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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 24 Okt 2011, 18:52

Tief sog die Hochgewachsene die salzige Luft ein und legte dabei die Rute um die Vorderläufe. Dass Baja viel Zeit am Meer verbrachte war ihr nicht entgangen und doch war ihr nicht bewusst in welcher Intensität dieser Beschäftigung nachging. Vielleicht verlor man mit der Zeit auch den Blick für die Dinge die über Futter beschaffen, Schlafplatz finden und Leben retten hinausgingen. Wenn man den Tag überstanden hatte dann war es ein guter Tag gewesen.

Dass das gewitzte Rotfell eine Art Ersatzvater für die kleine junge Hündin geworden war, war kaum zu übersehen gewesen. Desto mehr wunderte es sie, dass Baja nach wie vor darauf hoffte ihre Eltern wieder zu sehen. Sie war kaum noch auf die Hinweise älterer Hunde angewiesen und dem "Rockzipfelalter" längst entwachsen. Auf der Straße wurde man wohl oder übel schnell erwachsen.
Jeden Tag geschah es, dass die Jüngsten von ihren Eltern getrennt worden, für Fox nichts ungewöhnliches, umso ungewöhnlicher war da die Sehnsucht Bajas.

Aufmerksam lauschte sie nun den Worten der jüngeren Hündin und legte den Kopf schief, als müsse sie erstmal über ihre Frage nachdenken.
"Mh ..." begann sie nachdenklich und grinste dann. "Ja sicherlich. Beinahe jeden Tag habe ich Dinge falsch gemacht, also als ich noch so jung war wie du und doch war jede Lektion wichtig. Jeder Fehler lehrt einen Dinge und bringt dich weiter, macht dich mehr und mehr zu dem was du bist."
Die sonst so ruppige und eher wortkarge Hündin sprach selten über jene Dinge die nur in einem selber vorgingen, trotzdem erkannte sie Momente in denen es notwenig war diese zu äußern. Und sei es nur um jemand anderen etwas aufzuheitern. Ob sie Baja mit ihren Gedanken würde weiterhelfen können wusste sie natürlich nicht.

"Ob ich jemals Risiken eingegangen bin? Ich habe mich meiner Mutter gestellt und habe das Rudel verlassen müssen. Ich müsste mir die Rute abbeißen um noch mehr zu verlieren. Und doch habe ich dadurch meine Freiheit wiedererlangt, bin mein eigener Herr und sehe mehr von dieser Insel als immer nur die selben Gassen."

Sie grinste breit, aufmunternd. Fox konnte sich denken, dass Baja von der Trennung von ihren Eltern sprach. Was hatte sie gewonnen? Neue Freunde, ein eigenes Leben, Straßenschläue, Tricks die einem nur ein Fuchs lehren konnte? Baja sollte Fox einen Hund zeigen der dies alles gewonnen hatte und das in sehr kurzer Zeit.


[Redet nach immer mit Baja || Am Strand]
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Criado


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Di 25 Okt 2011, 16:49

Er liebte das Leben, wurde dem Roten in diesem Augenblick bewusst. Jeder Augenblick hatte etwas erhabenes, wenn man es nur entdeckte. So war auch dieser hier solch einer. Die ganze Welt eingetaucht in das rötliche Licht der untergehenden Sonne. Bald würde sie am rande der Welt irgendwo im Meer versinken, ihr gleißendes Feuer würde gelöscht werden. Der Mond würde aufsteigen und sein silbernes Licht über die nächtliche Stadt ergießen, eine leuchtende Dunkelheit. So ging es eben in der Welt, in der Criado von Tag zu Tag lebte. Teneriffa war seine Welt, die einzige die für ihn existierte. Seine Heimat, ja. Und doch, war er sich immernoch nicht sicher, wo seine eigentliche Heimat lag. Es machte ihn ein wenig traurig und dies ärgerte ihn. Er wusste, dass es das nicht wert war. Diese Welt war so schön, so glänzend und voller Freude. Dieses Leben was sie alle führten so voll von Glück. Wie durfte man da Trauer zulassen? Wie durfte man da sein Leben bemängeln? Nein, irgendetwas lief da gründlichst falsch. Aber wahrscheinlich dachte eben jeder Hund so. Der Rotpelz war ja schließlich kein Mensch, so sehr er jene auch vergötterte. Er war nur ein kleiner Streuner, ein kleiner dummer Hund, der nicht genügsam war. Ein leichtes Lächeln lag in seinen Leftzenwinkeln, während er so vor sich hin sinnierte. Dies beschäftigte ihn nun seit Monaten und wahrscheinlich würde es ihn immer weiter wurmen. Wie ein Fluch verfolgte es seine Gedanken, ließ ihn kaum eine freie Minute. Aber diese würde er sich nehmen, gewiss. Dazu war das Leben wie es jetzt war einfach zu schön. Zu schön, dass er es aufgeben hätte wollen. Und doch...

Auch Quinta betrachtete den heiligen Ort, wo der Himmel das Meer berührte, wo Feuer und Wasser zusammenschmolzen. Auch wenn Criado nur seit kurzem erfahren hatte, dass das Meer aus Wasser bestand, fragte er sich doch oft wie es dort war, am Rande der Welt. Doch er würde es wohl nie erfahren. Die einzigen die dort weit draussen waren und sahen was heilig war, waren die Menschen mit ihren Schiffen. Er hatte sie oft zum Horizont segeln sehen, auf ihren riesigen Holzmonstern. Wie schwimmende Häuser waren jene, einige mit einem einzigen großen Flügel auf dem Rücken, andere Ohne. Criado hatte einmal einen kleinen Abstecher zum Hafen gemacht und gesehen wie sie in der Bucht lagen. Die Menschen waren geschäftig auf und ab gegangen, irgendwelchen für ihn nicht vorstellbaren Zielen folgend. Ja, sie wussten wie es war am Rande der Welt zu stehen, daran glaubte Criado. Wenn er daran dachte erfüllte ihn dann immer eine leicht strahlend angehauchte Ehrfurcht. Was für wundersame Wesen sie doch waren, jene Zweibeiner. Wie er seine doch vermisste.
Quintas Lächeln beruhigte ihn, auch wenn er spüren konnte, dass sie etwas bedrückte. Er würde nicht nachfragen, er konnte sich schon so denken was der Grund war. Kein Hund war sorgenfrei. Nicht einmal er, Criado. Ja, tatsächlich hatte der Flauschige mehr Sorgen, als man es ihm ansehen würde. Aber gut, so drastisch war es jetzt auch wieder nicht.

"Oh, eine gute Idee. Der Strand ist abends sowieso am Schönsten."

Kommentierte er mit einem leichten Lächeln ihren wie immer vorsichtigen Wunsch. Er kannte Quinta jetzt schon seit einem guten halben Jahr, fast ohne Pausen. Er wusste, er würde sie schrecklich vermissen, wenn sie auf einmal nicht mehr da sein würde. Genauso wie er Chakka vermisste. Cuco. Und all die Anderen. Aber es kam immer ein Tag des Wiedersehens, man musste nur geduldig sein. Deswegen wartete er zwar sehnsüchtig aber auch ruhig auf die Rückkehr von Chakka und seiner Bande nach Puerto. Er konnte einfach nicht anders, als jeden für seine guten Seiten zu mögen. So auch Firejay, die sich eben oft zickig benahm. Sie hatten alle eine Chance verdient.
Die haselnussfarbenen Augen wechselten zu Quinta und sein athletischer und doch kräftiger Körper setzte sich in Bewegung, während sie mit einigen Schritten Kurs auf den Strand nahmen. Der dunkle und körnige Sand unter seinen Pfoten fühlte sich angenehm an. Noch war er warm vom Tag, doch bald würde er abkühlen. Quinta hatte jetzt wirklich eine Familie gefunden, jedenfalls hoffte Criado das ihre Gruppe dies für sie bedeutete. Zugegeben, es hatte ihn nur wenig überrascht, dass ein Welpe geboren wurde. Er selbst hatte aus irgendeinem Grund kein Bedürfnis auf Fähen mehr, aber wie es schien ging es Noyn da eben anders. Doch sie waren eine lustige Gemeinschaft, wie der Rötliche fand. Firejay mit ihrem Temperament, Quinta mit ihrer vorsichtigen Art, Noyn natürlich als großer sanfter Held, der Jüngste ihrer Gruppe, der kleine Ceniar. Irgendwie dann auch er. Es war gut, dazuzugehören. Ein warmes Gefühl. Die Wellen waren nur einige Hundslängen entfernt und schleckten langsam aber gierig am dunklen Strand. Doch der Rüde achtete nicht auf sie, seine Aufmerksamkeit lag auf Quinta, die nun die frühe Abendstille brach. Ihre Worte versetzten ihm einen leichten Stich ins Herz. Oh, dass war es doch was ihn die ganze Zeit beschäftigte! Was ihn innerlich zerriss, was ihn quälte. Seine einzige große Sorge. Er wollte sie alle nicht enttäuschen. Vor allem, wenn er Quinta so sah. Man sah es der Galgo Espanol einfach an, wie weh es ihr tat wenn sie von einem guten Bekannten Abschied nehmen musste. Er konnte es spüren und sie tat ihm leid. Es tat ihm leid, dass sie Cuco, Chakka, Carmello und die Anderen so vermisste. Es tat ihm leid, wenn er die Ängstlichkeit in ihrer Stimme hörte, wenn sie die Frage stellte. Diese Lage war so verzwickt.

"Ja, es ist wirklich schön hier, vor allem dadurch, dass ihr hier seid. Quinta, es tut mir ehrlich leid...", er verstummte kurz, sein Blick nahm kurz einen hin- und hergerissenen Ausdruck an. Er wusste selbst nicht, was er tun sollte. Er wollte sie alle nicht verlassen. Dieses Leben war so schön, doch sein altes lockte auch.
"Ich möchte euch nicht weh tun, in dem ich euch verlasse... Indem ich dich verlasse. Du willst nicht das ich gehe, habe ich Recht? Und du hast recht damit, ich will es ebenfalls nicht. Es würde schmerzlich sein Abschied zu nehmen. Aber meine Herren, ich kann sie einfach nicht... Gleichzeitig lockt immernoch das Alte, ich kann mich damit einfach nicht abgeben, dass dieser Teil meines Lebens verloren sein soll."

Er verstummte, seuftzte leicht. Es war die pure Wahrheit und vielleicht konnte er sie Quinta am Besten von Allen anvertrauen. Er konnte sich einfach nicht entscheiden. Es war eine Zwickmühle. So grausam.

"Ich kann mich noch nicht entscheiden. Ich weiß es einfach nicht. Aber Quinta, kannst du mir eines versprechen? Mach dir bitte keine Sorgen. Genieß das, was dir im Augenblick gegönnt wird. Ich werde euch schon nicht so schnell im Stich lassen. Das kann ich einfach nicht.", wieder kehrte das sanfte Lächeln, welches wohl sein Markenzeichen war, auf seine Züge zurück und er fuhr ihr leicht mit seiner Schnauze über den Nacken. Tröstend. Es war es nicht wert, scih die Gegenwart durch Sorgen zu verderben, nein. Sie lebten schließlich hier und jetzt, egal was die Zukunft ihnen bringen würde, es würde nichts daran ändern, was jetzt in diesem Moment geschah. Denn die Gegenwart war die Vergangenheit der Zukunft.


