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 Auf der Suche nach dem Leben

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 03 Jun 2012, 20:11

Zunächst skeptisch doch dann freudig mit der Rute wedelnd trat Cuco den Gestalten näher, dessen Konturen immer klarer wurden, bis er schließlich erkannte, dass es Nando und Quinta waren. Gut, die beiden waren vielleicht nicht die Hunde auf die der junge gehofft hatte zu treffen, aber es war besser als nichts. Dabei war das nicht einmal böse gemeint, doch schien dies genau die Konstellation zu sein, in der der bunte sich nicht richtig zu Verhalten wusste. Irgendwie gefiel ihm das nicht, ja, er verspürte angst – doch weglaufen war nicht drin. Außerdem hatten die beiden sie schon angesprochen. Zwar wedelte Cucos Rute nicht mehr, doch zur Sicherheit legte er ein Lächeln auf seine Lefzen, obgleich ihn die Unsicherheit Quintas ebenfalls ein wenig mit verunsicherte. Sogleich fragte der bunte sich ob das was er tat wirklich richtig war. Weshalb vertraute er Faith so schnell, und weshalb wollte er ihr sogleich seine Freunde vorstellen? Ein Zurück gab es nicht, nein, noch immer nicht, und das würde es auch nicht geben.
Kurz lies der junge Rüde seinen Blick über den Strand schweifen, ehe er sich wieder zu Quinta drehte, und in ihr ängstliches gesicht sah. Sie tat ihm leid, und Cuco hatte nicht gewollt das sie sich fürchtete. Schon gar nicht vor Faith, die – bislang – eine ganz nette Hündin abgegeben hatte. Entschuldigend nickte er den beiden Hunden vor sich zu, und schämte sich sogleich für ein Verhalten. Ja, manchmal war er echt ein dummer Hund. Und in der Hoffnung das Noyn davon nichts mitbekommen würde, so im Nachhinein, seufzte Cuco vorsichtig. "Mir geht es gut, Nando." Dies flüsternd blickte er nun ebenfalls zu dem Rüden, bevor er grade anfangen wollte die Hündin neben sich vorzustellen, doch hatte diese das schon selbst übernommen. Kurzzeitig veriwrrt glitt sein Blick über die ängstliche Quinta hinüber zu Faith, und schließlich gen Boden. Man konnte merken das Faith nicht viel von dem Straßenleben wusste, Namensfloskeln oder woher auch immer man stammte konnte man sich nämlich – in der Regel – sparen. Wo man herkam konnte man immer noch später klären. Zwar fand er die Hündin recht symphatisch, doch belustigte ihn ihre Vorstellung für zumindest einen winzigen Moment. Böse gemeint war das ganz und gar nicht, doch war es vielleicht besser das man dem jungen Rüden nichts ansehen konnte.

"Alles ist gut, Quinta. Wie geht es euch denn so?"

Mit einem ruckartigen Blick nach oben wandt der bunte sich schließlich wieder an die beiden Altbekannten und versuchte die Situation irgendwie ein wenig zu beruhigen. Es war schon nett von Nando gewesen, dass er Quinta hatte beschützen wollen. Doch glaubte er wirklich Cuco hätte nicht kehrt gemacht, hätte auch nur eine winzige Gefahr für Quinta bestanden? Anscheinend schienen die Rüden sich noch nicht all zu gut zu kennen. Wirklich verstehen warum er dem anderen jetzt innerlich Vorwürfe machte konnte der junge Rüde auch nicht, doch beließ er es dabei, dass er sich vielleicht noch finden musste, oder so ähnlich.

"Seid ihr auch auf Futtersuche?"

Neugierig trat Cuco wenige Schritte zu der hellbraunen Hündin heran und drückte kurzzeitig seinen Kopf an ihre dünnen Beine. Einiges änderte sich anscheinend nie ...


{ bei Faith, Quinta und Nando :: am Strand }
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Noyn Cloud


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Fr 08 Jun 2012, 02:33

EVERYBODY LIES, LIES, LIES
IT'S THE ONLY TRUTH SOMETIMES


Die ganze Zeit über hatte er zumindest beiläufig die beiden Gestalten in der Ferne beobachtet. Seine Nase hatte ihm verraten, dass es sich um Fyfa und seine Ziehtochter Corazón gehandelt hatte, doch sicher war nicht, ob diese Information auch wirklich zu ihm durchgedrungen war. Fraglich war sowieso, was von seiner Außenwelt überhaupt noch an seinen Verstand dran, der allmählich tatsächlich zu brechen begann. Nur kurz flackerte der Wunsch in seinem Inneren auf, sich zu den beiden Hunden zu gesellen, doch zu schnell war er wieder verflogen, als dass der Rüde wirklich eine Regung hätte machen können, die darauf hindeutete, dass er sich erheben wollte. Stattdessen also war er bei der fremden, weitaus jüngeren Hundin geblieben, die irgendeinen bekannten Schimmer in ihren Augen trug, der dem Rüden allerdings im Augenblick so fremd war wie alles andere um ihn herum. Es war egal, wen er ansah – alles wirkte fremd, trostlos und verloren. Es war vergänglich, doch nun war es zu spät, um es einzusehen. Alles, was Noyn noch sehen konnte, wenn er einen der anderen ansah, war die Gewissheit, bald den Tod aus ihren Seelenspiegeln sehen zu können, so, wie er ihm aus dem Antlitz seiner jungen Freundin entgegen gelächelt hatte, bis er spöttisch angefangen hatte, zu lachen. Schlagartig schloss der bunte Rüde die Augen und versuchte, das Bild zu vertreiben, welches ihn erneut versuchte, einzusuchen. Doch statt zu verschwinden, zu verblassen, wurde es deutlicher und höhnischer denn je. ‚Du kannst sie nicht retten‘ schien es zu sprechen. Sie waren alle dem Untergang geweiht. Und nicht einmal Ceniar würde er davor bewahren können. Er behielt die Augen fest geschlossen, während sich seine Züge so verzerrten, als hätte ihm eines der Menschenjunge in eine offene, klaffende Wunde an der Flanke gefasst. Er wollte es nicht, wollte nicht aufgeben, doch sein Geist schien zu schwach, um sich wirklich noch wehren zu können. Er schien zu schwach, um sich erneut zu erheben und dem Unausweichlichen lachend ins Gesicht zu sehen, bevor man es änderte. Noyn war längst nicht mehr der Rüde, den man kannte. Ein Schatten seiner Selbst – dem Untergang geweiht, so, wie alle anderen, obschon für ihn wohl mehr Hoffnung bestand, wenn er den Lebenswillen hätte aufrecht erhalten können. Immerhin konnte er sich einer Heimat unter Menschenhand doch immer gewiss sein, oder? Doch wenn es eins war, was er einem Leben unter Menschen vorzog, dann war es gewiss der Tod in Freiheit.

Eine sanfte Briese wehte vom Land her zu ihm herüber, schien sich an der Promenade verwirbelt zu haben und nun einen einseitigen Kampf gegen die Winde vom Meer zu kämpfen. Etwas Neues hatte sich dazugemischt, was den Rüden unweigerlich den Kopf heben ließ. Erneut wanderte sein Blick zu den beiden Gestalten herüber, von deren Anwesenheit er wusste, doch das Bild hatte sich verändert. Seine Ohren zuckten beunruhigt, denn er kannte den Geruch, kannte die Angst, die in der Luft lag. Sein Herz begann laut zu protestieren, schlug hart gegen seinen Brustkorb und pumpte das Blut durch seine Adern, dass es in seinen Ohren zu rauschen begann. Ihm war klar, was geschehen war, noch bevor er alle Informationen verarbeitet hatte und abermals riss es die letzten verbliebenen Funken seiner Hoffnung in noch kleinere Fetzen. Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, doch es hinderte ihn nicht daran, sich fast in Trance zu erheben.

„Entschuldige mich…“, murmelte er der hellen Hündin zu und steuerte schließlich auf die kleine Gruppe zu.

Angst mischte sich in seine Gemütslage – nicht die Angst vor dem Tod, die ohnehin von ihm Besitz ergriffen hatte, sondern die Angst vor dem, was dort auf ihn wartete. Er fürchtete nicht den Tod selbst, sondern den Anblick, das Bild derer, die er heimgesucht hatte. Es war der zweite Hund, den er liebte, doch er wusste, dass er zu spät war. Ohnehin war alles zu spät, unaufhaltsam. Ein paar Schritte torkelte er etwas zur Seite, ehe er schneller wurde und mit raschen Sätzen auf die Hündin zu setzte, die er eigentlich schon so lange kannte. Es spielte keine Rolle, dass sie sich Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatten. Noyn kam näher, verlangsamte seinen Schritt und vermied es, einen der beiden Hunde anzusehen. Die Witterung verriet ihm genug, und schwer schnaufend kam er schließlich dicht bei Fyfa zum Stehen, legte ihr den Kopf auf den Hals und schwieg. Bemüht, den Blick auf einen wahrlosen Punkt in der Ferne zu richten, verharrte er einen Moment so, bis seine Seelenspiegel dann doch den Blick der verstorbenen, jungen Hündin suchten, die ihm gezeigt hatte, was es heißen konnte, Vater zu sein. Ein leises, trauriges Winseln verließ seinen Fang, doch er bewegte sich kein Stück von Fyfa fort. Dicht drückte er der Hündin den Kopf an den Pelz und vergrub schließlich die Nase darin – noch immer schweigend, denn alles, was er hätte sagen können, um die Hündin aufzuheitern, war zum einen vollkommen sinnlos und zu anderen wäre jedes einzelne Wort eine Lüge gewesen, die er sich niemals verziehen hätte.



{ fyfa, corazón | strand nähe jeszyl, whisky, fox; namya }

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Di 12 Jun 2012, 23:58

*Vernebelt meine Sinne,
Die Ferne atmet schwer,
Träume steigen steil hinab
Tanzen mit dem Tod*

Criado und Ceniar gehörten also zusammen. Sie waren ein Rudel. Soso. Der helle folgte etwas stiller dem größerem und ausgewachsenem Hund. Zum einem, weil er Criado lauschte und zum anderen weil er darüber nachdachte, was der Bunte gesagt hatte. Ein Rudel. Es war aber nicht Flakieboy sowie die wunderhübsche Sahara. Nein, dort hatte er sie nie gesehen. Gab es also noch mehr Rudel hier in der Stadt? Wie groß war dieses komische verlauste Loch überhaupt? Er hatte keine Ahnung. So oft er auch rausgerannt war, nachdem er sich an das Leben am Strand gewöhnt hatte, er hatte nie ein Ende erblickt und es schien sich ewig weiter zu dehnen. Weit ist er aber auch widerrum nie gerannt. Immerhin hatte er nur nach Essen gesucht und von den anderen gute Plätze in der Nähe kennen gelernt. Wieso war Stiffs also diesmal so weit gelaufen?

“Wie viele seit ihr in eurem Rudel? Und wie viele gibt es?“

,sprach der Rüde bedächtig. Dabei wandte er sich an niemand spezielles, konnten sie beide doch diesen Informationswunsch abfangen und umwandeln. Wobei klar war, dass Criado wohl um einiges mehr an Wissen beherbergte als der kleine Ceniar. Dennoch warf Stiffs die Frage einfach hinein. Vielleicht überraschte der Kleine ihn ja – zudem schien er viel mehr Vertrauen gefasst zu haben als Criado. Doch der Kleine überraschte eher anscheinend mit seiner beschäftigung mit dem Fell. Es schien sehr an ihm zu nagen, was Stiffs vorher noch gesagt hatte.
Die vershciedenfarbigen Augen des cremefarbigen sahen ihn an und ein leichtes Lächeln wuschte über die Lippen.

