiltern oder... so etwas in der Art.


{ strand von puerto ;; bei jeszyl, whisky (, corazón und barbie) }


Zuletzt von Filiash am Mo 30 Jan 2012, 16:14 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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