{ bei Quinta am Strand }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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Noyn Cloud


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 26 Okt 2011, 14:03

Von oben her schielte er mit einem Schmunzeln auf den Lefzen zu seinem Sohn hinunter. Noyn hegte keinerlei Zweifel daran, dass es Ceniar mal weit bringen würde. Er erinnerte ihn sehr an sich selbst in diesem Alter, nein, auch zuvor schon, als er mit seinem Bruder den Hof unsicher gemacht hatte, auf dem sie geboren worden waren. Seit Ceniars Geburt waren die Gedanken an seine eigene Welpenzeit immer öfter zurückgekommen und zeitweise hatte er sich sogar gefragt, was wohl aus Mali, Nimo und Ryoga geworden war. Und doch bereute er keinen einzigen Schritt, den er damals getan hatte. Ceniar schien alles zu haben, was auch Noyn damals gehabt hatte – Mut, Neugier und einen gesunden Verstand, was Gefahr anging, wobei letzteres bei dem Knirps wohl besser ausgeprägt war als bei dem Bunten selbst. Er schüttelte den Kopf bei diesem Gedanken, erinnerte sich an die Streifzüge außerhalb des Hofes, die ihnen – wenn er nun in der Rolle eines Vaters so darüber nachdachte – wirklich hin und wieder das Leben hätten kosten können. Dennoch war der Bunte mehr der Vater, der seinen Nachwuchs selbst die Fehler machen ließ. Er würde ihn nicht rügen, wenn Cen sich mal alleine davon machen würde. Er würde ihm nachschleichen, um ihn – im Falle des Falles – zu beschützen, doch wusste er nur zu gut, wie verlockend dieser Gedanke für einen Welpen doch war, alleine irgendetwas zu entdecken. Quinta sah das sicherlich anders, doch seine lässige Art konnte Noyn, obwohl er Vater war, eben doch nicht ganz ablegen. Cen sollte selbst erfahren, wie weit er gehen konnte, so hatte Noyn es auch überlebt.

„Genau. Sie bekommen meist so viel von ihren Müttern, dass sie es gerne mit uns teilen. Und da du auch noch ein Welpe bist, werden sie dir sicherlich viel geben. Mama wird stolz auf dich sein, wenn du mit so viel Beute zurückkommst.“, erklärte er und wollte gerade dazu ansetzen, Cen zu erklären, wie man es am besten anstellte, als er hinter sich ein Geräusch vernahm.

Er zuckte mit den Ohren, ehe er den Kopf umwandte und sein Blick kurz über Ceniar wanderte, der den Hund, der sich ihnen nährte, bereits erkannt hatte. Noyn sah Firejay mit einem erfreuten Lächeln entgegen, während sich sein Knirps bereits mit eiligen Sprüngen auf sie zubewegte. Die Rute des Bunten pendelte hin und her, während sich die Hündin ihnen nährte und auch auf ihren genervten Blick konnte Noyn nicht mehr erwidern, als ein zufriedenes Lächeln. Er kannte ihre Ansicht zu Ceniar, doch erwartete er, dass sie doch mit der Zeit noch vernünftig werden und den Kleinen als vollwertiges Mitglied ansehen würde. Sie war nun nicht mehr das Küken und der Rüde glaubte, dass sie deshalb so schlecht auf ihn zu sprechen war. Doch Fire war und blieb eine Hündin – Und Hündinnen konnten Welpen in der Regel nicht widerstehen. Das Lächeln auf den Lefzen des Rüden wurde breiter, als Firejay erneut ihre Meinung zu der ganzen Sache indirekt kundtat, ehe er sich auf den Hinterläufen niederließ.

„Ein Grillfest? Das passt ja wie gerufen.“, entgegnete er zufrieden, schüttelte sich und fuhr Firejay schließlich kurz dankbar mit der Zunge über die Lefzen. „Hast du gehört, Ceniar? Da gibt’s noch mehr zu Fressen als hier. Wollen wir uns das mal ansehen?“

Daran, dass mehr Menschen auch mehr Gefahr bedeuteten, dachte Noyn nicht. Ihm machte es immer Spaß, bei Grillfesten herumzustromern. Und wenn es dem Kleinen zu viel wurde, dann konnten sie sich ja noch immer aus dem Staub machen.

„Was denkst du – Willst du hier erstmal üben, ehe wir uns in die Meisterprüfung werfen?“, fragte er und zwinkerte Cen zu. Er war zuversichtlich. Der Kleine würde das schon schaffen.



{ ceniar und firejay am strand }

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Baja


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 26 Okt 2011, 17:23

Der Blick der Roten fiel auf die Wolfsartige. Ihr Fell wehte in dem sachten Wind, der auch an Bajas Fellkleid zupfte. Sie mochte den leichten Wind, der Abends und manchmal Morgens zu spüren war. Ihre Ohren zuckten leicht, als ein etwas stärkerer Windstoß durch ihr Fell wirbelte.
Die gelben Augen der von Fox blickten vom Horizont und dann zu Baja. Sie gab ihr eine Antwort. Sie sagte, sie hätte schon viele Fehler gemacht, fast jeden Tag. Fehler, die falsch waren, sich aber auf gewisse Weise richtig anfühlten. Schwere Entscheidungen, die Baja zu dem machten, was sie nun war. Durch Entschreidungen wurde man also zu einem Hund mit Persönlichkeit? Interessant.

"Glaubst du, ich habe mich gut entscheiden? Glaubst du, ich bin gut so, wie ich bin?
Sicherlich, ich bin manchmal nervig, glaube ich, aber ist das gut? Ist es gut, dass ich so geworden bin? Glaubst du das? Oder wäre es besser, wenn ich eine andere Baja geworden wäre? Vielleicht ruhiger oder schlauer oder ein Haushund... Vielleicht aber auch einfach ein Leitwelpe von einem Rudel... glaubst du, es ist gut, so wie es ist oder wäre ein anderer Weg besser gewesen?
"

Die Frage war komisch, sehr komisch. Etwas verängstigt hielt die rote Junghündin den Augenkontakt zu der Gräulichen. Vielleicht gab es wirklich einen bessern Weg für Baja. Es wäre bestimmt gut gewesen, einfach bei ihren Eltern zu bleiben, aber sie war los gegangen um ein Abenteuer zu finden und nun lebte sie mit den Folgen ihres Abenteuers. Ein schönes Abenteuer hatte sie da, aber die Folgen waren nicht dramatisch. Natürlich war es hart gewesen von Menschen gefangen zu werden, aber im Grunde war das nur eine Vorstufe. Es wurde erst in dem Moment schlimm, als sie den Ernst der Lage erkannt hatte. Die Tatsache ihre Eltern verloren zu haben und diese vielleicht niemals wieder zu sehen.
Dafür hatte sie Ju gefunden. Wo war dieser eigentlich? Die Rote blickte über den schwarzen Strand und suchte nach dem Rotpelz. Im ersten Augenblick fand sie den 'Kleinen' nicht. Sie wendete sich wieder Fox zu und lauschte ihren Worten. Risiken. Fox hatte Entscheidungen gefällt und war Risken eingegangen!

Baja nickte nur stumm. Auf diese Antwort würde sie nicht antworten. Natürlich könnte sie das tun, aber sie tat es nicht, weil sie lieber auf ihre neugestellte Frage eine Antwort haben wollte.
Heute wollte sie nicht reden, so wie sonst immer. Heute wollte sie Antworten haben. Ganz viele Antworten, die ein erfahrener Hund wie Fox ihr geben konnte.
Und zwar nur sie, sie ganz alleine...



{ BAJA && Fox ;; nahe Ju && Loki }

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wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 27 Okt 2011, 06:45

Es war ja beileibe nicht so, dass der Rüde nicht ins Kalkül gezogen hatte, dass auch er durchaus gewisses Interesse seines einzig weiblichen Sprosses – was die Fyfa-Liaison anging – wecken konnte – oder sogar würde. Jeszyl war alt genug um zu wissen, die gewisse Dinge nach aussen hin wirkten und hatte sich Cora bis dahin in Töchterlicher Zuneigung geübt, so bekam das Ganze – für ihn jedenfalls – seit dem Morgen eine gewisse Zwischennote, die ihm vorläufig sogar gefallen wollte. Aber für die Dauer wäre dies – das stand ohnehin fest – sicher keine probate Lösung, zumal er bei weitergehendem nicht nur sich in Teufels Küche brächte sondern Cora und mögliche Folgen gleich dazu. Aber so weit zu denken musste im Anbetracht der Tatsache ja dennoch gestattet sein...und Jeszyl hatte ja eh noch nie jemand daran gehindert.

Den Loro Parque hatte er eher zufällig ausgewählt, wusste allerdings dass zu dieser Zeit eigentlich – und die Betonung lag hier wirklich auf eigentlich - wenig Hunde unterwegs sein sollten. Nicht, dass er sie durch seine Präsenz ohnehin ferngehalten hätte, daran bestand für den Rüden ohnehin kein Zweifel. Infolgedessen hätte sich Cora eigentlich keine bessere Begleitung vorstellen können. Und wie gesagt – ob Bienchen und Blümchen zum tragen kamen, würde letztlich von den Umständen abhängen.

Endlich hatte er gestoppt und Cora das Heft des Handelns in die Pfoten gegeben, natürlich nicht ohne so ganz Jeszyl-Like eine kleine Fußangel einzubauen, die da hieß „Du bestimmst zwar die Richtung – aber Du hast nur eine zur Auswahl.“ Das war nichts, woran sich Cora nicht schon hätte gewöhnen können, kam ja schließlich nicht zum ersten Mal vor. Immerhin nannte sie ihn nun nicht einen Narren, so wie es schon einmal der Fall gewesen war.
Immerhin machte Cora nicht die Mühe, zu protestieren sondern wies ihren Erzeuger der nur langsam zum Vater wurde zwar zurecht, tat aber ansonsten nichts das in die Kategorie „böse“ oder „aufmüpfig“ gefallen wäre. Als Cora Los-Colliete (einen Dackel hatte man ja nirgends) watschelte die augenblickliche Gutmütigkeit in Person im eher gemächlichen Tempo hinterher, sah sich um und witterte am Boden, während er nur langsam aufholte und kurz vor dem mittlerweile Stillgelegten Nebeneingang die Nase an den Coralauscher schob um jene so nach Möglichkeit zum Stehen zu bringen.

„Da können wir schlecht rein. Sonst fällt uns noch irgendetwas auf den Dickschädel.“ brummte seine Kaiserliche Hoheit und deutete nach oben. Auf einem Stahlgerüst arbeitete zwar um diese Zeit noch niemand, aber es war halt „da“ und was „da“ war stellte eben eine Latente Gefahr für die eigene Gesundheit dar, sah zumindest Jeszyl so, der der Meinung war dass wenn er diese Ansicht vertrat, sie ruhig jeder vertreten sollte. Und sei es nur nach aussen hin.

„Hätte ich eigentlich wissen müssen. Mein Fehler.“

Ein klein wenig Demut bekam er dann doch zusammen, als er das Haupt senkte und gekünstelt von unten herab – jaja, das ging irgendwie - gen Cora sah. Sich ablegen um mit ihr auf Augenhöhe zu gelangen, hatte er sich ja längst abgewöhnt, zumal die „Kleine“ ja nun so klein auch nicht mehr war. Im Gegenteil. Größer als zunächst erwartet war sie geraten!

„Was schlägst Du vor? Todesmutig hindurch oder eine Alternative suchen?“

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit bis Cora vermutlich auffallen würde – ja musste dass sie hier einem ziemlich eindeutigen Test unterzogen wurde – wenngleich unbewusst – der nicht nur ein wenig sondern relativ viel mit Vertrauen zu tun hatte. Blieb nur die Frage, ob sie weiter darauf einging oder aber sich sträubte, sich emanzipierte und somit eine Beziehung in Gefahr brachte, die eigentlich ihresgleichen suchte. Jeszyl rollte das Rutpendel auf, wackelte kurz damit und hockte sich schließlich auf die Hinterkeulen, um die jüngere Hündin zu betrachten; in deren Pfoten nun das Wohl zwar nicht der gesamten Hundewelt aber immerhin auch das Seinige lag. Und das war ja aller Ehren wert, wie er fand. Blieb nur abzuwarten, was Corazon letztlich daraus machte....


[nahe des Loro Parque; bei Cora]


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Ceniar


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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 27 Okt 2011, 10:08

Mama würde stolz sein, hatte Papa gesagt! Oh, Ceniar wollte nichts sehnlicher, als das seine Eltern stolz auf ihn waren. Währen er bei seinem VAter eigentlich ziemlich sicher war, plagten ihn bei der Mutter doch kleine welpische Zweifel, tief im Unterbewusstsein versteckt und noch viel zu unverständlich für die junge Seele, aber vorhanden. Qunita war halt manchmal so ruhig, verschlossen, als wäre sie ganz weit weg mit den Gedanken und Ceniar wollte doch, dass sie mit den Gedanken bei ihm war! Nicht irgendwo anders.
Naiv lehnte er den schmalen Körper zur Seite und trippelte der Golden Retriever Hündin aufgeweckt entgegen. Er hatte schon gelernt, dass sie manchmal komisch war, aber der junge Mischling mochte sie trotzdem, weil Papa sie mochte und eigentlich war sie ja doch gar nicht so schlimm.

