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 Auf der Suche nach dem Leben

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Spielleitung


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Beiträge : 147

BeitragThema: Auf der Suche nach dem Leben   Mo 26 März 2012, 19:01



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WAS ALLES GESCHAH

Während in den unterschiedlichen Buchten neue Kontakte geknüpft worden waren, hatte sich ganz in der Nähe des kleinen Rudels um Noyn ein Vorfall ereignet, der sich schnell unter den Streunern Puertos herumsprach: Eine Hündin war gestorben, nur manch einem war ihr Name bekannt. Doch dieser zählte auch nicht so viel wie das Wissen, wodurch sie gestorben war. Ein Giftköder war Firejay zum Verhängnis geworden, der sie in der Nacht schließlich das Leben gekostet hatte. Noyn und Chakka hatten ihrer alte Freundin noch beistehen können und so war es ihnen am nächsten Morgen möglich, niedergeschlagen und traurig, aber dennoch mit Weitsicht die Hunde ihres Rudels vor vergiftetem Futter zu warnen.

Seitdem hatte die Nachricht die Runde gemacht und es gab keinen Hund und keine Katze mehr an den Stränden, die noch guten Gewissens in sich hineinschlangen, was sie erbeutet hatten. Den Touristen gegenüber verhielten sich die Streuner misstrauisch und vorsichtig, denn man konnte nie wissen, wer ihnen ans Leben wollte und wer nicht. Doch schlimmer war nun der Hunger, der sich wie eine Krankheit über die Heimatlosen legte. Wer ihm nachgab, lief Gefahr, zu sterben. Wer ihn ertrug, den erwartete jedoch über kurz oder lang das gleiche Schicksal. Es gab nur noch wenige Quellen, bei denen die Hunde ohne Angst fressen konnten. Und diese waren nun oft belagert von jaulenden Meuten, die sich um die kleinsten Bissen zankten. Nicht selten starb auch bei diesen Kämpfen ein vom Hunger geschwächter Hund.

Eine dieser Quellen, die aufgrund ihrer Gefährlichkeit noch relativ selten ausgenutzt worden war, war die Futteranlieferung am Loro Park. Einmal am Tag erhielt der Zoo aus einem großen Lastwagen die unterschiedlichsten Futtermittel für die Tiere. Ein scheinbares Schlaraffenland, in dem es frisches Fleisch in Größen gab, die sogar einen Jeszyl übertrafen, Fisch in ähnlichen Dimensionen und alles, was man sich nur erträumen konnte. Das einzige Problem: Die Anlieferung fand im Zoo statt und der war nur durch eine kleine Lücke im Zaun für die Hunde zugänglich. Doch um bis zur Lieferstelle zu kommen, mussten sie einmal fast durch den gesamten Park, durch den auch früh am Morgen schon viele Pfleger laufen. Nicht zu vergessen natürlich auch die Tiere, die hungrig auf ihr Futter warten und von Hunden eher wenig halten.

Doch was bleibt übrig, als die Gefahr zu riskieren und endlich wieder etwas zwischen die Zähne zu bekommen? Die Hunde sind geschwächt und ausnahmslos sehr mager geworden, der Hunger lässt sie große Risiken eingehen. Auch der Wille, Anderen zu helfen hat sich bei vielen minimiert, da zu aller erst das eigene Leben wichtig ist. Es gibt einige Ausnahmen, doch verspricht der Kampf um die besten und meisten Happen spannend zu werden. Nicht zu vergessen dass der Lastwagen selten von den Menschen allein gelassen wird und der Zoo für einen Hund riesige Ausmaße hat. Vielleicht finden sich ja auch in dem ein oder anderen Gehege noch fressbare Überreste ...


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ZEITSPRUNG: Der Zeitsprung beträgt für alle zwei Wochen seit dem letzten Plot.

ZEIT: Es ist 07.00 Uhr morgens, die Sonne geht gerade östlich über dem Meer auf.

WETTER: Es ist noch relativ frisch, doch der Tag verspricht sommerlich zu werden. Momentan liegen die Temperaturen zwischen 10 und 15°C

EINSTIEGE: offen

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Di 27 März 2012, 20:19

Vorsichtig reckte Cuco seinen Kopf in die Höhe und gähnte ausgiebig, bevor er sich wieder vollständig auf dem Sand niederließ. Mit seiner Zunge fuhr er sich über die Lefzen und öffnete die Augen schlagartig. Sein Leben hatte sich verändert, und in den letzten Wochen noch mehr als zuvor. Er war nicht mehr der kleine Cuco, schon lange nicht mehr, der zu allem "Ja" und "Amen" sagte, bloß weil sein Vater es so wollte. Natürlich hörte er noch immer auf ihn, doch langsam aber sicher setzte sich der Erwachsenere Cuco durch, und es gefiel ihm. Absolut. Und vermutlich gefiehl ihm der Umstand viel mehr, als die Tatsache, dass Quinta nun einen Welpen hatte, und Noyn ihn nicht mochte. Zumindest mochte der Mischling den großen Rüden nicht sonderlich, aber er schien Quinta gut zu behandeln. So oder so musste er damit klarkommen, aber so gelang es ihm einfach besser.
Unbewusst hatte Cuco mit dem Kopf genickt, welcher nun wieder in die Höhe gerichtet war, und er sah sich um. Seine Augen glitten über den Strand, diese Dinger auf denen die Menschen immer lagen, den Himmel und das Meer, an welchem sein Blick auch stehen blieb. Etwas faszinierte den jungen Rüden so sehr daran, dass sein Blick immer und immer wieder darauf zurückfiel, obgleich er doch mit etwas völlig anderem beschäftigt gewesen war. Woher er diese Faszination hatte wusste er nicht. Vielleicht von Fyfa, die er so lange schon nicht mehr gesehen hatte. Auch mit Quinta war er jene nach dem kleinen Streit der anderen Hunde nicht suchen gegangen. Vielleicht wäre es besser gewesen, vielleicht wäre er aber wiederrum bloß enttäuscht worden. Irgendwoher musste das doch kommen, und vielleicht, ja ganz vielleicht mochte sie das Meer ja genau so gern wie er ...
Langsam streckte Cuco seine Läufe nach vorne und stand schließlich auf. Noch etwas wackelig auf den Beinen, immerhin war es noch früh am Morgen. Doch das Licht hatte ihn geweckt, und anscheinend nur ihn. Den Blick vom Meer abgewandt sah er nun auch zu den anderen Hunden, doch keine Regung. Chakka wusste, dass Cuco nichts unanständiges anstellen würde – oder zumindest hoffte der Jungund das – und so lief er etwas den Strand entlang. Die Sonne schien bereits und dennoch war es vergleichsmäßig kühl. Nicht kalt, aber ungewohnt eben. So lief er da, weiter und weiter. Menschen waren noch nicht viele unterwegs, und wenn, dann waren es keine Touristen.

Der Rüde zuckte kurz zusammen, als er ein Knurren vernehmen konnte. Doch zu seinem entsetzten stellte er fest, dass das gar kein anderer Hund, sondern sein Magen gewesen war. Schon Zeit für die erste Mahlzeit des Tages?
Doch nachdem die Hündin Firejay gestorben war, als sie etwas vergiftetes gefressen hatte, war auch Cuco nachdenklich geworden. Er hatte sie gemocht, wenn auch kaum gekannt, und Chakka der Verlust mehr zu schaffen gemacht hatte. Nein, etwas von dem "herumliegenden Zeug" kam für den jungen Rüden nicht mehr in Frage, zumindest nicht in nächster Zeit. Also lief er weiter, den Strand etwas auf und ab, und wechselte schließlich seine Richtung zur Straße hin. Von links nach rechts wanderte sein Blick, in der Hoffnung eines der Häuser ausfindig zu machen, in denen die Menschen am Abend speißten. Bestimmt waren da noch andere Hunde, und das würde Konkurrenz bedeuten, mit der sich Cuco wenn es ging nicht anlegen wollte. Also wechselte er erneut den Weg und lief in die Richtung, in der es einsamer zu werden schien. Na vielleicht hatte ja hier jemand etwas übrig für den kleinen, süßen, hungrigen Kerl ...

{ alleine :: zunächst am Strand, dann in einer Seitengasse }
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Chakka


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mi 28 März 2012, 21:46

Chakka war die gesamte Nacht lang durch die Stadt gelaufen, immer auf der Suche nach irgendetwas, das man gefahrlos fressen konnte. Wie so oft, war er auch diesmal nicht erfolgreich zurückgekehrt. Es gab nichts und die Mülltonnen waren ihm zu riskant, ebenso wie einladend herumliegender Fishc oder gar aufgestellte Futternäpfe. Das Risiko, wie Firejay zu sterben wollte er trotz des Hungers nicht eingehen. Seine Miene verdunkelte sich etwas, als er an die Hündin zurückdachte. Sie war noch so jung gewesen und es hätte jeden anderen treffen können. Sie hatten waren doch nie misstrauisch gewesen, das Futter der Touristen war nicht immer appetitlich, aber doch mit Sicherheit fressbar gewesen. Plötzlich hatte sich dieser grundlegende Umstand, dem sie ihr bisher doch recht angenehmes Leben verdankten, gestrichen. Weg, außer Kraft gesetzt, ungültig. Firejay hatte dafür mit dem Leben bezahlen müssen, dass ihre Freunde nun vorsichtiger waren. Dass der vergiftete Köder kein Einzelfall gewesen war, ließen die Geschichten über weitere tote Hunde in anderen teilen der Stadt vermuten. Die Menschen wollten sie nicht mehr, so war es nun. Doch Chakka würde Puerto nicht verlassen, wenn man ihn nicht aus der Stadt prügelte und jagte. Nochmal konnte er nicht all seine Freunde mitnehmen und heil an einen anderen, sichereren Ort bringen. Das hier mussten sie durchstehen, bis einer nachgab. Und aus Sicht der Hunde sollten das die Menschen sein.

Der Magen des braunen Mischlings knurrte verräterisch laut und brachte ihn dazu, unwillig die Ohren anzulegen. Das Problem war nicht das Geräusch, sondern viel mehr das Gefühl. Als hätte er Steine gefressen, die nun in seinem leeren Magen herumkullerten, ohne dass sie ihn gleichzeitig sättigten. Das ging nun seit einigen Tagen so, er konnte gar nicht sagen wie lange. Das Einzige, was er mit Sicherheit wusste war, dass er lange nicht mehr so intensiv gehungert hatte. Es zermürbte ihn, machte ihn ungeduldig und ließ ihn gereizt reagieren, wenn man ihn ansprach. Sprechen kostete Kraft, die er für die Suche brauchte. Vielleicht fand diese schlechte Laune zumindest heute ein Ende.
Mit sicheren Schritten folgte er dem festen Maschendrahtzaun, der den Park von der anliegenden Bananenplantage trennte. Irgendwo war es hier, es musste noch da sein. Wenn die Menschen das Loch geschlossen hätten, ging seine letzte Hoffnung den Bach runter. Normalerweise hätte er eher positiv gedacht, doch nun begann er sofort, sich die negativen Möglichkeiten auszumalen. Als hätten sich alle Zweibeiner gegen sie verschworen, so würde es passen, wenn das Loch unpassierbar gemacht worden war.

Er hob den Kopf und wurde einen Moment langsamer, dann lief er weiter. Der Geruch von anderen Hunden vermischte sich mit dem nach den unterschiedlichsten Tieren, die ihn da drinnen gleich erwarten würden. Noch eine Kurze, dann müsste es eigentlich zu sehen sein … da war es ja! Sofort hob sich Chakkas Stimmung ein wenig, denn das Loch war so groß wie eh und je. Nur allein würde er wohl nicht sein, was ihn nicht gerade begeisterte. Ein schwarz-weißer Hund schien ebenfalls auf die Idee gekommen zu sein, im Loro Park zu plündern, weil dort garantiert kein giftiges Futter herumliegen würde. Die Gefahr, dass ein Besucher einen solchen Köder in ein Gehege warf und damit einen Gorilla, Seehund, Tiger oder sonst was umbrachte, war den Menschen, die das zu verantworten hatten dann doch zu groß.
Chakka wurde etwas langsamer und näherte sich schließlich ruhig, allerdings mit unversöhnlichem Ausdruck im Gesicht dem anderen Hund. Ein Rüde, größer als er selbst (keine Kunst!) und schwarz-weiß gefleckt, wie er bereits von weitem gesehen hatte. Sein Geruch kam ihm entfernt bekannt vor, aber das war nicht wirklich ungewöhnlich. In der Stadt begegnete man andauernd Duftmarken, Botschaften und Markierungen und sein Gehirn speicherte die wohl alle irgendwo, aber richtig zuordnen konnte er den jetzt nicht. Musste eine ganze Weile her sein, dass er ihn mal gewittert hatte.

„Da drinnen ist kein Platz für Hunde.“, sagte er ohne Begrüßung. Vielleicht wurde er den Futterrivalen ja noch los, ehe er den Park überhaupt betreten konnte.