“Von deinem Vater also. Und so wie es klingt ist er immer noch da. Ich glaube deinen Worten und wenn du es von deinem Papa hast, dann ist deines natürlich auch hübsch. Ich habe es allerdings noch nie gesehen, so wie du meine Augen noch nie gesehen hast. Da du es als komisch quittiert hattest, dachte ich ebenso über deinen Pelz.“

, lauteten die freundlichen Worte der Aufklärung. Doch langsam dämmerte es dem Demaskierenden, dass der Welpe es vielleicht nicht verstand – zumindest nicht, was Stiffs vermitteln wollte und darum hing er noch dran:

“Beurteile nie nach dem Aussehen, Ceniar. Das Herz und die Seele sind wichtig.“

*Dieser Tag erwacht nie wieder
Der Augenblick erlischt
Zerbrochen zieh ich mich nach vorn
Ich halte fest an meinem Tau*


Somit wandte er sich endlich Criado zu. Zumindest wollte er es. Also was hatte der gesagt? Seltsame Tiere in Gehegen – klang nicht nach einer Herde. Menschen laufen herum – Scheint ein Problem zu sein. Schauen sich die Tiere an – das klingt ja wie hirnverdummte Schafe hüten, nur dass Menschen dies taten. Die werden ja auch regelmäßig gefüttert, so wie Criade es sagte. Futter... Der Speichel sammelte sich bei Stiffs im Maul und er seufzte leise. Dmalas bekam er auch immer Futter. Für seine gute Arbeit und das herumtreiben und nicht Zwicken oder Beißen der Schafe. Nun bekam er kein Futter. Außer er war pfiffig. Und das war er ja auch. Aber was brachte ihm Futter wenn Filli nicht dabei war? Nichts.
Nachdem er die Daten durchging und die Sachen im kopf hin und her gewogen hatte fragte er einfach:

“Wie sieht dein Plan aus?“

Dazwischen kam ein >Da sind wir ja schon.<, was Stiffs nur kuurz aufblicken ließ und ein munteres

“Gut“

abrang. Ohne auf die beiden zu warten ging er einfach über die Straße und erregte für den kurzen Moment wieder die Sorge eines Autofahrers der ausweichen musste und nach links ausscherte.
Die haben auch nichts dazu gelernt..., dachte der Cremefarbene bei sich und blieb an der anderen Seite stehen. Immerhin wollte Criado doch führen – oder?


*I'm marching to the end
I'm marching to the end of time
No one is by my side... my friend
We'll see us at the end*

[CRIADO && CENIAR]
Lyric: Advocatus Diaboli - Marching
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Do 14 Jun 2012, 22:39

Als Nando sich schützend vor sie stellte, beruhigte sie sich ein wenig, auch wenn sie sich insgeheim schämte, dass er sich überhaupt dazu veranlasst sah. Sie wollte vor Cuco nicht so schwach aussehen, so feige, so nutzlos, aber sie konnte nicht anders. Dabei fürchtete sie sich nicht einmal unbedingt direkt vor der fremden Hündin – es war eher die gesamte Situation, die fremd und daher beängstigend für sie war.
Der Strand war ihr zu Heimat und Fixpunkt geworden, eine kleine, sichere Zone, wenn man so wollte. Noyn bewachte die Reviergrenzen und bislang hatte sie sich einreden können, dass sie hier geschützt waren. Sicher vor Gefahren, sicher vor Fremden, sicher vor allem, das ihr Angst machte. Nur vor dem vergifteten Fleisch, vor dem waren sie eben nicht sicher, und vor Veränderungen auch nicht, wie sie nun erkennen musste. Bisher hatte noch keines der anderen Rudelmitglieder einen fremden Hund zum Strand mitgebracht und sie hatte nie darüber nachgedacht, warum das so war. Es war gut und richtig. Sie alle gehörten zusammen und waren eine Familie. Chakka hatte das gesagt, vor langer Zeit, aber es hatte noch immer Gültigkeit. Das würde sich niemals ändern, es durfte sich einfach nicht ändern. Es war das Einzige, das ihr so etwas wie Sicherheit gab.
Dass Cuco nun eine Gefährtin bei sich hatte, war ungeheuerlich. Wäre ein Stern vom Himmel gestürzt und am Strand eingeschlagen, es hätte sie vermutlich nicht mehr aus der Bahn geworfen. Ausgerechnet ihr kleiner Cuco! Ihm zuliebe versuchte sie, sich zusammenzureißen und sich nichts anmerken zu lassen, versuchte sogar, das Lächeln der Hündin zu erwidern, doch der Schock saß tief. Würde sich nun alles verändern? Würde Cuco noch der Alte sein? Würde er vielleicht sogar mit Faith weggehen und sie verlassen?
Diese Faith hatte langes Fell, war jung und hübsch, viel hübscher als sie selbst, und sie schien nett und selbstbewusst zu sein. Und Cuco war gewachsen, nicht nur körperlich, sondern auch reifer geworden. Erwachsen, wenn man so wollte. Es war ganz normal, dass er sich ab einem gewissen Alter für Hündinnen zu interessieren begann. Warum überraschte sie das so? Warum konnte sie sich nicht für ihn freuen? Sie war eine Mutter und hatte einen Welpen, und Noyn sorgte für sie alle. Trotzdem war sie so egoistisch, dass sie auch noch Cuco für sich allein haben wollte...
Sie senkte den Kopf und drückte die Nase in Cucos Fell, als er den Kopf zur Begrüßung an ihre Beine schmiegte. Krampfhaft versuchte sie, das aufkommende Zittern zu unterdrücken und sich nichts anmerken zu lassen. Faith hatte ihr nichts getan und Cuco durfte nicht bemerken, wie sehr sie sich vor der Veränderung fürchtete, die nun unabwendbar schien.

Sie zögerte und wich seinem Blick aus, als er sie fragte, ob sie auf Futtersuche seien. Ceniar war noch immer ein Thema, das sie in Cucos Gegenwart nur ungerne ansprach. Sie wusste, dass sie ihm nun vermutlich den Tag verderben würde, dennoch gab es keinen Weg daran vorbei. Die Sache war einfach zu wichtig, immerhin ging es um ihren Sohn. Sie hatte schon viel zu viel Zeit verschwendet.

“Ich habe Ceniar verloren“, flüsterte sie kläglich. “Habt ihr ihn gesehen? Wenn er nun das Fleisch frisst...“

Sie brach ab und schluckte, ein Schauer lief ihr über den Rücken. Was, wenn sie zu spät waren? Wenn der kleine Körper schon leblos irgendwo im Staub lag, mit Schaum vor dem Maul? Wie könnte sie Noyn jemals wieder ins Gesicht blicken? Es war ihre Schuld, sie hatte nicht richtig auf ihn aufgepasst.



[Strand | Nando, Cuco, Faith]

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 17 Jun 2012, 20:33

Da regte sich aber jemand auf. Junge, junge ... mit einem Seitenblick beobchtete sie die Szenen einer Ehe und fragte sich welch seltsames Band die beiden Herren miteinander verband. Sie hatte immerhin nicht vor den Fleischberg dem Quadratschädel auszuspannen. Wenngleich sie eine gewisse "Zugehörigkeit" zu dem Fleischberg nicht leugnen konnte. Wieso und weshalb wollte sich ihr derzeit noch nicht erschließen.
Was für Szenen sich nur einen Steinwurf entfernt abspielten, davon wusste sie noch nichts, ahnte es noch nicht einmal. Noch lag der Fokus auf den Spießgesellen hier. Wovon einer zumindest nun beruhigt, nicht besänftigt, aber beruhigt schien und andere ihr endlich die gewünschte Aufmerksamkeit zu kommen ließ. Nicht unbedingt die Freundlichkeit in Person aber immerhin. Die Höflichkeit auf vier Pfoten war sie auch nie gewesen. Hier musste man ein raues Wesen haben um zu bestehen und vorallem zu überleben. Dass der Urpsrung ihrer großen Klappen vor ihr stand konnte sie ja nicht ahnen.

Selbst wenn man es bei dem Kangal sehen konnte, so richteten sich die großen Ohren der hochbeinigen Hündig geradewegs nach vorne und sie versuchte eine Antwort in den Worten des Hundes zu finden. Diese waren aber leider Gottes nicht so aufschlussreich wie sie es sich erhofft hatte. So gab sie sich selbst ein paar Herzschläge Zeit um seine Worte sacken zu lassen, zu überlegen und sich vorallen Dingen eine Antwort zurecht zu schieben. Das war knifflig. Nicht heute und nicht irgendwann sonst würde das Mannweib auf die Idee kommen sich heulend an die Seite des Beigen zu werfen und ihm vorzujaulen wie ewig lange sie nach ihrem Vater gesucht hatte ... Alles Unsinn.
Ganz davon abgesehen ... nur wil sie keine Szene abzog hieß das ja noch lange nicht, dass sie sich dieser Erkenntnis völlig verweigerte.
Ihre Sinne waren immer gut gewesen und je mehr sie diesen Hund der Truppe ihrer Mutter zuschrieb ... so komisch es auch sein mochte. Ein spitzbübisches Grinsen zog über die Miene der Hündin. Ihre alte Mutter hatte selten gut von dem Rumtreiber gesprochen, der sich ihr Vater schimpfen mochte. Was sie gerne mit dem Flohpelz gemacht hätte und in welchem Umfang, waren Geschichten die man Welpen nicht erzählen sollte. Aber noch war sie sich nicht sicher.

"Was du dir denken sollst? Nun," sie schwieg einen Moment und grinste weiterhin, die Freundlichkeit des anderen wollte keinesfalls verprellt werden.
"Ich weiß ja nicht, aber man munkelt, dass ein bestimmter Rüde dort in Form von Welpen Eindruck gemacht und sich dann irgendwann verdrückt hat. Was ihm keiner außer meiner Mutter wirklich übel nimmt." Da mochte die sonst so raue Hündin tatsächlich wirklich "nett" wirken, so wie sich, wie die Unschuld vom Lande, der Kopf zur Seite legte und die Ohren direkt in die entsprechende Richtung mitkippten.


[Jeszyl & Whisky]
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Criado


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Di 19 Jun 2012, 00:09

Der rote Hund blickte sich sorgfältig um, schließlich sollte ihr Dreiergespann nicht zu viel Auffallen erregen. Der Loro Park war einer der wenigen Plätze, wo man noch an Futter kommen konnte, das bestimmt nicht vergiftet war. Es gab zwar ein ziemlich hohes Risiko erwischt zu werden, aber der Park war trotzdem soetwas wie ein Geheimtipp. Wäre ja auch sehr sehr interessant gewesen, wenn er von einem Tag auf den anderen nur so von Hunden überschwemmt worden wäre. Die Menschen hätten natürlich in einer atemberaubenden Geschwindigkeit wieder Ordnung geschaffen. Der Harzer Fuchs bewunderte sie immer wieder dafür, wie schnell und klug sie Dinge ordnen konnten. Ihnen schien kein Problem zu groß, sie fanden immer eine Lösung. Trotzdem, heute war es an den Hunden, die Menschen irgendwie auszutricksen. Natürlich konnte auch die Krone der Schöpfung ihre Augen nicht überall haben, das war ihre Chance.
Der Rüde schenkte dem bunten Sprössling neben ihm einen wohlwollenden, ja leicht belustigten Blick. Der Kleine war ein Prachtkerl, Noyn und Quinta konnten ziemlich stolz auf ihn sein. Wenigstens dieses eine Geschenk konnte er seinen beiden Freunden noch tun, bevor er seine ewige Suche fortsetzen würde. Er würde dem entlaufenen Welpen Futter beschaffen und ihn zu seinen Eltern zurückbringen. Danach musste er sich wohl wieder mit dem kargen Leben allein herumschlagen. Es betrübte ihn, doch er hatte die Entscheidung schon lange vorher gefällt. Kein Weg führte daran vorbei, er musste seine Herren wiederfinden. Und eines Tages, eines Tages würde er nach Puerto zurückkehren. An jenem Tag würde der kleine Ceniar bestimmt schon ein kerngesunder Streunerrüde sein, in der Blüte seiner Jahre. Und Criado? Der rote Zottelhund wäre dann wahrscheinlich schon ein klappriger Greis, doch selbst als solcher würde er sich nicht von erneuten Abenteuern abschrecken lassen. Schließlich war er der Sohn eines der größten Casanovas der Insel.