“Das weiß ich doch!“, plapperte der Welpe vergnügt drauf los, als die Helle ihren Namen wiederholte, den Sinn ihrer leicht scharfen Laute, verstand er noch lange nicht. Als sie ihn wegstieß nahm er auch diese Handlung nicht als feindlich auf. “Hey“, maulte er und sprang dann aufmüpfig wieder zu der Hündin hin, um an den dichten Fellsträhnen an ihren Pfoten zu ziehen – sie zum Spielen zu animieren. Was anderes war ihr schupsen doch auch nicht gewesen, oder? Man konnte es naiv nennen, für Ceniar war es ganz einfach normal, dass alle Hunde in der Nähe ihn mögen mussten und auch immer mit ihm spielen wollten. War doch logisch!
Ihre Worte überhörte er im Eifer des Gefechts, ihren Lauf zu bekriegen. Wenn er nur ein bisschen fester zog – und dabei stemmte er mutig die Vorderpfoten gegen das Bein Fires – konnte er sie vielleicht zu Fall bringen und dann musste sie mit ihm spielen. Hah, er war so schlau.

“Grillfest?“, schnappte er schließlich von Noyn auf und drehte den bunten Kopf herum. “Ich mag keine Grillen, die sind immer so laut!“ Er erinnerte sich noch an das laut Zirpen, dass abends immer von oben an den Strand heran getragen wurde und so grässlich in den Ohren kribbelte. Er hatte noch nie eine Grille gesehen, aber ihre Laute mochte er schon mal gar nicht. Und was war ein Fest? Aber die Grillen mal zu sehen, würde sicherlich interessant sein!

“Au ja.“, stimmte er schließlich zu und wedelte aufgeregt mit der Rute, während er von Firejay abließ und zurück zu seiner Vater trabte, wo er schließlich den Kopf gegen dessen Vorderlauf drückte. “Üben? muss ich das denn?“

allerdings war er bereits einige Schritte in Richtung Menschen gelaufen – und Menschenwelpen – ehe ihm einfiel, dass er ja eigentlich gar nicht wusste, was er eigentlich tun sollte. Peinlich. Mit schnellen Bewegungen lief er wieder zu Noyn zurück und sah von ihm zu der Retriver Hündin. “Was soll ich eigentlich machen?“ Und dabei legte er wie selbstverständlich den Kopf schief.


[Noyn & Firejay | Strand]

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Jetzt und hier und überall
Wenn der Niederlagenfrust an dir knabbert und nagt, und sich Nimmersatt in dein Selbvertrauen frisst, dannhör mir zu, damit ich dir helfen kann, lass es zu, sei so frei, nimm es anIch bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
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Chakka


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Beiträge : 21930

BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 27 Okt 2011, 14:16

Chakka musterte Filiash abwartend. Nur für einen Moment sah er zur Seite, als Cuco ihn ansprach und nickte. Er hatte keine Angst, dass er weglief. Cuco war fast erwachsen. Die einzige Sorge um ihn bestand darin, dass er sich von irgendeinem Menschen wegfangen ließ. Doch da Nando sich zu ihm gesellte, war Chakka sofort beruhigt. Nun konnte er sich wieder auf den bunten Rüden konzentrieren. Er hatte er dessen Antwort bereits geahnt, doch seit er zu ihnen gestoßen war auch gehofft, dass es doch noch anders kam. Nun hatte er Gewissheit gesucht und sie gefunden. Eine unangenehme Gewissheit. Chakka wusste nicht mit Sicherheit zu sagen, ob er nicht lieber auf sie hätte verzichten sollen. Schweigend starrte er den so viel größeren Rüden an. Vielleicht, ja vielleicht hatte er etwas ganz anderes vor. Was konnte er an ihnen finden, er hatte sich doch mit keinem von ihnen besonders gut verstanden. Er plante sicher etwas Anderes, ja. Chakka klammerte sich an diese weitere, unwahrscheinliche Hoffnung. Die Ernüchterung kam schnell, und ohne dass er noch einmal nachhaken musste.

Abdanken. Das Wort traf ihn hart wie ein Schlag gegen den Kopf. Es verdeutlichte zum ersten Mal mit Sicherheit, was Filiash beabsichtigte. Chakka biss die Zähne zusammen, zwang sich dazu, den Worten des Rüden zuzuhören und ihn ausreden zu lassen. Und nachzudenken, während er sprach. Filiash wollte Nando, Cuco und ihn unterwerfen, sich zum Rudelführer aufschwingen. Auch Chakka wurde sich jetzt zum ersten Mal so richtig bewusst, dass er es bisher gewesen war, der diese Aufgabe erfüllt hatte. Doch hatte er die beiden anderen Rüden je unterworfen? Er hatte Vorschläge gemacht, sie waren ihm gefolgt. Nichts als Zufall war es gewesen, der ihn zum Anführer gemacht hatte. Und doch klammerte er sich nun an dieses wahllos an ihn gegangene Amt. Jetzt, wo man es ihm entreißen wollte. Filiash hatte alles Recht dazu, das war ihm bewusst. Aber er wollte das so nicht hinnehmen. Sein einziges Ziel war es gewesen, zum Besten für seine Freunde zu entscheiden, ihnen Wege aufzuzeigen und ihnen zu helfen. Mit Sicherheit hatte Filiash das nicht vor.
Chakkas Augen verengten sich, plötzlich fühlte er sich klein. Alles Lockere verschwand aus seiner Haltung und sein Nasenrücken kräuselte sich leicht. Die kleine Rute trug er hoch erhoben. Mit festem Blick fixierte er Filiash.

„Wem sie folgen, haben immer noch Nando und Cuco zu entscheiden. Du bist nichts, als eine dahergelaufene Option.“

Sollte dieser Mistkerl doch versuchen, ihn anzugreifen. Chakka hatte Sean und Nando gegen die Dorfhunde beigestanden und auch hier in der Stadt schon des öfteren an Rangeleien Teil gehabt. Doch natürlich wusste er, dass er im Zweikampf nicht gegen Filiash bestehen würde. Darum würde auch nicht er es sein, der ihn angriff; eine indirekte Herausforderung aber war etwas anderes. Ging es nach ihm, konnten sie einen Wettstreit um die Gunst Nandos und Cucos veranstalten oder einfach die beiden wählen lassen. Doch er wusste längst, dass das nicht so einfach war – und keinesfalls die gängige Methode für die Lösung eines Rangproblems. Cuco hätte gegen Filiash keine Chance. Verlangte dieser seine Unterordnung, bliebe ihm nichts anderes übrig als das zu tun, oder zu flüchten. Nando mochte kämpferisch mehr Potenzial haben, wie motiviert er aber war, konnte Chakka nicht einschätzen.

Es fügte sich alles zu Gunsten Filiashs: Beim Betreten des Strandes waren Chakka keine Duftmarken aufgefallen, die auf eine Reviergrenze schließen ließen. Offensichtlich war dieser Teil des Strandes freies Land, das nicht von einer Meute in Anspruch genommen wurde. Auch Richtung Süden, weg vom Meer, fanden sich in den Gassen keine einheitlichen Gerüche, die auf ein Rudel schließen ließen. Wenn Filiash das ebenso einzuschätzen wusste, würde er den Teufel tun, sie einfach zu gehen lassen. Er konnte sich das aufbauen, was Chakka sich vor so langer Zeit erträumt hatte. Nur bezweifelte er, dass der bunte Rüde sein Hauptziel darin sah, ein friedliches und harmonisches Familienrudel unter seiner Fuchtel zu einen.


{ Strand :: Filiash }

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Whisky


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Beiträge : 857

BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 30 Okt 2011, 01:28

So schön wie die Sonne, so weit wie das Meer ist dieses Land. Und hier komm ich her.


Es gab nicht viele Momente, in denen der Bullterrier innehielt und dem ewigen Kreisen seiner Gedanken Einhalt gebot. Normalerweise war sein nicht ganz so helles Köpfchen immer damit beschäftigt, nach Futtermöglichkeiten und Schlafplätzen Ausschau zu halten, schließlich hatten sie aufgrund ihrer Schwäche kein festes Revier. Doch als der Weiße in den Sonnenuntergang starrte, dachte er mal nicht an die Touristenpromenade oder den Platz der Fischer, ganz in Gedanken versunken dachte Whisky an seine Menschen, die er zwar nicht vermisste, doch an die er sich immer gerne erinnerte.

"Komm her mein Kleiner, ja, so ist's gut." Das Lächeln auf dem Gesicht der jungen Frau zeugte von purer Freude, als der junge Rüde zögerlich auf sie zukam, den empfindlichen Kopf in die waren Hände legte und sich genussvoll den Rücken streicheln ließ. "Hans, Hans!" rief die Frau ihren Partner, der hastig hineinkam und bei dem Anblick plötzlich stehenblieb. "Was hast du mit ihm gemacht? Vor einer Stunde ist er noch von dir davongelaufen!" Verwundert beugte sich der Mann hinunter und wollte auch am neuen Familienmitglied teilhaben, es streicheln oder so, aber Whisky misstraute dem Mann noch und rannte zurück unters Sofa. Seelig sah die Frau ihm hinterher, der Mann verzog die Miene ein wenig, wirkte aber glücklich.

Es war eine schöne Zeit gewesen, doch wenn man ihn heute fragen würde, ob er sein Leben tauschen würde, gegen eines bei den Menschen, würde er ablehnen. Schließlich hatte er erst hier draußen auf den gnadenlosen Straßen der Insel das wahre leben kennengelernt und das war mehr wert als die Gefangenschaft bei den Menschen. Ein zartes Lächeln machte sich auf den Lefzen des Weißen breit, sein Blick glitt langsam zu der schwarzen, riesigen Hündin neben ihm. Sie beide saßen auf der weiß-rot gekachelten Straße, die nur durch ein Geländer vom Strand getrennt war und schienen bis eben beide den Sonnenuntergang angesehen zu haben.

"Barbie?"

wandte sich der Rüde an die Jüngere. Schon vor ein paar Monaten hatte sie angefangen, größer als er zu werden, was es ihm nicht unbedingt leichter machte, sich zu behaupten. Denn mal ehrlich, wie cool war es denn, von seiner eigenen Tochter überragt zu werden, die einen einfach wie einen Sack Mehl umwarf, wenn ihr etwas nicht passte? Aber es gab Schlimmeres. Und er hatte ja immer Recht, egal was die Schwarze sagte. Immer. Ohne Ausnahmen. Doch die Hündin antwortete nicht, schien irgendwie abwesend zu sein.

"Prinzessin? Genug geträumt, wir gehen jetzt unser Abendessen besorgen."

Und der Bulli wusste auch schon genau, wo sie hingehen würden, in den Loro Parque natürlich. Da weder er noch Barbie langes Fell hatten, sahen sie einigermaßen gepflegt aus und wurden deswegen leicht für Touristenhunde gehalten, weshalb sie eigentlich überall freien Eintritt hatten und im Loro, wie die beiden den Park kurz nannten, gab es nun mal die einfachsten Möglichkeiten, um an Essen zu machen. Und da er nicht der große Stratege war und Barbie ja nie Recht hatte, war woanders Essen auch kaum denkbar.

"Also ich gehe ja zum Loro, ich weiß ja nicht, wo du hin willst, aber ich kann dich gerne mitnehmen, Kind."

Wie großzügig von ihm. Der Bullterrier erhob sich und verspürte sogleich das große Verlangen, sich wach zu machen. Dazu brauchte er nur zu gähnen und seinen Rücken schon durchzustrecken, dann wandte er sich an seine Adoptivtochter und wollte sie in Bewegung bringen.

"Los, los, mach schon, wir gehen jetzt! Komm, mach endlich! Los, steh auf du lahme Tüte, du .. du Nudel du. Los, Mädcheeen wo bleibt die Motivation?"