{ Loch im Zaun, Loro Park :: Foster }

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Do 29 März 2012, 20:42

Nach der wahren Fressorgie – zumindest stand jene zu vermuten, wie der rundliche Bauch des Rüden bewies – hatte sich Jeszyl ein wenig zurückgezogen. Die einzige, nahezu permanente Begleitung war der helle Bully gewesen, den er aber sicher nicht zum bleiben genötigt hatte – vielmehr hatte sich hier nach und nach ein Zweckbündnis ergeben aus dem – niemand hatte eine Glaskugel und konnte das vorhersagen – vielleicht ja mehr würde. Vielleicht aber auch schlicht und ergreifend nicht. Was aus den anderen geworden war, war spätestens dann unwichtig geworden, als der Rüde von Firejays Ableben erfahren hatte. Zwar hatte er die – damals noch Mini- - Hündin schon eine ziemliche Weile nicht mehr gesehen, aber es war ja nicht das jugendliche Alter, das ihn aufhorchen ließ. Auch wenn es natürlich schade war, dass sie nicht länger hatte verweilen dürfen. Nein, es waren auch die Umstände ihres Todes, die ihn ein wenig irritiert zurückließen und ihn nach und nach darüber grübeln ließen, wie viel Vorsicht nun abgebracht war – und wie viel davon letztlich übertrieben war. Jeszyl verstand nicht so recht die aufkommende Panik unter vielen der anderen Hunde, die er zwischendurch auf den Streifzügen traf, wahrscheinlich weil er sich schlicht und ergreifend nicht vorstellen konnte, dass es etwas gab – so von Giftköderseite aus – das ihm gewachsen sein sollte. Natürlich mochte das sehr selbstüberzeugt wirken, aber Jeszyl wäre ja nicht der der er war, wenn er sich davon – zumindest nach aussen hin – nennenswert beeindrucken ließe.

Leider sprudelten aber auch die üblichen Futterquellen nicht so wie gewünscht. Die Restaurantkette der er und Whisky den einen oder anderen Besuch abgestattet hatten, hatte schon nach kurzer Zeit herausgefunden, wer die Lagerbestände – auch wenn es nur Müll sein mochte – da um ein vielfaches dezimierte. So gerade eben war man beim letzten Mal einer Attacke mit dem Totschläger entkommen und irgendwie war danach der Gedanke erst einmal weg, sich möglichst schnell wieder dort blicken zu lassen, denn als Sicherer Lieferant konnte auch dieses Gelände nun nicht mehr dienen. Viel an Quellen blieb da nicht. Die Betteltouren waren ohnehin nichts für den Kangal, dem zum Futter-erbetteln einfach der Niedlichkeitsfaktor fehlte, so linksdatschig-unbeholfen er auch dreinsehen mochte....wenn er einen guten Tag hatte. Aber leider waren „gute Tage“ schon ziemlich lange her und nun, mit gut sechs Jahren, fühlte sich der Rüde zum ersten Mal in seinem Leben richtig alt. Womöglich würde der Zustand nicht anhalten, sondern zeitnah vorübergehen, aber so richtig davon überzeugt war der stattliche Rüde dennoch nicht. Selbst Whisky mochte in dieser Phase jünger wirken als er und der warf immerhin drei Halbjahre mehr in die Waagschale.

Die letzte Nacht hatte der Rüde in seinem Verschlag verbracht, recht weit vom eigenen Revier entfernt, wenn man so wollte. Denn die Nähe des Loro Parque war ja förmlich nötig, wie es schien – jedenfalls wenn man dem Mischling glaubte der den Rüden am gestrigen Tag über den Weg gelaufen war. Die letzten Tage hatten die beiden Rüden nur spärliche Nahrung zwischen die Beisser bekommen, eigentlich nichts was dauerhaft dazu betrug, die Konstitution zu stärken oder gar zu verbessern, eher im Gegenteil: Dadurch dass man übervorsichtiger agieren musste, war man auch wählerischer geworden, allerdings getraute sich der Kangal im Gegensatz zum überwiegenden teil seiner Mithunde wenigstens etwas zu sich zu nehmen. Meistens unter den skeptischen Blicken seines Mithundes, aber das machte ihm dafür weniger etwas aus. So wirkte der Kangal, als er sich nun erhob, zwar nicht mehr ganz so voluminös wie noch zuvor, bot allerdings trotzdem ein durchaus stattliches Bild – besonders dann, wenn man ihn vorher noch nie gesehen hatte und somit nicht wusste, wie viel stattlicher er eigentlich noch aussehen konnte.

„Kommst Du?“

Ein leises bruffen galt dem hellen Fellhaufen, den er einige Meter weiter unter einem umgestürzten Umzugskarton schlafend wähnte – zumindest hatte er Whisky dort das letzte Mal gesehen. Und natürlich konnte es sein, dass der helle Rüde sich schon viel eher auf den Weg gemacht hatte, als es der Beige zu tun beabsichtigte – aber das würde sich ja binnen der nächsten Sekunden und Minuten zeigen, davon war Jeszyl nicht nur überzeugt – das stand sogar für ihn fest! Aber er blieb dennoch dabei, dass sein „treuer neuer Freund“ - alias „treudoofer, alter Bock“ - sich nicht einfach ohne ein Wort des Grußes entfernt hatte, auch wenn der ältere Rüde natürlich niemandem Rechenschaft abzulegen hatte, wohin er seine ältlichen aber noch fitten Pfoten denn nun genau zu bewegen gedachte. Allerdings dauerte das nun doch einige Weile....hrm.

„Ich geh dann schonmal...“

warf er noch in den Raum, ließ seinen Worten auch Taten folgen – aber erstmal nicht die, von denen er gesprochen hatte. Stattdessen senkte er den Vorderkörper, streckte die dazugehörigen Läufe einmal so richtig durch und ließ das Streckprozedere schließlich mit einem leisen aber langgezogenen Seufzer ausklingen. Vielleicht hatte sich ja in der Zwischenzeit etwas getan – ansonsten würde er halt noch ein wenig auf der Stelle wittern und in der Umgebung an der er stand – denn so ganz allein losgehen wollte er dann – welch unüblicher Fakt – auch wieder nicht...


[noch nicht ganz wach, hoffentlich Whisky in der Nähe; feel free to join!]
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Do 29 März 2012, 20:50

Faith kräuselte ihre Schnauze. Eine super Truppe hatte sie da ja gefunden! Sie war voller Hoffnungen gewesen, dass wenigstens Jeszyl sie nach Cruz de Luis brachte. Jedoch schien in seinem Kopf nicht der gleiche Wille zu wüten, wie es bei der Hündin war. Dieser kleine Umweg, von dem der Kangal sprach, stellte sich größer heraus und kostete nicht nur eine ungeheure Zeit, sondern auch die Nerven der Hündin. Die Zeit kam ihr wie Jahre vor, jedoch waren gerade mal zwei Wochen vergangen. Trotzdem eine unglaublich lange Zeit, wenn man bedachte, dass sie bereits bei ihren Menschen sein könnte. Sie vermisste ihr Leben. Umso frustrierter war sie, dass sie dieses Leben – was ihr eigentlich gehörte – nicht in vollen Zügen genießen konnte. Stattdessen durfte sie sich die Pfoten wundlaufen und sich um jeden stinkenden Müllhaufen beißen. Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken runter und mit einer gewissen Abscheu gegenüber diesem Leben, kniff sie ihre Augen zusammen und schüttelte sich. Sie verstand diese Rüden nicht, die nicht nach ihren Herrchen suchten. Es schien ihnen egal zu sein. Sie wollten dieses grauenhafte Leben! Faith konnte sie nicht verstehen. Jedoch hatte die Hündin die Drei nicht darauf angesprochen und würde es wahrscheinlich auch nicht mehr tun. Letztendlich war es auch der Grund gewesen, warum die Hündin sich von den Rüden getrennt hatte. Ob für immer oder nur für einen kurzen Rundgang um auf andere Gedanken zu kommen, wusste selbst sie nicht. Was sie jedoch wusste war, dass sie diese einsamen Stunden brauchte.

Faith war stehen geblieben. Ihre Augen waren geschlossen, ihre Schnauze leicht nach oben gereckt und sie atmete den frischen Duft des Morgens ein. Es tat gut die kühle Brise zu spüren, die um die Hündin herum wehte und mit ihrem Fell leicht spielte. Irgendwo in der Ferne hörte sie eine Möwe kreischen. Hörte das sanfte Rauschen des Meeres. Wie es in gleichmäßigen Abständen über den feuchten Sand wischte, um sich dann langsam wieder zurückzuziehen. – Bloß um neue Kräfte zu schöpfen um erneut nach vorne zu donnern. Blinzelnd öffnete die Hündin ihre saphirblauen Augen. Sie erblickte den schönsten Anblick, denn sie morgens je gesehen hatte. So einen Morgen hatte sie noch nie erlebt. Sie musste sich eingestehen, dass sie es unglaublich fand und wusste, dass wenn sie zuhause war, so etwas wie wieder sehen würde. Dieses Leben bot ihr auch schöne Momente, jedoch war es immer noch nicht ihr Leben. Sie senkte ihren Blick und setzte sich wieder in Bewegung. Grazil lief sie im Rand des Strandes. Es war ruhig. Selten erblickte Faith eine Seele, die bereits früh am Morgen hier herumlief. Deswegen herrschte um sie herum Stille. Nur ihre dumpfen Schritte auf dem Asphalt waren zu hören. Es war bloß ein Sekundenbruchteil, wo ihre saphirblauen Seelenspiegel hochblickten und sich sofort wieder nach unten richteten. Jedoch war ihr bewusst geworden, dass sich da vor ihr gerade etwas bewegt hatte! Schnell hob sie ihren Blick an und blinzelte. Sie erblickte nur noch eine Schwanzspitze, bevor auch diese hinter einer Mauer verschwand. Faith legte ihren Kopf leicht schief. Ohne wirklich nachzudenken lief sie – von der Neugierde gefesselt – auf den Platz von wo sie meinte, die Gestalt sehen zu können. Sie musste bloß hinter die Mauer sehen, um einen ziemlich jungen Hund zu erblicken.

„Nanu?“, fragte Faith ziemlich verwundert. Zwar war dieser Rüde bereits erwachsen genug, um alleine leben zu können und nicht mehr an Mamas Fell zu hängen, trotzdem verwirrte es sie, ihn alleine zu sehen. Ohne seine Menschen. „Bist du ganz alleine hier?“




Cuco | Seitengasse
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Criado


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 31 März 2012, 14:39

Die Schnauze mal am Boden mal im Wind wechselte das dürre Knochengestell die Straßenseiten und bog in immer wieder unerkundete Gassen ein. Die Augen, gleich zwei Haselnüssen, glitten aufmerksam die Hauswände und Zäune ab, nach irgendwelchen markanten Merkmalen suchend. Das einst so glatte und geschmeidige Fell war nun ziemlich zottelig und und glanzlos geworden, auch wenn es immer noch seine wilde, rote Farbe besaß. Trotzdem verbarg es seine abgemagerte Statur nur zu genüge, auch wenn er nun mehr denn je wie ein echter Streuner aussah. Alle Hunde der Stadt hungerten, jedenfalls jene, die herrenlos waren. Die Streuner eben. Trotzdem war der Hunger nicht seine größte Sorge. Er war schon vor etlichen Sonnenumläufen aufgebrochen um endlich das zu tun, was er eigentlich schon gleich bei ihrer Ankunft in Puerto hätte tun müssen : Seine Herren suchen. Genauer gesagt suchte er im Moment eher den Weg zu seinen Herren. Natürlich hatte er gewusst, dass es Durchhaltevermögen und Geduld brauchte um Erfolgreich zu sein. Trotzdem war er zur Zeit ziemlich enttäuscht, immer noch nicht jene Landstraße gefunden zu haben, die er vor so vielen Mondabnahmen einmal eingeschlagen hatte. Damals hatte er den Weg zurück am nächsten Tag doch auch gefunden! Wieso schaffte er es jetzt denn bitteschön nicht? Er war lange durch das Labyrinth der Stadtstraßen und Gassen gelaufen, hatte nach Dingen Aussicht gehalten, die ihn an den Weg von damals erinnern könnten. Nichts, nada. Er hatte sich, als er aufbrach, zwar von allen verabschiedet, trotzdem war er zwischendurch immer wieder mal zu ihnen zurückgestoßen, auch wenn nur für sehr kurze Zeit und meistens ausversehen. Natürlich hatte er über die Sache mit Firejay und dem Gift Wind bekommen und es hatte ihn ernsthaft getroffen, über den Tod der selbstbewussten Fähe zu erfahren. Auch wenn sie sich nicht immer bestens verstanden haben, war es doch ein schwerer Schlag für sie alle gewesen. Wahrscheinlich schwere für Chakka oder Noyn, da sie sie anscheinend schon länger kannten. Und so hungerte nun die ganze Stadt. Während andere ihre Zeit darauf begrenzten, nach Futter zu suchen, war es Criado ziemlich egal, dass sein Magen ihn schwächte und quälte. Na gut, egal war es ihm nicht, doch die oberste Priorität war für den Harzer Fuchs immer noch das Finden seiner Herren. Er konnte gar nicht mehr an etwas anderes Denken. Er hatte sich zwar schwer zurückhalten müssen, nichts von dem rumliegenden Abfall und den Überresten zu schmausen, doch hatte er bereits seit Tagen nichts in seinen Magen bekommen außer Wasser. Um überhaupt irgendetwas zu bekommen kaute er gezwungernermaßen auf Holz oder Gras herum, vielleicht auch auf einem Plastikteil.