Sie waren schließlich am Loch im Zaun angekommen und Criado wandte sich nun hauptsächlich Ceniar zu.
"Also, Großer. Wir spielen jetzt ein Spiel und wenn wir gewinnen, bekommen wir was zu knabbern. Aber natürlich hat dieses Spiel regeln - keine Angst, es sind nicht viele.
Erstens : Wenn du einen Menschen siehst, halte dich versteckt. Wenn der Mensch dich sieht, hast du nämlich schon verloren."
Er machte eine kurze Pause und lächelte dem Spross zu. "Zweitens : Immer zusammenbleiben! Nur wenn wir zusammen spiele, können wir auch gewinnen."

Damit wäre das hoffentlich erst Mal erklärt. Criado hoffte, dass seine Mahnungen hübsch verpackt wirklich als einfache Spielregeln für den Kleinen aussahen. Wenn nicht, dann konnte er nur hoffen, dass sich der Jüngling nicht allzu schnell selbstständig machte. Bevor sie in den Park eindrangen wandte er sich noch einmal an Stiffs, den hellen Rüden.

"Ich glaube kaum, dass ich dir eine genaue Zahl nennen kann. Wir sind einfach die Streuner am Strand, die Chakka angehören. Ihn solltest du fragen, er wird einen besseren Überblick haben.", erklärte er ihm kurz. Natürlich war da jetzt noch die Frage von der Position Noyns, der sich ja auch ein Stück Revier auserkoren hatte. Trotzdem, Criado blieb da relativ neutral. Er fühlte sich beiden Hunden verbunden, auch wenn er Chakka als Freund etwas mehr schätzte. "Na gut. Erstmal durch den Zaun und dann halten wir entweder nach einem Gehege Aussschau, wo es gerade Futter gibt, oder wir suchen die Hauptlagerstätte auf.", mit den Worten zwängte er sich bereits durch das enge Loch und verschwand fast gänzlich im dichten Gras dahinter, indem er sich geduckt hielt.


{ Ceniar & Stiffler | im Park am Zaun }

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D E S A S T E R


the sky was blue after all
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Whisky


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Di 19 Jun 2012, 12:25



„ Der Whisky ist so ein lustiger Hund!“ – Ja, das hatten Regina und Hans immer gegenüber anderen Hundebesitzern und Besuchern gesagt, dass 'der Whisky' ihr Leben ja so unendlich bereichere und so ein komischer Kauz wäre, dabei nervte sie das trotzige Verhalten des Jungrüden unter der Alles-ist-Gut-Fassade unheimlich. Ob es Jeszyl wohl genau so ging? Die Chefverhältnisse waren zwar noch nicht geklärt, aber dafür, dass der beige ihm ansatzweise ebenbürtig war, musste er sich schließlich auch für seine Meinung interessieren. Wie die kleine, dumme Barbie ihn verweichlicht hatte … jetzt interessierte es ihn doch tatsächlich, ob er sich für den Dicken anders verhalten sollte … mit typischer Trotzmiene drückte sich der stramme Bulli mit gesamten Körper auf dem Boden und platzierte den Eierkopf zwischen die ausgestreckten Vorderbeine. Der Peitschenschweif wedelte leicht unentschlossen über den Staubboden. In diesem Moment war Whisky nichts anderes als ein deprimierter, gelangweilter Welpe.

Sogar ein Blinder mit Krückstock merkte doch, dass hier etwas komisches vor sich ging. Es war so, als würde die Wölfin irgendetwas über Jeszyl wissen, der Dicke schien sogar ziemlich interessiert und wies Whisky – mal wieder! - mit irgendeinem Gefasel ab. Ich mach das schon … Ganz leise murmelte der Weiße, mit dunklem Blick zum Rüden hinauf:“ Ohne mich würdest du gar nicht klarkommen … ich bin schließlich dein Bodyguard.“ Danach folgte nur-noch unverständliches Grummeln, bis der Bulli wieder verstummte.

Aber der Weiße wollte zumindest versuchen 'nett' zu sein, obwohl er nicht wusste, wie das richtig gehen sollte. Normalerweise waren ihm andere egal, aber Barbie hatte gesagt, dass man 'nett' sein sollte und 'rücksichtsvoll', wenn einem jemand wichtig war. Und nach der kleinen großen Welpin war nun mal der dumme Ochse wichtig. Zumindest wichtiger als diese dahergelaufenen Tölen, die nichts anderes waren als Konkurrenz, aber die der Beige dann ja doch viel zu oft ansprach, so wie Fox. Was lag Jeszyl nur an diesem Brett von Hund? Klar, sie war eine 'heiße Chica', aber sie war weder besonders 'nett' – oder Whisky hatte 'nett' falsch verstanden – noch besaß sie irgendetwas begehrenswertes, wichtiges oder gar interessantes. Eins musste man der vorlauten Göre ja lassen, sie war total durchschnittlich und unauffällig … und fies.

Der Riese ging auf ihre komischen Fragen ein, als ob es ihn wirklich interessieren würde. Zwar schrillten beim Bulli die Alarmglocken bei 'ähnlich aussehen' und 'kennst du eine Sofia', aber richtig deuten konnte er diese Signale seines Verstandes noch nicht. Und sein neutraler, fast schon warmer Ton war das einzige, was Whisky davon abhielt, die Wölfin noch einmal anzublaffen. Die konnte froh sein, dass Jeszyl irgendetwas in ihr sah! Aber im Gegensatz dazu konnte er hingegen etwas Blafferei vertragen, schließlich hatte er das auch verdient und nötig, schließlich tat Whisky alles daran, die wenigen guten Tugenden, die er hatte, an Jeszyl weiterzugeben:

„ Ich wusste gar nicht, dass du so eine Esoterik-Tante bist, dir gleich bei irgendwelchen Worten von dahergelaufenen Hündinnen etwas einzubilden … also für mich ist das ja Zeitverschwendung.“

Mittlerweile hatte der Weiße zumindest seinen Kopf wieder erhoben und schaute leicht herausfordernd, spöttisch zu dem Kangalrüden. Schon jetzt fühlte sich der Bullterrier wie das dritte Rad am Wagen, diese Fähe war viel interessanter und hatte interessanteres zu sagen und seit sie aufgetaucht war, benahm sich Jeszyl so herablassend … er war verdammt nochmal neidisch auf Fox! Whisky zog eine Schnute.

Ein weiterer Blick zu Fox genügte und eine imaginäre Gewitterwolke nahm über dem Kopf des Rüden Platz. Ganz langsam drückte er wieder den Kopf auf den sandigen Boden und blickte unheilvoll, aber schweigend zu der Wölfin auf. Das eine war ihr hoffnungsvoller, unschuldiger, zuckersüßer Blick und das andere … waren ihre Worte. Ein bestimmter Rüde … Sollte sich herausstellen, dass es sich um Jeszyl handelte, würde der Bullterrier im Dreieck springen, 'nett' sein hin oder her.


[ bei Jeszyl, Fox]



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Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich:
 

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Do 21 Jun 2012, 07:32

Foster & Chakka & Sahara
{LORO PARK;; spricht mit CHAKKA; Folgt}


Sie war weiter hervor getreten unsicher war sie nun tun sollte richtete sie sich an denjenigen, welcher sie als erstes wirklich ansprach. Ihr Kopf hatte sich etwas nach unten geneigt um den braunen Straßenhund auch direkt ansehen zu können,. Ihre Ohren hatten sich nicht nachhinten gelegt und verrieten so, dass sie eine durchaus aufgeschlossene Meinung zu den beiden Hunden hegte. Ihr Kopf neigte sich kurz nach rechts und einmal nach links um auch sicher zu stellen, dass sich nicht noch mehr unerwartete Gäste zu ihnen gesellten. Ein bisschen Gemeinschaft tat ihr ja gut, aber ab einer bestimmten Anzahl konnte man es auch zu viel des Guten nennen. Etwas verwirrt beobachtete die den Border Terrier, als jener direkt an ihr vorbei spazierte, ohne sie wirklich mit einem Blicke zu würdigen. Als jener sie dann doch ansprach, versuchte sie eine besonders kecke Antwort zu geben. Immerhin wäre es bestimmt gut wenn sie schlau wirkt. Der erste Eindruck entscheidet, so wie man sagt.

“Mit Menschen hab ich nichts zu tun, sonst hätten sie mir wieder so ein Halsband um meinen Nacken gelegt. Wissen solltest du das doch, denn die Menschen trauen uns ja nicht, sonst hätten sie es nicht nötig jene die sie trotz allem begleiten an Seile zu binden damit sie jene nicht verlassen.“

Antwortete Sahara etwas trocken zu der Frage des kleinen Braunen. Dem Border Collie hatte sie davor noch ein kurzes Nicken gewidmet, als jener sie mit einem simplen Hallo anerkannte.

„Sahara, nennt man mich.“

Erwiderte sie nun etwas freundlicher und folgte dem kleinen Rüden, gespannt wohin jener sie leiten würde. Sie wusste selbst nicht ganz was sie von all dem halten sollte, aber neue Bekanntschaften zu schließen waren für sie kein Negatives Fazit. Die Luft im Loro Parque schien weit aus rein zu sein, doch hier und da konnte die Hündin auch die Abgase in der Luft schmecken, wobei ihr der verlockende Geruch des Essens weitaus häufiger in die Nase stieg. Ach, hoffentlich würden sie wenigstens heute etwas Essbares finden. Vielleicht war es sogar gut gewesen das sie auf das Duo getroffen war. Wer konnte dies jedoch genau sagen?
Etwas in Gedanken versunken folgte sie nun dem Border Terrier, unwissend wohin er sie nun führen würde. Doch diese Nachricht schien wohl nicht ganz in ihrem Kopf angekommen zu sein, besonders weil sie sich gerade noch zurück halten konnte dem Rüden eine Frage zu stellen. Sie wusste nicht wieso sie sich auf plötzlich verpflichtet fühlte zu schweigen, aber die Spannung jetzt im Offenen ueber die Straßen des Parks zu laufen bereitete ihr doch ein Flaues Gefühl im Magen. Aus reiner Angewohnheit, hatte sich so ihre Rute etwas niedergelegt wie auch ihre Ohren. Doch ihr Hunger verbat es ihr nun einen Rückzug anzutreten und so folgte sie dem älteren Rüden, jedoch besah sie sich mit großer Vorsicht, dass sie jenem nicht zu sehr auf die Pelle rückte.

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 23 Jun 2012, 18:07

Faith also. Und etwas übertrieben war sie auch. Aber gut, von der Fremden schien keine Gefahr auszugehen und Cuco vertraute ihr ja anscheinend auch. Obwohl Nandos Rute immer noch stand, lockerte er seine Haltung etwas und die Rute pendelte leicht hin und her.

"Wie lange lebst Du schon auf der Straße, Faith?"

All zu lange konnte es bestimmt nicht sein, sonst hätte sie sich sicherlich anders verhalten. Aber eigentlich war das auch egal. Cuco stellte gerade die Frage nach Futtersuche und bevor Nando dazu kam ihm zu antworten, posaunte Quinta den wahren Grund ihres erscheinen auch schon heraus. Das der Junghund nicht sonderlich gut auf Quintas Nachkommen zu sprechen war, war selbst dem Wolfhund aufgefallen. Er schnaufte leise und setzte sich auf seine Hinterpfoten in den dunklen und warmen Sand.