Der Weiße hatte sich wie ein Welpe nach unten geneigt, den Hintern hoch erhoben und die Rute fast wie ein Helikopterblatt rotierend. Barbie wurde immer erwachsener, was er natürlich nur unbewusst wahrnahm und deswegen keine Gelegenheit ausschlug, selber ein wenig zum Kind zu werden, um sie noch so lange wie möglich jung zu halten. Schließlich wollte er vor Barbie erwachsen werden.

[unterwegs mit Barbie / etwas entfernt vom Loro Parque]

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Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich:
 

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 30 Okt 2011, 12:58

Sie gingen immer weiter in Richtung Loro Park. Jeszyl watschelte ihr hinterher. Worüber er in der Zwischenzeit nachdachte, und dass es sich dabei um die erste Läufigkeitder jungen Hündin handelte, wusste Corazón nicht. Überhaupt wusste sie ja gar nicht, was so genau mit ihr geschah.

Auf einmal spürte sie eine feuchte Nase an ihrem Ohr. Etwas erschrocken zog sie es weg und sah Jeszyl fragend an. Was war denn los? Diese nicht ausgesprochene Frage sollte auch sobald beantwortet werden. Jeszyl hatte Angst, dass ihnen irgendetwas auf den Kopf fallen würde. Cora sah nach oben und erblickte ebenfalls das Gerüst. Hätte sie Augenbrauen gehabt, hätte sie eine davon jetzt mit Sicherheit angehoben. Zugleich fügte ihr Vater noch hinzu, er hätte es eigentlich wissen müssen.

"Hm"

machte die schwarz-weiße Hündin, als sie wieder gefragt wurde, was sie vorschlagen würde. Todesmutig hindurch.. jaaa jaaa weil es ja auch sooo gefährlich zu sein schien. Einiges was die Menschen erschufen, mochte zwar für sie verdammt gefährlich sein.. diese schnellen Blechbüchsen mit vier oder mehr Gummidingern unten dran, die sie "Autos" nannten, zum Beispiel. Aber so ein Gerüst.. sie hatte noch nie mitbekommen dass so etwas schon einmal kaputt gegangen war. Also würde es sicherlich auch nicht kaputt gehen, wenn gerade sie gerade in dem Moment darunter herlaufen würden - zumal im Moment nicht mal ein Mensch da war, der etwas hätte zerstören können.

"Todesmutig hindurch!"

meinte sie mit einem dramatischen Unterton. Ihr gefiel es, wie er ihr immer mehr Entscheidungen über etwas zusprach - auch wenn einige Entscheidungen nicht wirklich anders zu treffen waren.. Denn wenn sie jetzt "nein" sagen, und den Schwanz einziehen würde, müssten sie ewig weit bis zu einem anderen Eingang laufen. Aber immerhin! Er schien ihr zu vertrauen und allein das machte sie schon viel selbstbewusster und -sicherer.

Also setzte sie wieder ihre Läufe in Bewegung und trabte gemächlich unter dem Gerüst hindurch. Auf der anderen Seite angekommen sah sie noch einmal zurück. Ob er sich jetzt wohl auch so anstellen würde..

"Also ich hab es überlebt!"

meinte sie, das "ich" betonend, und hüpfte quietschlebendig umher.


[Am Nebeneingang des Loro Parks]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 31 Okt 2011, 14:18


Esperanza war zurückgezuckt, als sich die Colliehündin erhoben hatte und sogleich die Rute aufgestellt hatte. Sofort hatte die Hündin sich umdrehen wollen um sich in Sicherheit zu bringen, doch als sie sah das sich die andere hündin sich enspannte, atmete die Salukimix Hündin erleichtert auf und ein kleines lächeln legte sich auf ihre Leftzen und als die Colliehündin dann auch noch freundlich fragte, wer Esperanza den sei, lies die meiste Angst ab und Esperanza hob ihren Kopf leicht. Ihr lächeln wurde etwas größer, doch es blieb sehr wackelig und drohte jede sekunde zu verschwinden.

"Mein Name ist Esperanza. Ich wollte euch beide wirklich nicht stören, aber ich will nichtmehr alleine sein. Die Einsamkeit frisst an mir und deshalb wollte ich frage, ob ihr beiden etwas dagegen hättet, wenn ich bei euch bleiben würde. Ich - ich bin sehr geschickt im Futter suchen und ich kenne viele Gute Orte, also - ich könnte also nützlich sein, na-natürlich nur wenn ihr wollt..."

Am Ende war Esperanzas Stimme immer schwächer geworden und hin und wieder stammelte sie über ein oder zwei Wörter. Das war ihr ja so peinlich. Am liebsten würde sie einfach im Boden versinken und nie wieder auftauchen. Sie wollte doch bloss einen guten Eindruck auf diese beiden Hündinen machen. War das den so viel verlangt? Esperanza wollte einfach nur nicht die Hoffnung aufgeben und auch wolte sie endlich den Ruf einer Verrückten loswerden, doch dies würde nicht funktionieren wenn sie sich wie ein häufchen elend ihrgendwo vrkroch oder wenn sie schon mal mit jemanden sprach, nicht gleich vor Angst erzitterte oder keine Gescheiten Sätze hinausbrachte. Das war wirklich überahupt nicht hilfreich.



[Fyfa & Sunset || umgekipptes Boot || antwortet]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 31 Okt 2011, 16:34


Langsam trottete der Rüde also vor sich hin, wurde immer langsamer, bis er schließlich stehen blieb und zu den anderen zurück blickte. Sie waren schon ein bunter, verrückter Haufen, wenn auch nicht ganz so positiv gemeint wie gedacht oder verstanden. Alle verfolgten doch ihre eigenen Interessen, und der Weg dorthin war nicht immer der einfachste oder natürlichste. Bestes Beispiel Filiash, der sie zurück zum Dorf geführt hatte. Pah, geführt? Nein, dass hatte er bestimmt nicht. Er wollte doch vermutlich nur weg von diesem Berg um nichtmehr so einsam zu sein. Doch daran würde sich nicht viel ändern in der Stadt, da war Cuco sich sicher, bliebe er bei Chakka und ihm, sowie Nando und Carmello. Keiner von ihnen, soweit der Rüde beurteilen konnte, konnte den großen leiden. Keiner von ihnen konnte etwas mit ihm, noch mit seinen Worten und Taten anfangen. Warum ging er nicht einfach, damit die kleine Gruppe wieder 'in Frieden' zusammen leben konnte?
In Frieden. Cuco musste schmnunzeln als er über seine Gedanken erneut nachdachte. Nichts war in Ordnung, zumindest nicht wirklich. Viele(s) fehlte(n), und das machte dem nichtmehr ganz so kleinen 'Welpen' schon zu schaffen. Doch die Hoffnung aufgeben durfte er nicht, immerhin hatte diese sie auch von dem Teide weggeholt und ein Wunder vollbracht. Das Wunder, wieder in Puerto sein zu dürfen. Leicht belustigt, aber eher erfreut, sah Cuco nun zu Nando, der sich wie ein kleiner Welpe im Sand wälzte. Ja, es freute Cuco das Nando sich freute, doch zum spielen war der junge Rüde in diesem Moment nicht wirklich aufgelegt.

Es ist schön wieder zurück zu sein, nicht wahr Nando?

Zwar konnte man diese Freude nicht in Cucos Körperhaltung erkennen, dafür aber in dem Glanz seiner Augen. Auch die Rute pendelte leicht hin und her, aber eben nur leicht. Kurz fiel sein Blick zurück auf das weite Meer. Was, wenn Cuco sich hinein begeben würde? Vielleicht würde er an das andere Ende der Insel schwimmen und dort neue, oder auch alte Gesichter treffen. Vielleicht würde es ein Abenteuer werden, obwohl im die Lust auf ein solches nicht wirklich überkommen wollte. Doch eines würde es bestimmt werden: Etwas neues. Doch war der junge Rüde sich sicher, dass er nicht das Glück verspüren würde welches er in diesem Moment verspürte. Er war bei seinen Freunden, zu denen sogar nun Carmello gehörte.
Vor wenigen Wochen war Cuco noch ein naiver Besserwisser gewesen, oft Vorlaut und ohne jede Ahnung drauf los plappernd. Doch nun hielt er sich lieber etwas im Hintergrund und schätzte Situationen ab. Sprach erst dann, oder zumindest meist, wenn die anderen ausgesprochen hatten, und kümmerte sich gerne um die anderen.
Vorsichtig lief Cuco durch den schwarzen Sand, ehe er sich neben Carmello niederlies. Mit seiner Zunge leckte er vorsichtig über ein Ohr des Katers, während man auf seinen Lefzen erneut ein Lächeln erkennen konnte.

Na dann haben wir es ja doch geschafft, nicht wahr?

Mit einer leichten Anspielung auf den 'Schwächeanfall' des roten, sprach der Rüden diesen nun an. Ja, dieses Erlebnis hatte sich bei ihm festgesetzt. War ja auch eigentlich recht lustig gewesen.

{ Strand :: etwas abseits – Nando & Carmello }
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 31 Okt 2011, 19:46

    Nach der ersten Euphorie beruhigte sich auch Nando wieder und bleib laut schnaufend stehen. Es war ihm eigentlich ziemlich egal gewesen, was die anderen davon hielten, das er sich wie ein Welpe aufführte. Es war die beste Lösung gewesen, die aufkommende Freude auszulassen. Kurz schüttelte er seinen Pelz der nun voll mit schwarzen Sandkörnern war welche ihn nun kitzelten und sah sich dann nochmals um.
    Sein herumgerenne hatte die Aufmerksamkeit ein paar Leute auf sich gezogen, die nun ihr seltsames Rudel musterten, aber auch das störte den Rüden nicht weiter.
    Er beobachtete wie sich Cuco zu Carmello begab und sich dann neben diesem niederließ. Nando tat es dem Junghund gleich. Oh ja, Cuco war schon lange kein Welpe mehr. Er war gewachsen - und wie - aber nicht nur Körperlich, auch seelisch war der Rüde gereift. Nando zweifelte zwar manchmal daran, ob der "Kleine" wirklich Chakkas Sohn war, aber ging ihn ja eigentlich auch nichts an.

    Bei Cuco und Carmello angekommen, legte er sich vor den Roten in den Sand und musterte das ungleiche Paar vor sich kurz.

    "Was die Beiden wohl gerade besprechen?"

    meinte der Wolfhund dann dabei einen kurzen Blich auf Filiash und Chakka werfend.
    Chakka schien derzeit gar nicht erfreut... Oh, sollte Filiash auch nur einen falschen Schritt machen, dann würde er so schnell nicht schauen können, wie ihm der Wolfhund an der Kehle hängen würde.

    Auch nach all der Zeit die sie gemeinsam verbracht hatten, traute Nando dem Dorfhund nicht. Erstens, weil dieser immer so ein seltsames Auftreten hatte, und zweitens weil er nach wie vor der Meinung war, das Filiash nur einen Plan zu seinen Gunsten verfolgt. Und da würde Nando ihm sicherlich nicht behilflich sein.
    Mit einem lauteren Schnaufen wand der Grau-Braune seinen Blick wieder von den Beiden ab und blickte dann abwechselnd zwischen Carmello und Cuco hin und her.
    Es war schon komisch, Carmello war gewiss kein Hund, aber irgendwie schien es keinen von ihnen zu stören. Alle behandelten den Kater wie sie sich untereinander auch behandelten... ob Carmello das wohl auch so sah?

[Strand - Cuco und Carmello]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 02 Nov 2011, 13:50


Ju wurde eindeutig viel ruhiger. Seine wilde Zeit hatte er wohl eindeutig hinter dem Meer gelassen. Aber möglicherweise war es auch gut so. Immerhin fühlte er ich fast als Vater, wenn er die kleine Baja ansah. Wobei klein nicht mehr stimmte. Baja war schon längst größer als der Fuchs und mittlerweile erwachsen. Auch wenn sie sich oft genug wie ein Welpe benahm.
Doch er würde immer auf sie aufpassen, das stand wohl schon fest.
Oft beobachtete der Fuchs sie aus der Ferne. Folgte ihr. Nicht weil er Baja nicht zutraute allein zurecht zu kommen. Sondern einfach nur, weil er sehen wollte wie sie sich machte. Und weil er sich sorgen um sie machte.
Ju wollte einfach nur sicher stellen, dass es der jungen Hündin gut ging.