Ein einsamer Wagen ratterte neben ihm vorüber und wirbelte den Staub der Straße auf. Es war keine sonderlich prunkvolle Promenade, die er entlangtrottete. Hier lebten die Menschen, denen es schlechter ging. Trotzdem wusste er, dass irgendwo in der Richtung der Zoo war. Besser gesagt, der Loro Park, wie man ihn hier in der Gegend auch nannte. Bei den Hunden der Stadt hatte er sich in regelmäßigen Abständen auch erkundet, ob sie den Weg nach Longueras wüssten. Meistens haben sie sein nähern sehr skeptisch beobachtet oder es überhaupt nicht geduldet. Jene, die sich zu einer Antwort herabließen, hatten keine Ahnung gehabt, wo lang man gehen musste. Irgendwie ein bisschen deprimierend, aber Criado würde schon nicht aufgeben. Wenn er es damals geschafft hatte, würde er es auch jetzt schaffen. Mit leicht pendelnder Rute blieb er stehen, als eine Frau mittleren Alters aus dem alten Wagen stieg, der quietschend am Straßenrand stehen geblieben war. Unterwürfig näherte sich der Rüde, doch die Frau hatte nur einen kurzen, abweisenden Blick für ihn übrig, bevor sie mit schnellen Schritten im Inneren eines Torbogens verschwunden war. Abgelenkt und nicht sonderlich enttäuscht schnüffelte der Rote erst an dem Wagen und dann an dem Haus, erledigte dabei die nötigen Markierungen. Ein naiver und gesprächiger Jungspund hatte ihm vor ein paar Stunden erzählt, in dem Loro Park könnte man mit ein wenig Geschick etwas zu Fressen besorgen. Dummer kleiner Köter, aber Criado war ihm trotzdem dankbar. Er hatte ihm noch schnell aus seinem Pflichbewusstsein heraus erklärt, dass er es in Zukunft lieber lassen sollte, solche wertvollen Informationen mit anderen zu teilen, auch wenn er ihm alles erzählen durfte, falls sie sich noch mal trafen. Ein netter Bursche, der es selbst im Zoo versucht hatte. Leider hatte er es scheinbar nicht geschafft, denn er hatte stolz die Schlagspuren zur Schau gestellt, mit denen er aus dem Park geprügelt wurde. Aber da der Harzer Fuchs sich für besser als irgendein unerfahrener Jüngling hielt, hatte er sich doch in Richtung des Parkes begeben, den er vorher eher gemieden hatte. Schließlich musste er irgnedetwas in den Magen und auf die Rippen bekommen, falls er die anstrengende Reise zu seinem Heimatdorf schaffen wollte.


{ Nähe Loro Park eine herabgekommene Seitenstraße | in der Nähe von Ceniar }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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Ceniar


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mo 02 Apr 2012, 12:25

Erster Punkt der Tagesordnung: Du darfst keinen Müll fressen. Papa und Mama hatten es ihm immer und immer wieder eingeschärft, bis es dem jungen Rüden schon zu den Ohren wieder rausgekommen war. Er wusste ja, was passieren konnte, wenn man es nicht tat. Ceniar hatte mitbekommen, was mit Tante Firejay passiert war und der Bunte war gleichsam bestürzt wie auch furchtbar traurig gewesen. Er hatte sogar darüber nachgedacht, wenn er das Brötchen lieber Firejay gegeben hätte, als es Quinta zu schenken, wäre sie satt gewesen und hätte das komische Dingsi nicht fressen müssen und wäre jetzt vermutlich noch am Leben. Nein, der Welpe machte sich keine Vorwürfe, dennoch waren seine Gedanken zu jenen Tagen weit verzweigt und immerzu auf Abwegen.
auf solchen Wegen, die ihn sogar von Mama und Papa und Onkel Chakka und dem Rest wegtrugen. Ja, der Kleine war ausgebüchst und schlich nun in geduckter Haltung, die Schnauze am Boden durch die karge Promenade, die sich vor ihm auftat. In den letzten Wochen war er, trotz futtermangel, dennoch einige Zentimeter gewachsen, sein Pelz war etwas länger geworden und die gesamten Proportionen sagen ein wenig ausgewogener aus, wenngleich noch immer welpenhaft. Dennoch tat die geringe Ernährung dem Jungspund nicht gut. Er wurde zunehmend kauzig und quengelig und die meiste Zeit war er schrecklich müde und hungrig. Er wusste das Papa nicht einfach jedes Futter mit nach Hause bringen konnte und doch machte er Noyn unterbewusst Vorwürfe und ging jetzt sogar so weit, seine kleine Meute zu verlassen und eben auf eigene Pfote loszuziehen um zumindest ein wenig in den Magen zu bekommen. Papa hatte ihm gezeigt wie man bettelte und Ceniar war in jenem Notstand, genau jene Techniken auch jetzt wieder anzuwenden. Das einzige Probleme, die Menschen, die er versuchte mit großen Augen anzublicken und mit lauten Fiepen auf sich aufmerksam zu machen, reagierten fast gar nicht und rannten ihn meist auch noch beinahe über den Haufen.

Nach kurzer Zeit bereits war der Bunte vollkommen erschöpft. Die Zunge hing ihm quer aus dem Maul und er ließ sich zitternd und erschöpft (hätte er natürlich nie jemandem gesagt) in eine kleine Nische zwischen zwei Ständen nieder. Auch dort hatte er es versucht, doch die Besitzer hatten keinen Blick für einen zwergenhaften Streuner wie ihn gehabt. Sowieso wimmelte es hier nur so von herrenlosen Hunden, die mit Sicherheit nur das einige vor Augen hatten. Futter. Geknickt ließ der Zwerg seinen Kopf auf die Pfoten senken, in dem Gedanken nur mal kurz die Augen zu schließen und dann sofort wieder... halt mal, was war das für ein Geruch? Die feinen Knickohren richteten sich auf und drehten sich nach vorn, während der Welpe gleichzeitig den Kopf hob und mit dem Blick der bekannten Note folgte. Das war doch, das war ja. Mit einem Jubelschrei war Ceniar auf den Pfoten und sprang zu dem roten Hund herüber, der da gerade über den Gehweg marschiert war.

“Onkel Criado!”

Bellte er freudig und begrüßte den Bekannten glücklich. Erst dann kam ihm der Gedanke, dass er ja eigentlich so gar nicht hier sein sollte und so wie er den Harzer Fuchs kannte, würde der bestimmt bei Papa petzen gehen. Beschämt winkelte der Kleine die Ohren an und lehnte den Kopf leicht schräg um den Pelzträger davon abzuhalten, böse auf ihn zu sein.

“Ich hab hunger.“

Jammerte er schließlich auch noch, als wäre damit alles gesagt und erklärt, warum er hier und nicht sicher daheim beim Mama und Papa war. Hoffentlich war das für den Rötlichen auch so klar, wie für den Welpen selbst. Ceniar zumindest schien damit vollkommen zufrieden zu sein und tänzelte in einem großen Bogen um seinen Freund herum.


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Jetzt und hier und überall
Wenn der Niederlagenfrust an dir knabbert und nagt, und sich Nimmersatt in dein Selbvertrauen frisst, dannhör mir zu, damit ich dir helfen kann, lass es zu, sei so frei, nimm es anIch bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mo 02 Apr 2012, 16:22

Es war recht frisch, irgendwie noch früh am Morgen. Die Sonne ging grade mal auf, schickte einige wärmende Strahlen in Richtung Erde. Namya stand am Meer, der Blick auf die sachten Wellen gerichtet, die ab und an gegen ihre Pfoten plätscherten. Sie genoss dieses Gefühl, sie genoss es sich frei zu fühlen. Der Wind zerzauste ihr Fell sanft, bließ durch ihren cremefarbenen Pelz. Der Tag wurde schön, der Tag wurde verdammt anstrengend, das wusste sie jetzt schon. Sie spürte mit jedem Tag mehr, wie ihr Hunger wuchs, sich steigerte. Manchmal schien er unermesslich groß zu sein. Beinahe unheimlich stark zu sein! Der Sand unter ihren Pfoten war kühl und nass, ihr Fell zerzaust und die Augen leicht trübe. Es gab fast nichts mehr zu essen, doch darunter litten alle, nicht nur sie. Schön wäre es gewesen, wenn niemand außer ihr hätte leiden müssen. Es wäre nahezu fabelhaft gewesem! In Gedanken war sie bei Blace und dem kleinen Kalle. Was tat er ohne sie, wie ging es ihm? Mama, hatte er sie genannt!
Freiheit. Was war das? Meer im Fell, Meer vor den Augen, Meer unter den Pfoten. Vögel kreischten. Normalerweise hatte Namya nichts gegen den lauten Ruf der Tiere, doch heute klangen sie beinahe agressiv und wütend. Sie klangen irgendwie schadenfroh. Gerne hätte die junge Hündin deutlich länger hier gestanden. Minute um Minute, Stunde um Stunde. Das Gefühl genießen, am Leben zu sein. Was auch sonst? Das Gefühl, zu lieben. Warum war sie damals fortgegangen? Sie wusste es nicht mehr. Abgehauen mit dem Wunsch, ihren Vater zu finden? Vergessen war dieser Traum, denn nun ging es nicht mehr darum, Träume zu jagen, sondern darum, zu leben und wenigstens ab und an was zu fressen. Man sah ihr an, dass sie wenig zwischen die Zähne bekam, doch man sah auch, das ihr Wille stärker war, als alles andere. Die Knochen traten unter dem dichten Fell deutlich hervor, ihre Schulterblätter und Rippen zeichneten sich ab. Ihr Fell und die Augen hatten ihren gesunden Glanz verloren, dennoch blickte sie in die Welt, sah ihrer Zukunft entgegen, ganz egal wo sie auch liegen mochte.
Als der Bauch der zierlichen Hündin laut romorte und grummelte und ihr Magen sich grausam zusammen zog, wandte sie sich ab vom Meer, kniff die Augen für einige Augenblicke zusammen.
Ihr war schlecht vor Hunger, sie fühlte sich elend. Gerne hätte sie jetzt ein wenig gefressen, doch das war nicht möglich. Es gab fast nichts mehr und wenn man doch etwas fand, konnte man sich nie sicher sein, ob es nicht vergiftet war. Man konnte auch versuchen in den Wildpark zu gelangen, doch das war sehr riskant und gefährlich. Was die Menschen mit den Dieben machten, wusste Namya nicht, vielleicht wollte sie es auch nicht wissen. Zweibeiner waren irgendwie unheimlich. Viel zu laut und viel zu unfreundlich. Schlecht gelaunt, dumm, fast blind und schwerhörig. Sie waren viel zu laut mit ihren Worten, mit dem was sie Musik nannten..
Unwissend wo sie überhaupt hinlief, wo ihre Pfoten sie hintrugen, sah sie sich um. Sie war immer noch am Strand, spürte immer noch den Sand unter ihren Pfotenballen. Vor sich sah sie jetzt allerdings nicht mehr das trübe blau grau des Meeres, sondern den braunen und rauen Stamm einer Palme. Ganz in der Nähe entdeckte sie einen Rüden. Älter und größer als sie, aber von der gleichen Rasse. Zumindest glaubte sie das. Kleiner als ihr Papa, hatte ihre Mama immer gesagt. Kleiner als er und dennoch wichtiger und presenter. Zumindest für ihre Mama. Für ihre Geschwister auch. Soweit sie wusste zumindest. Sie hoffte es, hielt an dem Gedanken fest.

”Darf ich mich zu dir legen?”

Die Frage kam unvermittelt und irgendwie mutiger als sie war und sich fühlte. Unsicherheit stand in ihren Augen, als sie den Rüden kurz musterte und den Blick dann scheu anwandte. Sie blinzelte kurz, konnte schon spüren wie die Sonne auf ihrem Fell kitzelte. Zumindest in ihren Gedanken.
Der Fremde schien ebenfalls recht dünn zu sein. Ob er sich trauen würde? Vielleicht konnten sie ja zusammen..? Namya verwarf den Gedanken, bevor er zu Ende gedacht warm absurd. Sie konnte ihm nicht vertrauen, sie kannte ihn nicht. Sie schüttelte den Kopf, ehe sie ihn müde hängen ließ.



» Bei Noyn am Strand - entschuldigt die nicht vorhandene Länge und eventuelle Rechtschreibfehler, ich bin nur mit meinem Handy online..
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mo 02 Apr 2012, 16:36

~*~O varium fortune lubricum
Dans dubium tribunal iudicum,
Non modicum paras huic premium,
Quem colere tua vult gratia.~*~

Genüsslich räkelte sich der junge Hund und schmatzte erst einmal in aller Ruhe. Die Ohren zuckten leicht und die Augen machten noch Anstalten sich zu öffnen. So plötzlich wie die Bewegung in den ruhigen Leib hinein kamen, endeten sie auch wieder und der Körper lag in aller Ruhe auf der Seite im Sand. Alle Viere lagen vom Hund entfernt. Mal lang und gerade, dann wieder eingebogen und zu sich gezogen. Auch die lange, leicht gebogene eher mitteldicke Rute lag zufrieden und ruhig in dem in der Nacht abgekühlten kleinen Steinchen. Sandkörner waren doch nichts anderes als Steinchen oder?
Die Sonne am östlichem Horizont machte sich auf dem Weg, erhob sich in die Höhen und immer mehr der violetten und leicht rötlichen Strahlen glitten über das riesige Wasser und erreicht Stück für Stück den Strand. Langsam kriechten sie näher, wagten sich vorsichtig bis zu dem Rüden und griffen nach ihm. Sie kitztelten leicht an der Nase, ärgerten die Augenlider und der Hund schnaufte leise. Was für eine Schweinerei. Wieder die Sonne die ihn raus holte und er sollte auch noch wach werden.
Das Kitzeln in der Nase wurde immer stärker und schlussendlich gab er dem Verlangem des Körpers nach und nieste einmal. Der Nieser durchzuckte den ganzen Körper und mit dem nächstem Schniefer wuden die Augen geöffnet, das Fell auf dem Nasenrücken kraus gezogen. Noch etwas müde, öffnete Stiffs endlich die Augen und blinzelte der Sonne entgegen.