"Zufällig irgendeine Spur des Welpen gerochen, Cuco? Es ist gar nicht so leicht ihn zu finden, vielleicht.. kannst Du uns helfen. Deine Begleiterin eventuell auch?" Er wollte Cucos neue Freundin ja nicht aussenvor lassen. Hier konnte er die Spur von dem Zwerg jedenfalls nicht ausmachen und sehen konnte er das farbenfrohe Fell auch nirgendwo. So ein Jammer aber auch. Und Quintas Befürchtungen waren durchaus berechtigt, was wenn Ceniar etwas von dem schlechten Fleisch fressen würde? Er war ein Welpe und würde den Unterschied nicht am Geruch feststellen können und wenn er bemerken würde, dass er was falsches gefressen hatte, dann wäre es schon zu spät...


{Quinta, Cuco & Faith | Strand}
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 23 Jun 2012, 19:35

Ein wenig wirkte der Rüde so, wie er da stand, wohl wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung – auch wenn ihm gerade mehr danach sein mochte, ziemlich rasant irgendwoanders hinzuschwimmen. Aber die Möglichkeit hatte schon der Eisberg nicht gehabt, der sich letztlich der Titanic stellen musste, weil es eben seine Bestimmung gewesen war. Und so war es eben Jeszyls Bestimmung knüppelhart in der Gegend herumzustehen und sich der Wölfin und dem weissen Flohzirkus namens Whisky zu stellen. Wobei man das letzte Nomen nicht zu negativ behaften sollte – es gab ja auch Circes, die man toll finden konnte. Ob freilich auch Whisky dazugehören mochte, stand auf einem anderen Blatt Papier. Nicht auf diesem hier jedenfalls.

Jeszyl streckte sich ein wenig durch, während die Unbekannte verbal Kurs auf halb Acht nahm – zumindest näherte man sich jetzt endlich so etwas wie einem Ziel. Ein Rüde konnte in Form von Welpen Eindruck machen, indem er stiften ging? Oh, das waren zuviel Informationen auf einmal...wenn man davon ausging, war Jeszyl so ziemlich der beeindruckendste Hund unter der Sonne! Zumindest hatte er das, was Fox mit 'Eindruck machen' umschrieb, öfter zelebriert als ein Hund für gewöhnlich Krallen trägt. Nur um mal eine Kennziffer für seine Untaten zu haben.

Der Kopf des Rüden aber legte sich sekündlich schräger in dieselbe, als Fox weitersprach. Ihre Mutter nahm dem Rüden übel dass er sich verdrückt hatte? Seltsam, oder?

„Warum nimmt sie ihm das übel wenn es sonst niemand tut?“

Jeszyl musste zugeben dass ihm das kaum einleuchtete – ausser aber sie beschwerte sich aus rein Erziehungstechnischen Gründen. Das wäre dann schon um einiges logischer.
Sekunden später und noch vor einer weiteren Ergänzung seiner Frage, knötterte es auch schon aus dem Hundemobilen Süden – Whisky hatte in seinem Aufmerksamkeitsdefizit wieder zugeschlagen – und das diesmal sogar mit Anlauf, mehr oder minder. Anders ließ sich seine Aussage kaum übersetzen als mit...Eifersucht. Riesiger, brennender Eifersucht...woher eigentlich rührend?

„Stimmt...aber das großartige an einem Bodyguard ist, dass er einen schützt ohne dass man seine Anwesenheit bemerkt. Oder war das der Schutzengel?“

Da war er doch, der Versuch die Situation irgendwie zu retten...aber so richtig viel Hoffnung blieb Jeszyl da nicht, denn Whisky war noch nicht fertig. Leider. Und diesmal ging er eindeutig einen Schritt, ach was...gleich zwei Schritte zu weit! Mit einem nicht unlauten Knurren senkte der Rüde den Kopf, den dazugehörigen Fang eng gegen den des Bullys pressend.

„An Deiner Stelle wäre ich ob des nächsten Wortes ganz vorsichtig, okay?“

Zumindest klang das friedlicher als er es beabsichtigt hatte. Sicher meinte Whisky das was er sagte nicht ganz so – und schon gar nicht wollte er sicher seine Bonnie verärgern...falls doch, hatte Jeszyl ein Problem unbekannten Ausmaßes vor sich. Und Whisky ebenso, wenn er sich nicht bald herunterfuhr – und Jeszyl gleich mit. Dass der Große Fox dabei den breiten Rücken zudrehte, samt aufgerollter Rute, musste die Hündin für den Moment wohl hinnehmen...wobei – sie hätte ja auch gehen können. Ob sie aber jemand aufhalten würde, stand derzeit noch in den Sternen – aber wenn man Jeszyl kannte, war der Fall gar nicht so unwahrscheinlich...


[bei Fox & Whisky, prollt letztlich – und grollt]
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Baja


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Do 28 Jun 2012, 15:55

Baja lief vor und er tapste ihr nach, wie ein Hund. Er war ja auch ein Hund. Okay, das hieß natürlich nicht, dass er ihr unbedingt nachlaufen musste. Niemand auf dieser Welt war verpflichtet ihr oder jemand anderem nach zu laufen. Es herschte ja Freiheit, pure Freiheit. Außer für die Haushunde, die so dumm waren und sich an Leinen willig führen ließen. Dumme Kläffköter. Sie beschützen sogar ihre 'Herren' und holten ihnen diese Bälle zurück. Es waren Bälle! Die Dinger konnte man sich einfach in einem Netz kaufen. Baja hatte sie schon oft genug in den Schaufenstern der Läden gesehen oder man klaute einen von einem der anderen Menschen. Dumm.
Eigentlich waren diese Hunde sogar Gefangene. Genau wie diese Tiger, die in ihrem Gehege lagen und dösten. Achja.

"Ich geh da einfach rein, krall mir das Fressen, komm raus und wir fressen es. Me Gusta!"

Sie grinste und beobachtete mit schiefem Kopf die schlafenden Tiger. Man sollte schlafende Tiger nicht wecken, es könnte böse werden. Vor allem wenn sie sahen, dass man gerade dabei war ihr Futter zu klauen. Anfangs waren sie noch etwas schläfig, taumelten, aber denn wurden sie gehässig und böse.
Baja sah sich nach Besuchern des Zoos um. Fast keiner da. Es war kein Wunder, denn zur Zeit der Fütterung interessierten sich die Besucher mehr für die Delfine und Pinguine, als für die schlafenden Raubkatzen.

Baja legte ihre Ohren an und duckte sich ein wenig, um erkennen zu können, ob die Tiere wirklich schliefen. Ruhig lächelte sie und setzte ihre Pfote durch die Gitterstäbe. Gleich würde sie elegant hineingleiten. Sobald sie das Futter im Maul hatte, würde der Rest ein Kinderspiel werden!


{ Loro Park ;; Tiger ;; Flyne }

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wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 30 Jun 2012, 12:45

Faith fühlte sich, aus einem unbestimmten Grund, plötzlich völlig fehl am Platz. Ihr wurde erneut bewusst, dass sie in diese Welt nicht gehörte. Sie behauptete nicht, dass diese Lebensform schlecht war. Gewiss hatte sie auch ihre schönen Seiten. Doch es war nun mal nicht die Welt von Faith. Ihre Welt war nicht auf der Straße, sie gehörte an die Seite von ihrem Frauchen und Herrchen. Die Beiden hatten sich so sehr in ihr Herz geschlichen, dass sie in diesem Moment ein großes Loch hinterließen. Das Schlimmste war jedoch, dass es ihre Schuld war! Sie war schuld daran, dass sie nun voneinander getrennt waren und ihre Menschen dieselben Schmerzen erleiden mussten, wie sie es tat. Woher aber auf einmal diese deprimierenden Erinnerungen? Faith verfolgte ihre Gedanken zurück und es leuchtete ihr gleich darauf wieder ein. Sie hätte am liebsten laut geseufzt, doch noch rechtzeitig presste sie ihre Lefzen aufeinander und blickte stattdessen von Cuco zu den anderen Beiden. Ignorierte man sie? Jedenfalls musste sie ihre Namen von Cuco erfahren. Der wahrscheinlich noch nicht mal merkte, dass er Faith indirekt mit den beiden Fremden bekanntmachte. Die Namen fielen aus seinem Mund völlig unbeabsichtigt. Quinta und Nando.

Ihr Augenmerkt wanderte zu letzterem, da dieser sein Wort an die Hündin richtete. Wie lange sie auf der Straße lebte? ‚Jedenfalls so lange, dass ich gemerkt hab, dass der höfliche Ton keine Rolle spielt‘, war nicht unbedingt eine Antwort die für Sympathie sorgen würde. Im schlimmsten Fall würde man sie für ihre dreiste Art fortjagen. Im besten Fall dagegen würde er darüber lachen. Doch Faith war momentan nicht so risikofreudig um ihre Grenzen auszutesten. Auch wenn es eine Tatsache war, die auf der Wahrheit beruhte. Vielleicht galt sie noch als Neuling auf der Straße und besaß nicht das vollkommene Urteilsvermögen, doch man möge sich an den weißen Bullterrier erinnern, der sie am liebsten stehen lassen hätte. Ganz nach dem Satz: ‚Is‘ nich‘ mein Problem.‘ Nicht alle Straßenhunde waren unfreundlich, genauso wie viele Haushunde auch schlampig waren, trotzdem war es diese Sache, die sie als Außenseiter dastehen ließ. Sie, Faith, ein Außenseiter! – Ha, wer hätte so eine Wende des Schicksals erwartet? Sie ganz sicher nicht!

„Gefühltes Jahr, jedoch erst seit 3 Wochen.“

Schon allein durch die Erinnerung, wie lange sie nicht mehr zuhause war, wurde ihr übel. Dabei war der Aufenthalt in der Perrera noch nicht mal dazu gezählt. Doch sie ignorierte dies gekonnt und lächelte leicht. Auch wenn sie lächelte und es das eine oder andere Herz erwärmen sollte, für sie war immer noch diese kühle Distanz zwischen den Hunden da. Bei dem Treffen mit Cuco war keine Distanz, wie sie es zu Quinta und Nando spürte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass Cuco sehr jung war und sie sich deswegen so prächtig mit ihm verstanden hatte. Doch egal wie sie die Sache nun herumdrehte. Sie musste mit der Situation fertig werden und es wäre doch gelacht wenn es eine Faith Dechanel nicht schaffen würde!