Im Moment lag der Fuchs im schwarzen Sand und beobachtete Baja und Fox. Mit Fox kam der Rote gut klar, genauso wie auch mit dem Kater Loki. Aber man merkte, dass sie kein Rudel waren. Sie waren einfach nur Einzelgänger, die aber im Notfall sich auch halfen. Und das war auch recht angenehm so, wenn auch kein Ersatz für eine richtige Familie. Zumindest nicht für Baja und Ju war sich sicher, dass es ihr durchaus fehlte. Selbst wenn die junge Hündin das selbst nicht so Recht wusste.

Er erhaschte einen Blick in Bajas Augen. Ob sie wohl nach ihm Ausschau hielt? Der kleine Rote Körper lag versteckt im Schatten unter einer der Liegen und Baja hatte ihn nicht entdeckt. Doch er hatte auch nicht vor auf sich aufmerksam zu machen. Sie sprach gerade mit Fox, es schien auch ernst zu sein und da wollte er sie nicht stören. Manchmal brauchte man solche Gespräche. Oft brauchten besonders junge Hunde solche Gespräche.

Also streckte sich der Fuchs noch einmal und drehte sich auf die andere Seite um weiter zu dösen.


[Strand - Nähe Baja, Fox und Loki]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 04 Nov 2011, 18:39

Stumm schritt sie an Criados Seite, während sie ihn unauffällig von der Seite beäugte. Sie hätte nichts sagen sollen, sie hatte es doch gewusst. Ein wenig zögerlich versuchte sie sich an einem Lächeln, das entschuldigend wirken sollte, dabei jedoch reichlich kläglich geriet. Selbst jetzt machte er sich noch um sie Sorgen! Dabei stürzten nun all die traurigen Erinnerungen und Gedanken auf Criado ein, sie konnte es an seinem Gesicht erahnen, und sie war daran schuld. Sie hatte diesen Moment wieder einmal verdorben, aus Egoismus, weil sie Criado behalten wollte, genau wie Ceniar, Cuco und alle anderen.

“Du bist hier nicht glücklich“, schlussfolgerte sie leise und traurig aus seinen Worten.

Also doch, sie hatte es ja geahnt. Criado war zwar ein wichtiger und geschätzter Teil ihrer Gruppe, aber sie konnten ihm nicht das geben, was er sich wünschte. Er vermisste noch immer seinen Herrn, wollte zurück zu seinem Señor. Sie konnte ihn verstehen, weil es ihr vor allzu langer Zeit selbst nicht anders gegangen war – nur war sie ihm Gegensatz zu Criado zu feige und zu mutlos gewesen, um sich allein auf die Suche zu machen. Im Rückblick war es vermutlich ein Glück, denn so war sie bei den Hunden geblieben, die jetzt ihre Familie waren. Und es ging ihr besser, als es ihr jemals beim Señor gegangen war, auch wenn sie das vermutlich zu einem schlechten Hund machte. Ein richtiger, guter Hund hätte seinen Herrn vermutlich nicht aufgegeben. Ein Hund wie Criado...

“Du brauchst keine Rücksicht auf uns zu nehmen“, begann sie, gequält von ihrem schlechten Gewissen. “Wenn du nicht aufgibst, findest du deinen Herrn bestimmt wieder.“

Er sollte das tun, was ihn glücklich machte, auch wenn das vermutlich ein seltsamer Rat war, wenn man bedachte, dass er aus Quintas Maul kam. Schließlich bekam sie genau das, was sie ihm soeben vorschlug, ja selbst nicht hin. Ihr Glück hatte immer den Händen ihres Herrn gelegen, jetzt lag es in den Pfoten der anderen Hunde. Aber wenn man es schaffte, das Glück selbst zu packen – wäre das nicht viel einfacher und praktischer? Und wenn es irgendjemand schaffen konnte, dann war es Criado mit seinem unerschütterlichen Glauben. Sie hatte ihn nie davon abhalten wollen, sein Glück zu suchen, und doch musste sie sich nun eingestehen, dass sie zu einem Klotz an seinem Bein geworden war. Sie wollte ihn nicht zurückhalten.

“Wenn ich weiß, dass du wieder bei ihm bist und es dir gut geht, dann mache ich mir auch keine Sorgen“, log sie.

Natürlich würde sie sich immer Sorgen machen, denn wer konnte schon wissen, ob er jemals heil dort ankam oder ob sein Herr ihn einfach so wieder zurücknehmen würde? Aber Criado sollte kein schlechtes Gewissen haben, vor allem nicht ihretwegen.
Voller Reue, das Thema überhaupt angesprochen zu haben, blickte sie wieder auf das Meer, während sie fieberhaft nach einer Möglichkeit suchte, ihn wieder ein wenig aufzumuntern oder zumindest von seinen traurigen Gedanken abzulenken.

“Das Meer“, begann sie schließlich, einer Eingebung folgend. “Manchmal kommt es so weit, und dann geht es einfach wieder zurück...“

Fragend und auch ein wenig hoffnungsvoll blickte sie ihn an. Criado hatte bislang immer geduldig versucht, ihr die Welt zu erklären, vermutlich würde er es also auch diesmal tun. Obwohl die Antwort sie wirklich interessierte, ging es ihr doch vor allem darum, ihn auf andere Gedanken zu bringen.


[Criado | am Strand]

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Fr 04 Nov 2011, 21:13

Klang plausibel. Essen holen wäre sowieso eine gute Idee, davon brauchte die Rote in dieser Zeit sogar noch mehr als gewöhnlich. Und ja, weit würden sie eh nicht sein bzw. nicht lange fernbleiben, auch wenn Sunset nach wie vor diese Ruhe genoss, die von der Gesellschaft Fyfas nicht gestört wurde. Geistesabwesend nickte sie den Worten der Hündin zu, ohne sie dabei anzusehen und war sich nicht einmal sicher, ob die Colliedame ihre Zustimmung mitbekommen hatte.. Allerdings war ihre Frage zu anfangs ohnehin eher rhetorisch gewesen, sodass sie kein Gespräch erwecken wollte, sondern dieser kurze Wortwechsel ruhig wieder verebben konnte. Umso überraschter war sie nun, als Fyfa keineswegs verstummte, sondern weitersprach, auch wenn die Worte im ersten Moment keinen Sinn ergaben. „Hallo. Wer bist du denn?“ Hä?
Nur langsam wandte die Rote ihren Kopf, um zu erkennen, was sie meinte, doch mit einem Ruck hatte sie sich plötzlich umgedreht, als sie die fremde Fähe wahrnahm. Sie war zierlich, dünn, und sah nicht wie eine Bedrohung aus. Doch vor Allem war Sun verwirrt, dass sie sie vorher nicht gerochen hatte, nicht bemerkt hatte, sich hatte völlig überrumpeln lassen. Waren ihre Sinne denn eingeschlafen? Nicht mehr genug trainiert vom vielen Rumliegen und Nichtstun? Umso empörter war nun ihre Haltung, die Rute hoch erhoben, die Lefzen zuckten kurz und in ihrem Blick lag nicht gerade Freundlichkeit. Die kauernde Haltung der fremden Fähe, die sich als Esperanza vorgestellt hatte, dienten auch nicht dazu, die Rote zu beruhigen, sie fand deren Gebärden eher angemessen. Sie war hier eingedrungen, in dieses Revier – welches kein richtiges war – und erwartete nun Freundlichkeit und bedingungslose Offenheit? Apüh. Nicht mit ihr. Allerdings war Fyfa nicht wirklich nützlich mit ihrem mütterlichen Ton und in ihrer Gegenwart wagte sich Sunset nicht, die Fremde knurrend anzufahren. Komisch, aber Fyfa war so etwas wie ein Respektshund in ihren Augen, vielleicht weil sie die schwere Aufgabe gemeistert hatte, Welpen aufzuziehen.. Und nun?

“Wo kommst du her? Und wie kommts, dass du so lange alleine warst, wie du sagst?“

erwiderte sie schließlich in einem wenigstens leicht bockigen Ton, wenn sie schon nicht gänzlich übellaunig wirken durfte.

[Fyfa und Esperanza || am Strand]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 05 Nov 2011, 14:50

Ein leichter Abendwind wehte von dem Meer her auf die beiden Gestalten zu, streichelte sie sanft und umtanzte die Körper der Hunde. Er spielte kurz mit den rötlichen Fellsträhnen des Rüden, zerstrubbelte es ganz sanft und jagte dann weiter, zu den vielen Häusern der Stadt. Criado blickte ihm nach, sein Blick wanderte weiter, bis zu dem Bergland, aus welchem sie gekommen waren. Irgendwo dorthin musste er zurück. Es machte ihn traurig, doch gleichzeitig fing sein Herz aufgeregt an zu schlagen. Es war eine verstrickte Lage, in der er sich befand, doch er durfte sich nicht runterkriegen lassen. Der dunkle, körnige Sand unter seinen Pfoten, die untergehende Sonne auf dem Pelz, Quinta an seiner Seite. Er hätte glücklich sein können.
Konnte er sich wirklich nicht mit soviel zufrieden geben? Wollte er hier wirklich weg? Ja und Nein. Zerrissenheit. Er hätte nicht weiter darüber nachdenken dürfen. Sein Herz war entzwei gerissen, sein Wille gelähmt. Er war es seinen Herren schuldig, zurückzukehren. Zu seinen Angebeten, seinen Göttern, zu dem Platz wohin er hingehörte. Doch gleichzeitig konnte er Quinta nicht hierlassen. Es wäre falsch gewesen. Quinta, Noyn, Firejay, selbst Ceniar. Sie waren ihm alle ans Herz gewachsen. Er wollte niemanden enttäuschen. Und doch, wenn er jetzt Quintas klägliches Lächeln sah, ihre traurige Stimme hörte, da schmerzte es ihm in seinem warmen Hundeherzen.

"Ich könnte nirgendwo glücklich sein. Nicht ohne euch. Ich würde Glück verspüren, wenn ich meine Herren wiederfinden würde, ja. Doch ein Teil von mir wäre immernoch bei euch gefangen."

Erwiederte er und Bitterkeit lag in seiner Stimme. Bitterkeit, bei Criado! Es schien einem fast unmöglich, aber es war wohl so. Vielleicht war er ja endlich erwachsen geworden. Er gab Quinta einen schuldbewussten Blick und schüttelte seinen Kopf. Er durfte sich nicht so benehmen, nicht vor ihr. Sie sollte nicht über soetwas traurig sein, wie des Unglücks des Roten. Er würde sich da schon irgendwie durchkämpfen. Er wusste, dass es einfach Quintas Art war, sich dafür schuldig zu fühlen. Dabei war es nicht im geringsten ihre Schuld. Es war niemandes Schuld, wenn, dann am meisten die Schuld von Criado selbst. Was konnte er jetzt tun? Er musste sie trösten, musste ihr Wärme geben. Das sagte ihm sein Herz. Sanft fuhr er mit seiner Schnauze über den Nacken der Fähe und gab ihr ein warmes Lächeln.
Er war so traurig, dieser Moment. Er wollte nicht, dass diese Trauer sie beide noch weiter erfasste. Dazu war dieser Abend viel zu schön, dazu war ihr Leben viel zu wunderbar. Sie hatte hier ihre Familie, ihren Sohn. Er wollte sie nicht verlassen und sie offensichtlich auch nicht. Aber darum durfte sie sich keine Gedanken machen, nicht ihre Seele mit solchem unnötigen Balast beschweren.

"Und du brauchst dich nicht so deswegen zu quälen, Quinta. Mir geht es schon gut. Besser als ich es vielleicht verdient habe. Es ist ja nichts verloren. Selbst wenn ich gehen würde, würde ich eines Tages wieder kommen. Ganz bestimmt."