Wow, was für ein Farbenspiel.., dachte er bei sich. Er war schon zwei Wochen hier bei der Gruppe. Er ist geblieben und hatte versucht sich zu integrieren aber auch immer die Distanz zu halten. Es war ihm nicht so leicht gefallen, doch er sah den Zweck nicht weiter zu ziehen und seinen Bruder und Freund jetzt noch zu suchen. Er hatte die zeit gebraucht um sich zu erholen und nun fehlte das Essen für die Kräfte.
Der Pessimismus ergriff ihn und wehmütig dachte er an die Heimat zurück. Er wäre morgens wach geworden, oder geweckt worden. Hätte die dummen Schafe gehütet aber dafür das Futter vor die Nase gesetzt bekommen. Und wie war es hier? Hier hatte er nichts zum hüten und musste das Futter selber suchen und finden. Doch all zu geschickt stellte sich der Junge noch nicht dabei an. Er brauchte etwas Hilfe und kam oft ohne etwas wieder. Wenn das so weiter gehen würde, würde er einfach eine Mülltonne umwerfen und aus der was leckeres kauen. Das war ja so schlecht hier – abgesehen von dieser tollen Freiheit und der fehlenden Dummheit der bölkenden Schafe.

Stiffler gähnte erst einmal ausgiebig diese Gedanken weg. Er riss das Maul so weit auf wie er konnte und zeigte seine relativ stattliche Anzahl an Zähnchen. Die Zunge wurde ebenfalls hinaus gestreckt als wolle er sagen: Im Grunde ist mir das doch alles scheiß egal.
Dann warf der Hütehund sich herum und sprang auf die Beine. Er reckte den schicken Hintern in die Höhe und drückte den Kopf samt Schultern in den Boden. Die Rute schwang begeistert bei dieser leichten Dehnübung von rechts nach links. Das sah doch gleich viel besser aus und tat um einiges guter. Stiffs fühlte sich gleich viel wohler und um eingies entspannter. Aber auch zugleich energiegeladener. Desto weiter die Sonne voran Schritt und sich ihren Weg bahnte, desto mehr Bewegungsfreude und Aktivität breitete sich in ihm aus.

“Guten Morgen, wundervolle und angebetete Sonne. Es freut mich dich auch heute wieder begrüßen zu dürfen!“, kläffte er ihr entgegen und schenkte dem Himmelsgeschöpf ein kleines Lächeln, bevor die verschiedenfarbenen Seelenspiegel den Blick über das Meer und anschließend über das Territorium der Gruppe schweifen ließ.
Stiffs Blick blieb an Flake hängen. Dem etwas älteren und sehr ruhigen Rüden – war er wirklich so ruhig? Hm, er hatte auf jeden Fall mehr Geduld als er selbst. Und bevor er den Unmut aller auf sich zog, beschloss Stiffs sich Flakes anzunehmen.
Mit stolzen Pfotenschritten, hoch erhobenem Kopf und der fröhlich umher schwenkenden Rute bewegte er sich auf den weißen zu und musterte wie er dort so lag. In den Augen leuchtete der Schalk auf, die Lebensfreude und der pure Optimismus. Er war keinen Schritt mehr von Flake entfernt, als er auf diesen drauf Sprang und etwas lauter meinte: “He Vätterchen, der Tag ist angebrochen!“
Stiffs hatte sich mit den Vorderpfoten über den weißen geschmissen und drehte nun den Kopf zu dem von Flake. Die Augen blickten ihn direkt an und die Rute schwang grotesk wirkend durch die Luft. “Steh auf, Vätterchen. Wir sollten schnell sein wenn wir etwas brauchbares finden wollen. Der frühe Vogel fängt den Wurm und der schnellere Hund bekommt den Vogel.“
Der Kopf wippte im Takt auf und ab und die Ohren folgten. Wenn Stiffs es schaffen könnte dieses bizarre Auftreten noch zu steigern, dann würde er sicher als Straßenclown das Futter verdienen können.


[STIFFS && FLAKE | im Territorium dingsbums | Stiffs weckt Flake]
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mo 02 Apr 2012, 23:46

Firejays unerwarteter Tod hatte sie alle mitgenommen, doch zu der Trauer um die junge Hündin kam nun zu allem Überfluss noch der nagende Hunger dazu. Hunger. Nichts konnte man mehr fressen, ohne um sein Leben fürchten zu müssen und, was für Quinta wesentlich schlimmer war, um das Leben ihrer Lieben. Das wenige Fressbare, das sie fanden, konnte sie nicht ohne schlechtes Gewissen verzehren – da verzichtete sie lieber weitgehend und überließ die wenigen Happen Cuco und vor allem Ceniar, die noch wachsen mussten. Überhaupt, sie brauchte ja nicht viel, viel wichtiger war es, den Nachwuchs und die Jäger und Sammler wie Noyn halbwegs fit zu halten, die ihnen noch Futter beschaffen konnten.
Während die Anderen somit notgedrungen aktiver wurden und sich auf Futtersuche begaben, magerte sie zusehends ab und wurde immer kraftloser und träger. Sie fühlte sich hungrig, elend und vor allem nutzlos, aber das einzige, was sie tun konnte, war so wenig wie möglich zu fressen, damit die Anderen mehr hatten. Wenn diese Hungersnot noch lange anhielt, würde sie zweifellos zu den ersten Opfern gehören, und doch fühlte sie sich in ihrer Ohnmacht vollkommen hilflos. Man munkelte zwar, dass es irgendwo im Park Futter im Überfluss gab, doch nur die mutigsten Hunde wagten sich überhaupt dorthin. Undenkbar, dass sie selbst es versuchte – vermutlich würde sie es nicht einmal bis dorthin schaffen. So begnügte sie sich meist damit, auf Ceniar aufzupassen, während der Rest auf Achse war.

Heute war sie jedoch selbst unterwegs, noch dazu in eiligem Tempo und sichtlich verzweifelt. Ceniar! Wo steckte er nur? Sie musste wohl eingenickt sein, denn das Letzte, an das sie sich erinnerte, war das Gefühl des warmen, kleinen Körpers an ihrer Seite. Und nun war er fort und sie konnte ihn nicht finden! Was, wenn ihm etwas zugestoßen war? Wenn er nicht mehr zurückfand und verhungerte? Wenn er etwas Giftiges fraß? Eine Schreckvorstellung jagte die nächste. Was Noyn wohl sagen würde, wenn er erfuhr, dass sie sein Söhnchen verloren hatte? Sie schluckte und zwang ihren ausgemergelten Körper, noch einen Zahn zuzulegen.
Mit der Zeit war es ihr immer schwerer gefallen, Ceniars Spur zu folgen. Die beste Fährtenleserin war sie ohnehin noch nie gewesen, aber nun, da sie seit Tagen hungerte, konnte sie sich kaum noch auf die simpelsten Tätigkeiten konzentrieren. Schon bald irrte sie eher ziellos durch die Gegend, als dass man noch von einer Suche sprechen konnte.
Gerade als sie glaubte, der Tag könne nicht mehr schrecklicher werden, zeigte sich schließlich doch noch ein winziger Hoffnungsschimmer, und zwar in Form von Nando. Dass er das Rudel im Streit verlassen hatte, spielte keine Rolle – sie hätte sich nun über jedes bekannte Gesicht gefreut, außerdem glaubte sie fest daran, dass er ihr helfen würde.

“Nando, warte!“, rief sie hastig, während sie auf ihn zu eilte.

Wahrscheinlich war er auf Futtersuche und hatte überhaupt keine Zeit für Suchaktionen, aber er kannte sie, er kannte Ceniar und sie hoffte, dass das genug war. Schließlich war das kein x-beliebiger Köter, den sie da gefunden hatte – es war Nando, der selbe Hund, der damals todesmutig gemeinsam mit Sean die Vorhut gebildet und ihnen somit die Flucht ermöglicht hatte.

“Hast du Ceniar gesehen?“

Keuchend blieb sie vor ihm stehen und die dürren Flanken hoben und senkten sich im Takt ihrer Atemzüge, während sie ihn in ängstlicher Erwartung fixierte.


[Nando | irgendwo in der Stadt]

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mi 04 Apr 2012, 00:05

„Eeeey, dieses Lied geht an alle Ladies, die's so gibt. Wir schicken Grüße raus, an jede süße Maus! An alle Chicas, und süße Señoritas ♥“

Mal wieder Gesangsmoment im Hause perrogato. Mit dieser melodischen Melodie – haha – auf den Lippen und einem fröhlichen Gang drauf tänzelte Sparky schwungvoll die die Straßen dieser Stadt. Den orangenen Kater, äh, pardon, Hund, konnte man zwar in den meisten Fällen nicht wirklich ernst nehmen, aber musikalisch schien er irgendwie zu sein. Jedenfalls hatten sich seine „Gesangskünste“ schon beachtlich gebessert, wie er fand. Die Menschen schrien ihn zwar immer noch an, wenn er in deren Nähe seine Talente zeigte, aber dass diese nackten Affen keinen Plan von Kunst haben, dass wusste der Rötliche ja eh schon. Seine Meinung nach lag ihm die Musik im Blut, jawohl ja. Böse Zungen könnten diesem ja auch sofort zustimmen, hm? Katzen brauchen furchtbar viel Musik... na? Naaa?

Die Promenade, durch die er recht auffällig schritt, war in diesen frühen Morgenstunden noch nicht wirklich aufgesucht. Die Läden machten gerade erst auf und die Touristen hatten schlicht weg keinen Bock, sich jetzt schon blicken zu lassen. Wahrscheinlich waren die eh noch am Rausch ausschlafen, jedenfalls viele von denen. Von daher nutzte Sparky diese ruhige Zeit, nach Essensresten zu gucken. Schon seit Tagen hatte er nicht mehr wirklich anständig gegessen. Sein Magen war so was von leer, das war ja schon nicht mehr feierlich. Dies war auch der Grund gewesen, warum er das Revier von dem dicken Jes verlassen hatte – hungääääär. Die anderen, vor allen Dingen Fyfa, hatten ihn öfters gewarnt: Nein, nicht irgendwelches Futter fressen, dass ist vergiftet, blah, blah, blah. Sowieso, irgendwie jedes Tier schiss sich im Moment gerade voll ein wegen irgendwelchen Giften. Pffff. Jetzt hatte Sparks die Schnauze voll; er hatte hungaaaaar. Für ihn war es wahrscheinlicher an einem Hungertod zu verrecken, als an irgendwelche Giftstoffe – pfff, die sollten sich mal nicht so anstellen. Sparky sang einfach sein Lied weiter.

„So manch eine Frau hat 'ne Brauart, die powert, so manch eine Braut hat 'ne Bauart, wo ick "Wow" sag'! Ick kann nur noch stau'n, kann nur noch schau'n, kiek'n, ob ick bleibe oda abhau'n.“

So wie es aussah hatte der gute Hundekater eigentlich gar keinen Grund, so furchtbar gute Laune zu haben. Nicht nur, dass seine chica de rojo erst vor zwei Wochen sich aus dem Staub gemacht hatte, jetzt auch noch diese Giftgerüchte... außerdem hatte er in den letzten Tagen echt stark abgenommen. Sonst sah er immer recht gesund aus, wusste immer, wo es etwas zu essen gab. Aber jetzt war er mehr Haut und Knochen. Aber na ja, was sollte man machen? Er war nun mal Sparky. Zu lange Trübsal blasen, nee nee, das is nicht sein Ding. Oder gerade weil es ihm im Moment nicht gerade rosig ging, gerade aus diesem Grund versuchte er diese Trauer, diese Deprimiertheit zu verstecken. Ja ja, der Sparks. Er hatte jetzt genug davon, hier darfst du nichts essen, dort darfst du nichts essen, blah blah blah, alles Bullshit! Früher hatten seine Futter-hol Methoden immer super geklappt – warum sollte es jetzt anders sein? Gift, haha, dann gab es ja nur zwei Optionen; verhungern oder eben vergiftet werden.

Nach einer Weile bog Sparky in einen Weg ab, der in den Hinterhof einer Bude führte. Hinterhöfe waren normalerweise begehrte Fressplätze, von daher hatte der katerliche Hund sonst immer dort etwas abzukriegen, wenn alle anderen, größeren Hunde dort wüteten. Außerdem wurden von dem Krach schnell die Restaurantmitarbeiter her gelockt. Doch dieses Mal war Sparky der einzige dort. Nur ein paar Vögel versuchten dort ein wenig etwas ab zu bekommen. Er hatte freie Auswahl, denn anscheinend traute sich sonst niemand von hier noch etwas zu nehmen. Sein Glück! Mit einem triumphierend Lächeln wackelte das Katertier gen Richtung Mülltonnen. Er musste sich nicht die Mühe machen, eine umzuwerfen, eine hat schon Bekanntschaft mit dem Boden gemacht. Und unter ein paar Pappresten, da lag er; ein wunderschöner, nur leicht angegammelter Schinken. Schiiiiinken!! Sparks lief das Wasser im Munde zusammen – und bevor daraus eine Flut werden konnte, krallte er sich diese wunderschöne Fleischtrophäe und spazierte wieder aus dem Hinterhof. Da sah man mal, was die ganzen anderen Hunde verpassten, nur, weil sie so über-vorsichtig waren. Pff!

Der Abessinier hatte sich schnell mit seiner Beute verzogen; aus dem Hinterhof, über den Asphalt, ein paar Fußgängerwege überqueren, ein Sprung über eine flache Mauer und schon hatte er es sich unter einer grün-lackierten Parkbank bequem gemacht. Mhhhh, nom nom nom – das Festmahl konnte beginnen! Und alles seins – muhahahaha!