{ Strand | Cuco, Quinta, Nando }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 30 Jun 2012, 14:34

Vorsichtig wich Cuco wieder zurück und lächelte. Ja, er lächelte aufrichtig und stolz, als gehöre ihm die ganze Welt – oder zumindest der Strand, den er als sein Zuhause bezeichnete – das alles und viel mehr. Als wäre er der König des ganzen. Doch wieso er das tat wusste er nicht, oder besser gesagt, es war ihm nicht bewusst. Eigentlich war er Stolz, dass Faith ihm zu vertrauen schien, dass sie es mitmachte, hinter ihm her zu laufen, bloß, um eigentlich Chakka zu finden, und keine der anderen Hunde. Doch sollte er darauf wirklich stolz sein? Recht schnell verschwand das Lächeln wieder, denn er war sich nicht sicher. Doch im Gegensatz zu dem Stolz den er zuvor empfunden hatte, lies er sich von der Unsicherheit nichts anmerken. Die anderen beiden schienen nicht all zu viel davon zu halten, dass der junge Rüde mit einer fremden Hündin herumlief. Und besonders Quinta schien das zu treffen. Eigentlich hatte der bunte die beiden Hündinnen erst später bekannt machen wollen, da es ihm vor diesem Moment gegraut hatte. Cuco war klar gewesen, dass es Quinta treffen würde, was man durchaus nachvollziehen konnte. Doch sie hatte auch einen Welpen bekommen mit Noyn – ausgerechnet Noyn! - und dem jungen Rüden damit sehr weh getan. Und jemand neues in eine Gruppe zu bringen war doch nicht das gleiche, wie sich an jemanden zu binden, oder? Nein, ganz im Gegenteil – dem Rüden schien das weitaus weniger schlimm.
Kurz senkte er also seinen Kopf, schnupperte ein wenig auf dem Boden, und blickte dann wieder auf. Entschuldigend legte sich sein Blick für wenige Sekunden auf Faith. Es tat Cuco leid, sie mitgenommen zu haben zu den beiden. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich unwohl fühlte. Zumindest dachte er das, und war sich eigentlich auch ziemlich sicher, dass die Hündin so fühlte. Grade wollte er Faith zu liebe mitteilen, dass sie weiter ziehen würden, als Quinta ihre Stimme erhob und von Ceniar erzählte.

Natürlich waren sie nicht auf Futtersuche, eigentlich hätte Cuco sich das denken können. Natürlich ging es wieder um Ceniar, der nun abgehauen war. Die große Hündin tat dem bunten irgendwie leid, so einen Sohn zu haben. Doch solch' eine Anmerkung hätte nicht in diese Konversation gepasst, zu unhöflich waren die Gedanken, die ihm durch den Kopf schwirrten. Also schüttelte er nur den Kopf.

"Aber es ist nicht deine Schuld ..."

, versuchte er Quinta noch zu beruhigen. Wirklich viel würde das nicht helfen, da war er sich sicher, denn konnte es gut sein das es ihre Schuld gewesen war, doch das zählte ebenfalls zu den Dingen die in dieser Situation nicht ausgesprochen werden sollten. Außerdem war Cuco sich sicher das es Ceniars eigene Schuld gewesen war. Er war aber auch ein ziemlich unartiger Welpe ...

"Vielleicht sollten Faith und ich wieder gehen. Wir waren sowieso auf dem Weg zum Loro Park."

Eine wirkliche Antwort auf Nandos Frage schien das im ersten Moment zwar nicht zu sein, doch lies man sich die Worte des jungen Rüden noch einmal durch den Kopf gehen, war es klar, was er damit zum Ausdruck bringen wollte. Zum einen hatte er kein Interesse daran, Ceniar zu suchen, und zum anderen wollte er Faith irgendwie vor den anderen 'schützen'. Ja, herzlos kam das vielleicht rüber, doch Lügen wollte er noch weniger. Ganz davon abgesehen, was passieren würde wenn Cuco den kleinen wirklich finden würde. Als ob er mit ihm mitgehen würde ... pah, also wirklich nicht.
Leicht legte der bunte seinen Kopf in die Richtung der jungen Hündin, und versuchte, sie zum Lächeln zu animieren. Nein, diese Begegnung war irgendwie nicht so verlaufen, wie er es sich erwünscht hatte.


{ bei Faith, Quinta und Nando :: am Strand }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mo 02 Jul 2012, 18:57

Traurig schüttelte sie den Kopf. Sie wusste Cucos Aufmunterungsversuch zwar zu schätzen, aber es war tatsächlich ihre Schuld. Außerdem, spielte das jetzt überhaupt noch eine Rolle? Er war fort und noch viel zu klein, um vergiftetes von fressbarem Fleisch unterscheiden zu können. Himmel, nicht einmal sie selbst schaffte das!
Sie war froh, dass Nando die Sache gleich anpackte und die Frage stellte, die sie selbst sich nicht zu stellen getraut hatte. Hoffnungsvoll blickte sie zunächst Cuco und dann Faith an. Vielleicht könnten sie Ceniar tatsächlich finden, wenn sie zu viert waren und zwei gute Nasen mehr hatten. Sacht und erwartungsvoll begann die dünne Rute zu pendeln. Sie setzte sogar ein schüchternes Lächeln auf und beäugte Faith nun noch einmal genauer. Kaum zu glauben, dass sie erst seit drei Wochen auf der Straße lebte. Sie wirkte selbstbewusst, als wüsste sie genau, was sie tat. Wenn sie doch nur genau wie Faith wäre, vielleicht würde Cuco sie dann eher mögen...

Als niemand mehr etwas sagte, setzte sie sich geduldig auf den Sand und wartete. Die panische Suche in der Stadt hatte sie mehr mitgenommen, als sie geglaubt hatte, und der Hunger nagte unablässig an ihr. Aber jetzt würde alles besser werden, denn gemeinsam mit Nando, Cuco und Faith konnte sie es schaffen.
Als Faith auch weiterhin nichts auf Nandos Frage entgegnete, wurde sie allmählich unruhig, doch sie rief sich schnell zur Ordnung. Niemand konnte von der fremden Hündin verlangen, dass sie nun gemeinsam mit ihnen Ceniar suchte. Sie schuldete ihnen nichts und hatte vermutlich gar kein Interesse daran, ihnen irgendeinen Gefallen zu tun. Bedeutete das, dass sie sich ihnen gar nicht anschließen wollte, sondern nur eine Art Spaziergang mit Cuco gemacht hatte? Sie wusste es nicht. Ihr Blick fuhr hilflos zu Cuco. Aber er würde ihnen doch sicher helfen, oder? Es war schließlich Cuco und es verband sie so viel. Selbst damals, als er wiedergekommen und so traurig und enttäuscht gewirkt hatte, hatte er noch ihr Bestes gewollt, zumindest hatte er das gesagt. Sein Hass auf Ceniar würde sicherlich nicht so weit gehen, dass er dem Welpen den Tod wünschte. Nein, Cuco war ein besonderer Hund, hilfsbereit und gutherzig, und Ceniar war immer noch ein Rudelmitglied, selbst wenn er ihn nicht mochte.
Als dann schließlich seine Antwort kam, konnte sie es kaum fassen. 'Vielleicht hat er Nando nicht gehört', war ihr erster Gedanke, doch das war lächerlich, denn der hatte laut und deutlich gesprochen. Nein, er musste es gehört haben, und das bedeutete, dass es ihm egal war. Sie war ihm egal, Ceniar war ihm egal.

“O-okay“, brachte sie mühsam hervor und ließ den Kopf hängen.

War er wirklich noch immer böse auf sie? Als er den Kopf drehte und Faith anlächelte, wusste sie, dass sie ihn endgültig verloren hatte. Aber konnte sie das einfach so hinnehmen? Vielleicht würde er sie wieder mögen, wenn sie ihm ein Geschenk brachte... oder wenn sie Ceniar ein Geschenk brachte, und der gab es Cuco, würde er ihren Sohn dann nicht mehr hassen? Nein, wem machte sie hier irgendetwas vor? So einfach funktionierte das im echten Leben nicht.
Sie musste sich jetzt zusammenreißen. Ihr Sohn brauchte sie, und wenigstens Nando wollte ihr bei der Suche helfen, wenn auch niemand sonst. Es kostete sie größte Selbstbeherrschung, den Kopf wieder zu heben und die beiden anzublicken.

“Wenn ihr ihn seht, könntet... würdet ihr ihn dann nach Hause bringen? Er ist noch klein, er kann doch nichts dafür, bitte...“

Sie schämte sich dafür, dass sie die beiden so belästigen musste, aber sie war verzweifelt und todunglücklich. Wenn Cuco ihm nicht helfen wollte, vielleicht hatte dann wenigstens Faith Mitleid mit dem Welpen. Es spielte keine Rolle, dass sie erst seit drei Wochen auf der Straße lebte, denn sie wirkte schon jetzt kompetenter als sie selbst. Außerdem war sie stark, schön und hatte vermutlich auch ein gutes Herz. Klar, dass Cuco sie lieber mochte.



[Strand | Nando, Cuco, Faith]

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 07 Jul 2012, 13:29

Flyne beobachtete die Junghündin als sie ihren Machenschaften folgte. Der Rüde wollte ihr zwar folgen, doch er sah es schon von weitem, dass er nicht durch die Gitterstäbe passen würde. War eine Diät nötig? Nein, die Straße würde ihn von allein abmagern lassen, da brauchte es keine Mithilfe. Konzentriert folgte sein Blick den Pfoten von Baja und zugleich ruhte er auf den schnarchenden Tigern. Was tat er, sollte ihr etwas passieren? Er konnte ihr schlecht helfen, wenn er zu fett für die Gitterstäbe war. Also musste er sich wohl auf seine Stimme verlassen, die alle Besucher und auch Wärter aufschrecken lassen würde, wenn er die Orange warnen müsste. Den Kopf leicht schief gelegt, ließ der den Blick nicht von seinen Zielobjekten und hoffte schwer, dass sich Baja nichts tat.

Klar machte er sich Sorgen um sie. Er war nun mal der Mann in diesem Spiel und ein Mann machte sich um seine ‚sich selbst aufgetragene‘ Aufgabe Sorgen. Okay, es war etwas herablassend, dass er sie als Aufgabe bezeichnete, aber sie als »Angebetete« zu bezeichnen- Ja, dafür war es eindeutig zu früh. Oder auch einfach nicht angebracht. Jaha, also musste er sich damit zufrieden geben, im richtigen Moment Alarm zu schlagen. Innerlich nickte der Rüde entschlossen und spannte die Muskeln an.

Mach das Ding klar, Kleines.

Flüsterte er leise.


{ Loro Park // Baja // Tigergehege }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 08 Jul 2012, 20:48

Faith war überrascht. Wirklich überrascht. Mit dieser Wende hätte sie ganz sicher nicht gerechnet. Eigentlich war sie fest davon überzeugt, dass sie sich nach diesem Ceniar suchen würden. Wobei die Frage für die Hündin immer noch nicht geklärt war, wer Ceniar war. Doch die Haushündin ging davon aus, dass es sich um einen jungen Hund handeln musste. War Quinta vielleicht sogar die Mutter? Sie sah noch ziemlich jung aus. Doch diese Tatsache war es nicht, die die Haushündin überraschte. Eher das, was Cuco zu ihr sagte. Sie wollten zum Loro Park gehen? Woher kam auf einmal diese Entscheidung? Vor allem, weil er vorher noch so Abgeneigt von der Idee war, diesen Ort zu besichtigen. Nahm er das also auf sich, nur um nicht mit diesen Beiden gemeinsam weiter zugehen? Faith hatte gekonnt die Frage von Nando nicht beachtet, weil sie Cuco die endgültige Entscheidung – ob sie nun mit suchen würden oder nicht – überlassen wollte. Sie würde Einverstanden sein, egal welche Wahl er treffen würde. Trotzdem beobachtete sie ihn aus dem Augenwinkel. Woher kam den diese Einstellung seine Hilfe anderen zu verweigern? Faith wollte den jungen Hund nicht voreilig in eine Schublade stecken, in die er vielleicht gar nicht gehörte. Wahrscheinlich hatte Cuco eine ganz plausible Erklärung, dass er die Beiden nicht in seiner Nähe haben wollte. Faith merkte nicht, dass ihr Blick länger auf Cuco lag, als gewollt. Erst als die leise Stimme von Quinta an ihre flauschigen Ohren drang, richtete sie ihr Augenmerkt auf die zerbrechliche Hündin. Aus einem unerklärlichen Grund verspürte Faith Mitleid mit ihr. Dabei kannte sie Quinta nur wenige Minuten und trotzdem konnte sie ihren Kopf nicht kaltherzig wegdrehen und mit Cuco zum Loro Park gehen. Faith drehte ihren Kopf leicht zur Seite und blickte in Cucos lächelndes Gesicht. Er trug das warme Lächeln auf seinen Lefzen, trotzdem erreichte es seine dunklen Augen nicht und Faith spürte, wie plötzlich die Entscheidung in ihre Pfoten gedrückt wurde. Sie musste den weiteren Verlauf dieser Geschichte entscheiden. Ihre Lefzen kräuselten sich und sie schenkte Cuco ein zuversichtliches Lächeln. Sie könnte nun Quinta mit Nando hier stehen lassen und mit Cuco weiter durch die Straßen wandern. Oder aber …