Natürlich nahm er Rücksicht auf sie alle, er konnte doch gar nicht anders. Aber genauso würde sich wohl Quinta nicht aufhören, sich wegen des ganzen Gedanken zu machen. Am Ende war das ganze Gespräch zwecklos. Und doch, und doch erfüllte ihn Dankbarkeit, für dieses Gespräch. Es schmerzte ihm zwar un ddoch stärkte es seine Entschlossenheit. Es schmerzte ihm, aber der Schmerz war nötig. Bald würde die Zeit kommen, da würde er sie alle verlassen, dass spürte er genau. Bald würde der Zeitpunkt kommen, wo sie sich alle 'Auf Wiedersehen' sagen würden. Aber es gab immer Hoffnung. Und so würde ihn jener Schmerz wieder zurücktreiben. Zurück, zu diesen ihm so vertrauten Seelen. Zurück zu Chakka, Noyn, Firejay, Cuco... Und vorallem, zurück zu Quinta. Er würde tun, was getan werden musste. Die nächsten Worte der dürren Fähe ließen ihn kurz aufblicken und er verzog seine Leftzen leicht zu einem erleichterten Schmunzeln. Er wusste, was er tunn musste. Ein Pendler, dass würde er werden. Unglücklich zwischen den verschiedenen Welten wandelnd. Wahrscheinlich würde er jenes Glück nie finden, welches er nun vergeblich suchte. Aber das sollte ihm nur recht sein. Er würde die Hoffnung nie aufgeben, genauso wie den Glauben. Zwar wusste er nicht mehr, in was er glaubte, aber er würde es weiterhin tun. Entschlossen blickte er in Quintas Augen und ein starkes Lächeln glitt über seine Züge. Alles würde irgendwann in Ordnung sein, da war er sich sicher. Solange sie nur den Augenblick genossen, wäre nichts verloren.

Er war froh, dass sie nun ein neues Thema anschnitt. Das Meer. Dieses mysteriöse, unendliche Ding, welches die Welt umgab. Das, was Nichts und doch Alles war. Mit einigen Schritten war Criado dort, wo die Wellen schon über seine Pfoten schwappten. Er ließ seine Laufer von dem kühle Wasser umsplülen und blickte zurück zu Quinta, mit einem leichten Lachen.

"Es ist schon seltsam, ich weiß. Vielleicht ist es ja so, als würde das Meer atmen? So wie unsere Brust sich mit jedem Atemzug hebt und senkt, vielleicht kommt und weicht es genauso vor und zurück? Ich weiß es nicht genau."

Eine erneute Welle kam und umspülte seine Knöchel. Die Abende am Strand, er liebte sie. "Na komm." , rief er ihr sanft zu und senkte seine Schnauze. Mit einer kurzen Bewegung versuchte er das salzige Meerwasser in ihre Richtung zu spritzten. Jeder Augenblick hatte etwas Erhabenes, auch dieser. Er wollte nicht, dass er aufhörte und doch war er schon längst vorbei.


{ Quinta | am Strand }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Sa 05 Nov 2011, 19:12

Mit einem vergnügten Schmunzeln auf den Lefzen beobachtete er die helle Hündin, die Ceniar unbedingt zum Spielen auffordern wollte. Doch Firejay hielt Stand und ließ ihre Maske, den Welpen nicht gerade sehr zu mögen, nicht fallen. Noyn jedoch bezweifelte, dass das wirklich die Wahrheit war. Jede Hündin mochte Welpen – vielleicht war es, weil der Kleine ihr den Nesthäkchenstatus klaute, doch so langsam wurde es wirklich Zeit, dass die Helle bewies, dass sie erwachsen wurde. Sie konnte nicht ewig die Junge spielen. Sie musste beginnen, Verantwortung zu übernehmen, denn auch, wenn ihr Rudel nur ein kleines Rudel war, brauchten sie jeden einzelnen. Früher war es dem Bunten nie so bewusst gewesen, wie schwer es war, nicht nur auf sich selbst zu achten. Er hatte geglaubt, ein Leben in einem Rudel wäre einfacher, doch seit sie zurück waren, war er eines Besseren belehrt worden. Und dennoch wollte er es nicht aufgeben. Es war zu seinem neuen Leben geworden und er war sich sicher, dass ihm – würde er wieder alleine durch die Straßen wandern – etwas fehlen würde. Nein, nicht etwas, sie würden ihm fehlen. Doch diese Option stand inzwischen nicht mehr zur Debatte. Sein Lächeln wurde etwas breiter, als die beiden Hunde wieder bei ihm ankamen und mit einem aufmerksamen Blick beobachtete er den aufgeregten Welpen, ehe er kurz zu der kleinen Familie herüber spähte und feststellte, dass die Kinder sie bereits bemerkt hatten. Gut so.

„Nicht diese Art von Grillen, Ceniar.“, erklärte er schließlich lachend.„Als ‚Grillfest‘ bezeichnen die Menschen große Zusammenkünfte, bei denen sie ganz viel Essen über Feuer erhitzen. Sie nennen das ‚grillen‘. Und wie du dir schon denken kannst, haben sie da meist viel zu viel, sodass es ein leichtes für uns ist, etwas abzugreifen.“

Noyn schüttelte sich die angenehme Meeresbriese aus dem Fell, ehe er den kleinen Körper seines Sohnes an seinem Lauf spürte und ihm einmal mit der Zunge über den Kopf fuhr. Er hatte mit dieser Frage gerechnet, schmunzelte erneut und zog Ceniar kurz sanft am Kragen, ehe er den Kopf wieder hob und in Richtung Familie sah. In dieser Zeit hatte sich der Knirps bereits auf den Weg gemacht, worauf hin ihm die moccafarbenen Augen einen kurzen Augenblick irritiert folgten. Noyn war gespannt, was er nun vorhatte, ob er verstanden hatte, worum es ging. Doch im nächsten Moment machte er sich auch schon wieder eilig auf den Rückweg und erkundigte sich nach den genauen Plänen. Noyn betrachtete ihn einen Augenblick von oben her, ehe er den Kopf senkte, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern.

„Überleg‘ mal selbst. Dein Ziel ist es, etwas Fressbares zu ergattern.“

Er würde ihm nicht alles erzählen, er schätzte Ceniar als schlau genug ein, selbst auf die richtigen Antworten zu kommen. Er sollte ausprobieren und so selbst lernen, seine Ideen abzuwägen und auf Erfolg zu prüfen, ehe er sie wirklich umsetzte. Noyn erhob sich, warf Firejay einen kurzen Blick zu, der ihr bedeuten sollte, dass sie hier ruhig warten konnte und trabte schließlich gen Familie. Er würde ihn natürlich etwas unterstützen. Ganz ins kalte Wasser wollte er ihn nun auch nicht werfen. Seine Rute pendelte hin und her, während er die Ohren aufmerksam aufgestellt hatte und sein Blick mit einem warmen Glänzen auf den Kindern lag. Ein paar Meter entfernt von ihnen blieb er stehen, neigte den Kopf leicht und schnupperte, ehe er wesentlich langsamer ein paar weitere Schritte auf sie zu machte und erneut innehielt. Man musste immer besonders lieb und brav aussehen, wenn man Menschen dazu bringen wollte, einem etwas zu fressen zu geben. Und bei Kindern waren – im Gegensatz zu Erwachsenen – meist Streicheleinheiten nicht zu vermeiden. So ungern Noyn das auch über sich ergehen ließ, manchmal biss man eben doch in den sauren Apfel, um an das leckere Steak heranzukommen. Die Kinder beobachteten den bunten Rüden gespannt, während die Eltern noch immer etwas skeptisch schienen und zu ihrer Brut aufschlossen. Wo blieb Ceniar? Das wäre doch nun sein perfekter Einsatz!



{ ceniar und firejay am strand }

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 06 Nov 2011, 04:12



Carmello hatte die Augen geschlossen. Er lauschte. Das Meer rauschte angenehm, im Hintergrund vernahm er menschliche Stimmen, doch die interessierten den Kater nicht. Er achtete auf andere Dinge… Die Geräusche, welche von Schritten im Sand verursacht wurden, waren wie Musik für ihn. Jedes Wesen verursachte beim Laufen ganz eigene Melodien im krümeligen Untergrund. Aber wahrscheinlich konnte nur er mit seinen katzentypisch guten Ohren den feinen Klang des Sandes wahrnehmen.

Leise begann der Rote zu schnurren. Doch im nächsten Moment verklang sein Summen. Etwas Stimmte nicht. Er blickte zu Chakka und dem arroganten Filiash hinüber. Der kleine Rüde wirkte angespannt doch Filiashs Stimmung konnte er nicht einschätzen. Bevor er sich tiefer in irgendwelche Überlegungen stürzen konnte, machten ihn sandig dumpfen Klänge auf die Ankunft des Welpen aufmerksam. Cuco setzte sich neben ihn. Der „kleine“ Rüde war ein ganz schönes Stück gewachsen und Carmello fragte sich ernsthaft ob man die Nervensäge überhaupt noch „Welpe“ nennen konnte. Der Rüde leckte ihm übers Ohr und Carmello schämte sich etwas dafür, dass er Cuco immer noch als „Nervensäge“ beschreiben würde. In Wirklichkeit war Chakkas Sohn nicht anstrengender als er selbst, wie ihm durch eine spitze Bemerkung des jungen Hundes wieder deutlich vor Augen geführt wurde. Nein, Cuco war kein Baby mehr. Doch ein bisschen Erziehung fehlte an manchen Stellen noch. Spielerisch schnappte der Kater nach dem Rüden, ohne ihn wirklich treffen zu wollen.

Inzwischen freute sich Carmello über die Anwesenheit des ehemaligen „Zwerges“. Der kleine Bengel war ihm genau wie die anderen (außer Filiash) ans Herz gewachsen. Nun gesellte sich auch Nando zu ihnen. Carmello brummelte zufrieden. Der Wolfshund legte sich vor sie und sah die beiden an, bevor er etwas fragte.
Daraufhin blickte Carmello wieder zu Chakka und dem Dorfhund. Sah er Triumph in Filiashs Augen blitzen?
Er überlegte noch einen Augenblick…zögerte. Der Gedanke hatte sich aber schon längst in ihm breitgemacht.

„ Filiash will das…-ich glaube bei Hunden nennt man das-… Alphamännchen werden.“ Das war zumindest Carmellos Schlussfolgerung. Um seine Vermutung zu unterstützen, wies er die beiden Rüden an: „Seht euch die beiden doch an. Chakka zeigt keine Spur von seiner sonstigen Gelassenheit und Fröhlichkeit. Es muss also um eine ernste Sache gehen…“ Das alles sagte der Kater mit nüchterner, ruhiger Stimme. Weitaus eindringlicher setzte er allerdings fort: „Und was ist für Chakka das Wichtigste? ... Natürlich seine Familie! Carmello sah Nando und Cuco eindringlich an und erhob sich. Wieder in Richtung Filiash sehend, schloss er an: "Unser Dorfhund scheint sich in der Rolle des Anführers zu gefallen“

Den roten Kater verlangte es wirklich danach Filiash seine Meinung zu sagen. Leider (oder zum Glück?) war es Carmello aber durchaus bewusst, dass er mit seiner jetzigen körperlichen Verfassung nicht viel ausrichten könnte. Sein dünner Körper mit der schlapprigen Haut, die einst seine üppigen Pfunde umkleidete, wirkte nicht gerade eindrucksvoll. Und viel Kraft hatte er sowieso nicht mehr. Einstig mit Worten könnte er etwas bewirken.
„Du bist alt genug, um zu verstehen …“, begann er Cuco zu erklären. Doch dann zögerte er und begann neu. „Bleib bitte hier.“ Er deutete auf die Stelle, wo der junge Hund saß.

Dann wandte er sich entschlossen in Richtung Filiash und Chakka.
Er wollte immer mit Worten etwas bewirken. Nun da er keine andere Möglichkeit außer „Worte“ hatte, fühlte er sich etwas gehemmt. Doch er würde nicht davor zurück schrecken. Meinungen konnte man sagen. Freunde musste man unterstützen. Und beides würde er jetzt tun.
Der rote Kater stiefelte Chakka und Filiash entgegen.