[ Noch alleine | Promenade / irgendwo in der Stadt ]

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This peppermint winter is so sugar sweet I don't need to taste to believe
What's December without Christmas Eve?


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mi 04 Apr 2012, 19:46

Der Hunger zerrte wie ein wildes Tier an ihrem Innersten. Etwas was sie nicht unbedingt freundlicher und umgänglicher machte. Die Hündin war ohnehin schon kein Quell der Freude, ein brummender Magen vermochte dies nicht zu ändern. Die Gerüchte hatten selbstverständlich auch die wachsamen Ohren der Hünin erreicht und zwar klug genug diese auch für wahr zu nehmen. Vergiftetes Futter? Ihre Mutter hatte sie einst davor gewarnt. Man konnte der alten Hündin eine Menge vorwerfen, doch war sie mit allen Wassern gewaschen und wusste über genug Dinge Bescheid um ein Rudel am Leben zu erhalten.
Doch brachte einem alles Wissen nichts, wenn man gesundes Futter nicht von schlechten unterscheiden konnte. Selbst brauchbare Futterquellen waren rar gesät und stark umkämpft. Dabei sprach ihre Körperkraft für sie. Sie hatte sich häufig genug durchsetzen können um einige Bissen für sich zu ergattern. Dabei war ihre Größe gleichzeitig ihr Nachteil. Sie brauchte einfach mehr ein paar Bissen um wirklich satt zu sein, obendrein fühlte sie sich auch noch für die kleine Baja verantwortlich. Die paar Happen die hatte ergattern können, wurden also kameradschaftlich geteilt.

Das war ungefähr eine Woche lang gut gegangen. Den Menschen das Futter abzuluchsen kam nicht mehr in frage und die Nase in die Müllereimer stecken? Dem Braten traute sie auch nicht mehr. Bliebe nur noch die Jagd auf Ratten und Möwen. Verglich man allerdings den Aufwand und den Ertrag, wurde schnell klar, dass sich die Jagd auf ein paar Knochen mit Haut drum herum kaum lohnte.
So hatte sie sich also immer öfter rar gemacht. Aus mehreren Gründen. Zum einen wollte sie ein wenig gönnerhafter Instinkt davon abhalten weitere Nahrung zu teilen, zum anderen war ihre Laune mittlerweile derart schlecht, dass sie nach allem schnappte das sie länger ansah als einen Schnüffler. Sie hatte also Raum gebraucht und hatte sich diesen genommen. Sie wusste, dass Baja zusammen mit Ju in Sicherheit war und das genügte ihr.
Dass es einige verzweifelte Seelen versuchten in den Tierpark einzubrechen kam ihr absolut wahnsinnig vor. Aber Verzweiflung rief manchmal Wahnsinn auf den Plan. Noch war sie weit davon entfernt solch waghalsige Schritte zu gehen, die Frage war nur für wie lange noch.
Noch vor Morgengrauen hatte sie sich aufgemacht um der Futtersuche eine neue Chance einzuräumen, irgendwo musste es etwas geben! Sie war nie besonders optimistisch gewesen, klammerte sich nun aber an die Hoffnung irgendwo Frühstück zu finden. Den Kopf hielt sie tief gesenkt und witterte, lauschte. Da war nichts ... außer dem dem Schnarchen von einem, nein zwei Hunden. Neugierig schlich sich die Helle an eine Hausecke heran und spähte herum. Da war einer, ein großer und vermutlich noch einer, aus ihrer Position heraus konnte sie dies nicht erkennen, es roch zumindest nach zweien. Unzufrieden sah sie in jene Richtung in die sie hätte weitergehen wollen, sah dort allerdings dasselbe Bild wie schon zwei Straßen zuvor. Also bog sie in die Gasse mit den beiden alten Rüden ab und gab sich vorsichtig, allerdings nicht duckmäuserisch. Sie wollte hier nur lang und keinen Ärger.

„Nimm den Weg nicht für dich alleine ein“, raunzte sie den Großen weit weniger freundlich als erwartet an und wollte sich an ihm vorbeischieben.


[Alleine unterwegs | bemerkt Jeszyl und Whisky, geht in deren Richtung]
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Do 05 Apr 2012, 01:06

    Über Fires Tod hatte der junge Wolfhund nur am Rande etwas mitbekommen, irgendwas über schlechtes Futter und das sie nun vorsichtiger sein mussten. Was es genau damit auf sich hatte, vermochte der Rüde nicht zu sagen, in letzter Zeit mied er den Kontakt zu Artgenossen sowieso.
    So trottete er langsam durch die Stadt auf der Suche nach einer Mülltonne die noch nicht geplündert worden war aber derzeit waren seine Funde nicht sonderlich sättigend gewesen. Und dann hatte er sich vorhin auch noch von einer wütenden Katze eine gefangen... die derzeit trockene Nase schmerzte nach wie vor.
    Wo war eigentlich Carmello abgeblieben? Einen freundlicheren Vertreter der Stubentiger zu treffen wäre auch mal wieder ganz angenehm, es war nämlich nicht selbstverständlich das die Biester einem nicht die Augen auskratzten, wie er hatte feststellen können. Und bei der Schnelligkeit und Wendigkeit brachte ihm seine grösse auch nicht sonderlich viel...
    Er hatte gehört das beim Loro Parque viel Futter sein sollte, aber bis er dort wäre würden Stunden vergehen in welchen er nur umher irren würde, nicht zuletzt da er den genauen Standpunkt gar nicht kannte.
    Vielleicht konnte er irgendwo etwas stehlen? Das Betteln fiel bei seiner imposanten Erscheinung - auch wenn er durch den Futtermangel nicht mehr ganz so imposant wirkte - nämlich nicht so einfach wie damals, als er ein kleiner, tapsiger Welpe gewesen war.
    Ein leises schnaufen entkam dem Grau-Braunen ehe eine vertraute Stimme an sein Ohr drang "Nando, warte!" Aus Reflex heraus blieb er stehen und wand sich zu der Geräuschquelle um. Quinta! Die Rute die bislang gekringelt über seinem Rücken geruht hatte senkte sich leicht und pendelte gleichmässig hin und her während die Ohren sich freudig nach vorne richteten.
    Die Galga fragte sogleich nach ihrem Sprössling. Hm.. Ceniar? Nein, wenn er so recht darüber nachdachte konnte er sich nicht erinnern das er den Kleinen irgendwo gesehen hätte.

    "Hallo Quinta. Tut mir Leid dich enttäuschen zu müssen, aber ich hab den Kleinen nicht gesehen."

    Die braunen Augen huschten über den ausgemärgelten Körper der Galgohündin. Sie war nicht die erste Vertreterin ihrer Rasse und er wusste auch, dass Quintas Verwandte allgemein nicht sonderlich stemmig waren. Aber sie sah ja aus wie kurz vor dem Hungerstod!

    "Aber sag mal, was ist dir denn passiert? Sorgen sich die anderen gar nicht um dich? Du musst doch einen Welpen grossziehen!"

    Empörte er sich sogleich. Dieser Noyn, war er nicht der Vater ihres Welpens? Pah, anscheinend war er mehr mit seinem eigenen Wohlbefinden als mit dem von Quinta besorgt! Kurz schuffelte der Wolfhundrüde in der Luft, dann blickte er die hübsche Hündin wieder an

    "Ich helfe dir gerne Ceniar zu suchen wenn Du möchtest. Wann hast Du ihn denn verloren?"

    Er blickte sie leicht zweifelnd an. Wenn der Welpe nämlich schon seid mehreren Stunden fehlte konnte es gut sein das einer der Zweibeiner ihn mitgenommen hatte. Irgendwie schienen die Pestbeulen nicht zufrieden mit ihren eigenen Welpen zu sein und entführten daher die Hundewelpen und wie er erfahren hatte, auch Katzenwelpen. Tz, elendes Pack!


{Bei Quinta | Stadt}
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Do 05 Apr 2012, 16:30

Leicht drehte Cuco seinen Kopf hin und her, blickt von rechts nach links, und seufzte leise. In dieser Gasse war er noch nie gewesen, und vielleicht hatte Chakka sogar einmal gesagt, dass er dort nicht hingehen sollte. Doch in der Zwischenzeit war er größer geworden, und vielleicht auch ein wenig vernünftiger. Dennoch, die Leere in seinem Magen trieb ihn dazu, weiter zu laufen. Einen Versuch war es doch Wert, oder nicht? Also konzentrierte der junge Rüde sich darauf, etwas Essbares zu finden, und wenn er etwas finden sollte, es nicht an die Konkurrenz zu verlieren. Zwar hatte er noch nichts gefunden, doch siegessicher legte sich ein Lächeln auf seinen Lefzen nieder, und er lief weiter. Er nahm den Morgen ganz anders war als sonst, atmete die frische Luft ein, vielleicht mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass plötzlich alles anders geworden war. Die Sache mit Filiash, dann die Ankunft bei Noyn, Quinta und Ceniar, und das Wissen, dass die Hündin Firejay nicht wieder zurückkehren würde. Er hatte sie gemocht, wie die anderen wohl auch, auch wenn er sie nicht allzu gut gekannt hatte. Dennoch, auf irgendeine Art und Weise beschäftigten ihn diese ganzen Sachen und wollten nicht aus seinem Kopf verschwinden. Früher oder später würde das wohl der Fall sein, aber jetzt eben noch nicht. Erneut seufzte Cuco leise, und nahm die Hündin die sich ihm näherte nicht wirklich war. Viel zu sehr war er in Gedanken gewesen die ganze Zeit über, um sie zu bemerken. Erst, als sie mit ihm zu Reden begann, blickte der junge Rüde zu ihr hinüber und lächelte die Hündin an. Sie war hübsch, fast so wie Quinta, aber eben nur fast. Ob sie noch einen Welpen hatte, der einfach nur etwas älter als Ceniar war? Unbewusst schüttelte der bunte den Kopf, blickte aber sogleich wieder zu der Hündin hinauf. Ja, er war wirklich alleine an diesem Ort …

„ … aber du bist doch auch alleine hier. Oder nicht?“

Cuco fand die Frage berechtigt, durchaus, immerhin begleitete die Hündin der gleiche Umstand, und sie hatte auch gefragt. Vorsichtig bewegte der junge Rüde sich auf sein Gegenüber zu, und lächelte sie weiterhin freundlich, wenn auch leicht verwirrt, an.

„Und was tust du hier so ‚alleine‘?“


Plötzlich machte Cucos Magen seltsame Geräusche, und er zuckte leicht zurück. Es war zu spät als er erkannt hatte, dass das bloß sein Magen gewesen war, und aus dem verwirrten Lächeln wurde plötzlich eines das davon zeugte, dass ihm die Situation peinlich war.

„Ich … ähm, hast du Lust mit mir was Essbares zu suchen?“


Stolz blickte er der Hündin entgegen. Das war vielleicht die einzige und beste Möglichkeit gewesen, sich irgendwie daraus zu retten. So blickte der junge Rüde sich um und versuchte einen guten Ort zu finden, an dem die beiden vielleicht erfolgreich sein konnten mit ihrer Futtersuche, wenn sie zustimmte.



{ bei Faith :: in einer Seitengasse }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Fr 06 Apr 2012, 15:10

    Ein Niesen durchfuhr den Körper der Hündin, die gerade entspannt im Sand gelegen und geschlafen hatte. Die Sonne, die sich gerade über das Meer erhob, hatte sie in der Nase gekitzelt und geweckt. Jetzt erhob sie sich langsam und streckte, begleitet von einem großen Gähnen, ihre Muskeln. Sie hatte ihren Strandteil in den letzten zwei Wochen kaum verlassen, doch der Hunger trieb sie immer weiter von dem umgekippten Boot weg.

    Das Gerücht, das anfangs wirklich nur ein Gerücht gewesen war, hatte sich schneller bewahrheitet als Fyfa lieb war. Sie hatte von Firejays Tod gehört. Man konnte nicht sagen, dass es ihr leidtat, aber sie war natürlich schon betroffen. Firejay war noch jung gewesen. Sie hatte kaum ihr Leben leben können und dann war vergiftetes Futter zu ihrem Verhängnis geworden. Und wenn Firejay daran gestorben war, konnte jeder andere Hund auch daran sterben. Deswegen mussten sie jetzt alle besonders vorsichtig sein. Man konnte keinem Passanten mehr trauen und erst recht nicht das Futter aus den Mülltonnen fressen. Eigentlich wusste Fyfa gar nicht, was sie momentan fressen konnte. Immer, wenn sie etwas im Maul hatte, war da eine Angst und sie hatte ein Ziehen im Magen. Natürlich bildete sie sich das dann nur ein, aber es zeigte die Angst, die sie jedes Mal durchfuhr, wenn sie etwas fraß.

    Nachdem die Hündin sich also erhoben hatte sah sie sich erstmal um. Sie sah niemanden, der ihr bekannt vorkam. Auch Corazon war nirgends zu sehen, aber ihre Duftspur war noch recht frisch. Die junge Hündin wurde immer abenteuerlustiger und ging alleine immer weitere strecken. Fyfa wusste nicht, wie sie dazu stehen sollte. Auf der einen Seite fand sie es natürlich klasse, dass ihre Tochter so selbstständig war. Das sicherte ihr später das Überleben, wenn sie mal nichtmehr beineinander waren. Aber auf der anderen Seite hatte sie auch immer wieder Angst um sie, wenn sie alleine unterwegs war. Sie wollte nicht auch noch ihren letzten Welpen verlieren. Und genau aus dieser Angst folgte sie jetzt der Duftspur Corazons und fand diese einige Minuten später im Sand liegend.