„Habt ihr bereits im Loro Park nach ihm gesucht? Wisst ihr, ich kenn mich hier kaum aus und ich denke der Erfolg ihn zu finden wäre größer, wenn man gemeinsam suchen würde. Wieso kommt ihr nicht mit uns?“

Ihre Rute schwang sanft durch die warme Luft. Mit glänzenden Augen blickte sie von Nando, zu Quinta und blickte letztendlich auch Cuco mit einem leichten Grinsen entschuldigend an. Irgendwie hoffte sie, dass er nicht allzu sauer auf sie war. Schließlich war momentan Cuco die einzige Verbindung, die sie hatte. Würde er sich nun entscheiden sie hier stehen zu lassen, würde die Haushündin wieder von Null anfangen. Aus diesem Grund hoffte sie bei ihm auf Verständnis anzutreffen. Wenigstens ein klein wenig. Jedenfalls so viel, dass er es ihr nicht Übel nahm. Aber Faith konnte nun mal kein ignoranter Trampel sein, die über die Gefühle der Anderen wegsehen. Nun, bei einigen Fratzen vielleicht ... Die, die ihre Hilfe nicht zu schätzen wussten und ein viel zu großes Schandmaul hatten.



{ Strand | Cuco, Quinta, Nando }
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Mi 11 Jul 2012, 11:20

Ruhig verharrte der junge Hund auf dem Bürgersteig. Das blaue Augenmerk war aufmerksam auf seine beiden Begleiter gerichtet. Criado und Stiffs. Entspannt ließ sich Ceniar die Namen hin und her durch den Kopf gehen. Besonders der Neue, Stiffler hatte es ihm irgendwie angetan. Der Helle war seltsam und gleichzeitig so angenehm, dass es dem Welpen in seiner Nähe irgendwie gefiel. Wenngleich er nicht alles von dem Verstand, was der Größere denn da so von sich gab. Für den Bunten war das alles vollkommen schön und in Ordnung.
Mit großen Augen benickte er schließlich die Worte, die Stiffs über seinen Papa und das Papafell sprach und schließlich auch das über Aussehen, Herz und Seele. Der Kopf neigte sich leicht schräg, ehe er die Worte in seinem Kopf endlich geordnet bekam und sogleich das kleine Mäulchen aufklappte.

“Aber, woran erkenn ich denn die Seele eines Hundes?“ Die Frage kam wie aus der Pistole geschossen. Hin und Her überlegte der Kleine, ob er schon jemals die Seele eines Hundes erkannt hatte. Papas? Oder Mamas? Die Ohren zuckten aufmerksam, aber so richtig kam er doch zu keinem Schluss. “Papa und Mama passen immer auf mich auf und haben mich lieb, ist das ihre Seele? Oder das Herz?“ Das war der einzige logische Gedanke, den der Welpe in jenem Moment ziehen konnte. Mama und Papa passten immer auf, dass ihm nichts geschah, na ja, außer jetzt, aber jetzt übernahm diese Rolle ja Criado.

Und kaum hatte er an den Rotpelz gedacht, drehte dieser sich auch bereits um und begann ihm die Regeln für ihr tolles Spiel zu erklären. Die Rute des Jünglings begann immer aufgeregter zu pendeln. enthusiastisch sprang er um ihren Anführer herum und folgte ihm schnurstracks zum Loch im Zaun. Ohne dem älteren Stiffler den Vortritt zu lassen, huschte er hinter dem Rötlichen durch das Loch und kauerte sich neben den Älteren ins hohe Gras. Wow. Das sah ja alles toll aus hier. So was hatte er noch nieee gesehen. Aufgeregt fuhr die feine Nase durch die Luft. Er roch Tiere, viele Tiere, deren Gerüche er allerdings noch zuordnen konnte. Er roch Menschen und Wasser und... was noch viel wichtiger war, Futter! Die Rute begann noch viel aufgeregter zu schwingen. “Tooooll“, stieß der Welpe schließlich hervor und versuchte über das Gras herüber zu spähen. Da gab es soooo viel zu sehen. schon wollte er losrennen, doch dann erinnerte er sich an die Regeln des Spieles und blickte Criado erwartungsvoll an, wie um zu zeigen, dass er ganz brav sein konnte (wenn er denn wollte). “Wir müssen ganz viel Futter für die Anderen mitnehmen. Dann sind wir die aller größten Helden und Mama wird ganz stolz sein!“ Plapperte er munter drauf los. Vor allem würde seine Mutter dann hoffentlich nicht mehr böse auf ihn sein.


[Criado & Stiffler | Loro Park]

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Jetzt und hier und überall
Wenn der Niederlagenfrust an dir knabbert und nagt, und sich Nimmersatt in dein Selbvertrauen frisst, dannhör mir zu, damit ich dir helfen kann, lass es zu, sei so frei, nimm es anIch bin da, wenn du Abends die Augen schließt, ich bin da wenn du in deine Träume fliehst und ich bin da wenn du wieder ins Leben ziehst, ja ich sing' für dich, kling für dich, ich bin dein Lied.
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Spielleitung


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Fr 13 Jul 2012, 15:18

An den befahrbaren Zugängen zum Strand wurden Autos geparkt, Türen geöffnet und leise wieder geschlossen und Boxen bereitgestellt. Diesmal ging es nicht darum, die Streuner an den Stränden einzufangen, um sie zu kastrieren und wieder frei zu lassen. Die Tierschützer hatten in den letzten Tagen viele tote Hunde geborgen und nachdem sich das Gesundheitsministerium für Nachforschungen entschieden hatte, war bekannt geworden, dass sie nicht an einer Seuche verendet waren, sondern von Giftködern gefressen hatten. Einigen Menschen war das egal, es gab zu viele Hunde. Wie sollten es sonst weniger werden? Den Tierschützern aber bereitete das große Sorgen. Da die Köder unauffindbar blieben und es unmöglich war, den Hunden das Fressen dieser zu verbieten, blieb nur die Möglichkeit, sie zu ihrer eigenen Sicherheit zu fangen. Es hatte einige Wochen gedauert, bis das Ministerium Zuschüsse dafür bereitstellte, aber diesmal konnten sich die Tierretter Teneriffas nicht allein mit Spenden finanzieren. Da tote Hunde an Urlaubsständen aber nicht sehr lukrativ sind, wurde das Einfangen als Methode gesehen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die Hunde kamen weg, ohne dass dabei negative Schlagzeilen den Status der Urlaubsinsel gefährdeten. Gut ausgerüstet traten die Männer und Frauen nun mit Keschern, Leinen, Handschuhen und Käfigboxen in Aktion, wenn auch noch möglichst unauffällig. Die letzte Aktion dieser Art lag ganze acht Monate zurück, aber vielleicht erinnerten sich einige der zurückgekehrten Hunde noch an sie. Deshalb galt es, ruhig und sachlich ans Werk zu gehen.

In der Stadt und am Strand begannen mehrere Gruppen, direkt auf die Hunde zuzugehen, die dort ruhten oder beieinander saßen. Die Menschen waren nicht dumm und verteilten sich, so dass den Tieren am Strand nur der Weg zum Wasser offen blieb. Aber das war kein Fluchtweg, der Sicherheit versprach. Die Menschen verfügten über Funkgeräte und GPS, sprachen sich ab, wenn ein Hund ausbüchste und folgten ihnen in der Stadt mit Motorrädern. Am frühen Morgen sind die Straßen noch halbwegs leer, weshalb die Gefahr eines Unfalls mit einem in Panik geratenen Hund nicht so groß ist. Die Hunde im Loropark bemerken von all diesen Vorgängen draußen nichts.


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Dieser Post betrifft insbesondere:
Filiash, Sparky, Cuco, Faith, Nando, Quinta, Fox, Jeszyl, Whisky, Fyfa und Noyn

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Feleya


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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 14 Jul 2012, 20:44

Feleya streckte die Nase in den morgendlichen Wind, der sanft an ihrem Pelz zog. Gestern noch hatte sie geglaubt, am nächsten Tag wieder in das Haus ihrer Familie zurück kehren zu müssen, hinter Zäunen gefangen gehalten zu werden, ohne Aussicht auf einen Ausweg. Und dann war alles anders gekommen. Sie hatte es kaum glauben können, als das Gitter ihrer Box nur locker in der Verankerung gehangen hatte, und wer ließ sich solch eine Gelegenheit schon entgehen? Es hatte gereicht, sich ein wenig gegen das kühle Metall zu drücken, und schon hatte die Freiheit sie gepackt, ab dem ersten Moment hatte sie es genoßen. Das laute Rufen und Bellen ihrer Mutter in den Ohren hatte die Hündin nicht lang gezögert, war einfach gerannt, ohne zu denken. Sie wußte nicht einmal, ob die Menschen es bemerkt hatten, oder ob ihr Abgang erst wieder in der Heimat bemerkt wurde. Feleya war es in diesem Moment egal gewesen, sie hatte den Kopf in die Luft gerissen, hatte das neue Leben mit strahlenden Augen empfangen und wußte schon ab dem Moment, als ihre Pfoten den Asphalt berührt hatten, dass sie niemand so schnell zurück bekommen würde. Nicht jetzt, wo sie bekommen hatte, worauf sie schon ihr Leben lang gewartet hatte. So war auch der Weg vom Flughafen weg ein leichtes gewesen, voller Energie war schnell ein Loch gefunden, durch das sie entwischen konnte. Und damit war ihr neues Leben wohl besiegelt. Und es fühlte sich gut an!

Vollkommen in dieser neuen Welt verloren wußte die Hündin nicht einmal, wie lang ihre Pfoten sie nun umher trugen, hatte kein Gefühl für Zeit und Raum. Sie lief einfach, folgte ihrem Instinkt. Was sollte auch jetzt noch schief gehen? Es schien alles viel zu perfekt, als das nun noch et was schief gehen konnte – wieso also den Kopf darüber zerbrechen? Die Straße gehörte noch fast ihr allein, nur vereinzelt begegnete sie Menschen, die ihr die unterschiedlichsten Blicke zuwarfen. Und manch einer beachtete sie gar nicht – aber auch damit konnte die Schwarz-weiße gut leben. Sie hielt einfach den Kopf nach oben, streckte die Schnauze Richtung Himmel. Hier lag eindeutig der Geruch von anderen in der Luft, und es löste ein wildes Kribbeln in ihren Läufen aus. Automatisch wurde der Gang der Hündin schneller, ihre Gedanken überschlugen sich fast vor Erwartungen, während sie den fremden Fährten folgte. So viele Fragen taten sich ihr auf, so viel, auf was sie am liebsten schon in dieser Sekunde eine Antwort gehabt hätte. Aber sie musste sich gedulden, warten, bis das weitere Ziel erreicht war. So tänzelte die Hündin also leichtfüßig über den Asphalt, atmete die frische Luft ihres neuen zu Hauses ein und nahm nicht einen Moment wahr, dass einige Augen sie genauer beobachteten. Sie lief einfach, missachtete die wenigen Menschen um sie herum, bis der feine, salzige Geruch des Meeres deutlich stärker wurde. Voller Aufregung schwang die Rute der Hündin durch die frische Morgenluft, als sie für einige Herzschläge stehen blieb, den Strand betrachtete, der nun in Sicht war. Und ohne diesen Ort genauer zu kennen, ohne jeden Winkel erkundet zu haben, wußte sie, was dieser Ort für sie sein würde.