[bei Cuco, Nando…Fili und Chakka]

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 06 Nov 2011, 18:20

Unter der zärtlichen Berührung an ihrem Nacken erschauerte sie leicht, oder war es vielleicht doch die kühle Briese, die vom Meer her blies? Sie wusste es nicht, es spielte auch keine Rolle. Es war ein eigenartiges Gefühl – zu wissen, dass Criado ohne sie alle nicht mehr glücklich sein konnte, machte sie zugleich glücklich und auch traurig. Glücklich, weil sie im Leben eines Hundes immerhin eine so wichtige Rolle spielte, dass er sie vermissen würde. Traurig, weil sie nicht wollte, dass Criado ihretwegen litt.
Sie seufzte. Seinetwegen musste sie sich zusammenreißen, er wollte nicht, dass sie sich Sorgen machte, also musste sie mitspielen und die düsteren Gedanken verdrängen.

“Ja, du kannst uns immer besuchen“, erwiderte sie daher lediglich sanft.

Sie wusste, dass sie das Thema nun ruhen lassen sollten. Es war alles gesagt worden, was es noch zu sagen gab, außerdem hatte Criado ihren „Köder“ dankbar angenommen. Und wieder einmal hatte er sie nicht enttäuscht, denn sein Erklärungsversuch gefiel ihr überaus gut.
Das Meer! Der Gedanke, dass es ein lebendes, atmendes Wesen war, war ungeheuer schön, beinahe schon poetisch. Wenn man den Gedanken weiter spann, dann waren die Menschen in ihren kleinen Booten, die es Tag für Tag befuhren, wohl nicht mehr als Parasiten, die sich vom Meer ernährten.

Nur allzu bereitwillig ging sie auf seine Spielaufforderung ein und kniff die Augen zusammen, um das salzige Meerwasser nicht in die Augen zu bekommen, als er sie nass spritzte. Der nasse Sand unter den Pfoten fühlte sich gut an und das kühle Wasser umspülte sanft ihre Läufe.
Wie von selbst setzte sie sich in Bewegung – sie wollte wieder einmal laufen, schließlich war ihre Rasse zum Laufen geboren. Mit einem überschwänglichen Gefühl peilte sie den Horizont an und flog über den Strand, und wann immer ihre Pfoten den Sand berührten, spritzte das Wasser nach allen Seiten.
Auch wenn sie nicht gerade in bester körperlicher Verfassung war, so könnte sie Criado wohl immer noch abhängen, wenn sie es denn darauf anlegen würde. Der Sinn der Sache war ja aber gerade, das nicht zu tun, und so blickte sie immer wieder nach hinten, bis sie ihr Tempo schließlich nach einer kurzen Strecke wieder drosselte und mit pendelnder Rute und heraushängender Zunge auf ihn wartete.

“Das Meer“, begann sie abermals, diesmal allerdings ein wenig außer Atem. “Ich habe noch nie das Ende gesehen...“

Atemlos blickte sie abermals auf den Horizont, dort wo Wasser und Himmel sich trafen. Sie wusste, dass das Meer ungeheuer groß war, größer vermutlich, als sie sich überhaupt vorstellen konnte. Aber irgendwo weit, weit weg musste es doch enden, richtig? Der Gedanke, dass Cuco und Chakka vielleicht am anderen Ende dieses riesigen Gewässers standen und in eben jenem Moment genau wie sie auf den Horizont blickten, war irgendwie tröstlich.


[bei Criado | am Strand]

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BeitragThema: Re: Zurück am Start   So 06 Nov 2011, 19:11

Weit nach oben hatte der Rüde die schwarzen Lefzen gezogen und starrte mit Arroganz gefüllten Blick auf die braune Promenadenmischung hinab während er dessen lächerlichen Worten lauschte. Doch es interessierte ihn nicht. Rein gar nichts davon. Weder ob der besagte Rest der Gruppe ein Recht der Mitbestimmung mit sich trugen, noch ob er für den ehemaligen Anführer nur eine 'dahergelaufene Option' war. Filiash wusste, dass es nicht so war. Ohne ihn währen sie aufgeschmissen gewesen. Ohja, wäre er nicht da gewesen hätten die Anderen auch sie gnadenlos in Stücke gerissen, hätten sie es nur ansatzweise gewagt ihren Weg nahe des Dorfes fortzusetzen. Daran gab es in den Augen des Hünen keinen Zweifel. Spottend schnaubte er die Nase und baute sich gemächlich vor dem deutlich kleinen Rüden auf, wirkte doch allerdings noch längst nicht angriffslustig. Hatte es dem kleinen Braunen tatsächlich erst nach den vorigen Worten des ehemaligen Dorfhundes gedämmert, dass er seinen ach so geliebten Alphaposten nicht so leicht zurück bekommen würde? Hm.

„An deiner Stelle würde ich aufpassen, welche Wörter ich in den Fang nehme - nur ein... gut gemeinter Rat von mir. Und es ist mir ziemlich gleich, was ihr von dieser Sache haltet. Ihr steht in meiner Schuld, denn ich hätte euch genauso gut Lucio und den anderen Dorfhunden überlassen könnten - es wäre nicht schade um euch gewesen, wisst ihr!? Die Menschen hätten im Übrigen sicher auch noch gerne Hilfe geleistet und euch mit Freude niedergestreckt, wie euren erbärmlichen 'Freund', den ihr ja so edelmütig beschützt und dann doch zurückgelassen habt!“

Keifend und stechend provokant klangen die Worte des bunten Mischlings und er hoffte, dass es den Winzling ebenso hart treffen würde. Fein säuberlich schien er beginnen zu grinsen. Solch Momente waren es, die den Huskymischling so sehr schätzte. In solchen Augenblicken war er voll und ganz in seinem Element. Nur Glück hatte sein Gegenüber meist in der Hinsicht, dass der Bunte eine ausgesprochen gute Selbstbeherrschung besaß und sich nur selten an solchen Worten anderer Artgenossen störte. Doch genau das erwartete man nun mit Sicherheit von ihm. Prüfend musterte er die kleine Giftspritze. Da konnte er aber lange warten. Jeder zweite währe nun sicher schon längst über den Rivalen hergefallen, so jedoch nicht Filiash. Allerdings war es gewiss auch nicht so, dass alles an ihm spurlos vorbei ging. Nur musste man dafür schon härtere Geschütze auffahren. Dementsprechend gelassen wirkte noch die Körperhaltung des jungen Rüdens, wogegen Chakka in seinen Augen schon deutlich angespannt schien.

„Ich weiß wirklich nicht, wie du mit dieser Art von Wunschdenken in dieser Welt bis her überlebt hast - aber... für Erklärungen bin ich immer geeeern zu haben, hm!?“

Aus den Augenwinkeln heraus nahm er wahr, wie sich auch der fette, orange Flohpelz in seine Sicht schob. Er schien geradewegs auf die beiden sich Rüden zu zustratzen. Das fehlte dem Bunten ja noch. Ob der Kater so dumm war, sich in Hundeangelegenheiten - von denen er gewiss keine Ahnung haben durfte - einzumischen? Am Besten folgte der Wolfshund noch auf dem Fuß mit Anhang des nicht mehr ganz so kleinen Welpens. Filiash musste sich etwas aushecken, falls dies geschehen sollte. So hätte er nämlich keine Chance gehabt. Doch da kam dem Bunten auch bereits ein Anflug eines Plans. Wär doch gelacht, wenn ich dieses Kinderspiel nicht gewinnen würde!
Abwartend richtete er letztendlich wieder volle Aufmerksamkeit gen Chakka, lächelte ihm mit beinahe tropfender Heuchelei entgegen.


{ strand von puerto ;; chakka (und carmello) - nando und cuco abseits }
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 07 Nov 2011, 01:32

Hätte der Kangal geahnt dass die Exkursion zum Loro Parque so „gefährlich“ werden würde, hätte er natürlich ein anderes Ziel gewählt. Aber man sah sich hier keinem Wunschkonzert ausgesetzt, so dass es nun galt, sich mit den Gegebenheiten eben auseinanderzusetzen. Und Jeszyl befand für sich, dass das Gerüst von Beispielloser Gefährlichkeit war...dummerweise aber kaufte ihm Cora eindeutig den Schneid ab und setzte sich in Bewegung. Noch ehe der Rüde bemüht besorgte Worte aussprechen konnte, hatte der Fellzwerg – der ja keiner mehr war – auch schon todesmutig das Gerüst unterschritten, war auf der anderen Seite angelangt und kam nicht umhin, das voluminöse Kangalchen ein wenig zu necken.

Da sie ja mit gutem Beispiel vorangegangen war, konnte der Rüde ja schlecht zurückstecken, schob sich aber betont ängstlich wirkend unter dem Gerüst durch, das – welch Wunder! - nicht auf ihn herabfallen wollte, auch wenn es so aussah als wolle er es absichtlich rempeln damit es das täte. Aber das tat er letztlich nicht und kam genauso unbeschadet neben ihr an wie es zu erwarten gewesen war. Kurz wurde Cora der Fang – beinahe – an die Lauscher gestopft, ehe er den Kopf hob und leise bruffte. So richtig allein war man hier ganz offenbar nicht mehr, wie dem Rüden die Nase zu verraten gedachte.

„Komm.“ wird die eben noch so flapsig zur Alpha erhobene Cora angestachelt und der Herr der Bälle – der eigenen – setzt sich in Bewegung und stolziert vor der wohlriechenden Tochter her, frontal in die Richtung aus der er schlicht und ergreifend Ungemach vermutet. Oder zumindest eine Störung der Intimsphäre. Kann ja durchaus mal vorkommen. Den kleinen Seitengang lässt er schnell hinter sich, schließlich einen weissen Punkt in naher Ferne ausmachend der einem Hund erschreckend ähnlich sieht.

„Eh!“ brüllt er die Gasse hinab, den noch namenlosen Whisky so gleich mal anrufend, sofern der sich nicht ohnehin schon von selbst nähert. Nur ob der sich wirklich anrufen lässt ist eine ganz andere Frage, zumal der – irgendwie zumindest – nicht so wirkt als sei er allein unterwegs. Aber das spielt kaum eine Rolle, denn Jeszyl wird das Töchterchen brav beschützen...oder aber, was weniger nett ist, für sich beanspruchen. Um jeden Preis.


[nahe des Loro Parque, Cora an der Seite, Whisky in der Nähe]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mo 07 Nov 2011, 21:07

Überrascht, aber schweigend lauschte sie den Worten der jüngeren Hündin. So viele Gedanken für so einen kleinen Hund ... und dann auch noch so tiefgreifende. Ob sie jemand anderes hätte werden sollen? Diese Frage hatte sich Fox nie im Leben gestellt. Sie hatte die Dinge immer genommen wie sie kamen. Selbst wenn sie sie dann und wann zurück geworfen hatten.

Der Blick der großen Hündin wurde nachdenklich. Sie wollte die Kleine nicht mit einer platten Antwort abspeisen. Während sie einen Moment Schweigen zwischen ihnen beiden liegen ließ, lauschte sie dem Ruf der Möwen und dem Rauschen der Wellen.

„Du kannst Fragen stellen“, sagte sie schließlich und pfotete nach der Schulter der Roten, sie grinste.
„Du kannst die Dinge nicht kontrollieren, niemand kann das. Ich für meinen Teil sehe eine junge Hündin vor mir die in sehr kurzer Zeit sehr viel gelernt hat, mehr als manch Haushund in einem ganzen Leben. Wenn du mich fragst ob das richtig ist, dann sage ich ja, es ist richtig.“

Dann musste sehr herzhaft lachen. „Ich glaube du wärest kein guter Haushund geworden. Haushunde sind faul, ihnen werden ihre Entscheidungen von ihren Menschen abgenommen, sie dürfen nicht dort hin gehen wohin sie wollen, sie dürfen nicht einmal ihr Haus verlassen wenn sie wollen. Willst du so ein Leben? Das Leben für das du dich entschieden hast lässt dich so oft du willst hier sitzen und den Wellen lauschen.“

Bei der Erwähnung des Alpha-Welpen legte sie den Kopf schief. „Liebes, ich kenne Alpha-Welpen die haben irgendwann dermaßen ... naja, viele von ihnen waren nicht lange der Chef in einem Rudel, Wer will schon Welpen anführen, wenn man eines Tages ein ganzes Rudel anführen kann? Und dafür brauch man nicht immer nur Stärke, sondern auch oft ein ziemlich freches Mundwerk.“ Sie beugte sich zu Baja runter und stupste ihr mit der Nase gegen die Brust.