    "Cora?"

    rief sie ihr entgegen und wurde etwas schneller. Die junge Hündin sah nicht sonderlich gut aus. Sie lag da lang ausgestreckt und erst als Fyfa dichter an ihr dran war, roch sie das Fleisch, das Corazon vermutlich verspeist hatte. Panik durchfuhr die Colliehündin und sie stupste ihre Tochter solange an, bis sie sich bewegte.

    "Cora!"


[bei Cora irgendwo am Strand]
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 07 Apr 2012, 12:35


Dass ein Hund an den vergifteten Ködern gestorben war, war nun Wochen her. Anfangs war Corazón ganz genauso vorsichtig wie die anderen Hunde gewesen, was sie nun mit entsetzlichem Hunger bezahlen musste. Dabei hatte ihr Misstrauen längst nachgelassen und mit jedem Tag, den ihr Magen lauter knurrte und ihr Futter über den Weg lief, das einfach viel zu schade war, um liegen gelassen zu werden. Wann sich die Gelegenheit bot und die junge Hündin allein war, hatte sie erst ängstlich, dann immer entspannter gefundenes Futter gefressen und tatsächlich schien das mit dem Gift eine einmalige Sache gewesen zu sein. Es geschah ihr rein gar nichts, außer dass der Hunger endlich nachließ.
Heute hatte sie an einer verlassenen Grillstelle der Touristen im Sand übrig gebliebene Wurststücke gefunden und sich ohne große Zweifel darüber hergemacht. Es fand sich so viel, dass sie diesmal auch ihren Eltern davon erzählen wollte. Bisher hatte sie sich nicht getraut, weil Fyfa sicherlich umgekommen wäre vor Sorge, dabei war das gar nicht nötig. Außerdem fürchtete sie, dass sie nicht mehr unbeaufsichtigt auf Streifzüge am Strand entlang gehen durfte und damit zurück in die Krallen des Hungers kehren musste. Gleichzeitig tat es ihr unglaublich weh, ihre Mutter hungern zu sehen, während sie sich selbst den Bauch voll schlug. Deswegen würde sie ihr heute von der gesicherten Futterquelle erzählen, das hatte sie sich fest vorgenommen.

Sie war gerade auf dem Rückweg, als sie zum ersten Mal zu zweifeln begann. Das Laufen erschien ihr plötzlich viel anstrengender und kraftzehrender als sonst und nach kurzer Zeit musste sie anhalten, um nicht über ihre eigenen, zitternden Läufe zu stolpern. Ihr Atem ging so schnell, als wäre sie ohne Unterlass die ganze Promenade entlang gerannt und auch ihr Herz klopfte wie wild. Was war denn jetzt los? Ängstlich und unsicher legte sie die Ohren an und winselte leise, konnte die plötzliche Erschöpfung und die zunehmenden Schmerzen im Bauch nicht zuordnen. Nach drei Schritten rückwärts legte sie sich flach auf den Sand, drückte den Körper auf den Boden um irgendetwas gegen die Bauchschmerzen zu tun. Doch es half nicht. Auch das Zittern wollte nicht nachlassen, ganz im Gegenteil. Es wurde immer stärker und sie hatte mehr und mehr das Gefühl, gar nicht schnell genug atmen zu können, um noch genügend Luft zu bekommen. Vor Angst wie gelähmt lag die junge Hündin auf der offenen Fläche,während über dem Meer die Sonne aufging. Als der Horizont plötzlich vor ihren Augen zu kippen drohte, schloss Corazón schnell die Augen und drehte sich selbst mühsam auf die Seite. Ihre Atmung ging flach und hektisch, auch als plötzlich eine bekannte Stimme ihren Namen rief. Corazón reagierte nicht, aus Angst vor den wirren Bildern, die sich ihr zeigen würden, wenn sie die Augen wieder öffnete. Erst als ihre Mutter sie berührte, regte sie sich und winselte wieder kläglich.

„Mama...“, keuchte sie und suchte mit der Nase hilfesuchend das Fell ihrer Mutter.

Noch immer zitternd schmiegte sie sich kraftlos an den warmen, Schutz versprechenden Körper ihrer Mutter und blinzelte dann doch. Sie würde etwas machen, dass diese Bauchschmerzen aufhörten und der Horizont aufhörte zu kippen. Sonst stürzte doch die Sonne auf die Insel!

„Mama schnell! Die … die Sonne!“, versuchte sie sie zu warnen, dann sank ihr Kopf zurück in den Sand und sie kniff die Augen wieder zusammen. Plötzlich war jedes Wort so anstrengend und kostete sie zu viel Luft, die sie nicht einmal mit schnellem Hecheln auffüllen konnte.

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 07 Apr 2012, 17:16

Wieder war Filiash alleine unterwegs und wanderte wie einer von vielen angepasster Schatten durch die dunklen Straßen der Stadt. Recht früh hatte er sich von der Schweinefresse und der Knüppelschnauze – auch bekannt als Whisky und Jeszyl - sowie der hübschen Hündin namens Faith wieder getrennt, war seine eigenen Wege gegangen. Das allerdings war nun auch wieder ein oder zwei Wochen her. Schließlich war er nun das, was er schon immer sein wollte: Frei und ungebunden. Das galt es nun auszuleben und zwar nicht indem er seine kostbare Zeit mit solch Trotteln vergeudete. Dennoch hatte selbst der ehemalige Dorfhund irgendwie von den giftigen Ködern, die wohl einige der Menschen in Puerto ausgelegt hatten, Wind bekommen. Die Antwort auf die Frage 'Warum' war mehr als klar: Niemand wollte sie hier haben. Sie, die Straßenhunde von Teneriffa zu eben welchen der Mischlingsrüde auch zählte. Mittlerweile verschwendete er kaum mehr einen Gedanken an das Dorf, seinen Herren, Lucio oder gar an seinen Freund Stiffs, den er dort oben im Unwissen zurückgelassen hatte. Es war vorbei und er hatte hier ein neues Leben begonnen. Ein schwierigeres Leben, das mit Gefahren verbunden war. Die vergiftete Nahrung war zum Beispiel eben solch eine Gefahr. Und Filiash war, ganz gegen seinen eigenen Erwartungen, nicht etwa einer der wenigen Sorglosen. Nein, auch der Hüne fragte sich langsam aber sicher, wo er vernünftigen Fraß herbekommen sollte. Auch er traute sich kaum noch selig etwas aus Menschenhand zu fressen – hatte das bisher ohnehin noch nicht gewagt. Hier ging es nur um das nackte Überleben, das war nun auch dem Rüden klar geworden.

Seine letzte Mahlzeit – ein von einem kleinen Zweibeiner weggeschmissenes Brot – war wirklich noch nicht all zu lange her gewesen, einige Stunden vielleicht, und dennoch begann der Magen des Schauspielers bereits zu rumoren. Er rechnete nicht damit, dass dies von etwas ungesundem herrührte, fühlte er sich immerhin noch munter und kerngesund. Das konnte also nur der Hunger gewesen sein. Wäre er doch nur etwas kleiner. Kleinerer Hund = kleinerer Magen = weniger zu Fressen. Oder nicht? Filiash richtete den Blick gen Himmel, seufzte leise und lief dann weiter. Bis eben hatte er noch Rast in einer abgeschiedenen Seitengasse gemacht. Nun lief er wieder aus jener heraus, bog auf eine menschenvollere Straße. Er sprintete über die Straße und schlug erneut einen Hacken und verschwand hinter einer Mauer. Ein Weg gespickt mit Bänken, recht leer. Gab es eigentlich irgendeinen Trick, um sich hier nicht zu verlaufen? Egal, Filiash setzte weiter. Irgendwann musste er ja mal auf irgendet- Moment, was war das? Ein appetitlicher Geruch kroch in seine Nase, mischte sich mit etwas beißendem. Der Rüde wandte den Kopf um, blickte umher und - entdeckte etwas unter einer der grünen Bänke. Er war geradewegs daran vorbei gelaufen. Ein weiterer Blick verriet ihm, dass es sich um eine Katze handelte. Das Wesentliche jedoch war, dass der Flohfänger dem Anschein nach etwas zu Fressen aufgetrieben hatte.

„Ey, du!“, rief Filiash aus, machte augenblicklich kehrt und schritt auf die Bank und somit auf den darunter liegenden Kater zu. Der Hüne senkte ein Stück den Kopf, kräuselte die Stirn und fragte recht direkt:„Wo hast du das her?“

Er musterte das Katzenvieh, verengte leicht die blauen Seelentore. Irgendwie hatte er gewisse Ähnlichkeiten mit dem Fetten, Carmello. Zumindest was die Fellfarbe anging – orange, nur ohne helle streifen. Außerdem war er dünner. Vielleicht gab es dort, wo der das Stück her hatte noch mehr, wenn nicht, dann konnte er es ihm auch einfach wegnehmen. Sofern es nicht vergiftet war. Das galt es noch herauszufinden. Eventuell krepierte die Katze ja jeden Augenblick daran. Dann wusste Filiash wenigstens, dass er hier in der Nähe besser nichts zu fressen suchen sollte.


{ stadt ;; alleine - dann bei sparky }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 07 Apr 2012, 22:45

Der junge Hund überraschte Faith immer wieder aufs Neue. Mit einem freudigen Lächeln blickte er der Hündin entgegen und stellte eine vollkommen unerwartete Gegenfrage. Die Mischlingsdame legte ihren Kopf leicht schief.

„Das bei mir ist ja … was anderes.“

Selbstverständlich war es das! Schließlich war sie älter. Von Erfahrung konnte die Hündin leider nicht sprechen. Was das Leben auf der Straße anging war sie eine Anfängerin. – Welch deprimierender Gedanke. Sie kannte sich hier überhaupt nicht aus und würde wahrscheinlich auch in den ersten Tagen bereits vor den Toren stehen, die zum Himmel führten. Wär da nicht Jeszyl. Filiash war bereits nach einigen Tagen spurlos verschwunden und Whisky? Sie fand, dass er nicht wirklich dazu beigeholten hatte, das sie ihm nun gedanklich danken sollte. Er war einfach da gewesen und mehr nicht. Als der Jüngling sich ihr näherte, versuchte sie ihn sanft anzulächeln und sein warmes Lächeln zu erwidern.

„Ich brauchte etwas Zeit zum Nachdenken. Weißt du?“

Ein leicht gequälter Ausdruck glitt kurzzeitig über ihr Gesicht. Doch war sie nicht von Anfang an alleine gewesen? Seit dem Moment an, wo sie von ihren Menschen getrennt wurde? Natürlich! Auch wenn sie einen sicheren Schlafplatz bei einer Zweckgemeinschaft gefunden hatte, so zählte sie diese Rüden nicht als ihre neue Familie an. Schließlich war ihr selbst noch nicht klar, ob sie nachdem sie einen freien Kopf bekommen hatte, zu den Rüden zurückkehren würde. Wenn die nicht schon ohne sie weitergelaufen waren. Faith seufzte leise. Was für eine Misere. Doch ihr kläglicher Laut wurde übertönt von merkwürdigen Geräuschen. Erst als die Hündin hochblickte, bemerkte sie dass es der Magen vom Jüngling war. Das schüchterne Lächeln auf seinen Lefzen war die Kirsche auf einem Sahnehäubchen. –Perfekt um Faith wirklich auf andere Gedanken zu bringen. Sie lachte leise auf. Auf seine nächste Frage hin, reagierte die Hündin völlig überstürzt.

„Gerne!“

Erst im Nachhinein dämmerte es ihr und sie geriet ins straucheln. Eine völlig unerfahrene Hündin und ein junger Hund gemeinsam auf Futtersuche? Wenn das mal nicht nach ‘ner Menge Ärger schrie. Faith schluckte. Sie war nie eine Hündin gewesen, die einen Rückzug machte, bevor sie sich der Herausforderung überhaupt gestellt hatte, deswegen würde sie es dies auch in diesem Moment nicht machen. Trotzdem: Wo anfangen, wenn man keinen Anfang vor Augen hatte?



(In einer Seitengasse mit Cuco)
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 08 Apr 2012, 00:27

So war das also. Anders, zumindest bei ihr. Na ob das so ganz der Wahrheit entsprach? Und wenn ja, wieso war das dann etwas anderes? Vorsichtig streckte Cuco seinen Kopf in die Richtung der Hündin und musterte sie erneut, in der Hoffnung etwas an ihr zu finden, dass diesen Umstand hätte erklären können. Doch da gab es nichts. Oder zumindest fand der junge Rüde nichts, dass ihm dabei hätte helfen können. Das sanfte Lächeln haftete noch auf seinen Lefzen, auch, als die Hündin es erwiderte, und so machte er ein paar Schritte weiter nach vorne, um die Entfernung zwischen den beiden zu verringern. Warum liefen alle immer alleine herum, wenn sie nachdenken mussten? Nicht, als hätte Cuco es nicht auf diese Art und Weise versucht, ganz im Gegenteil, doch verstand er den Sinn darin (noch) nicht wirklich, auch wenn er es sich manchmal nur allzu gerne wünschte. Das die Hündin älter war als er, daran zweifelte der bunte nicht, doch wie viel älter konnte er nur schätzen. Hatte sie wirklich so viel mehr Erfahrungen gemacht als er? Hatte die so viel mehr erlebt? Wenn sie ein Straßenhund war vielleicht, und wenn nicht, konnte Cuco sich das nur schwer vorstellen. Ein Hund von Menschen aufgezogen, na der hatte mit Sicherheit andere Probleme als einer, der so lebte wie sein Vater und die anderen. Wie das mit dem Giftköder. Ob die Hündin von denen wusste? Insgeheim hoffte er es, sollte sie sich doch keiner Gefahr aussetzen, doch selbst wenn sie darüber nicht aufgeklärt war, machte es nichts. Immerhin konnte Cuco dann noch einmal den Helden heraushängen lassen, und ihr alles erklären.