Nach einigen Momenten, in denen sie diese Aussicht hatte wirken lassen, war sie noch fester entschlossen, sich diesen Traum zu erfüllen – zumal es für sie nun kein Zurück mehr gab. Ihr Weg führte sie also weiter, näher zum Strand, weiter in Richtung Meer. Sie war in den eigenen Gedanken versunken, bemerkte nicht die Schritte hinter sich, erst im letzten Moment die Arme, die auf sie zuhielten – und noch ehe sie reagieren konnte, wurde sie festgehalten, konnte nur noch aufjaulen, bevor ihr ein Maulkorb um die Schnauze geschlossen wurde. Die Hündin versuchte auszuweichen, vorzuspringen, nach hinten zu entkommen – aber für einen Moment schien es aussichtlos. Und mit einem Schlag wurde ihr bewußt, dass sie die gerade gewonnene Freiheit wieder verloren hatte – sie sah sich bereits jetzt schon im Flugzeug zurück nach England. Die Hündin fiepte, sah jedoch ein, dass Widerstand Nichts half. Und erst, als sie ihren Körper entspannte, wurde der Griff um sie lockerer. Sie musste sich wohl oder übel damit abfinden, ließ sich ohne Widerstand die Leine anlegen und schnaufte leise. Und trotzdem wollte sie sich diese Freiheit nicht wieder nehmen lassen, sie wollte nicht zurück in die kleine Box. Sie musste nur den richtigen Moment abpassen. Dieser schien jedoch auf sich warten zu lassen, denn auch mit dem Widerstand, den sie lieferte, konnte sie nicht verhindern, dass sie in eine der Boxen gepackt wurde, das Gitter hinter ihr verschlossen und sie ihrer Freiheit beraubt wurde. Sie sackte zusammen, schnaufte in den Maulkorb und starrte durch de Stäbe nach draußen. So war das nicht geplant gewesen.


[Nahe des Strandes – Menschen]


Zuletzt von Feleya am So 15 Jul 2012, 17:41 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 14 Jul 2012, 23:40

'CAUSE MY ECHO, ECHO
IS THE ONLY VOICE COMING BACK
MY SHADOW, SHADOW
IS THE ONLY FRIEND THAT I HAVE


Noch immer hatte er den Kopf im dichten Fell der Hündin begraben, doch das leise Winseln war verstorben, wie es auch dem jungen Leben vor ihren Pfoten ergangen war. Ein weiteres Opfer der Menschen, ein weiterer Verlust, den es zu verhindern gegolten hatte. Doch er hatte versagt – er hatte abermals versagt und war zu spät gekommen, um irgendetwas dagegen zu unterneben. So unnütz der Gedanke auch war, er hätte etwas daran ändern können – er, der seit Monaten nicht in der Nähe der beiden Hunde gewesen war – im Augenblick setzte er sich brennend in seinem Bewusstsein fest, sodass jeglicher Versuch, diese Saat auszureißen, zum Scheitern verurteilt war. Es war ein weiterer Schritt zur Überzeugung, dass es unmöglich war, etwas gegen diese Seuche zu tun. Sie waren verdammt, verurteilt und nach und nach würden die Zweibeiner alle holen. Sie würden alle dem Erdboden gleich machen. Der Bunte hatte den Drang, für seine Freiheit zu kämpfen, längst in den Wind geschossen. Es hatte keinen Zweck, so die feste Überzeugung, und mit jedem Verlust, den er erlitt, wurde sie standhafter und erbarmungsloser. Ceniar. Wie ein Blitz schoss ihm das Bild seines Sohnes durch den Kopf und er riss ihn hoch. Weit geöffnet starrten seine inzwischen leicht trüben und glanzlosen Augen in die Ferne, doch – wie sollte es anders sein – er erblickte ihn nirgends. Etwas anderes aber hatte sich – ohne, dass Fyfa oder er es bemerkt hatten – nähergekommen und die Lauscher des Bunten klappen augenblicklich nach hinten. Zu sehr waren sie von der Trauer um die verstorbene (Zieh-)Tochter eingenommen gewesen, als dass ihnen die Menschen, die sie nach und nach eingekesselt hatten, aufgefallen wären. Noyn wandte den Kopf herum, um festzustellen, dass sie von allen Seiten langsam auf sie zukamen außer vom Meer, was ihnen allerdings nicht viel brachte. Früher vielleicht hätte er nun nach einem Ausweg gesucht, doch so war schnell der Entschluss gefasst, sich einfach diesem Schicksal hinzugeben. Sie waren alle verloren – die einen früher, die anderen später und hier schien für sie der Moment gekommen zu sein. Ein kurzer, niedergeschlagener Blick galt Fyfa, die ebenso reglos war wie er, ehe er sich wieder den Menschen zuwandte, die mit Keschern und Leinen auf sie zuschlichen.

Ein liebloses Knurren und ein kurzes Kräuseln der Lefzen war es, was er ihnen entgegenwarf, doch der Elan verflog schnell. Es war nur wenig überzeugend und noch weniger bedrohlich oder einschüchternd, wozu seine momentane, hagere Statur nur noch beisteuerte, dass er nicht gerade einen ernstzunehmenden Eindruck machen konnte. Er wirkte krank, mager und kraftlos und genau das war er auch. Selbst, wenn der Wille noch in ihm gebrannt hätte – es wäre ungewiss gewesen, ob er dafür auch genug Kraft hätte aufbringen können. Sie kamen näher und schließlich waren sie nah genug, um mit ihren Schnaufen und Leinen nach ihnen zu haschen. Nur halbherzig versuchten sich die beiden Hunde zu wehren, wichen allerdings kein Stück von dem Körper der toten Hündin. Mit einem Kläffen wandte sich Noyn gegen einen der Menschen, bot einem anderen allerdings in just diesem Moment die Möglichkeit, ihm einen Maulkorb zu verpassen, gegen den er sich nicht groß wehren konnte. Er versuchte es, kratzte mit den Pfoten und versuchte, ihn ich von der Schnauze zu streifen, doch es half nichts. Sie hatten ihn – und Fyfa war es ein paar Meter weiter auch nicht anders ergangen. Er zog in die entgegengesetzte Richtung, zog zurück zu Corazón, doch die Menschen wollten ihn nicht lassen. Sie sprachen mit merkwürdig beruhigender Stimme auf sie ein, was dem Rüden nicht ganz verständlich war, immerhin wusste er, wohin es nun gehen würde. Sie waren dem Untergang geweiht. Es gab keinen Ausweg. Er vermied einen Blick zu Fyfa, enttäuscht von sich selbst, doch er konnte nicht anders. Er hatte keine Kraft mehr, um nicht aufzugeben.

„Mi Corazón.“, murmelte er ein letztes Mal winselnd in die Richtung der toten Hündin, ehe er sich weitaus williger als zuvor mitführen ließ.

Die Menschen führten sie zu ihren Autos, in denen bereits Boxen bereit standen. Widerwillig schließlich ließ sich auch der Bunte darin verstauen, denn er ahnte, dass jeglicher Widerstand ohnehin nutzlos war. Auch Fyfa verstauten sie in einer weiteren Box und packten sie schließlich beide ins Auto. Der Bunte drückte seinen Kopf kurz gegen das Gitter, flüsterte abermals die Worte, die zuvor seinen Fang verlassen hatten. Was um ihn herum geschah, bekam er nicht groß mit, doch hin und wieder wurden auch andere Boxen ins Auto gebracht, bis dieses schließlich voll war und leise unter den Pfoten der Hunde knurrend davonfuhr – hinaus in eine unbekannte Zukunft für die Insassen, hinein in eine Zukunft, von der der Bunte bezweifelte, dass es sie gab.



{ in einer der boxen im auto der naturschützer }

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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Di 17 Jul 2012, 19:01

AUSSTIEG ** FLYNE


Unruhig trat der Rüde auf seinen Pfoten hin und her als er zusah wie Baja um die Tiger herumschlich. Er hoffte bloß, dass ihr nichts geschehen würde als er hinter sich etwas rufen hörte. Ehe er sich versah, packten ihn zwei Hände um den Hals und zerrten ihn nach oben. Der Rüde zerrte und bellte, um sich von dem Unbekannten weg zu reißen, welcher sich als Tierpfleger des Parks herausstellte. Das gelang ihm schließlich und er rannte davon, durch den ganzen Park, die Tierpfleger im Schlepptau. Lange dauerte es nicht, bis er wieder in den Fängen der Tierpfleger war, nachdem sie ihn in eine Ecke gedrängt hatten.

Schnell wurde er gepackt und in eine Kiste gesteckt, dann war alles dunkel. Er nahm nur wahr, wie es unter ihm rumpelte und polterte. Eine Landstraße oder so. Als es wieder hell wurde, sah er nichts anderes als eine Betonwand vor sich. Und auf der anderen Seite, kalte Metallstäbe und einen Gang der Zwinger von Zwinger trennte. Ein Tierheim - hier also, ist er gelandet.
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Fr 20 Jul 2012, 00:19

    Ein leises Jaulen verließ den Fang der Colliehündin, als ihre Tochter ihren letzten Atemzug tat. 'nicht traurig sein' hatte sie gesagt und Fyfa fragte sich wie das möglich sein sollte. Sie hatte nun ihren letzten Welpen verloren. Alle drei waren nun tot. Und das nach nichtmal einem vollen Jahr. War sie so eine miserable Mutter? Sie konnte nur hoffen nie wieder Welpen zu bekommen. Mit einer anderen Mutter hätten Baja, Cuco und Corazon vielleicht überlebt. Natürlich, die Welt hier draußen war hart, aber andere Welpen hatten es auch geschafft zu überleben. Also konnte es an den Welpen nicht liegen. Es musste an ihr liegen, ohne Zweifel!

    Langsam näherte sich ein Geruch, aber das nahm die Hündin gar nicht wahr. Erst, als der Rüde seinen Kopf in ihrem Fell vergrub bemerkte sie, dass Noyn zu ihr gekommen war. Auch er stieß ein leises Winseln aus und so lagen sie eine Zeit lang schweigend nebeneinander. Was hätten sie in einer solchen Situation auch groß sagen können? Fyfa konnte ihr Leid und ihre Selbstzweifel nicht in Worte fassen und Noyn wusste wohl auch nicht, welche Worte er hätte wählen können. Aber das Schweigen hatte etwas beruhigendes und so wurde das Wimmern aus Fyfas Fang nach und nach leiser, bis es schließlich ganz verstummt war.

    Das leise, kaum überzeugende Knurren Noyns ließ Fyfa aufblicken. Sie sah die Menschen, sah ihre Leinen, und doch sah sie nichts. Es war als hätte sich ein grauer Schleier über ihre Augen gelegt. Würden diese Menschen sie töten? Würde sie dann vielleicht ihre Töchter und ihren Sohn wiedersehen? Im Moment wünschte sie sich nichts sehnlicher als das. Während Noyn noch eine Zeit lang Widerstand leistete, trottete Fyfa einfach an der Leine neben einem wohlbemerkt ziemlich erstaunten Hundefänger hinterher. In ihrer früheren Zeit war sie leinenführig gewesen und sie kannte das Gefühl eines Halsbandes und einer direkten Verbindung zum Menschen aus ihrem früheren Leben. Hatte ihre Mutter ihr überhaupt nichts beibringen können? War sie vielleicht einfach zu jung für Welpen gewesen? Die Gitter der Transportbox schlossen sich vor ihrer Nase und sie legte einfach ihren Kopf auf die Pfoten. Die nächste Box die in den Transporter gestellt wurde versperrte ihr die Sicht auf den toten Körper ihrer Tochter. Hätte sie es gekonnt hätte sie sich nun wohl in den Schlaf geweint. So schloss sie aber einfach nur die Augen und schlief trotz des lauten Knurrens des Autos ein.