[Redet noch immer mit Baja]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Di 08 Nov 2011, 21:00

Während das Wasser seine Pfoten sanft liebkoste und die Sonne auf den Körpern der beiden Hunde tanzte, schien es Criado so, als würden alle seine Sorgen wieder von ihm abfallen. Das pure Leben, die Kraft und die Energie die in ihm wohnte brauchte freie Bahn, er wollte fliegen, einfach dahin fliegen, mit Quinta an seiner Seite. Seine Pfoten zuckten, während er ein paar tolle Sprünge durch das Wasser machte. Ja, so war es frei zu sein und er war dankbar, dass sie alle es ihm gezeigt hatten. So dankbar, so unendlich dankbar. Es war in einer gewissen Weise doch das Richtige gewesen, dort auf dem Teide freigelassen zu werden, bei Chakka, Quinta und der Übrigen. Alles hatte seine Rihctigkeit so wie es war und die Menschen hatten dies offensichtlich ebenfalls gewusst. Abermals stieg Dankbarkeit auf, dieses Mal jedoch gegenüber seinen Herren. Wäre er denn ohne sie so weit gekommen? Er musste ihnen beweisen, dass es wert gewesen war, dass noch genug Treue in ihm steckte. Auch wenn er einen Teil seiner Treue der Streunergruppe zugeschrieben hatte, es gab nicht immer nur ein Ja und ein Nein. Er wählte die dritte Möglichkeit, dass Leben eines Pendlers. Er wusste zwar nicht, wie er dies seinen Herren weis machen sollte, doch würde es schon irgendwie klappen, da war er sich sicher. Ein breites, ehrliches Lächeln glitt auf seine Leftzen als er Quinta neben sich springen sah. Nur eine Sekunde nach ihr stieß er sich von dem Boden ab und rauschte in der Abendbrise hinter der Gestalt der Windhündin her. Der Fahrtwind ließ seine Ohren genauso wie sein Fell wild flattern, während Wasser zu allen Seiten spritzte. Es war so ein befreiendes Gefühl, so zu laufen. Aus vollem Herzen, aus voller Seele, eins mit dieser Welt. Sein Blick streifte kurz Quinta und ein überschwängliches Lachen entfuhr seinen dunklen Leftzen. Mit einigen kräftigen Sprüngen versuchte er zu ihr aufzuholen, was ihm nun auch gelang. Man konnte sehen, dass es ihr in die Wiege gelegt wurde, die Schnelligkeit. Es war anstrengend, zu versuchen mit ihr Schritt zu halten, doch liebte er es, wenn er spürte wie sein Körper immer weiter protestierte. Es war fast wie eine Gegensätzlichkeit ; halb langte er nach dem Schweiß und dem Gefühl der Anstrengung, halb erschöpfte es ihn eben. Egal, hauptsache er spürte die Energie die in diesem Augenblick durch sie Beide floss. Befreiend, so befreiend. Mit der Zeit wurde er ein wenig langsamer und Quinta hängte ihn nun ab. Doch bald stoppte auch sie und mit einigen sprühenden und langestreckten Sprüngen kam er schlitternd neben ihr an, die Zunge glücklich und weit aus dem dunklen Maul hängend und dabei laut hechelnd. Er rempelte sie an, doch auf eine spielerische Weise.

"Das Ende? Hat es überhaupt eins?", fragte er neckisch und lachte ein wenig, erleichtert klingend. Mit einem strahlenden Lächeln auf den Leftzen folgte er dem Blick der Galgo Espanol zu dem fernen Punkt, wo sich der Himmel und das Meer vereinigten.

Er wusste nichts über solche Sachen, auch wenn es schön war, darüber nachzudenken. Es war etwas, was sie nie wirklich wissen konnten. Klar konnte Criado schwimmen und liebte es auch wirklich, jedoch glaubte er nicht wirklich, dass je ein Hund es schaffen würde, das Ende des Meeres zu finden. Das Meer bedeutete für Criado etwas Heiliges, etwas Erhabenes und Unendliches. Es würde nie erschlossen werden, da war er sich sicher.

"Ich kann es wirklich nicht wissen, Quinta. Aber ich glaube, seitdem ich das erste Mal das Meer gesehen habe, hat es mich gefesselt. Das Flüstern der Wellen, dieses seltsame und langwieriges Atmen, der Geruch, die Weite... Ich glaube nicht, dass es etwas Ungreifbareres gibt, als das Meer."

Dicht stand er neben der Hündon, während sie gemeinsam auf die weite Spiegelfläche starrten, mit glänzenden Augen. Die untergehende Sonne verstärkte das Orangerot von Criados Fell, während seine nassen Pfoten in dem noch vom Tag angenehm warmen Sand versanken. Ein kurzer Blick aus den haselnussfarbenen Seelenspiegeln des Hoffnungshundes galt den Gesichtszügen der Windhündin und ein feines, vielleicht leicht traurig-glückliches Lächeln legte sich auf seine Leftzen. Es war so bittersüß, dieser Moment. Er konnte es fast auf seiner langen Zunge spüren. Es war ihm fast, als würde sich sein Herz in diesem Augenblick ganz weit öffnen um alles zu verschlingen. Jeden einzelnen Pixel, jedes einzelne Fragment.


{ Quinta }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Mi 09 Nov 2011, 20:41

    Wo die junge Hündin gerade so über Sunsets baldiges Problem nachdachte fiel ihr auf, dass auch Cora inzwischen so weit war. Der Geruch war kaum wahrnehmbar, weshalb sie ihn vorher für den einer fremden Hündin gehalten hatte. Aber bei genauerem riechen fiel ihr auf, dass es eindeutig Coras Geruch war. Die Arme. Und jetzt machte Fyfa sich ordentlich Vorwürfe, hatte sie die Kleine schließlich alleine mit Jeszyl weggehen lassen. Sie war nicht da um jetzt auf sie aufzupassen und Fyfa wusste, dass die erste Läufigkeit ziemlich verwirrend war. Eigentlich sollte sie als Mutter da sein und ihrer Tochter erklären was da in ihr passierte.

    Aber diese Gedanken wurden jetzt von der fremden Hündin aufgehalten, die Sunset am Anfang wohl gar nicht aufgefallen war. Jetzt drehte die Rote sich mit hocherhobener Rute und zuckenden Lefzen zu der fremden um. Fyfa stellte sich neben Sunset um ihr irgendwie zu signalisieren, dass von der fremden Hündin, die kurz darauf als Esperanza vorstellte, wohl keine Gefahr ausging. Die Colliehündin hörte aus jedem Wort der Fremden heraus welche Angst sie hatte und ihre Beweggründe waren für sie völlig verständlich.

    "Also ich habe nichts dagegen, wenn du erstmal bei uns bleibst. Was sagst du, Sunset? Allerdings müssen wir mit der endgütligen Entscheidung warten bis die anderen beiden wieder bei uns sind.
    Ich bin übrigens Fyfa."


    Sie fand es ein wenig unhöflich sich einem fremden Hund nicht vorzustellen, wenn man schon den Namen des anderen erfahren hatte. Deswegen war ihr der Collierüde in den Bergen auch so unsympathisch gewesen. Bei dem Gedanken an ihn musste sie sich zusammenreißen, damit ihre Nackenhaare sich nicht aufstellten. Was wohl aus dem geworden war? Wahrscheinlich Rattenfraß. Im Wald gab es davon bestimmt genug.


[mit Sunset und Esperanza am umgekippten Fischerboot]
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BeitragThema: Re: Zurück am Start   Do 10 Nov 2011, 19:12

Chakka hätte Filiash gern für jedes einzelne seiner Worte, für jedes arrogante Lächeln die Zähne in den Leib geschlagen, sich behauptet wie das jeder Straßenhund tat. Aber er konnte es nicht. Weil der Rüde Recht hatte. Er hatte sich als außerordentlich guter Führer bewährt – Führer, aber nicht Anführer. Trotzdem stand Chakka in seiner Schuld und dadurch, dass sie ihm gefolgt waren, auch die Anderen. Und woher sollte Chakka sicher wissen, dass Nando und Cuco Filiash nicht eher als Alpha anerkannten. Er mochte nicht der liebevollste Rüde sein, aber sicher nach unten gebracht hatte er sie schließlich doch; und das obwohl er sich in der Stadt nach eigener Aussage überhaupt nicht auskannte. Das war eine beachtenswerte Leistung, das musste Chakka neidlos aber unglücklich zugeben.
Dennoch stand er Filiash nicht das Recht zu, über ihr Verhältnis zu Sean herzuziehen. Erneut verengten sich die Augen des kleinen Mischlings und er reckte unvermittelt den Kopf. Er musste sich nicht für seine Handlungen rechtfertigen, für diese nicht! Sean war zu schwer gewesen, als dass sie ihn hätten mitnehmen können, also blieb ihnen nichts, als ihn zurückzulassen. Dem toten Rüden hätte es ohnehin nichts mehr genutzt.

„Es wäre nicht sein Wunsch gewesen, dass wir ihn mitnehmen.“, sagte er mit fester Stimme und erwiderte Filiashs Blick durchdringend.

Doch wieder keimten Zweifel in Chakka, ob alles richtig gewesen war, was er entschieden hatte. Dass Sean tot war, war seine Schuld, so viel stand fest. Das wollte der Rüde auch gar nicht leugnen. Doch all das danach … war er nicht verantwortlich dafür, dass Filiash jetzt überhaupt bei ihnen war? Also musste er seine Suppe nun selbst auslöffeln. Kurz glitt sein Blick zur Seite und blieb an Carmello hängen, der sich ihnen näherte. Cuco und Nando blickten ebenfalls zu ihnen und schienen nicht recht zu wissen, ob sie sich einmischen sollten oder nicht. Möglicherweise wäre es einfacher gewesen, sie hinzukommen zu lassen. Gegen drei Hunde hatte auch Filiash keine Chance, das würde sogar er wissen. Aber das war eine Sache zwischen ihnen beiden. Kaum merklich entspannte Chakka sich etwas und wich einen halben Schritt zurück.

„Lass ihnen die Wahl, ob sie dir folgen wollen oder nicht. Du hast das Recht, mich zu verdrängen, aber nicht, zwei freie Hunde zu Gehorsam zu zwingen. Dann wärst du nicht besser als ein Mensch.“

Er wollte sich nicht rechtfertigen, nicht begründen, nicht erklären. Er wollte seine Ruhe und das Beste für Nando und Cuco. Und er würde Filiash dulden, so lange der Wolfshund und sein Sohn bei ihm waren. Alle Anspannung wich aus seinen Gliedern und er hatte das übermächtige Bedürfnis, sich hinzulegen und zu verschnaufen, als hätte er stundenlang ein Kaninchen gejagt. Doch es war nur der Kampf gewesen, der sich in seinem Innersten abgespielt hatte. Vernunft gegen Stolz. Und am Ende hatte die Vernunft gesiegt, zumindest hoffte er das. Nun mussten sie es beide Nando und Cuco sagen. Doch zuvor hatte er dem neuen Alpha noch etwas klarzumachen.

„Ich behalte dich und jeden deiner Fehler im Blick. Ruh dich nicht auf deinen Lorbeeren aus.“

Die leise gesprochenen Worte konnte selbst Carmello nicht gehört haben. Er blickte dem Kater freundlich entgegen, beinahe so als wäre nichts geschehen. Es war auch nichts, womit sich der Rote belasten musste. Ob er unter Filiash bei ihnen bleiben durfte, stand sowieso noch in den Sternen. Doch selbst wenn Chakka ihn gern begleitet hätte, hielt ihn doch Cuco hier.

„Es ist alles in Ordnung, Carmello.“, beschwichtigte er den Kater und warf Filiash noch einen kurzen, prüfenden Blick zu.


{ Strand :: Filiash, Carmello }

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