Leicht nickte er zu ihr hinüber, nahm den kurzen unzufriedenen Gesichtsausdruck seines Gegenübers aber nicht wirklich war, oder verdrängte die Tatsache, dass es da gewesen war. Alleine die Zustimmung, dass sie ihm helfen würde, freute ihn, und lies seine Rute vorsichtig hin und her pendeln. Eigentlich hatte er von Papa Chakka immer gelernt, sich nicht auf fremde allzu schnell einzulassen, doch von der Hündin – deren Namen der junge Rüde nicht einmal kannte – schien keinerlei Gefahr auszugehen. Zumindest nicht in diesem Moment, und Cuco hoffte inständig, dass sich kein Verdacht auf etwas anderes einschleichen würde. „Du, wie heißt du eigentlich?“, fragte der bunte vorsichtig, und machte damit einen Schritt vorwärts, und schlug damit hoffentlich eine gute Richtung ein. Vorsichtig spielte Cuco mit seinen Ohren und nickte schließlich nach links – zumindest von sich aus – und schlug jene Richtung ein. Vielleicht würden sie dort ja etwas Futter finden. Etwas, dass man auch wirklich fressen konnte, und nichts, dass von Gift ‚bedeckt‘ war.

„Weißt du eigentlich von den Giftködern hier? Mein Papa und Ich, wir haben schon eine Freundin durch diese Dinger verloren. Wir müssen aufpassen … hast du überhaupt Hunger?“

Zwar hatte der bunte Rüde Hunger, doch ob es seiner neuen ‚Partnerin‘ auch so ging, wusste er überhaupt nicht. Auf eine Art und Weise hoffte er es ja, aber irgendwie auch wieder nicht. Er wollte sie nicht einer Gefahr aussetzen, der sie vielleicht nie begegnet wäre. Nicht, wie Firejay. Sowieso wunderte Cuco sich im nächsten Augenblick, weshalb er die Hündin als eine Freundin bezeichnet hatte, hatte er sie doch gar nicht so gut wie sein Vater gekannt. Nun, vielleicht auch besser so. Ein Verlust war schon etwas Schlimmes, und man wünschte es (eigentlich) auch Niemandem.
Kurzzeitig irritiert blickte der junge Rüde sich um, fing sich aber sogleich wieder, als er erkannte, wo sie sich befanden. Oder zumindest glaubte Cuco das er es wusste. „Bist du schon lange hier? Ich hab‘ dich hier noch nie gesehen.“, gestand er der jungen Hündin. Konnte ja sein, dass sie schon länger auf der Insel lebte, und er sie einfach nicht kannte. Vielleicht kannte Chakka oder Quinta sie ja. Und wenn er wieder bei den anderen war, würde er sie fragen, mit Sicherheit.




{ bei Faith :: in einer Seitengasse }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 08 Apr 2012, 13:03



Es war schon merkwürdig, welchen Verlauf das Leben nahm. Eigentlich hatte der Weiße gedacht, er würde noch einige Jahre mit der jungen Dogge verbringen, doch Barbie war von einem Tag auf den anderen verschwunden, ohne ein Wort, ohne ein Zeichen. Doch diese Form von Abschied musste man akzeptieren, er hatte sich zwar sehr an das große, nervige Etwas gewöhnt, doch wenn das Schicksal entschieden hatte, dass ihre Wege sich trennten, musste er wohl damit leben. Anstatt Barbie war sein ständiger Begleiter – bzw. er begleitete ständig – einen cremefarbenen Kangalrüden. Groß, zur zeit dick und ziemlich in Ordnung. Vielleicht würden sie eine längere zeit umherziehen, vielleicht auch nicht. Whisky würde ja sehen wie sich all das entwickelte. In letzter Zeit wirkte Jeszyl ein wenig … bedrückt, nachdem er von irgendeiner Firejay erfahren hatte. Der Bullterrier kümmerte sich weder um das Ableben irgendeines fremden Hundes, noch um die Gefahr der Giftköder. Er nahm beides wahr und behielt es im Hinterkopf – für alle Fälle- mehr aber auch nicht. Auch sein Kumpel schien unbeeindruckt, die beiden waren eben waschechte 'harte Kerle', die sogar einen wild gewordenen Totschläger des Futterparadieses überlebten. Yeah.

Whisky erwachte durch das unangenehme grummeln seines Bauches und wälzte sich missmutig hin und her, ehe er sich mit einer Schnute aufrappelte und nur mit halb so viel Elan wie sonst zu Jeszyl trippelte. Auch ihm sah man an, dass die beiden Jungs und das Essen gerade nicht so die dicksten Freunde waren. Müde und teilweise verspannt maulte Whisky:

“ Ey … warte doch einfach mal. So ein alter Sack wie ich braucht einfach ne Minute um wach zu werden.“

Quälend langsam verlagerte der Bullterrier sein Gewicht nach vorne, streckte die Vorderbeine aus und reckte den quadratischen Hintern in die Höhe, während er erleichtert Seufzte. Auf die morgendliche Gymnastik folgte ein herzhaftes Gähnen, ehe der Weiße Jeszyl zum ersten Mal an diesem Tag richtig ansah.

“ Du hast aber auch mal bessere Tage gesehen … „


Mit einer Mischung aus Interesse und Ablehnung musterte Whisky den Neuankömmling der sich – mehr oder weniger – in die Gasse schlich. Unsicher legte der Bullterrier den Kopf schief und war direkt auf 180 als das Wolfsding – was aber doch nicht ganz so wolfisch war wie Faith – es wagte, seinen Kumpel anzupöbeln. Wichtigtuerisch die Brust raus gestreckt stolperte der Weiße neben den Cremefarbenen und pöbelte zurück:

“ Was soll denn das? Also so kommst du hier schon mal gar nicht durch, wir können uns hier so breit machen wie wir wollen und wenn du frech wirst kannst du auch schön andersrum gehen … du … Fisch!“


[ wacht auf, pöbelt rum, bei Jeszyl & Fox ]


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Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich:
 

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 08 Apr 2012, 17:21

AND THE TEARS COME STREAMING DOWN YOUR FACE
WHEN YOU LOSE SOMETHING YOU CAN'T REPLACE
WHEN YOU LOVE SOMEONE BUT IT GOES TO WASTE
COULD IT BE WORSE?


Es war so unglaublich still geworden um ihn herum. Lautlos und einsam, obwohl er keinen Moment wirklich allein gewesen war. Er fühlte sich leer, leerer noch als damals, als er zum ersten Mal geglaubt hatte, die junge Hündin verloren zu haben. Damals war es die Ungewissheit, die ihn bei Verstand gehalten hatte, die Hoffnung, dass sie vielleicht doch noch lebte und der Egoist in ihm drin, der eigentlich jeden Straßenhund auszeichnete. Es ging um sie, um sie allein und nicht um ein Rudel. So war es für ihn immer gewesen – er hatte im Mittelpunkt gestanden und auch, wenn Noyn stets offen gegenüber Fremden gewesen war, hatte ihm doch sein eigenes Wohl am meisten am Herzen gelegen. Sie waren doch alle Egoisten, besonders, wenn es ums Futter ging, ums Überleben und darum, die Freiheit zu finden. Er hatte geglaubt, er hätte sie im Fell gespürt, als ihn sein Weg das erste Mal hinunter zum Strand geführt hatte – damals, als er mit seinem Bruder auf einer Düne gestanden und zum ersten Mal das Meer vor den Pfoten gesehen hatte. Damals, als es alles noch leichter gewesen war und es für den Hund tatsächlich nur ihn gegeben hatte. Doch es hatte sich geändert, alles hatte sich geändert und der Bunte hatte es niemals für möglich gehalten, dass er der Freiheit irgendwann so gegenüberstehen würde – er zweifelte sie an, zweifelte daran, dass es überhaupt eine Möglichkeit gab, frei zu sein. Sie waren Spielbälle, Marionetten von diesen grausamen Kreaturen, die sich Mensch nannten und sich für etwas Besseres hielten. Er hatte ihnen stets locker gegenüber gestanden, hatte mit ihnen gespielt und geglaubt, dass er am längeren Hebel saß, dass er sie an der Nase herumführen konnte, doch diese Meinung wich nach und nach dem Hass, den er für die Zweibeiner empfand. Nicht er war es gewesen, der ihnen auf der Nase herumgetanzt war. Sie hatten all die Jahre die besseren Möglichkeiten gehabt, die Hunde von ihnen abhängig zu machen und nun, wo man nicht mal mehr sicher sein konnte, dass sie ihr eigenes Futter nicht vergifteten, damit die Hunde starben, wenn sie davon fraßen – wem sollte man noch trauen? Sie waren grausam und noch egoistischer als die Straßenhunde selbst – sie hatten so viel Futter, so viele Reste, doch sie den Hunden gönnen? Wozu? Sie waren doch nur verschmähte Gestalten in den Schatten ihrer Stadt. Und nun hatten sie endlich einen Weg gefunden, sie loszuwerden. Die Krallen des Bunten bohrten sich etwas tiefer in den Sand, während sich der Rest seines dürren Körpers nicht bewegte. Er wirkte eingefallen, sein Fell ungepflegt und matt – er wirkte hungrig und fast so, als hätte er längst aufgegeben. Besonders um Ceniar tat es ihm leid. Er wusste nicht, was wirklich geschah, hatte so früh eine Hündin verloren, die ihm wie eine Schwester gewesen war und viel, viel zu früh die Realität kennenlernen müssen. Noyn hatte sich geändert – die Menschen hatten sich geändert und während die Hunde aufgrund des Hungers immer mehr Aggressivität zeigten, um wenigstens etwas zu erhaschen, was sie am Leben hielt, war es bei ihm eher andersherum. Er gab ab, verzichtete, damit Quinta und Ceniar, damit sein Rudel durchkam. Doch im Grunde war es doch sowieso egal – sie würden es nicht lange durchhalten. Früher oder später würde sie die Krankheit alle befallen und die Menschen hätten geschafft, was sie hatten schaffen wollen.

Der Rest des Rudels versuchte, etwas zu fressen zu stibitzen, während er sich zurückgezogen hatte, um die Stille zu genießen. Sein Magen protestierte laut gegen diese Entscheidung, doch den Bunten scherte es nicht. Er wollte nachdenken, wollte allein sein und wenigstens für diesen einen Moment die Schwäche zeigen, die er in Gegenwart des Rudels verbergen musste. Er musste die Hoffnung aufrecht erhalten, auch, wenn sie in seinem Inneren schon lange verstorben war. Verstoben, ganz so, wie es Firejay ergangen war, ohne, dass er etwas hatte tun können. Er hatte sie vorgeschickt, hatte sie darum gebeten, Futter zu klauen und sie damit dem Tode entgegengeschickt. Er hatte nichts tun können, um sie zu verschonen. Ach! Wäre doch er nur an ihrer Stelle gewesen! Wäre er doch nur aufgrund seiner eigenen Schuld draufgegangen, um als Warnung für den Rest zu gelten. Chakka hätte das Rudel schon in Sicherheit geführt, hätte das getan, was auch er nun in den vergangenen zwei Wochen getan hatte, doch ein junges Leben wäre verschont geblieben. Ein wichtiges, junges Leben.

Er blinzelte, als er eine Stimme von der Seite vernahm und hob den Kopf etwas verdutzt. Eingesperrt in all diesen Gedanken war es ihm vollkommen entgangen, dass die cremefarbene Hündin sich zu ihm gesellt hatte. Er musterte sie kurz müde, ehe er schwach nickte und den Kopf erneut auf seine Pfoten bettete. Sie wirkte nicht minder mitgenommen wie sie alle, doch weitaus jünger als er selbst. Schüchtern und unsicher, doch dafür war im Augenblick kein Platz. Wer überleben wollte, musste sich durchsetzen, musste Stärke zeigen, die keiner von ihnen mehr hatte. Und der Bunte wusste nicht mal, ob er sie noch zeigen wollte. Er verlagerte das Gewicht leicht zur Seite, ehe er den Kopf mit einem tiefen Seufzen erneut hob und der jungen Hündin einen ernsten, allerdings bemüht freundlichen Blick zuwarf. Sie kam ihm irgendwie bekannt vor, doch ihre Witterung war ihm fast gänzlich fremd. Wahrscheinlich spielten ihm seine Sinne nur wieder einen Streich. In letzter Zeit war es ja nicht gerade selten.

„Dir gehört das Gebiet im Osten, oder?“, fragte er sie schließlich leise und zuckte kurz mit den Ohren. „Die Futterlieferanten kommen sicher gleich, wenn sich die Sonne ganz aus dem Meer erhoben hat. Wolltest du da nicht hin?“

Er glaubte zumindest, ihre Markierung an der östlichen Grenze bereits wahrgenommen zu haben. Und was sollte sie hierher treiben, wenn nicht der Plan der Hunde, den Park zu überfallen? Er wendete den Kopf wieder herum zum Meer, während er sich die Worte der Hellen erneut durch den Kopf gehen ließ – es hätte genauso gut endgültig heißen können – die letzte Ruhe, der letzte Gang, aus dem man sich einfach nicht mehr erheben wollte.