[in einer Abschleppbox der Naturschützer]
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   Sa 21 Jul 2012, 17:05

    Vorsichtig folgte Foster Chakka weiter in den Park hinein. Sahara hatte sich mittlerweile vor ihn geschoben, womit Foster nicht gerade erfreut war.

    "Wer hat Chakka eigentlich zu unserem Führer erklärt... Dieser kleine Hund wird doch im Falle eines frontalen Angriffes nichts machen können."

    Foster schnaubte kurz, beschloss dann aber seine Position nicht anzuzweifeln. Es würde jetzt keinem etwas bringen wenn sie sich streiten würden, aber Foster würde im Falle eines Essens- Mangel in diesem Park nicht davor zurück schrecken seinen Anteil zu erkämpfen. Sahara schien allerdings auch keine Gefahr für ihn zu sein, denn so dünn und zierlich sie war, konnte sie wicherlich nicht kämpfen. Plötzlich wurde ihm klar worüber er hier eigentlich nachdachte, solange war er alleine gewesen und hatte nun endlich Hunde gefunden die relativ freundlich waren und schon dachte er ans Kämpfen. Er musste sich so langsam echt zusammen reißen, denn in solchen Zeiten wie diesen war jeder Verbündete ein Vorteil im Kampf ums überleben. Foster beschloss die beiden ein bischen besser kennen zu lernen und stellte sich direkt neben Chakka als dieser stehen blieb um die Umgebung abzusuchen.

    "Wo kommt ihr beiden eigentlich her? Habt ihr niemanden mit dem ihr eine Grupper bildet oder sowas?"

    Foster stellte direkte Fragen, denn er hasste es alles zu umschreiben, auch wenn seine Art des Fragen stellens vielleicht etwas unhöflich war. Während er auf eine Antwort von einem der beiden wartete sah er sich ebenfalls um und entdeckte in näherer Umgebung nichts was in seinen Augen gefährlich aussah, nur Menschen, aber die Art von Menschen die nett waren und ihn nicht gleich wieder verprügeln würden. Er überlegte ob er direkt auf einen Menschen zugehen sollte, beschloss dann aber doch auf Chakkas Anweisungen zu warten, da der Rüde sich hier anscheinen wenigstens ein bischen auskannte.
    Bei dem Anblick der fröhlichen Familien kam ihm wieder einmal das Bild von seinen Besitzern in den Kopf wie sie mit ihm spielten. Er wusste selbst nicht warum er sie nach solanger Zeit immer noch vermisste obwohl sie ihn alleine zurück gelassen hatten. Fosters blick ging wieder zurück auf den älteren Rüden und die hübsche Hündin und dabei fragte er sich ob die beiden auch einmal Besitzer hatten oder ob sie auf der Straße geboren wurden wie viele der Hunde in dieser Gegend.


Loro Park | Chakka & Sahara | Fragt die etwas
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 22 Jul 2012, 00:28

Es war ganz einfach. Eine Pfote vor die Andere. Ganz leise, wie eine Katze. Für gewöhnlich hasste Baja Katzen oder besser gesagt konnte die Hündin sie nicht nicht besonders leiden, aber jetzt war es von Vorteil sich wie eine von diesem pelzigen Tiere herum zu schleichen. Aber die Tiger würden es früher oder später mitbekommen, dass sich ein Gegner in ihrem Bereich Platz gemacht hatte.
Baja neigte leicht den Kopf, um sicher zu stellen, dass die Tiger wirklich ruhten. Sie hatten ihre Lider geschlossen. Aber ihre Schnurrhaare zuckten immer wieder. Die Hündin blickte zu dem Fleisch. In ihrem Maul lief das Wasser zusammen. Bald würde der Braten ihr gehören. Grinsend bewegte sie sich die letzten Meter zu dem Fleisch hinüber. Ganz leise versuchte sie aufzutreten, aber irgendwie klappte was nicht. Irgendwie wurde es laut. Lärm. Lärm, der von einem Hund kam.

"Flyne! FLYNE!"

Baja wusste gar nicht, wie ihr geschah. Sie sah Flyne, wie er bellte und weggezogen wurde. Diese verdammten Tierpfleger. Die Rote wollte gerade knurren, als sie aus dem Augenwinkel die großen Tiger aufwachen sah. Sie begannen zu knurren, als sie Baja sahen. Der eine richtete sich schnell auf und kam auf sie zu gestapft. Voller Panik schnappte sie sich das Fleisch und hetzte die letzten Meter hinaus. Sich quetschte sich durch die Gitterstäbe und entkam in aller letzten Sekunde einer von den Pranken eines Tigers.
Nach dem sie aus der Gefahrenzone war, ließ sie den Klumpen Fleisch einfach fallen und knurrte eine der Großkatzen an, ehe sie wieder verzweifelt zu rufen began. Aber irgendwie machte es keinen Sinn. Es machte alles keinen Sinn mehr. Sie hatte ja auch Ju aus den Augen verloren und Lila. Sie hatte nach Lila lange, sehr lange noch gesucht, aber die Boxerhündin war weg. Weg wie Ju und Fox und Flyne und.. ihre Eltern. Sie verlor alles. Jeden.

Traurig packte die Hündin sich das Fleisch. Sie machte immer alles falsch. Irgendwie machte sie immer alles falsch. Sie hetzte mit dem Klumpen durch den Park und ließ sich auf der großen Steinmauer vom Pinguingehege nieder. Hier konnte sie alles sehen und die Pfelger würden sie nicht so schnell packen können. Es war kein Blicksicherer Ort, aber ein Ruhiger und das brauchte sie nun. Lustlos kaute sie auf dem Stück erbeuteten Fleisch herum, während sie an all die dachte, die sie schon verloren hatte.


{ allein ;; auf der Mauer vom Pinguingehege }

................

wir hatten beide rotes fell.

remember; ju & cuco <3

the last one.
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BeitragThema: Re: Auf der Suche nach dem Leben   So 22 Jul 2012, 01:30

BAJA ;; LORO PARK

LÄUFT ALLEIN DURCH DIE STRASSEN ;; HOLT SICH ETWAS FUTTER AUS MENSCHENHAND ;; KOMMT ZUM LORO PARK ;; QUATSCHT BAJA AN


Der Rüde trottete ruhig durch die Straßen und blickte zu den Menschen auf, die ihn misstrauisch ansahen. Manche aber auch neugierig. Irgendwie war das alles ihm langsam zu dumm. Hatten sie noch nie einen freilaufenden Hund gesehen, oder was? Hier gab es doch zig von diesen Straßenkötern also wieso glubschten die alle so blöd drein, wenn sie Dusty sahen? Seit es ihn hier auf diese Insel zurück verschlagen hat, sah er genug von diesen Hunden und diese wurden nicht so dämlich angesehen, naja, was soll’s. Sind nur Menschen und Menschen sind dumm, so war das. Aber wozu sich Dusty nun aufraffen musste, war sich etwas Fressbares zu besorgen. Die halbe Nacht war er durch die Straßen gewandert und schaute sich nach etwas um. Für die fressbaren Reste in den Mülltonnen war sich der Möchtegern-Adelige zu schade. Ihh, Mülltonnenzeugs! Was anderes außer verkackte Windeln von Menschenkindern fand man darin ja wohl nicht, oder? Naja. Pizzareste worüber der Wodka gelaufen ist - aber auf einen Rausch hatte der Rüde am frühen Morgen auch keinen Bock. Er brauchte etwas anderes, etwas aus Menschenhand. Vielleicht konnte er sich ja irgendwo ein leckeres Brötchen mit Wurst oder so stibitzen. Einem so süßen Hund konnte man ja nicht widerstehen, richtig? Okay, gut. Er konnte genauso einem kleinen Kind was aus der Hand schnappen, aber dann würde er eins von der Mutter auf die Birne kriegen. Und so früh am Morgen waren diese Gören auch noch in den Federn und träumten von Ponys und Spielzeugautos. Die Schritte des Border Collie - nein, er war nicht reinrassig. Irgend so ein Köter hatte für sein Mischblut gesorgt, doch er bezeichnete sich nur zu gern als Reinrassig - beschleunigten sich als er einen alten Herrn mit zwei Sandwichen - Schinken, oh wie lecker! - auf einer bröckeligen Mauer sitzen sah. Als er nur noch ein paar Meter entfernt war drosselte er seine Geschwindigkeit und kam mit angelegten Ohren und einem fälschungsechten Welpenblick vor dem Mann an. Er blickte zu dem Dummkopf hinauf der ihn gerade eben erst bemerkt hat. Ein Schnellschalter war er auch noch, das wurde für Dusty ein Leichtes. Er hechelte leicht und blickte den Mann schuldvoll an. Dieser lächelte und strich dem Rüden vorsichtig mit der Handfläche über den Kopf. Dusty blickte sehnsüchtig auf das Sandwich in seiner Hand und der Trottel schien zu verstehen.

»Na, mein Junge? . . .«,

Woher wusste er, dass Dusty ein Rüde war? Männliche Intuition oder so? Wow.

»Hast du Hunger? Komm, ich hab ja zwei, du kannst das andere haben.«

Der runzlige Grauschopf nahm das Sandwich in seiner Hand in den Mund und kramte in einer Plastiktüte links neben ihm nach dem zweiten. Als er es endlich in den Händen hatte, hielt er es dem Rüden vor die Nase, der es schwanzwedelnd zwischen die Zähne nahm und dankend, mit dem Getreideprodukt mit Fleischbeilage im Mund, bellte. Der Mann nickte kaum merklich und dann rannte der Red Merle’sche Rüde davon. Er machte sich nicht die Mühe, sich noch einmal um zu drehen. Wozu? Der alte Sack litt doch eh an Alzheimer und konnte sich wahrscheinlich jetzt schon nicht mehr an den Rüden erinnern.

Die Pfoten des Hundes trugen ihn weiter und weiter bis er schließlich am Loro Park vorbei kam - er hatte sich längst Zutritt verschafft - und er erblickte ein orangenes Etwas - naja, auch ein Hündchen - auf einer Mauer hocken. Er schlenderte zu ihm rüber und machte einen Satz um auf die Mauer zu gelangen. Als er oben angekommen war, setzte er sich neben das Orangene. Okay, eines konnte er schon von Weitem riechen; Das Es war eine HÜNDIN! Gott, wie er diese Wesen verabscheute. Diese . . . Egal. Er konnte sie einfach nicht leiden. Doch, wenn es darum ging, eine zu begatten, wäre der junge Rüde wohl als Erster in der Reihe. Oh wie er darauf aus war, seine Linie weiter zu erhalten. Wenn es schon nicht die seiner Mutter sein konnte, dann wenigstens die seinerseits! Er blickte noch ein Weilchen auf das weibliche Geschöpf und dann zu den Pinguinen unten im Gehege. Man konnte beinahe sehen, wie Dusty innerlich die Stirn runzelte. Das waren Vögel - VÖGEL! - und diese konnten fliegen, aber diese Art nicht. Waren die dumm oder so? Oder war es Gott zu schade, als dass er ihnen diese Gabe geben würde? Bestimmt. Er blickte wieder zur Hündin und bereitete sich darauf vor, das Maul auf zu machen. Wie wohl seine Stimmlage klang? Feindlich.

»Sag mal, glotzt du die nur an oder frisst du die Viecher auch ?!«


Zuletzt von Dusty am Di 24 Jul 2012, 18:08 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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