{ namya | strand nähe des loro-parque }

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 08 Apr 2012, 22:14

Es war schon leidlich schwierig, nach so langer Schlafenszeit wieder ins pralle Leben zurückzukehren – und bis der Körper sich erst einmal als durchblutet zu betrachten gedachte, verging mehr Zeit als der Kangal eigentlich eingeplant hatte. Vielleicht hatte Whisky ja doch recht und selbst der Rüde wurde langsam älter, das erste Grau am Fang hatte ja schon länger Anzeichen dazu gegeben. Aber davon hatte Jeszyl natürlich nichts wissen wollen und das mit immer neuen Ausreden beiseite geschoben.

Den Kopf leicht umwendend stellte er aber erfreut fest, dass er neuerdings als Vorbild diente, jedenfalls was die Frühgymnastik anging. Denn Whisky tat es ihm ohne Zweifel gleich und auch wenn Hammerhead vom Geruch und anderen Dingen her sicher nicht mitzuhalten vermochte, so hatte selbst der weisse Rüde seinen ganz eigenen Reiz, etwas besonderes das ihn auszeichnete. Hier war es sicher die meist ruhige, mitunter aber auch ausgeflippt wirkende Art, die der Pitbull an den Tag zu legen pflegte. Nun, da Jeszyl ihn ein wenig länger kannte, hatte er auch gelernt damit umzugehen...zu Beginn hatte er eher irritiert mit den Lauschern geschlackert. Aber so gewöhnte man sich eben aneinander.

Gerade hatte er sich, es war ja oft so, dass man als Hund etwas „gerade hatte tun wollen“, in Bewegung gesetzt, da wurde er in seinem Vorwärtsdrang auch schon gebremst. Was da die Nase in die Gasse stopfte war durchaus lecker anzusehen und sicher aufhebenswert für schlechte Zeiten, allerdings alles andere als freundlich. Das sah offenbar auch Whisky so, der gleich einmal klarstellte – seinen kurzen Einwand bezüglich der Jeszyl'schen Optik hatte jener einfach mal überhört – für wen er im Falle des Falles Partei ergreifen würde, wenn es darauf ankam.

„Ausserdem bin ich so breit gar nicht. Vielleicht solltest du einfach die Augen aufmachen, Liebchen.“

Er wurde nicht persönlich, oh....er doch nicht. Sich witternd einige Schritte näherschiebend, zog er den Fang schon nach kurzer Zeit wieder zurück. Verwirrende Witterung, verwirrendes Äusseres...und dazu noch der Bully, der sich neben ihm aufspielte – ein seltsamer Mix mit dem er zumindest für den Moment nicht wirklich klarkam. Allerdings bemerkten des Kangals erstaunlich gute Lauscher noch etwas anderes...und vielleicht ja nicht nur jene, so dass er im Schnellstaksschritt an Fox vorbei aus der Gasse zu kommen versuchte, in Richtung Strand sich bewegend. Fraglich nur, ob er überhaupt soweit käme, doch falls ja, würde Fyfa ihn sicher bald ausmachen können.


[bei Whisky als Fox hinzukommt, will dann an jener vorbei erstmal gen Strand]
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mo 09 Apr 2012, 12:01


Neugierig beobachtete die Hündin den Jüngling dabei, wie er erneut einige Schritte nach vorne trippelte, um dann hinter ihr stehen zu bleiben. Sie drehte sich zu ihm um und legte ihren Kopf leicht schief. Die Hündin wollte am liebsten eine Hilfe sein, doch vom Straßenleben hatte sie absolut keinen Schimmer und im besten Fall würde sie die Beiden auch noch in eine Falle locken. Für sie war es auch nicht gerade das Gelbe vom Ei von den Zweibeinern gefunden zu weden. Diese penetranten Menschen aus der Perrera , die Halunken, haben ihr das Halsband geklaut. Und wie sollten diese Trottel dann herausfinden, dass sie kein Hund der Straße war?! Nein, sie musste von alleine nach Hause finden. Erneut in Gefangenschaft zu geraten gehörte also wirklich nicht zu ihrem heimlichen Ziel.

„Faith.“, murmelte die Hündin abwesend, bevor sie mit ihren Ohren leicht schnippte. „Mein Name ist Faith. Und du bist?“

Schnell hatte sie die Schritte zu dem Jüngling aufgeholt und lief neben ihm her. Es war wirklich erstaunlich, wie schnell man hier Hunde antraf, wenn man ohne Herrchen und Frauchen unterwegs war. Trotzdem fühlte es sich … immer noch nicht gut an. Irritiert blinzelte Faith zu ihrem Gesprächspartner. Was sagte er da? Giftköder? Abrupt füllte sich ihre Kehle wie zugeschnürt an. Ihre Ohren drehten sich nachhinten.

„Welche Giftköder?“

Ihr war klar, dass sie wahrscheinlich als unwissende Idiotin dastehen würde. Doch wie sollte die Haushündin davon erfahren? Solche Sorgen brauchte sie sich schließlich nie zu machen. Umso mehr machte sie diese Tatsache nervös, dass das Leben hier doch nicht so rosig war, wie vermutet. Das Hungergefühl war verschwunden. Stattdessen drehte ihr sich der Magen um und der ganze Inhalt schrie förmlich raus zu gelangen.

„Sicher. Kannst du mir mehr über die Giftköder erzählen? Woher sie kommen und wo sie sind?“ Tapfer schluckte Faith das aufkeimende Gefühl runter und lächelte. – Spielte weiterhin die heile Welt.
„Nein, ich … bin erst einige Wochen hier. Ich lebe aber nicht auf der Straße. Es ist mehr vorübergehend.“ Oh ja, die Zuversicht, dass sie bald nachhause kam war immer noch groß! „Was ist mit dir? Lebst du etwa hier auf der Straße? Wer sorgt um dich? Wo sind deine Eltern?“ Viele Fragen sprudelten aus der Hündin raus. Auf deren Antwort sie mehr als neugierig war.



(In einer Seitengasse mit Cuco)
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Di 10 Apr 2012, 17:46

Vorsichtig lies der junge Rüde seinen Blick noch einmal über die Hündin gleiten, und nickte ihr zu, als sie sich vorstellte. Faith also. Ein schöner Name, der zu ihr passte, auch wenn Cuco solch einen namen noch nie gehört hatte. Und das, obwohl er eigentlich so einiges an Namen gewohnt war. Der Name 'Faith' schien dem jungen Rüden im ersten Moment genau so Absurd wie 'Noyn' oder 'Filiash' – obgleich ersterer (im Gegensatz zu den folgenden) einen wirklich schönen Klang hatte. Vielleicht würde der bunte sie später noch etwas dazu fragen, aber auch nur vielleicht, wenn noch genügend Zeit blieb. Immerhin mussten die beiden sich jetzt auf die Futtersuche konzentrieren, bevor die anderen Hunde, insbesondere die größeren, ihnen alles wegschnappen würden. Und so wie Cuco es sich gedacht hatte, hatte Faith wirklich noch nichts von den Giftködern gehört, die nur darauf warteten, dass jemand in die Falle tappen würde. Aber nein, so etwas würde den beiden nicht passieren. Nie im Leben. Immerhin wusste Cuco bescheid und würde Faith beschützen so gut es ihm möglich war, und das, obwohl die beiden sich erst seit wenigen Minuten kannten, und er jünger war. Doch schien die Hündin keinerlei Ahnung von dem Leben auf der Straße zu haben, was sich auch durch ihre folgende Fragen bestätigte. Gut, dann würde er sie also aufklären müssen. Der bunte wusste nicht wie er anfangen sollte, als ihm einfiel, dass er seinen Namen noch gar nicht genannt hatte.

"Ich bin Cuco.", sagte er fröhlich und wendete sich kurz schwanzwedelnd zu Faith, ehe er beginnen wollte ihr die ganze Sache zu erklären. "Nun, es gibt Menschen die mögen uns ganz und gar nicht. Manche haben uns deshalb Futter offen zugänglich gemacht. Davon darfst du aber nichts essen, weil das vergiftet ist. Deshalb müssen wir nun eine gute Futterquelle suchen."

Eigentlich war das ja gar nicht so schwer gewesen, fand Cuco im Nachhinein, in der Hoffnung, dass die Hündin das verstanden hatte.
Langsam lief der junge Rüde schließlich weiter und sah sich um. Bald würden sie aus dieser Gasse herauskommen und sich an einem anderen Ort wiederfinden, als der, an dem sie sich getroffen hatten. Vielleicht gab es ja ganz in der Nähe etwas gutes. Ja, vielleicht waren sie in der Nähe von Touristen, die Mitleid hatten, und etwas essbares 'fallen' ließen, wie früher auch schon. Aber selbst da galt es, vorsichtig zu sein.
Leicht verwirrt blickte Cuco Faith an. "Vorübergehend? Sicher?", hakte er nach, und schluckte. Na mit solchen Kandidaten hatte er ja schon bekanntschaft gemacht. Sie waren nicht schlimmer oder böser gewesen als andere, hatten aber größtenteils eine merkwürdige Einstellung zu Menschen. Sie waren(!) gut als Futterlieferanten geeignet, aber für mehr auch nicht.
"Ich lebe mit meinem Papa bei anderen Hunden, und wir sind meistens unten am Strand. Ich war schon ziemlich viel Unterwegs – mit und ohne Papa Chakka. Da ist das hier kein Abenteuer mehr, oder empfindest du das als Abenteuer?" Zwar hatte die Hündin nicht danach gefragt, doch interessierte es den bunten schon ein wenig. "Wir müssen gleich mal gucken wo wir auskommen. Eventuell sind da Menschen die uns was abgeben können."



{ bei Faith :: in einer Seitengasse }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mi 11 Apr 2012, 00:55

Dankbar darüber, dass der Wolfshund tatsächlich stehen geblieben war und auf sie wartete, näherte sie sich ihm eilig, die dünne Rute wedelte dabei sacht. Einen Moment lang blitzte Enttäuschung in ihren Augen auf, als er ihr eröffnete, Ceniar nicht gesehen zu haben, doch insgeheim hatte sie bereits damit gerechnet. Es wäre schon ein eigenartiger Zufall gewesen, wäre der Kleine ihm tatsächlich direkt vor die Pfoten gelaufen.
Seine nächsten Worte erschreckten sie jedoch zutiefst – sah sie wirklich so schlecht aus? Doch das allein war es nicht, was ihr Kopfzerbrechen bereitete. Wie kam er nur darauf, dass ihre derzeitige Verfassung in irgendeiner Form die Schuld ihres Rudels sein könnte? Nein, sie konnten am allerwenigsten irgendetwas dafür. Selbst ihr einziger Sohn musste hungern, weil sie ihm nichts zu fressen besorgen konnte – sie hatte nicht nur als Mutter, sondern auch als Hund versagt. Ohne die Anderen und vor allem Noyn, der sich rührend um seine kleine Familie kümmerte, wäre sie vermutlich längst nicht mehr am Leben. Schuldbewusst blickte sie Nando an.

“Nein, nein“, wiegelte sie hastig ab. “Mir geht es gut, wirklich. Weißt du, sie geben sich alle große Mühe, vor allem Noyn. Aber ich muss doch auch meinen Teil beitragen und es fällt mir nicht schwer, weniger zu fressen. Ich brauche nicht so viel. “

Sie glaubte auch tatsächlich, was sie da sagte. In ihren Augen war es absolut logisch, dass sie zugunsten der Anderen verzichtete. Es war der einzige Beitrag, den sie leisten konnte, und ihretwegen sollte kein Hund hungern müssen. Das Futter, das Noyn ihr brachte, überließ sie da lieber Hunden, die es dringender brauchten. Ceniar zum Beispiel. Ja, hier ging es um Ceniar und nicht um sie.
Die Erleichterung darüber, dass Nando ihr bei der Suche helfen wollte, fegte sie beinahe von den Pfoten. Sie winselte freudig und schleckte ihm unterwürfig über die Lefzen, noch ehe er den Kopf wegdrehen konnte. Sie hatte sich schon wie eine Verdurstende gefühlt, doch Nando war die rettende Pfütze. Sagte man das so? Egal. Sie war ja so froh, dass sich nun kompetentere Hunde der Sache annahmen! Allein hätte sie ihren Sprössling womöglich nie wieder gefunden oder erst, wenn es bereits zu spät war. Der Gedanke, auf seinen kleinen, leblosen Körper zu stoßen, war unerträglich. Sie schluckte und versuchte sich zu konzentrieren, um Nandos Frage bestmöglich zu beantworten. Leider gab es nicht viel, das sie ihm sagen konnte.

“Wir waren am Strand wie immer und dann bin ich eingeschlafen. Als ich aufgewacht bin, war er schon fort!“

An dieser Stelle musste sie ihren aufgeregten Bericht erst einmal unterbrechen, denn mittlerweile fühlte sich ihre Kehle an wie zugeschnürt. Es war ihr Versagen als Mutter, das ihren Kleinen in diese Lage gebracht hatte, und es fiel schwer, das zuzugeben. Trotzdem durfte sie kein Detail auslassen, Nando musste alles erfahren.

“Er muss in die Stadt gelaufen sein, aber ich habe seine Spur schon am Strand verloren. Was, wenn er einen Giftköder frisst? Er hatte doch immer solchen Hunger...“

Still stehen bleiben konnte sie bei diesen schrecklichen Vorstellungen jedenfalls nicht mehr. Unglücklich und aufgeregt zugleich hampelte sie um Nando herum, den Blick erwartungsvoll auf den Wolfshund fixiert, so als könne er Ceniar jeden Moment unter dem nächsten Kanaldeckel hervorziehen.



[Nando | Stadt]

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